"It's speed that kills"

03.01.2014
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In der Formel-1 gewann er siebenmal die Weltmeisterschaft. Jetzt schwebt Michael Schumacher nach seinem Skiunfall am 29. 12. 2013 in Lebensgefahr und liegt nach neurochirurgischen Eingriffen bei Schädel-Hirn-Trauma mit Hirnblutung und Hirnkontusion im Koma.

Jenseits vom übertrieben-hysterischen Medien- und Öffentlichkeits-"Hype" um den Skiunfall mit schwerem Schädel-Hirn-Trauma und intrazerebraler Blutung bei Michael Schumachers frage ich mich, wie viel wahnsinniges Glück dieser Mehrfach-Weltmeister bei seinen zahllosen Autorennen vom Go-Kart bis zur Formel-1-Königsklasse gehabt haben muss? Welchen Dusel bei seinen zahlreichen Stürzen als Motorrad-Rennfahrer im Profi-Grenzbereich der Spitzenfahrer? Wieviel mentale, psychische und körperliche Selbstkontrolle im absoluten Geschwindigkeitsrausch?

Die Überschrift ist mehr als zweideutig, "Speed" steht nicht nur für Höchstgeschwindigkeit, sondern auch für Amphetamine. In der Ökonomie haben Prof. Rüdiger Dornbusch und Alejandro Werner das Wort über die galoppierende Volkswirtschaft Mexicos geprägt, “it is not speed that kills, it is the sudden stop”. Das bedeutet den volkswirtschaftlichen "Crash" nach einer Phase rasanten ökonomischen Aufschwungs. Der australische "Muscle Car" Film-Klassiker "Running On Empty" bringt es auf den Punkt. "It's Not The Speed That Kills. IT'S THE SUDDEN STOP!!". Vom kürzlich verstorbenen US-Schauspieler Paul Walker ("The fast and the furious") stammt das Zitat: "If one day the speed kills me, do not cry because I was smiling."

Selbst in der Physik gibt es für Hochgeschwindigkeits-Crashs relevante Betrachtungen: Die Technologie-Firma Graftel Calibration Lab (www.graftel.com) wirbt mit einem Spruch, der tragischerweise auch auf den Unfallhergang vom M. Schumacher mit seinem zerbrochenen Ski-Helm zutrifft: "It’s not your final speed that kills you, it’s the force of your sudden change of momentum". BBC-World berichtete von einem australischen Ort, der sich in SpeedKills umbenannt hatte, um auf die Gefahren überhöhter Geschwindigkeit im Straßenverkehr aufmerksam zu machen ["Australian town becomes SpeedKills in safety campaign"].

Den Abschluss bilden die außerordentlich poetischen "Smashing Pumpkins" mit ihrem Song: "Speed kills, but beauty lives forever / speed thrills, but beauty knows your name / i fell ill inside eternal winter, winter / and stood still beside eternal flame / and when i ride / with you tonight / we can move / at the speed of light / with all i'd asked / and all i'd pray / the last rose of summer would stay ...".

Der "Adrenalin-Junkie", wie Michael Schumacher von seinem Manager Willy Weber genannt wurde, war sein Leben lang immer am Limit der Höchstgeschwindigkeit mit z. T. spektakulären Stürzen unterwegs. Hoffen wir, dass der verunglückte Skirennfahrer-Patient, seine Angehörigen, Ärztinnen, Ärzte, Pflegepersonal in der Universitätsklinik von Grenoble (CHU) das Glück nochmal "am Limit" halten können. 

 (Bild © Dr. Schätzler: Luftrettung Kitzsteinhorn Kaprun/A Gletscherboden)

Artikel letztmalig aktualisiert am 13.02.2014.

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Medizin, Chirurgie, Neurologie
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@ letzter Gast: Hinweise auf mögliche Zusammenhänge gibt es nur werbungsmäßig vom Hormonhersteller "Dr. Kade". Die Quellenangabe http://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/neuro-psychiatrische_krankheiten/article/590025/sexualhormon-soll-schaedel-hirn-trauma-lindern.html ergibt einen unbrauchbaren Link in die USA, wo Studien zu "progesterone" und SHT gar nicht gelistet sind. Es wird vage kolportiert, dass einem Professor Donald Stein von der privaten Emory Universität in Atlanta vor 25 Jahren in seinem Labor aufgefallen sein soll, dass männliche Ratten schwerer unter einem Hirntrauma litten als weibliche. Das muss überhaupt nicht an Progesteron, sondern kann an verschiedenen weiblich dominierten Hormonen liegen. Dieser Professor Donald Stein bleibt im Internet o h n e jegliche wissenschaftliche Publikation. Vielleicht ist es ja ein Professor Donald Duck? Jedenfalls wird man auf ein deutsches Fax am CHU in Grenoble nicht besonders sehnlich gewartet haben.
#13 am 11.01.2014 von Dr. med. Thomas Georg Schätzler (Arzt)
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Gast
Es ist in Studien gezeigt dass Progesteron bei Schädelhirntrauma sehr gut hilft. Ich habs nach Grenoble gefaxt.(Leider deutsch) Such, such.
#12 am 09.01.2014 von Gast (Arzt)
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Gast
Die haben in Grenoble an der Klinik jährlich einige 100 SHT Patienten, im Sommer die Kraxler im Winter die Wintersportler, ich denke sie haben Erfahrung und verstehen ihren Job. Und sie haben gesagt sie behandeln, medizinisch gesehen MS wie jeden anderen. Das ist auch gut so in solchen Fällen, Schema F und nur ja keine medizinischen Extrawürstchen.
#11 am 07.01.2014 von Gast (Zahnärztin)
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Als Privat(issime ) -Patient kriegt Schumi sicherlich eine absolute Vorzugs-Behandlung - in jeder Beziehung. Das fängt sicherlich schon bei den Besuchszeiten an und endet in Maximal-Therapie ( ob Maximal-Therapie immer die beste aller Möglichkeiten ist, sei hier mal dahingestellt ) Dass die Presse nervt, kann ich mir gut vorstellen, hat doch tatsächlich jemand von der Presse versucht, sich als Pater o.ä. reinzuschleichen -Sauerei,sowas.
#10 am 07.01.2014 von Gast (Gast)
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Verzichtbar, dieser Beitrag.
#9 am 07.01.2014 von Prof. Mag. Othmar Endelweber (Biologe)
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Sorry falls ich jetzt jemandem auf den Schlips trete, aber ich als Hebamme habe zum Thema Chef- und Oberarztbehandlung eine zwiespältige Meinung... Es ist nicht immer super... Wenn ich einen alten Knacker als Chef habe, der noch die Therapien von vor 20 Jahren propagiert, dann nehme ich doch lieber den deutlich jüngeren und wahrscheinlich aktueller gebildeten Assistenzarzt... Aber dennoch wird es bei einer berühmten Persönlichkeit immer hochgebauscht... Hat mal jemand gefragt, wieviele Menschen jedes Jahr mit gleichwertig schlimmen Verletzungen im KH behandelt werden?
#8 am 06.01.2014 von Stephanie Larisch (Hebamme)
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Der Fels ist schuld, liegt einfach so darum, und der Schnee, und dieses unmögliche Skigebiet.... und überhaupt alle. Und dann kommen unsere lieben Reporter, von RTL usw., ist doch endlich wieder ein Thema da, es gibt doch sonst nicht mehr viel zu berichten......
#7 am 06.01.2014 von Thomas Krekel (Weitere medizinische Berufe)
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Gast
Ja, und morgen ist schon wieder Weihnachten. Wer selbst in einer Klinik arbeitet weiß genau, wie den Privaten der Zucker in den Hintern geblasen wird. Von wegen Gleichbehandlung. Da kommen der Chef und der Obararzt ständig und überwachen die Therapie. Bei den Kassenpatienten kommt der Dödel, der kein Deutsch spricht und von Therapie keine Ahnung hat. Tja, da hat mancher Pech gehabt. Dann stirbt man eben einfach so... Die Angehörigen haben doch eh meistens keine Ahnung. Ja, der Unterschied ist, dass hier die ganze Welt auf die Therapie guckt.
#6 am 06.01.2014 von Gast (Weitere medizinische Berufe)
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Michael Schwörer
Alles Recht und Gut was den Kult um Herrn Schuhmacher anbelangt, aber wer geht darauf ein was die Familie insbesondere die Frau und die Kinder im Moment druchmachen müßen (siehe auch Kommentar von Dr. med Schätzler). Und dann noch die Frage an die Vorbildfunktion gegenüber seinen 14-jährigen Sohn, dem er nun eindeutig bewiesen hat wie gefährlich es ist die markierten Pisten zu verlassen. Ein in meinen Augen viel zu hoher Preis. Ich wünsche vor allen den Familienmitgliedern Ehefrau und Kindern viel Kraft und Durchhaltevermögen.
#5 am 06.01.2014 von Michael Schwörer (Gast)
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Gast
Hallo, "It's not the speed that kills, it´s the sudden stop" heißt es in der Fliegersprache der Jagdpiloten. Viel|leicht auch ein Aspekt !?
#4 am 06.01.2014 von Gast (Heilpraktiker)
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Ist nicht mittlerweile nachgewiesen worden, dass Herr Schumacher mit "moderater Geschwindigkeit", unterhalb 20km/h unterwegs war zum Zeitpunkt des Unfalls?
#3 am 06.01.2014 von Bernd Huck (Biologisch- / Chemisch- / Physikalisch-technischer Assistent)
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vielleicht ist es doch ein wenig "speed that kills you"? Schauen wir mal ins Physikbuch: die kinetische Energie ist halbe Masse mal Quadrat der Geschwindigkeit. Ekin = m/2 * v² Und entsprechend größer, quadratisch mit der Geschwindigkeit ansteigend, sind alle Unfallfolgen, wenn es nicht zu einer geordneten Abbremsung kommt. Eine Verdoppplung der Geschwindigkeit hat also eine 4-fach höhere Energie zur Folge, die bei einem Unfall wirksam wird. Eine ganz wichtige Frage in Zusammenhang mit Michael Schuhmacher ist doch: - suchte er den besonderen Kick außerhalb normaler Pisten ( und ging dabei zwischen den Felsbrocken ein unkalkulierbares Risiko ein ), oder - wollte er tatsächlich einem Kind helfen, wie die BILD berichtete, und brauste vielleicht nur etwas zu forsch in das Tiefschneefeld ??? Ist er Täter oder Opfer?
#2 am 06.01.2014 von Ernst Pawlowsky (Biologe)
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Bericht aus der "Südddeutschen Zeitung Online" http://www.sueddeutsche.de/panorama/schumachers-arzt-in-grenoble-zorn-in-seinen-augen-1.1854315 "Niemand kennt Schumachers Kopf momentan besser als dieser Intensivmediziner: [Prof. Dr. med.] Jean-François Payen. Er war es, der den Ex-Rennfahrer ins künstliche Koma versetzte. Unter Kollegen gilt er als umgänglich, als Team-Arbeiter. Doch auf den ihm so lästigen Pressekonferenzen lässt er Dampf ab...Gegen Ende einer der ihm so lästigen Pressekonferenzen hat er nun Dampf abgelassen. Zorn flackerte in seinen Augen, als er über den Brillenrand auf die Journalisten starrte: 'Wir behandeln hier jeden anderen Patienten genauso wie Michael Schumacher', giftete Payen, 'der einzige Unterschied sind Sie!'" Vor so viel Zivilcourage kann ich nur den Hut ziehen!
#1 am 06.01.2014 von Dr. med. Thomas Georg Schätzler (Arzt)
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