Leben wir artgerecht?

17.12.2018

Mehr als jeder vierte Heranwachsende in Deutschland erhielt im Jahr 2017 eine Diagnose aus dem Kapitel „Psychische und Verhaltensstörungen“. Die Psyche der Kinder und Jugendlichen findet Beachtung. Das ist gut, aber die Behandlung vieler Jugendlicher läuft völlig falsch.

Mehr als jeder vierte Heranwachsende in Deutschland erhielt im Jahr 2017 mindestens eine F-Diagnose aus dem ICD-10. Das sind also über 3,2 Millionen betroffene Familien. Denn nicht nur das Kind bzw. der Jugendliche leidet, in aller Regel ist das ganze Umfeld involviert. Laut Deutschem Ärzteblatt ist dabei die Diagnoseprävalenz im ambulanten Bereich seit 2009 um 21 Prozent gestiegen.

Das ist ja im Grunde eine gute Nachricht. Imnerhin spricht es dafür, dass sich immer mehr Ärzte und Psychotherapeuten überhaupt damit auseinander setzen, wie es um die psychische Situation und damit die Lebensqualität der Kinder und Jugendlichen bestellt ist. Somit führen sie eventuelle Verhaltensauffälligkeiten nicht allein auf Entwicklungsnormalitäten und Varianten der Pubertät zurück.

Ermöglichen wir eine artgerechte Haltung?

Allerdings finde ich es dennoch auch alarmierend, dass sich unsere Gesellschaft so entwickelt, dass affektive Störungen im Sinne von Angst und Depressionen und Posttraumatischer Belastungsstörungen in einem solchen Ausmaß auftreten.  Aus subjektiv Perspektive fragt man sich schon, ob wir eine „artgerechte Haltung“ ermöglichen, die das Entwicklungspotenzial unser Kinder fördert oder aber nur dazu beitragen, dass nachfolgende Psychiater- und Psychologen-Generationen gar nicht mehr wissen, wie sie mit dem Ansturm fertig werden sollen.

Aufmerksamkeits- und Hyperaktivitätsstörungen (ADHS) seien im Zeitraum von 2009 bis 2016 nicht häufiger als vorher diagnostiziert worden. Das ist allerdings ein schlechtes Zeichen. Zumal immer noch dreimal häufiger bei Jungen als bei Mädchen an die Diagnose gedacht wird. Hier würde ich davon ausgehen, dass die Dunkelziffer extrem hoch ist und viele Psychiater und Psychologen von einem Zerrbild einer Diagnose ausgehen, die noch zu Zeiten des Struwwelpeters stimmt, aber nicht die eigentliche Symptomatik einer Entwicklungsverzögerung der Selbstbeherrschung und Selbstregulation, Reizoffenheit bei Reizfilterschwäche und der affektiven Regulation einschließen.

ADHS: Immer noch zu selten in Betracht gezogen

Neuere Studien belegen, dass demzufolge über 50 Prozent der Patienten in den Psychiatrien eine nicht erkannte ADHS-Problematik aufweisen. Hier stimmt etwas nicht. Und zwar in dem Sinne, dass viel zu selten an das Vorliegen einer ADHS-Konstitution gedacht wird, solange die Kinder und Jugendlichen nicht schon völlig aus dem Ruder gelaufen sind. Und selbst dann finden sie und ihre Familien zunächst monatelang keine adäquate Therapie oder Verständnis.

Und hier liegt dann das eigentliche Problem: Wie die zermürbenden Kämpfe um die neuen ADHS-Leitlinien zeigen, weigern sich immer noch zahlreiche therapeutisch relevante Berufsgruppen im Bereich der Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie die aktuellen Erkenntnissen zur Genese und Symptomatik von ADHS und Autismus-Spektrum-Störungen anzuerkennen. Sie halten fest an überholten Konzepten, die letztlich ihre tiefenpsychologischen und analytischen Kassensitze retten, die aber Patienten und ihre Familien ins Unglück treiben. Das mag jetzt hart ausgedrückt sein, spiegelt aber die therapeutische Realität wider.

Nicht immer haben die Eltern etwas verbockt

Aktuelle Untersuchungen zeigen, dass selbst die sonst wirksame Verhaltenstherapie bei Kindern und Jugendlichen keinen Mehrwert zu einer alleinigen Medikation (mit Stimulanzien) bringt. Von der sinnfreien, aber zeitfressenden analytischen Spieltherapie wollen wir erst gar nicht reden. Dennoch fordern einzelne Verbände immer noch, dass zunächst Psychotherapie erfolgen muss, bevor eine wirksame Hilfe zur Verfügung gestellt wird.

Wir benötigen eine Beratung und Begleitung der Familien mit Entwicklungs- und Verhaltensstörungen bzw. affektiven Störungen, die sich mit den neurobiologischen Erkenntnissen der letzten Jahre beschäftigen und nicht monokausal darauf setzen, dass die Eltern sicherlich irgendwas verbockt haben, was dann eine systemische Familientherapie oder Verhaltenstherapie wieder gerade rücken kann. Hier ist der Größenwahn der Psychotherapeuten und Psychiater gesellschaftlich schädigend, weil uns gerade die Heranwachsenden auf der Strecke bleiben, die mit Kreativität und Einsatzbereitschaft in unserer Gesellschaft so dringend benötigt würden.

Die Betroffenen fragen

Neurodiversität bedeutet heute, dass wir uns damit auseinander setzen, welche Entwicklungspotenziale und Entwicklungsbedingungen jeder einzelne Jugendliche hat und benötigt. Aus der Sicht der Betroffenen, nicht aus der dogmatischen Überzeugung von Fachverbänden mit Konzepten aus der Steinzeit.

In dem Sinne ist eine Neuentwicklung von Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie überfällig. Zumindest im Bereich ADHS und Autismus-Spektrum-Störungen sehe ich weit und breit aber nichts von den geforderten Vernetzungen oder Kooperationen, die im Sinne der Familien wären. Es ist eine Schande, wie bisher vorgegangen wurde und erschütternd, dass erwachsene Therapeuten so wenig über eigene Standesdünkel hinwegsehen können.

Wie wollen wir uns entwickeln?

Mein Arbeitsplatz in der Erwachsenenpsychiatrie und Psychosomatik wird auf diese Art und Weise auf Jahre gesichert bleiben. Und das Leben von einem Viertel aller Jugendlichen in Deutschland von Anfang an zum Scheitern verurteilt sein. Eine Schande, die aber eben unbeachtet bleibt.

Hier müsste die Gesellschaft und vor allem auch die Gesundheitspolitik aufwachen und aktiv werden. Denn hier entscheidet sich, wie sich unsere Gesellschaft in den nächsten Jahren und Jahrzehnten entwickeln wird. Aber vermutlich passiert wieder nichts. Denn auf den Symposien treffen sich zwar genau die Leute, die jene Kooperations- und Vernetzungsansätze laut fordern, sie aber dann nicht praktizieren.

Bildquelle: Stanley Morales, pexels

Artikel letztmalig aktualisiert am 17.12.2018.

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Gast
http://www.spiegel.de/plus/japan-der-niedergang-des-einstigen-wirtschaftswunderlandes-a-00000000-0002-0001-0000-000161577237 , "gesellschaftlich schädigend, weil uns gerade die Heranwachsenden auf der Strecke bleiben, die mit Kreativität und Einsatzbereitschaft in unserer Gesellschaft so dringend benötigt würden.." , genau dieser Abschnitt oben kam mir in den Sinn als ich heute einen Spiegel-Report zum Niedergang der Wirtschaftsmacht Japan gelesen habe , beim dortigen Abschnitt über die Hikikomori in Japan : "...ideenreiche, sensible Jugendliche..." , auch in Japan gibt es eine angepasste Mehrheitsgesellschaft und mehr oder weniger auffällige Minderheiten ,so etwa die soziophoben Hikikomori oder auch psychisch labile Schottenrock-Lolitas in Tokio ,in Wahrheit ist beides verkapptes ADHS und auch Japan ist solch ein geographischer und ethnischer Hotspot von ADHS mit ca 20% ADHS in der Bevölkerung und der Abstieg von Japan sollte eine Warnung sein für die Noch-Wirtschaftsmacht Deutschland
#25 vor 16 Tagen von Gast (Nichtmedizinische Berufe)
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Abschließend sollte noch gesagt sein, dass das Reizthema ADHS sämtliche gesellschaftlichen und politischen Bereiche tangiert (das reicht von Familienpolitik über Justiz und Strafvollzug über Drogenpolitik bis zur EU-Politik , nebenbei ist es ein Irrtum, anzunehmen, ADHS sei in sämtlichen Ländern, Ethnien und Kulturen etwa gleich häufig vorhanden, auch in Europa gibt es gewisse geographische und ethnische Hotspots von ADHS und manchmal ist die Frage, was zuerst da war, die Kultur oder die Gene, nicht so ganz geklärt.. wahrscheinlich beeinflussen sich Kultur und Gene evolutionär betrachtet oft wechselseitig) , daher liegt es im gesamtgesellschaftlichen Interesse, sich diesem Thema anzunehmen. https://www.theguardian.com/society/2018/feb/15/undiagnosed-adult-adhd-could-cost-uk-billions-a-year-report-finds (und Nein, ADHS haben nicht nur 2,5% der Erwachsenen, sondern bei in Wahrheit ausgeglichenem Geschlechterverhältnis 8% bis 10% in Deutschland und mancherorts sogar ein Mehrfaches davon)
#24 vor 19 Tagen von Gast (Nichtmedizinische Berufe)
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zu den gesellschaftlichen und volkswirtschaftlichen Kosten , die mit ADHS einhergehen: ADHS laut Kennern in der Versicherungsbranche die teuerste "Krankheit" überhaupt , allein schon wegen der hohen Quantität aber auch wegen den hohen Kosten durch das Individuum , so etwa der ungesunde Lebensstil aber auch die häufigen Unfälle im Kindes- aber auch Erwachsenenalter plus z.B. auch die hohe Rate an Teenager-Schwangerschaften bei ADHS : Häufig beobachtet ist ein früherer Beginn sexueller Aktivität im durchschnittlichen Alter von 15 bis 16 Jahren bei beiden betroffenen Geschlechtern. Studien von Barkley und Murphy weisen zudem auf dreimal häufiger wechselnde Sexualpartner (Promiskuität) hin.[10] https://www.adhspedia.de/wiki/Sexualit%C3%A4t und last but not least ADHS in der JVA : https://www.adhspedia.de/wiki/Kriminalität_und_ADHS , Expertenschätzungen gehen von einer ADHS-Quote von 30 % - 50 % in deutschen Jugendstrafanstalten und bis zu 30 % unter den erwachsenen Inhaftierten aus.[11]
#23 vor 19 Tagen von Gast (Nichtmedizinische Berufe)
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....die im Kommentar davor genannten Zitate aus https://www.presseportal.de/pm/133202/4148616 sind symptomatisch für die "Willingness" , Offenheit und Akzeptanz des ehrwürdigen Standes der Psychiater , sich mit dem Thema mit den 4 Großbuchstaben (ja, auch wenn das Wort ADHS ein Reizbegriff sein mag, rechtfertigt das nicht Ignoranz ) zu beschäftigen. Ein solch überheblicher Standesdünkel in etwa mit "wir wissen es besser und wir haben das schon immer so gemacht" (auch wenn diverse Studien und die wissenschaftliche Datenlage anderes belegen längst)... ein solcher Standesdünkel ist nicht nur unsympathisch , sondern auch gravierend unethisch und vor allem auch unwürdig. Ja, Anspruch an sich selbst bzw. an die Zollung von Respekt dem eigenen Stand gegenüber und diesem Anspruch in der Wirklichkeit gerecht werden... das driftet leider oft auseinander. Insbesondere bei der Zunft der Psychiater.
#22 vor 29 Tagen von Gast (Nichtmedizinische Berufe)
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https://www.presseportal.de/pm/133202/4148616 "Und wenn sich von rund 10.000 Fachärzten bei dem DGPPN-Kongress nur eine Handvoll überhaupt für das Problem ADHS-Transition interessiere" ,"sind mehr niedergelassene Psychiater notwendig, die bereit sind, sich mit dem Krankheitsbild auseinandersetzen, die anerkennen, dass es ADHS überhaupt gibt und die deshalb motiviert sind, ADHS-Patienten weiter zu behandeln. Die Zusammenarbeit mit den vergleichsweise wenigen, proaktiv eingestellten Fachärzten in Berlin, so berichtete Greven, funktioniert hervorragend" , "Genau dies berichtete bei dem Symposium auch ein 21-jähriger ADHS-Patient, der - weil er lange keinen Weiterbehandler finden konnte - seinen bisherigen Kinder- und Jugendpsychiater hunderte Kilometer entfernt um die notwendige Weiterbehandlung bitten musste. Selbst in einer Großstadt wie Berlin dann einen behandlungsbereiten Psychiater zu finden, sei einer Odyssee gleichgekommen" ,"Psychiater müssen die Existenz von ADHS anerkennen"...
#21 vor 29 Tagen von Gast (Nichtmedizinische Berufe)
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Gast
Zwischen Methylphenidat, Amphetamin / Dexamphetamin bzw Lisdexamphetamin, Methamphetamin, Kokain, Captagon , Modafinil bestehen jeweils relevante pharmakologische Unterschiede. Methamphetamin , einst als Panzerschokolade bzw. Pervitin für Wehrmachtspiloten auf den Markt gebracht und später mutmaßlich beim Wunder von Bern und durch John F. Kennedy ( Dr. Feelgood) missbraucht – nebenbei soll Kennedy auch ADHS (leichtgradig) gehabt haben, auf dem ADHS-Weltkongress in Glasgow 2015 gab es ein Theatherstück zur Kindheit und Jugend von J.F. Kennedy http://kolleg-dat.de/wp-content/uploads/2016/pdf/Glasgow-Report-2015-CordulaNeuhaus%20(3).pdf (S. 48 von 71: “Eine “Glanznummer” – Ein diagnostisches Interview des 21-jährigen JFK (gespielt durch einen jungen Wissenschaftler Ryan Kennedy) durch Prof. Thomas Brown (Yale University)”) , macht aufgrund der Methylierung abhängig, Amphetamin wiederum lange nicht in dem Ausmaß. Für Methylphenidat ist weltweit kein einziger Fall von Abhängigkeit bekannt.
#20 vor 30 Tagen von Gast (Nichtmedizinische Berufe)
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Gast
Leider setzt man sich bei der Mehrheit der Psychiater und Kinder- und Jugendpsychiater in Deutschland bei einer Anfrage nach einer ADHS-Diagnostik nur komischen Blicken und ablehnenden Reaktionen aus und es wird allzu oft subtil unterstellt, man wolle doch nur Hirndoping betreiben siehe hier: https://adhsspektrum.wordpress.com/2018/05/21/adhs-diagnostik-bei-erwachsenen/ . Nun, Methylphenidat hat eine Wirkung auf die Konzentrationsfähigkeit und das mentale Dabeibleiben-Können , die etwa 20 mal so stark ist wie eine Tasse Kaffee , aber: das gilt nur für mit ADHS Betroffene .Bei Normalpersonen hat Methylphenidat in bei ADHS therapeutischer Dosierung eine Wirkung, die nur leicht über die von 1 bis 3 Tassen Kaffee hinausgeht. Fast sämtliche der sogenannten Hirndoper sind in Wahrheit undiagnostizierte Fälle von ADHS und dieses Hirndoping als verkappte Selbsttherapie der ADHS gibt es seit ca. den 50er Jahren schon. Der Hype um Hirndoping , Neuroenhancement usw ist eine Gespensterdebatte .
#19 vor 30 Tagen (editiert) von Gast
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Gast
Plus: ADHS ist kein westliches Wohlstandsphänomen, sondern in allen Kulturen anzutreffen und mittlerweile ein globales, überall diskutiertes Thema , durch die weltweite Verstädterung und Beschleunigung verschiebt sich lediglich ADHS von der Latenz in den pathologischen Bereich: in China ist es zumindest in der städtischen Mittelklasse längst ein Thema , bei Berichten aus der Yellow Press fehlt natürlich die Verlässlichkeit, aber dennoch: https://www.jaynestars.com/news/jaycee-chan-reveals-father-jackie-chan-has-ocd-and-adhd/ , oder Ägypten https://www.youtube.com/watch?v=W-avhR0Vohg , oder auch hier http://english.alarabiya.net/en/life-style/healthy-living/2015/01/03/Saudi-Arabia-15-of-children-have-ADHD-.html , Türkei https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/26002410 ( “…Our results confirmed a substantially higher ADHD prevalence rate (more than double) than the suggested pooled worldwide prevalence…”) , oder Thailand: http://englishnews.thaipbs.or.th/1-million-thai-children-suffer-adhd/
#18 vor 31 Tagen von Gast (Nichtmedizinische Berufe)
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Gast
auch hier wieder: Und das ADHS eben nicht einfach mit dem 18. Lebensjahr verschwindet, sondern bis zum Lebensende besteht, sieht man z.B. am Medicus-Autor Noah Gordon, der erst im Alter von 70 Jahren mit ADHS diagnostiziert wurde: http://www.noz.de/deutschland-welt/kultur/artikel/803168/medicus-autor-noah-gordon-wird-90-jahre-alt “Nur wenige Fans der ab 1986 erschienenen „Medicus“-Trilogie, die die Medizinerdynastie der Familie Cole im Mittelalter beschreibt, werden von der Tortur wissen, der Gordon sich beim Schreiben unterziehen musste. Wegen einer erst im Alter von 70 Jahren diagnostizierten Aufmerksamkeitsdefizit-Störung (ADHS) quälte Gordon sich oft über Stunden, um klare Gedanken zu fassen und zu Papier zu bringen. „Eine Fülle, ein Überangebot schneller Gedanken“ sei ihm dabei durch den Kopf gerauscht, sodass er sich übermäßig stark konzentrieren musste, um gedanklich überhaupt bei einem Thema zu bleiben. “
#17 vor 31 Tagen von Gast (Nichtmedizinische Berufe)
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Gast
hier die Publikation im Ärzteblatt auf die Herr Winkler sich bezieht: https://www.aerzteblatt.de/treffer?mode=s&wo=17&typ=16&aid=203480&s=adhs , zu der oft verhängnisvollen systematischen Unterdiagnostik von ADHS bei Mädchen und Frauen http://kolleg-dat.de/madchen-und-frauen-mit-adhs/ , https://www.adhspedia.de/wiki/ADHS_bei_Frauen , nebenbei sollte hier noch erwähnt sein, dass auch bei betroffenen Frauen ADHS zunächst mal keine Krankheit ist, im Übrigen werden Frauen mit ADHS bei gegebener Weiblichkeit sehr oft von der Allgemeinheit als sexuell attraktiver wahrgenommen ( Charme , Charisma , Wärme und das Hervorstechen aus der Masse ) und das sind dann oft diejenigen, die auf Instagram die meisten Anfragen bekommen (ich kenne persönlich Beispiel(e) davon) aber auch diejenigen,die oft "zufällig" ins Visier von Stalkern geraten, hat eben alles Vorteile und Nachteile. Eine ganzheitliche nicht nur auf den etwaigen Krankheitswert von ADHS schauende Sichtweise ist jedenfalls angebracht.
#16 vor 31 Tagen von Gast (Nichtmedizinische Berufe)
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Gast
Bei der Offenheit, die im journalistischen Bereich mittlerweile zu dem Thema ADHS und ASS herrscht, es ist auffallend, dass die Ignoranz und ablehnende Haltung dazu von großen Teilen der Ärzteschaft, insbesondere der Psychiater nur sehr langsam zurückgeht. Das hat zu tun mit mangelnder Fehlerkultur, mit insgeheim gekränktem Stolz und Scham, dass man es jahrzehntelang in der alltäglichen medizinischen Praxis jeden Tag falsch gemacht hat....wie soll ein Chefarzt, der jahrzehntelang ADHS als Modethema oder vorübergehende Erscheinung bezeichnet hat, der jahrzehntelang Patienten in seiner Klinik die ADHS-Diagnose abgesprochen hat und nicht ernst genommen hat, wie soll der jetzt sein Versagen vor der gesamten Klinik eingestehen. Jahrzehntelange Irrtümer und entsprechende Scham werden still und heimlich für sich behalten und unter den Teppich gekehrt, oder aber man hält in der entsprechenden Zunft weiter fest an diesen Irrtümern , weil man die Wahrheit gar nicht an sich heranlassen will.
#15 vor 32 Tagen von Gast (Nichtmedizinische Berufe)
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Gast
https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/99867/Sachsens-Landtag-will-Probleme-in-der-Kinder-und-Jugendpsychiatrie-angehen @ Thomas Haase: Die "Artgerechtheit der Haltung" wird in der Tat nicht ausreichend durch Symptom- und Diagnoseprävalenzen bestimmt. Aber man braucht sie dennoch, um wo anzusetzen. Die Tiefenpsychologie in allen Ehren, aber man hilft den betroffenen Familien nicht weiter, wenn man bestimmte Faktoren nicht berücksichtigt und ausschließlich auf biographische Elemente schaut. Beides ist notwendig, Biographie und "Veranlagung" , und was letzteres angeht, da ist das hier eben ein Faktum, über das man nicht so einfach hinweggehen kann: http://news.doccheck.com/de/blog/post/8424-59-prozent-von-patienten-der-allgemeinpsychiatrie-haben-adhs/ und das den Stand der Psychiater zum Handeln zwingen muss.
#14 vor 32 Tagen von Gast (Nichtmedizinische Berufe)
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Ob es wirklich ausreicht, die "Artgerechtheit der Haltung" anhand von Symtom- und Diagnoseprävalenzen zu bestimmen? Burnout, als unspezifisches Zeichen für unangemessene Lebensumstände schon länger kein Ü-50-Privileg mehr, arbeitet sich durch die Altersklassen nach vorne und hat sich bereits im vierten und sogar dritten Lebensjahrzehnt als Ursache für Arbeitsunfähigkeit und Lebensqualitätsbeeinträchtigung etabliert. Und wirft sichtbar seinen Schatten auf die nachfolgende Generation. Auch d a hinter steht die grundlegende, von uns allen zu beantwortende, Frage: wie wollen wir leben?
#13 vor 32 Tagen von thomas haase (Apotheker)
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Ärztin aus Australien
Ich bin entsetzt, dass hier von Bestrafen geredet wird. Was ist das für eine Krankheit?
#12 vor 32 Tagen von Ärztin aus Australien (Ärztin)
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Gast
In Zeiten wo Nacktbilder von 14-Jährigen in deren Schulklasse auf Whatsapp herumgeschickt werden, da muss man sich über die zunehmende psychische Belastung von Jugendlichen nicht wundern.
#11 vor 32 Tagen von Gast (Nichtmedizinische Berufe)
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Gast
ADHS ist zunächst mal keine Krankheit und KANN !!! , aber MUSS NICHT !!!Krankheitswert erlangen. “ADHS ist ein Extrem einer Persönlichkeitsvariante, das zunächst einmal gar keinen Krankheitswert besitzt”, bestätigt auch Klaus-Peter Lesch. Diese milden Ausprägungsformen von ADHS seien in einem Fünftel der Bevölkerung vorhanden und hätten sich im Laufe der Evolution des Homo sapiens immer wieder als vorteilhaft durchgesetzt. Lesch: “Der hohe Energiepegel, der Enthusiasmus, sich mit einer Sache auseinanderzusetzen, die große Kreativität, die Fähigkeit zum Querdenken und der Gerechtigkeitssinn – all das sind Ressourcen, die für unsere Gesellschaft wichtig sind.” zu finden in dem Artikel des ADHS-Gegners Jörg Blech im Spiegel: http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-99311928.html . So viel zum Thema Evolutionäre Anthropologie von ADHS ,näheres hier: https://www.aerzteblatt.de/treffer?mode=s&wo=17&typ=1&nid=99428&s=adhs , so, Schluss fürs Erste.
#10 vor 32 Tagen von Gast (Nichtmedizinische Berufe)
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Gast
@ #3: es ist eben so eine "tricky" Sache , dass ADHS eben zunächst mal eine Normabweichung oder auch Normvariante oder bei leichter Ausprägung auch nur Persönlichkeitsvariante ist, die abhängig von Schweregrad, Umweltbedingungen, Umfeld , Sozialisation und primären Komorbiditäten (ich z.B. habe quasi von Geburt an ein leichtes Tourette-Syndrom als primäre Komorbidität zusätzlich zu ADHS , ca. die Hälfte der Tourette-Patienten hat übrigens zusätzlich ADHS , ebenso hat ein hoher Anteil der Epileptiker zusätzlich ADHS , ADHS als Hirnentwicklungsstörung eben, Legasthenie auch dasselbe, Kurt Cobain hatte ADHS und Bipolare Störung als primäre Komorbidität , eine Freundin hat Diagnose ADHS und Diagnose Schizoaffektive Störung als primäre Komorbidität ) Krankheitswert erlangen KANN! , aber eben NICHT Krankheitswert erlangen MUSS !
#9 vor 32 Tagen von Gast (Nichtmedizinische Berufe)
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Gast
https://www.youtube.com/watch?v=HJ8BBUiwjVc , https://www.youtube.com/watch?v=W-avhR0Vohg , http://www.spiegel.tv/videos/140142-leben-mit-adhs , https://www.youtube.com/watch?v=W27G1djHj4s , https://www.youtube.com/watch?v=o4ry0p8taWA , https://www.youtube.com/watch?v=lw_55P5kZuo , dies ist eine Liste von Dokumentationen zum Thema ADHS für Interessierte, leider ist das Interesse an dem Thema in der Ärzteschaft nach wie vor begrenzt: Spätere Generationen von Ärzten werden sich fragen warum neue Erkenntnisse jahrzehntelang ignoriert werden konnten. Wie bei Semmelweis. Siehe auch Semmelweisreflex. https://de.m.wikipedia.org/wiki/Semmelweis-Reflex , ich habe das Gefühl , der nächste Fall oder das Pendant heute von Kindsbettfieber wie bei Semmelweis , das ist ADHS . Im Vergleich dazu ist man beim Journalismus mittlerweile sehr aufgeschlossen dem Thema gegenüber , Chapeau
#8 vor 32 Tagen von Gast (Nichtmedizinische Berufe)
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Gast
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/?term=deister+adhd ...von selbst betroffenen Fachleuten wird seit über 30 Jahren auf die extrem hohe Dichte an verkapptem ADHS in der Psychiatrie hingewiesen , und wenn dann mehr und mehr prominente Fälle von ADHS wie “Naddel” , Hirschhausen https://www.stern.de/gesundheit/gesund-leben/eckart-von-hirschhausen/eckart-von-hirschhausen–humor-ist–wenn-man-spaeter-kommt-3808736.html , Jan Ullrich und viele bisher nicht öffentliche Fälle (einer macht gerade Schlagzeilen mit seiner Privatinsolvenz und spielte früher mal Tennis) , https://www.adhspedia.de/wiki/Bekannte_Pers%C3%B6nlichkeiten_mit_ADHS ) an die Oberfläche treten, dann lässt das erahnen, dass da quantitativ noch viel mehr sein muss. 10% in Deutschland bei einem Geschlechterverhältnis von in Wahrheit 1:1 https://www.refinery29.de/2017/04/151067/mein-recht-auf-adhs , das ist in etwa die wahre Quantität bzw Prävalenz von ADHS in Deutschland
#7 vor 32 Tagen (editiert) von Gast
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Gast
Neulich gab es eine "brachiale" Studie zur Häufigkeit der häufigsten Hirnentwicklungsstörung ADHS in der Psychiatrie mit indem Fall 59% verkapptem ADHS in der Allgemeinpsychiatrie , darunter Prof. Arno Deister , aktuell Präsident der DGPPN , als Co-Autor. Diese Zahl von 59% ist so brachial, dass sie, falls tatsächlich zutreffend, ein weiter so in der Psychiatrie nicht zulässt. http://news.doccheck.com/de/blog/post/8424-59-prozent-von-patienten-der-allgemeinpsychiatrie-haben-adhs/ Hier die Studie: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/?term=deister+adhd
#6 vor 32 Tagen von Gast (Nichtmedizinische Berufe)
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Gast
Eine ehemalige Schulkameradin von mir war einst in der KJP gelandet. 0815-Diagnostik, Schema F , das wars. Mehr als 10 Jahre später, keine Ausbildung, HartzIV, immer noch chronisch depressiv, das Leben nicht komplett, aber nicht unwesentlich verpfuscht (auch wenn es prinzipiell niemals zu spät ist). Nach diesen mehr als 10 Jahren sagt ihr der selbst betroffene ehemalige Schulkamerad: "Du hast ADHS "...das wurde nach mittelfristig darauf folgender Diagnostik von fachlicher Seite dann auch bestätigt. Das hätte man auch schon vor 10 Jahren haben können in der KJP , aber die waren damals wahrscheinlich der Meinung, das sei ne Modediagnose und so. Ein solch fahrlässiges und unethisches , schlampiges Unterlassen zumindest einer Sondierung nach ADHS gehört bestraft ! Wie sagte doch mein Oberarzt einst: "ich möchte mich bei der Gelegenheit outen als ADHS-Gegner." Auch solch eine ignorante, arrogante und unethische Einstellung gehört bestraft!
#5 vor 32 Tagen von Gast (Nichtmedizinische Berufe)
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Hajo
Der Artikel zeigt die Hilflosigkeit aller Beteiligten. Schelte allein hilft nichts, als 2. Teil erwarte ich Vorschläge, wie das Thema angegangen werden kann. Ich glaube, dass viele nach Alternativen suchen, weil das bisherige eigene Angebot, wie auch das des gesamten Therapeutinnen- und Therapeutenspektrums nicht befriedigen kann.
#4 vor 33 Tagen von Hajo (Arzt)
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Gast
Die Unart, alles und jedes zu pathologisieren macht aus normalen, gesunden Menschen ruck zuck eine Horde Kranker. Nicht die Menschen sind "kränker und gestörter" - nur die Sichtweise darauf ist recht krank geworden!
#3 vor 33 Tagen von Gast (Nichtmedizinische Berufe)
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Gast
Unsere gestörte Gesellschaft driftet mehr und mehr in den Wahnsinn ab, weil die meisten Homosapiens völlig falsch leben. Nicht mit der Natur sondern dagegen. Ein Volk voller Irrer!!! Osho heals
#2 vor 33 Tagen von Gast (Arzt)
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Die Anerkennung von Neurodiversität wäre aber gerade das Gegenteil zur geforderten Vollversorgung mit Medikamenten. Was will der Schreiber jetzt?
#1 vor 33 Tagen von Remedias Cortes (Nichtmedizinische Berufe)
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 Ich frage mich allerdings, wie Apotheker noch in den Spiegel schauen können, wenn Sie ihren Kunden dieses Zeug mehr...
Wer schon in der Jugend mit Schmerzen zu tun hat, wird vermutlich ein Leben lang unter Schmerzen leiden. 

Wie mehr...
Ein Leben ohne Handy erscheint vielen von uns gar nicht mehr vorstellbar. Das ständige Warten auf Nachrichten bzw. mehr...

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