On the other side Vol. 2

05.12.2013
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Nun sitze ich hier im Krankenhausbettchen mit Zettelchen und Dr. med. am Handgelenkchen. Wird man da besser behandelt, betreut, verarztet von Arzt zu Arzt?

On The Other Side Vol. 2

 

Hahaaaa, we made it. OP vorbei, alles gut gegangen, ich lebe. Danke an alle Mitwirkenden. Ich bin froh und im Schmerzmitteldankbarkeitshimmel.

Nun sitze ich hier im Krankenhausbettchen mit Zettelchen und Dr. med. am Handgelenkchen.  Wird man da besser behandelt, betreut, verarztet von Arzt zu Arzt?

Naja, ich hatte im Vorfeld über das wertvolle Vitamin B schon mal einen Oberarzt-Operateur organisiert. Nichts gegen meine Wirkensgenossen, aber nachdem ich im Zuge meiner Recherche erfahren hatte, dass die Tonsillektomie als Einsteiger-OP für die HNO-Assis gelte...No, Merci.

Andererseits – schon der schnoddrig-nette Anästhesist klärte mich auf, dass der grande Chef des Hauses nicht immer der grande Operateur des Hauses sei. Und seiner Meinung nach Privatpatienten eine geringere Lebenserwartung hätten...Ooops. I don’t know. Da können wohl viele ein Leidchen-Liedchen von zwitschern.

Falls der wirklich nette Oberarzt, der hinterher gesagt hat, er habe das Vergnügen gehabt meinen Schlund zu entmandeln, das auch wirklich gemacht hat (woher soll man das genau wissen, ich war ja narkotisiert, Thanks God), hat er das erfolgreich getan. Die Mandeln sind weg. Stattdessen hab ich jetzt Fibrinbeläge und Maulpup. Es lässt sich keiner etwas anmerken, aber das liegt wohl nicht an meinem Arztstatus.

An meinem Arztstatus liegt schon eher, dass der Pfleger in Verstärkung einer Schwesternschülerin bei mir vorbei kam und um eine Zweitmeinung bezüglich einer ihm geratenen Pigmentmalentfernung am Unterarm bat. Hatte keine Dermatoskop am Mann, also waren alle Empfehlungen meinerseits unter Vorbehalt zu betrachten.

Trotz der kostenlosen Sprechstunde habe ich das Zweibettzimmer Upgrade nicht geschenkt bekommen.  Jetzt habe ich: Loewe Fernseher, große Fensterfront und eine Nachbarin, mit der ich ein großes sauberes Bad teile. Vorher hatte ich 10x10cm Fernseher (immerhin!), Bett an der Tür und drei Nachbarinnen, mit denen ich mir ein kleines schmuddeliges Bad teilen sollte.  Von den drei Nachbarinnen litt eine unter Schlafapnoe, wurde aber am Näslein operiert,  so dass sie ihre Anti-Schlafapnoemaske nicht verwenden durfte. Folglich nickte sie alle 10 Minuten sanft ein um dann von ihrem eigenen Kettengesäge wieder hochzuschrecken. Post-OP-Schlaf für mich adé.

Das einzig Dumme am neuen Zweierzimmer ist, dass beide Betten zwar je einen Fernseher haben, aber nur eine Fernbedienung. Darum muss ich zum Umschalten immer fast ganz raus gehen, damit ich nicht bei meiner Nachbarin mit umschalte und sie um das heißgeliebte perfekte Dinner bringe. Das nehme ich jedoch gerne in Kauf.

Der für mich zuständige junge Assistenzarzt, der mir morgens tapfer in den eklig-geschundenen Rachen leuchtet, ist ein Schmuckstück. Denke aber nicht, dass er extra für mich da ist. Er möchte nicht, dass ich Schmerzen leide und hat mir mehrmals eine Extradosis Oxygesic (uff?) angeboten. Ich erkenne an ihm die gleiche Unsicherheit, die ich von Zeit zu Zeit gegebenüber Kollegenpatienten habe. Poor thing.

Ob die nachmittägliche Chefvisite ein special feature from Doc to Doc oder sowieso inklusive ist, weiß man nicht.

 

Some like it Doc.

Artikel letztmalig aktualisiert am 11.12.2013.

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