Immer Ärger an der Uni Frankfurt

14.04.2014
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Grundlegend gilt festzuhalten, dass es im FB16 der Goethe Universität keine einheitlichen Leitlinien zur Erstellung von MC-/SC-Frage-Prüfungen gibt. Das ist ein Umstand, der so nicht weiter hinnehmbar ist. Ohne einen einheitlichen Leitfaden ist es Prüfern unmöglich, gemessen an der Testtheorie, adäquat Fragen und Antwortmöglichkeiten für eine Prüfung zu erstellen.

An den FB16 – Anatomie 3

 

 

Grundlegend gilt festzuhalten, dass es im FB16 der Goethe Universität keine einheitlichen Leitlinien zur Erstellung von MC-/SC-Frage-Prüfungen gibt.

Das ist ein Umstand, der so nicht weiter hinnehmbar ist.

Ohne einen einheitlichen Leitfaden ist es Prüfern unmöglich, gemessen an der Testtheorie, adäquat Fragen und Antwortmöglichkeiten für eine Prüfung zu erstellen.

Somit erklären sich auch die extremen jährlichen Schwankungen in den Durchfallquoten und die Formänderungen bei den Prüfungen.

 

 

1.) Die Aufgaben sind zum Teil falsch.

- Des Öfteren mussten in der Vergangenheit Fragen aus der Wertung genommen werden, da die Fragestellung entweder zu unpräzise, falsch oder stilistisch nicht den Anforderungen an eine gültige Fragestellung entsprach.

- Ebenfalls mussten Fragen entfernt werden, weil die Antwortmöglichkeiten falsch waren, Antwortmöglichkeiten fehlten, Antwortmöglichkeiten zu unpräzise waren, mehrfache Nennung möglich war oder keine der Antwortmöglichkeiten zutraf.

 

2.) Vor der Erstellung einer Prüfungsfrage muss das Ziel der Frage und der zu

prüfende Themenschwerpunkt klar definiert sein.

- In den vergangenen Klausuren war dies NICHT der Fall.

 

3.) Das abgefragte Wissen soll der aktuellen Lehrmeinung bzw. Richtlinien der

Fachgesellschaften entsprechen und praxisrelevant sein.

- Das den Studenten abgefragte Wissen ist nur minimal bzw. vereinzelt praxisrelevant.

 

4.) Benutzung einer verständlichen Sprache ohne unnötige Fremd-/ Fachwörter.

- Während früher (bis 2010) noch diese Leitlinie zutraf, wurde in den letzten Klausuren, insbesondere bei der letzten Anatomieprüfung (Rigo1) auf Übersetzungen verzichtet.

 

5.) Jede Frage sollte formal eine Einleitung (Fragestamm), im Idealfall als

Fallbeschreibung (Vignette), eine konkrete Frage und die Antwortmöglichkeiten

enthalten.

- Im vorliegenden Fall wurde sich nicht einmal ansatzweise an diese Möglichkeit gehalten. Im Gegenteil gab es teilweise nur: „Was ist falsch“ und „Was ist richtig“ bzw. „Was trifft zu“ und „Was trifft nicht zu“.

 

6.) Keine Negativfragen formulieren wie: Was trifft nicht zu? Welche

Aussage ist falsch? Vermeiden Sie auch negativ formulierte

Antwortmöglichkeiten wie: „Der N. Glossopharyngeus ist nicht ...“. Negative

Antwortmöglichkeiten erschweren die Beantwortung der Fragen unnötig und

prüfen zusätzlich zur Dimension Wissen z.B. die Dimension Verständnis ab. Dies

beeinträchtigt die psychometrischen Kennwerte der Frage beträchtlich und

verringert ihre Validität. Zudem ist es für den Lernerfolg problematisch, eine

Falschaussage als „nicht richtig“ zu markieren und die anderen korrekten

Aussagen als “nicht falsch”.

- Auch hier scheint sich der FB16 der Goethe Universität absichtlich gegen diese Validität zu entscheiden, denn bei 48 Fragen wurden nur 11 Positivfragen verwendet. Das entspricht lediglich einem Anteil von 22%.

 

7.) Die Prüfungsfrage sollte so formuliert sein, dass die richtige Antwort auch ohne

Kenntnis der vorgegebenen Lösungsmöglichkeiten gegeben werden kann.

Fragen wie: Was trifft zu? Welche Aussage ist richtig? sind deshalb unbedingt

zu vermeiden, zumal sie zusätzlich zu inhomogenen Antwortmöglichkeiten

verführen.

- Bei der Anatomieprüfung gab es keine Fragen, die ohne die möglichen Antwortmöglichkeiten hätten beantwortet werden können.

 

 

Fallbeispiel:

 

Welche Aussage in Bezug auf Ruhr trifft nicht zu?

 

A. Ruhr ist eine meldepflichtige Erkrankung.

B. Ausscheider können vorkommen

C. Es gibt keine tierischen Reservoire

D. Die Übertragung erfolgt durch orale Aufnahme des Erregers

E. Die Ruhr-Impfung ist eine bewährte anti epidemische Maßnahme 9

 

Kritikpunkte:

- Der Prüfling muss die Falschaussage als richtig markieren. Pädagogisch

sinnvoller ist es, den Studierenden eine positiv formulierte Frage

anzubieten und das Auffinden der eindeutig richtigen Antwort zu

honorieren.

- Die Antworten sind inhomogen und die Fragestellung „Welche Aussage...“

zu allgemein.

- Antwort C ist negativ, zusammen mit der Frage doppelte Verneinung

 

 

EINWAND:

 

Jeder Punkt für sich genommen ist sicherlich kein allgemeingültiger Einwand gegen diese Klausur. Jedoch zeigt die kumulierte Verletzung der Leitlinie eindeutig, dass die Wiederholung der Anatomieklausur vom 10.04.2014 gefordert werden muss und beim weiterführenden Widerspruchsverfahren durchaus Aussicht auf Erfolg hat.

Im Falle einer Sammelklage hätte es der FB schwer sich auf „ungewollte Schwankungen im Bereich der Testtheorie bei Prüfungen im MC-Verfahren“ zu berufen, da der Verstoß sämtlicher Leitlinien in der Gänze sichtlich zu dieser utopischen Durchfallquote (ca. 79%) geführt hat.

Wir, die Studierenden, wünschen uns daher von ganzem Herzen, dass Sie einer Wiederholung der Klausur zustimmen und diese sodann, gemessen an gültigen Empfehlungen und Leitlinien zur Erstellung von MC-Frage-Prüfungen, nach bestem Wissen und GEWISSEN anfertigen werden.

 

 

 

Hochachtungsvoll

 

 

Die Studenten des FB16

Bildquelle: Asta Frankfurt

Artikel letztmalig aktualisiert am 30.04.2014.

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cAMP
Text verfasst und genehmigt von cAMP ...
#1 am 14.04.2014 von cAMP (Gast)
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