Warum schicken Sie mich nach Hause? Aus dem Nacht-und Notfall-Dienst

13.05.2014
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Ist jetzt schon eine ganze Weile her, aber … den “Typ” werde ich nicht vergessen.

Ein ziemlich normal aussehender Mann (das täuscht manchmal :-) ) mit einem Rezept für ein Antibiotikum steht tief Nachts vor der Notfalltüre.

Nachdem ich das Rezept ausgeführt habe und ihm erklärt habe, wie er es nehmen muss, sagt er in fast anklagendem Ton:

“Ich habe eine Lungenentzündung.”

Pharmama: “Ah – ja? Dann gute Besserung.”

Mann: “Warum lassen die mich so nach Hause? Sollten die mich nicht im Spital behalten? Eine Lungenetzündung ist doch etwas ernsthaftes!”

Pharmama: “Teils schon, aber ich kann ihnen nicht sagen, warum sie Sie nicht da behalten haben.”

Mann: “Warum lassen die mich mit einer Lungenentzündung nach Hause? Es sterben Leute wegen Lungenentzündungen!”

Pharmama: “Wenn Sie Bedenken haben, dann würde ich Ihnen empfehlen noch einmal zurück zu gehen und mit einem Arzt darüber zu reden. Aber ich denke, wenn die Sie nach Hause geschickt haben, dann waren sie ziemlich sicher, dass es nicht so ernst ist, dass Sie darum im Spital bleiben müssten.”

Er geht weg, aber kaum mache ich die Klappe in der Türe zu und will mich hinlegen, läutet die Notfallglocke wieder.

Mann: “Meine Freundin hat mir erzählt, dass ihre Grossmutter an einer Lungenentzündung gestorben ist. Sie sollten mich wirklich nicht so nach Hause schicken!”

Pharmama: “Ich schicke Sie nicht nach Hause. Aber wenn Sie denken, dass es Ihnen so schlecht geht, dann … gehen Sie zurück in den Notfall und reden Sie mit einem Arzt. Hier kann ich gar nichts machen …”

Mann: “Aber ich könnte sterben!”

Das geht so eine Weile hin und her. Endlich geht er.

Denke ich.

Nö. Ein paar Minuten später … läutet es wieder.

Mann: “Ich bin allergisch gegen Erdbeeren. Das habe ich Ihnen nicht gesagt. Hat das einen Einfluss auf meine Medikation?”

Pharmama: “Nein. Da sind keine Erdbeeren drin … Gute Nacht?”

Artikel letztmalig aktualisiert am 27.05.2014.

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Pharmazie
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Kristin Basler
Peinlich.
#5 am 27.05.2014 von Kristin Basler (Gast)
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Gast 3
@ Gast: Auf der einen Seite haben Sie Recht, dass so etwas vermutlich nichts ist, womit man hausieren gehen sollte (weshalb ich den Artikel auch für etwas unangemessen halte), allerdings sind auch Apotheker und Ärzte nur Menschen und der ein oder andere muss sich halt freundlich, aber bestimmt, auf menschlicher Ebene zum Patienten / Kunden abgrenzen. Ansonsten macht man den Job vermutlich nicht lange. Es kann nicht der Job des Apothekers / Arztes sein dem Patienten alle Ängste zu nehmen und wie machen Sie das? Den behandelnden Arzt nachts im Notdienst zu kontaktieren ist eine Option. Der wird sich allerdings bedanken. Die 112 wegen Verunsicherung zu rufen ist denke ich etwas viel. Es kann allerdings auch nicht die goldene Lösung sein den Patienten, mitten in der Nacht, solange zu unterhalten bis das dieser geht. Signalisieren, dass man den Patienten versteht, die Sorgen unbegründet sind und klare, freundliche Anweisungen geben erscheint mir hier der richtige Mittelweg. LG
#4 am 23.05.2014 von Gast 3 (Gast)
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Gast
Sehr traurig, dass es ein portal gibt, wo sich Apotheker über Kunden lustig machen, beschweren ...! Da schäme ich mich als Apothekerin1
#3 am 22.05.2014 von Gast
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Gast
Es ist zwar vom Prinzip her eine lustige Geschichte, jedoch tut mir der Kunde auch leid. Klaro hat kein Apotheker Lust, sich um diese Zeit mit solchen "Lapalien" herumzuärgern.. Jedoch denke ich: "Der Mann hat Angst!Es ist mitten in der Nacht, er möchte seine Pein Jemandem mitteilen." Er denkt: "Jetzt ist der Apotheker schonmal wach, da kann ich doch auch gleich nochmal was nachfragen...!" Ich finde die Antworten sind auch nicht besonders beruhigend. Auch "freundliches Abwimmeln" will gelernt sein Pharmama!:)) Na ja..kann halt nicht Jeder.^^ Wünsche allen einen schönen Tag
#2 am 21.05.2014 von Gast
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Oh Gott - Leute gibt´s! Ich musste mich mal über Kundschaft im Notdienst ärgern, die mich wegen einer Mundspülung 2mal nachts rausgeholt hat...
#1 am 20.05.2014 von Johanna Frickhinger (Apothekerin)
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