Einmal die Glaskugel bemühen...

08.04.2014
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Wir bekommen ein Rezept gefaxt – leider war der Patient noch nie bei uns, deshalb habe ich auch seine Information nicht im Computer.

Ausserdem kommt das Fax nach 12 Uhr Mittag – zu spät zum bestellen, dass es heute noch kommt. Etwas doof. Speziell, weil der Mann auch nicht im Telefonbuch gelistet ist, dass ich ihn informieren könnte – deshalb warte ich erst mal ab. Wenn ich es sowieso bestellen muss, kann ich das noch bis heute Abend machen, auch dann kommt es morgen.  Es ist auch nichts, das zwingend sofort genommen werden muss (man denke an die üblichen “Betriebsmedikamente” wie Blutdruckmittel etc. nur eine seltener gebrauchte Packung ).

Nach ca. 2 Stunden kommt ein Mann herein und verlangt „Die Medikamente vom Fax den sie heute bekommen haben für (Name).“

Ja, es ist der Patient vom Fax-Rezept.

Ich erkläre ihm, dass ein Teil erst bestellt werden muss und dann Morgen parat ist.

Mann: „Aber ich habe es extra hierher faxen lassen, damit es bereit ist, wenn ich komme.“

Pharmama: „Der Fax kam leider erst nach 12 Uhr an. Das ist nach unserem Bestellschluss für den Tag.“

Mann: „Und weshalb haben Sie mich nicht gleich darüber informiert?“

Pharmama: „Weil Sie noch nie mit einem Rezept hier waren und ich Ihre Information nicht im Computer habe. Ausserdem sind Sie nicht im Telefonbuch gelistet“

War er unzufrieden? Natürlich.

“Sie hätten den Arzt anrufen können und oder nach der Nummer fragen. Der hat sie.”

Pharmama: “Vielleicht … allerdings neigen Arztpraxen dazu Mittagspause zu machen und ihre Telefone zwischen 12 und 14 Uhr nicht abzunehmen.”

Und ehrlich … irgendwo hat es Grenzen. Ich mache viel, aber ich habe noch andere Kunden – von denen ich weiss, dass sie kommen. Da bin ich genug beschäftigt. Nicht, dass ich es ihm so gesagt hätte …

Aber wahrscheinlich sollte ich für die Fälle meine Glaskugel bemühen: die kann mir vielleicht sagen, wann (und ob) der Kunde kommt und vielleicht grad noch seine Telefonnummer angeben.

Wenn ich nur wüsste, wo ich die hingelegt habe.

Bildquelle: Wahrsagerkugel: shutter_m, thinkstock

Artikel letztmalig aktualisiert am 26.04.2014.

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Pharmazie
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@Gast Nr.4: *muss* man nicht. *kann* man aber. Genauso, wie man nichts lesen *muss*.
#6 am 26.04.2014 von Apothekerin Pharmama (Apothekerin)
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Gast
Und ich widerspreche Ihnen Frau Werner: man kann dabei ruhig und freundlich bleiben. Ich kann das.
#5 am 18.04.2014 von Gast
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Gast
Ich haben jeden Tag komische Kunden mit seltsamen Wünschen und auch viele unhöfliche Kunden vor mir stehen. Und ebenso nette, kluge Kunden. Das ist so weil es eben so ist bei den Menschen. Die sind einfach nicht alle gleich fit im Kopf. Morgens geht die Sonne auf und abends unter. Darüber muss man doch keinen Blog schreiben. Mal wieder todlangweilig!
#4 am 18.04.2014 von Gast
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Da kann man nicht ruhig und freundlich bleiben.
#3 am 16.04.2014 von dorothea werner (Pharmazeutisch-technische Assistentin (PTA))
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Typisch vertechnisiert! Er hätte sich besser ein Rezept für ein neues Gehirn ausstellen lassen sollen ;-))
#2 am 15.04.2014 von Dipl.-Kffr. Dipl.-BW u. HPA Mitsou Manuela Hebisch (Heilpraktikerin)
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Interessantes Anspruchsdenken der Patienten..................
#1 am 15.04.2014 von Anette Skowronsky (Apothekerin)
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