App bei Smartphone-Sucht: Hold the line

17.01.2014
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Wer heutzutage nur simst und telefoniert, gilt als oldschool. Weiß doch jeder: Handys sind out - Smartphones sind in. Doch je mehr die kleinen Geräte können, desto heftiger wird auch über Smartphone-Sucht diskutiert. Eine neue App soll helfen.

Morgens vom Smartphone wecken lassen, beim Frühstückskaffee die mobilen News lesen, auf dem Weg zur Arbeit schnell noch dem Kollegen/der Mutti/dem Freund whatsappen, zwischendurch per App die Bahnverbindung für den Trip am Wochenende checken, zum Zeitvertreib in der Pause ein bisschen auf Facebook surfen, das neueste lustige "Thank God it's Friday"-Bild in die Whatsapp-Gruppe "Unsere Gang" posten, nach Feierabend auf der Couch oder sogar abends im Bett nochmal jegliche Social Networks durchforsten... so oder so ähnlich sieht der Smartphone-Alltag vieler Nutzer aus.

Machen wir's kurz: Unser Leben wird immer digitaler, mobiler und unmittelbarer. Die Anzahl der Smartphone-User in Deutschland ist laut einer Statistik von 6,3 Millionen Usern im Januar 2009 auf 37 Millionen im Oktober 2013 gestiegen. Eine umfassende Studie zur Smartphone-Nutzung und ihren Einsatzorten vom Mai 2013, durchgeführt vom Bundesverband Digitale Wirtschaft e.V., ergänzt diese Zahl um die Aussage, dass jeder zweite Smartphone-Besitzer immer und überall online ist. In der Gruppe der 20- bis 29-Jährigen sind es sogar 67 Prozent.

Ausgerechnet eine neue App soll jetzt vor Smartphone-Abhängigkeit rechtzeitig warnen. Auf den ersten Blick erscheint das paradox, auf den zweiten nicht mehr so sehr: Mit der App "Menthal" können Nutzer nachvollziehen, wie viel Zeit sie täglich mit Telefonieren verbringen und welche Apps sie am häufigsten nutzen. Der Slogan ist Programm: "Are you in control of your smartphone? Or is your smartphone controlling you?".

Die App trackt das Nutzerverhalten der Smartphone User und sammelt so zuverlässige Daten - alles zum Zweck der Forschung. So vermerkt sie unter anderem jedes Mal, wenn das Gerät entriegelt wird, der User eine App startet oder ein Anruf eingeht. Der Nutzer kann die gesammelten Infos dann vom Gerät aus durchstöbern und im Kontext seines Lebensstils deuten. Ob zwei oder vier Stunden täglicher Smartphone-Gebrauch normal sind, erfährt der User ebenfalls: Die Anwendung versorgt ihn mit den vorliegenden Durchschnittsdaten aller User. Damit lässt sich ein guter Anhaltspunkt markieren, von dem aus jeder Nutzer sein eigenes Ziel festlegen kann. Die Forscher analysieren die Daten, suchen nach Mustern und berechnen aussagekräftige Gesamtheiten.

Die App ist das Ergebnis einer Zusammenarbeit von Entwicklern und Psychologen und Teil eines größeren Forschungsprojekts der Universität Bonn. Wichtige Kerndaten werden anonymisiert an einen Server übermittelt, wo die Wissenschaftler sie auswerten. Die Psychologen des Teams untersuchen, inwiefern der Gebrauch von Internet und Telefon mit psychischen Prozessen zusammenhängt. Neben traditionellen psychologischen Befragungen arbeitet es dazu auch mit Hirnscans und genetischen Markern.

Bild: © Lachlan Hardy / flickr / CC-by

Artikel letztmalig aktualisiert am 03.03.2014.

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