Warum vermehren wir uns sexuell?

04.12.2013
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Geben wir Erfahrungen auch genetisch weiter?

Weils Spass macht... Nein, eher ist es umgekehrt: Es macht Spass, weil die Evolution es von uns erwartet. Nun ist es keine Neuigkeit, wenn ich kurz rekapituliere, dass der Zweck der sexuellen Vermehrung in der Rekombination von Genen aus verschiedenen Pools besteht. Wir alle tragen zumindest auf einem Allel mit hoher Wahrscheinlichkeit Mutationen, daher steigt die Wahrscheinlichkeit, zumindest ein funktionsfaehiges Allel zu besitzen, dadurch, dass wir das zweite aus einer anderen Stammgruppe beziehen. Neu hinzu kommt nun die Hypothese, dass auch die Rollen der beiden Eltern unterschiendliche sind: Waehrend maternal bekannterweise alle Primarrfollikel schon kurz nach der Geburt fertig sind und somit die Mutter praktisch ein Shuttle fuer das Erbmaterial der vorhergehenden Generationen darstellt (die mitochondriale DNA, welche ausschliesslich maternal vererbt wird, laesst sich bekannterweise bis auf die 'Mitochondrial Eve' zuruecktracen), produziert der Vater die Spermien in vivo jeden Tag aufs Neue. Damit ist es ihm theoretisch moeglich, das Erbgut seiner Gameten epigenetisch zu modifizieren (Methylierung usw.) Dies wuerde erklaeren, weshalb einige Studien darauf deuten, dass im Maus-Modell auch Erfahrungen auf genetischem Wege weitergegeben werden koennten. So scheinen etwa die Folge-Generationen auf bestimmte, bei den Eltern negativ konditionierte olfraktorische Reize abweisend zu reagieren oder auch die Kinder den Lauf durchs Labyrinth schneller 'intuitiv' zu absolvieren. Die Psychoanalyse kennt solche Muster auch beim Menschen: Als sogenannte Archetypen; Angeborene Vorstellungs- bzw. Verhaltensmuster. Scheinbar irrationale Aengste liessen sich somit womoeglich auch genetisch auf vorangegangene reale Ereignisse vorhergehender Generationen zurueckfuehren. Dann waere es wie im richtigen Leben: Die Mutter ist zustaendig fuer den im besten Sinne konservativen Aspekt, waehrend der Vater den progressiven Part repraesentiert.

Artikel letztmalig aktualisiert am 04.12.2013.

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