Die Rolle des Immunsystems in Hyperplasien

04.12.2013
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Verschiedene Studien zeigen, dass unter dem Einfluss der Immunabwehr unterhaltenen Entzuendungsreaktionen des Stroma, bzw. des umliegenden Gewebes nicht nur zu einer Ueberproliferation fuehren, sondern auch die Polaritaet und Differenzierung von Zellen stoeren und somit zu Hyperplasien beitragen.

Es scheint sich immer mehr herauszukristallisieren, dass die Antwort der nicht-spezifischen Abwehr und die damit einhergehende Entzuendung des umliegenden Gewebes von entscheidender Bedeutung bei der Entstehung von Hyperplasien ist. So konnte Dr. Maria T. Abreu von der University of Michigan zeigen, dass hyperplastisches Gewebe vermehrt TLR-4, einen Toll-Like-Rezeptor, der ueber den NF-kB Pfad eine Immunantwort auf Endotoxine induziert, enthaelt (Material: Colitis-Ulcerosa assoziierte Tumoren, Western Blot). Knock-in Maeuse mit ueberexprimierten, aktiven TLR-4 Rezeptoren entwickelten spontan duodenale Adenome, infiltriert von zahlreichen COX-2 produzierenden Makrophagen. Im Gegensatz zeigen knock-out Maeuse (-/- TLR-4) eine verringerte Entzuendungsreaktion des Colon unter dem Einfluss von Dextran Sodium Sulfate, welches die Integriteat des Colon-Epithels stoert. TLR-4 findet sich nicht nur auf der Oberflaeche von Leukozyten, sondern ebenso in der Basallamina. In der Abwesenheit dieser Rezeptoren war der Reparaturmechanismus bzw. die Proliferation der Zellen gestoert. Sehr wahrscheinlich beruht dieser Effekt darauf, dass COX2 und damit Prostaglandin E-2 nicht ausreichend gebildet werden kann, sobald der Signalweg unterbrochen ist. PGE-2 stimuliert die Proliferation ueber Beta-Catenin. Letzteres wird auch durch das Tumor-Supressor-Gen APC reguliert. Ein Defekt im APC (adenomatous polyposis coli) Gen ist bekannt fuer seine Adenom induzierende Wirkung. Sehr wahrscheinlich beruht der protektive Effekt von ASS bei CRC ebenso auf der Inhibition des COX2>PGE-2>beta-Catenin Wegs. Verschiedene Studien deuten darauf hin, dass die Mutationen in den Proto-Onkogenen und Tumor-Supressor-Genen sekundaer zu einer Veraenderung des umliegenden Micro-Environments entstehen. So konnte Dr. Mina Bissell vom Lawrence Berkely Insitue zeigen, dass mutante Brustkrebs-Zellen sich in einer gesunden Umgebung unter der Praesenz von Laminin, welches ueber Actin Einfluss auf die Transkription nimmt, normal ausdifferenzieren, waehrend in vitro normale Zellen ihre Polaritaet und Differenzierung verlieren und beginnen, sich wie Tumore zu verhalten, dh. der Phenotyp scheint ueber den Genotyp zu dominieren. Interessant in diesem Zusammenhang auch die Beobachtung, dass HIV-Patienten eine niedrigeres Risiko bezogen auf einige nicht-viral veranlasste Krebsarten zu tragen scheinen. Offen zur Klaerung steht, was nun im Falle von z.B. Colitis Ulcerosa die ueberschiessende Stimulation der nicht-adaptiven Immunabwehr ausloest (Microflora?), bzw. ob zuvor eine Desintegration des Epithels vorangegangen ist, da sich die TLR-4 Rezeptoren ja in der Basallamina befinden.

Artikel letztmalig aktualisiert am 26.06.2014.

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#2 am 24.06.2014 von Gast (Gast)
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#1 am 24.06.2014 von Gast (Gast)
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Nachdem ich mich mit der Entstehung von T2DM beschaeftt hatte, kreiste eine Frage in meinem Kopf: Warum regulieren mehr...
Weils Spass macht... Nein, eher ist es umgekehrt: Es macht Spass, weil die Evolution es von uns erwartet. Nun ist es mehr...
In meinem ersten Beitrag moechte heute einmal in aller Bescheidenheit versuchen, soweit moeglich lose zusammenzutragen, mehr...

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