OP of the week: Händchen, wechsel dich

18.12.2013
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Ein Mann verliert seine Hand bei einem Unfall. Da er geschwächt ist, können die Chirurgen sie ihm nicht direkt wieder an den Arm annähen. Was tun? Klar: Um die Hand zu retten, verpflanzt man sie dem Pechvogel kurzerhand an den Fuß. Logisch, oder?

Das Faszinierende: Logisch ist das wirklich, so unlängst geschehen in China. Nachdem ein Mann seine Hand bei einem Arbeitsunfall verloren hatte, konnten Chirurgen sie nicht sofort wieder an den Arm annähen. Die Risiken waren schlicht zu hoch. Eine solche OP dauert selbst bei einem erfahrenen Chirurgen zwischen acht und 15 Stunden - dafür war der Patient nicht fit genug. Die Hand zeitweise auf Eis zu legen wäre auch nur semi-ideal gewesen, denn die Muskeln beginnen bereits nach wenigen Stunden abzusterben.

Stattdessen wurde die Hand am Leben gehalten, indem sie an des Unglücksvogels linken Knöchel genäht wurde. Dort hat sie sich den Blutkreislauf der Arterien im Bein einfach "ausgeliehen". Schmarotzertum am eigenen Körper also.

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Des Pudels Kern: Die Mikro- oder auch Rekonstruktive Chirurgie. Mit ihr können abgetrennte Extremitäten nicht nur wieder angenäht, sondern auch einzelne Axone mithilfe eines Mikroskops und extrem kleinen Instrumenten repariert werden. Im Falle unseres Pechvogels ist es den Chirurgen gelungen, die Hand einen Monat nach der ersten OP zu entfernen und zurück an den Arm zu verpflanzen.

Das erinnert an den Fall aus dem Jahr 2011, als sich ein ebenfalls in China lebender Mann versehentlich die Fingerspitze abgesägt hatte. Zu seinem Glück zögerten die Ärzte auch damals nicht lange. Sie vernähten den offenen Finger mit seinem Bauch und hielten so die Blutzirkulation im Finger aufrecht. Damit kultivierten sie eine neue Fingerspitze.

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Zurück zu unserer OP der Woche: Laut Aussage der Ärzte stehen dem Patienten zwar noch einige Operationen bevor, sie seien aber hoffnungsvoll, dass er in Zukunft wieder die volle Funktion seiner Hand nutzen kann. Zwei Fäuste für ein Halleluja!

 

Titelbild: © Marina del Castell / flickr / http://docc.hk/8da6wq

Artikel letztmalig aktualisiert am 27.09.2016.

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