Doktorspiele: Work hard, play hard

08.07.2014

Seine Spezies galt als unproduktiv und isoliert – der Homo Ludens. Doch wo sich einst der mahnende Finger hob, da daddelt er heute. Beim Lernen von trockenem Unistoff zeigt sich die ganze Klasse von Spielen. Zeit für ein Gedanken-Addon zum Thema Medi-Games.

Mit dem Einzug von Social Media und Apps ist der Gesellschaft eins bewusst geworden – die Menschheit spielt! Spielend erfolgreich sein beim Lernen? Das wird in der Virtualität Realität. Dröger Lernstoff wird so zum Fun-Event beim Büffeln. Doch bringen die Lerngames auch Nutzen oder dienen sie nur als Ausrede vom tristen Lerneinerlei?

Das alte Spiel: Geist vs. Körper

Anatomische Begriffe auswendig lernen? Definitiv öde! Doch nimmt man einige Spielelemente hinzu, dann steigert sich die intrinsische Motivation enorm. Wie beim Spiel „Poke-A-Muscle“ Am Anatomiekörper lernt man die Fachwörter, Haut drüber - dann werden mithilfe eines Scanners die zuvor erlernten Begriffe an der richtigen Körperstelle gescannt. Dem Gamer werden die Anatomiebegriffe dabei in immer kürzerer Zeit um die Ohren gehauen. Das Abrufen des Könnens fängt somit nicht erst in der Prüfung an und motiviert dauerhaft.

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Medi-Meister im Wissensduell!

Auch die Mutter aller Spiele – das Quiz  - hat es in die Hosentaschen von Medizinern und Laien geschafft. Die „MedizinQuiz“-App ist speziell für angehende Mediziner konzipiert.  Mit dem „Speed Anatomy Quiz“ Quiz versucht man hingegen auch andere Mitspieler in die Tasche zu stecken. Medizinkenntnisse werden so spielerisch gelernt – auf der Couch oder im Bus. Zug um Zug versucht man den Wettstreit für sich zu behaupten, worin noch ein Vorteil von Spielen liegt. Denn zum einen stachelt der Wettbewerb die Lerner immer wieder aufs Neue an. Und zum anderen erfolgt beim Spielen und Gewinnen eine Ausschüttung von Dopamin, das ein wichtiger Botenstoff für´s Lernen ist. Zudem erhöht das den Lerneffekt, denn positive Emotionen verstärken die neuronale Vernetzung des Gelernten.

Ich sehe, also ist es!

Wirkungen anderer Art lassen sich beim App-Game BloodStream Raiders hervorrufen. Dort zerstört man als virtueller Doc bösartige Viren. Level bestanden – dann ab ins nächste Organ! So lassen sich Dinge visualisieren, die sonst nicht so einfach sichtbar sind. Dies schürt die Hoffnung, auch etwas gegen die Krankheit tun zu können. Der Effekt wurde vor allem bei Patienten mit ähnlichen Spielen gezeigt, doch lässt sich dieser auch auf die intrinsische Motivation von Medizinern übertragen.

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The end of the game

Wie bei vielen Sachen macht die Dosis den Effekt. Ist man vom Fun-Factor infiziert, wird der ernste Hintergrund verdrängt. Für das Einbläuen von Fachwörtern sind Games sehr gut, beim Lernen von Zusammenhängen weniger. So muss man sich sozusagen selbst seinen Brain-Even-Point markieren, in der das Gaming noch seinen Nutzen bringt.

Bildquelle: micahmcdowell / thinkstockphotos.de

Artikel letztmalig aktualisiert am 09.07.2014.

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