Gadget der Woche: Jawbone Up!

02.04.2014
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Der Erfolg von Fitness- und Tracking-Apps wie beispielsweise des überaus beliebten "Runtastic" macht deutlich, wohin der Fitnesstrend geht: Alles messen - jeden Schritt und jede verbrauchte Kalorie und sich mit anderen darin duellieren. Jetzt gibts die Trackingtechnik auch als tragbare Armbänder mit Datenchip und App als ständiger Begleiter bei Tag und Nacht. Wir stellen euch das Jawbone Up vor.

Die Grundidee des Tracking liegt darin eigene Aktivitäten zu vermessen, um Angewohnheiten besser erkennen zu können, seinen Alltag bewusster und wenn möglich effizienter zu gestalten.

Immer beliebter in diesem Bereich werden sogenannte Fitness- und Gesundheitsarmbänder mit Trackingoptionen. Mittlerweile gibt es diverse Modelle namhafter Hersteller mit unterschiedlichen Funktionen und Features. Nike hat die mittlerweile zweite Version des FuelBand herausgebracht, der Hersteller Fitbit ist gleichzeitigt mit dem FitbitFlex und dem FitbitOne am Markt. Alle Produkte bestehen aus Armband und App für mobile Endgeräte, die mit den Armbändern synchronisiert wird. Dadurch können die erhobenen Daten von der App ausgewertet werden.

Neben den Bändern von Nike und Flexbit ist das Jawbone Up! eines der marktführenden Armbänder, dessen Funktionen wir hier unter die Lupe nehmen.

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Das Armband kommt natürlich nicht so flexibel wie ein Stoffarmband daher, sondern erinnert eher an einen Armreif. Es ist etwas starr und auch nicht gerade flach designt, was an der integrierten Technologie liegt. Das macht sich beispielsweise - zumindest in der Eingewöhnungsphase - beim Arbeiten am Schreibtisch bemerkbar, wenn die Hand auf dem Tisch aufliegt. Außerdem führt der recht offene Verschluss des Öfteren dazu, dass man an der Kleidung hängen bleibt. Trotzdem ist das Design eher unauffällig und sportlich modern.

An einem der beiden Enden ist die Bedieneinheit zu finden: ein Button und zwei im Armband versteckte LED-Symbole. Das ist jedoch auch nicht verwunderlich, da die Analyse der Daten per Jawbone-App auf dem Smartphone erfolgt. Mit dem Button lässt sich der Modus des Jawbone Up! wechseln. Das Mond LED-Symbol zeigt an, dass das Armband im Schlafmodus ist. Das Blumensymbol zeigt den aktiven Tagmodus an. Wünschenswert wäre jedoch eine zusätzliche Zeitanzeige.

Unter der abziehbaren Schutzkappe an einem der Enden befindet sich der Klinkestecker, der zur Synchronisierung mit der App in die Kopfhörerbuchse des Smartphones gesteckt wird. Der Verzicht auf Bluetooth hat zwar hier den Vorteil, dass die Verbindung eigentlich immer auf Anhieb funktioniert. Auf der anderen Seite hat dies zur Folge, dass die App auch bei normalen Kopfhörern oder anderen angeschlossenen Klinkesteckern nach dem Jawbone sucht - und das ist schon eher nervig.

Dass das Aufladen über diesen Anschluss nicht erfolgt, ist leider nicht so gut gelöst. Hierfür liegt dem Armband ein UBS-Stecker bei, den man also im Fall der Fälle dabei haben sollte.

Wegen des fehlenden Displays müssen sämtliche Daten innerhalb der App über das Smartphone abgelesen werden. Das Jawbone Up! kann folgende Messungen durchführen:

Schritte zählen.

Es mag zunächst verwundern, dass das alles ist. Doch Fakt ist nun mal, dass ohne die App das Jawbone nicht zu viel mehr in der Lage ist. Es zeigt keine Uhrzeit an oder misst den Puls, wie das Nike FuelBand oder das Fitbit. Alles was aus dieser Messung hervorgeht, wird in der App berechnet und in verschiedene Grafiken umgesetzt. Basis der Aktivitätserhebung ist jedoch einzig und allein die Schrittmessung.

Wird das Jawbone Up per Button aktiviert, zeichnet es die Bewegungsaktivität auf und misst die gelaufenen Schritte. Die Schrittlänge selbst muss zuvor in der App eingegeben werden, aus der sich dann die zurückgelegte Strecke errechnet. Diese Funktion lässt sich variieren: per Druckkombination lässt sich der sogenannte Trainingsmodus aktivieren und stoppen. Dieser Modus eröffnet in der App anschließend die Möglichkeit, die in der Phase des Trainingsmodus erhobenen Daten später nochmals zu konkretisieren. Hier kann den in der Einheit gemessenen Schritten die jeweilige sportliche Aktivität zugeordnet werden. Auswählen kann man aus Kategorien wie Laufen, Tennis, Yoga oder Pilates u.a. Dazu kann stufenlos der Intensitätsgrad eingestellt werden woraus sich u.a. die Kalorienverbrennung errechnet.

Die App liefert jedoch noch weitere Funktionen in einem ansprechend designten Interface. Sie bietet einen Social-Factor, indem Gruppen und Teams erstellt werden können und zu Trainingspartner und Herausforderern werden. In diesen Communities können die hochgeladenen Messungen verglichen werden. Der spielerische Ansporn sich mehr als die anderen Gruppenteilnehmer zu bewegen, verhilft hier auf jeden Fall zu mehr Aktivität. Zusätzlich ist das Armband mit einer Erinnerungsfunktion ausgestattet. Bei längeren inaktiven Phasen erinnert eine leichte Vibration des Armbandes daran, doch ein paar Schritte zu gehen und sich zu bewegen. Diese inaktive Phase lässt sich zwischen 15 Minuten und 2 Stunden einstellen.

Eine weitere Funktion der App ist das Ernährungstagebuch. Das hat zwar mit dem Armband an sich nichts zu tun, soll aber das allgemeine Fitness- und Gesundheitskonzept des Produkts unterstützen und die aufgenommenen Nährwerte festhalten. Hier können aus verschiedenen Lebensmittellisten die eingenommenen Mahlzeiten ausgewählt werden. Die App zeigt hier jedoch ein paar nervige Schwächen: bis die passende Mahlzeit aus den verschiedenen Kategorien inklusive Mengenangabe eingegeben ist, brauch man bis zu acht Schritte. Das nimmt einfach zu viel Zeit in Anspruch, um es regelmäßig einzutragen.

Jawbone Up! wirbt damit, auch für die Nachtaktivität und das Tracking des eigenen Schlafs konzipiert zu sein. Dafür muss über den Button in den Nachtmodus gewechselt werden. Ab dann arbeitet die Aktivitätsmessung sensibler und verzeichnet auch kleinere Bewegungen. Das Jawbone misst die Aktivität des Nutzers und analysiert sie nach Tief- und Leichtschlafphase. Für die Weckfunktion gibt man über die App eine Aufwachzeit ein und definiert ein Zeitfenster von 30 Minuten, innerhalb derer das Band aktiv werden soll. Innerhalb des Zeitfensters analysiert das Armband den Schlaf, um zum optimalen Aufweckzeitpunkt per Vibrationsalarm zu wecken. Man wird von dem dezenten Hinweis zumindest angenehm geweckt - ob das immer der optimale Zeitpunkt ist, ist nach eigener Erfahrung eher zweifelhaft.

Fangen wir mit der Verarbeitung an. Sowohl das Armband als vor allem auch die App kommen in einem schönen Design. Das Armband ist schlicht und sportlich gestaltet. Es ist zwar längst nicht so schmal wie das Fitbit Flex, allerdings hat man sich nach kurzer Zeit daran gewöhnt. Das App-Design ist wirklich sehr gut gelungen, selbsterklärend und mit gut produzierten Grafiken gestaltet. Auch die Funktionen der App sind ausschlaggebend für die doch gelungene Umsetzung des Armbandes als Fitnesstracker. Zumindest die Anzeige des Aktivitätsprotokolls lässt nur wenige Wünsche übrig.

Was hingegen keinen wirklichen Mehrwert bietet und eher nervig ist, sind die Optionen, die das Jawbone Up! zum generellen Gesundheitstracker machen sollen. Das Ernährungstagebuch beispielsweise ist kein wirklicher Zugewinn. Dafür sind die integrierte Datenbank der Nahrungsmitteln, die Angaben der Mengen und Nährwerte sowie der generelle Eingabevorgang dieser Werte viel zu dürftig. Das muss ausgereifter sein, um sie sinnvoll nutzen zu können. Auch das angebliche Schlaftracking entpuppt sich als mehr oder weniger intelligenter Wecker.

Man sollte das Armband eher als gelungenes Gadget und technische Spielerei sehen, das die auf dem Markt üblichen Funktionen beinhaltet. Die Zeit für richtige Fitness- und Gesundheitstracker dürfte noch kommen, wenn Pulsmesser und GPS-Tracking in diesen Produkten zum Standard werden.

Beim Jawbone Up! bestehen unabhängig dessen noch "Optimierungsmöglichkeiten", weshalb man bei einem Preis von 129€ überlegen sollte, ob man nicht noch ein wenig auf die nächste Generation wartet.


Neben dem Jawbone Up! gibt es noch das Nike FuelBand und das Fitbit Flex als vergleichbare Produkte. Hier eine kurze Übersicht über die Unterschiede zum Jawbone.

Nike FuelBand SE

Das FuelBand SE ist die zweite Version des Fitnessarmbands von Nike. Es besitzt ein Display auf dem sowohl die Uhrzeit als auch der Stand des aktuellen Tagesziel abzulesen ist. Je nachdem wieviele Punkte Ihr von Eurem vorher persönlich eingegebene Aktivitätsziel bereits erreicht habt, steigert sich die Anzeige von grün zu rot.

Wie das Jawbone Up beinhaltet es einen Schrittzähler, dessen Daten in der App mit Bewegungsprofilen nachträglich verknüpft werden. Hieraus errechnet sich die verbrannte Kalorienzahl. Die Messgenauigkeit des Bewegungssensors lässt offensichtlich noch zu Wünschen übrig. Das Band registriert und zählt nahezu jede Armbewegung als Schritt. Besser als beim Jawbone ist hier die Einbindung der Social Media Aktivitäten gelungen, da Nike auf diesem Gebiet schon durch diverse Nike PLUS Produkte viel Erfahrung und eine große Community aufgebaut hat. Die Synchronisierung mit der App geschieht einfach via Bluetooth. Dennoch bleibt ein kleiner Brocken: der Preis von 139€.


Fitbit Flex

Auch das Fitbit Flex besitzt ein Display, das ähnlich wie beim FuelBand SE den aktuellen Stand des Tagespensums angibt. Auch die Synchronisation erfolgt über BlueTooth. Die Uhrzeit lässt sich hier jedoch wie beim Jawbone nicht abrufen. Dafür kommt das Fitbit und die App mit den gleichen Funktionen des Jawbones: Weckfunktion und Ernährungstagebuch.

Ansprechend ist der Tragekomfort durch das flache Design. Auch wenn der Verschluss zunächst etwas kompliziert zu handhaben ist, sitzt das Fitbit danach fest und ermöglicht auch die wildesten Bewegungen ohne zu stören. Ein Pro: mit ca. 90€ ist das Fitbit das günstigste Modell der Fitnessbänder.

Artikel letztmalig aktualisiert am 02.04.2014.

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