Restless Legs: Neue Zielstruktur für die Behandlung

21.11.2018

Bislang suchten Forscher beim RLS die Ursachen vor allem im zentralen Nervensystem, in der Genetik und im Stoffwechsel. Zusätzlich spielen auch motorische Neuronen eine Rolle, heißt e sin einer neuen Veröffentlichung. Ionenkanälen könnten sich als Targets für Arzneistoffe eignen.

Beim Restless-Legs-Syndrom (RLS) klagen Patienten über Symptome wie Kribbeln, Brennen und schmerzhafte Krämpfe in ihren Beinen. Die Beschwerden treten oft nachts auf, an einen erholsamen Schlaf ist nicht mehr zu denken. Etwa 10% der europäischen Bevölkerung sind betroffen. Bisher wurde angenommen, dass RLS durch genetische, metabolische und zentralnervöse Mechanismen verursacht wird. Jetzt zeigt Dr. Dirk Czesnik von der Universitätsmedizin Göttingen, dass nicht nur unser zentrales Nervensystem, sondern auch Nervenzellen, die Muskeln ansteuern, von Bedeutung sind. 

Unterschiedliche Erregbarkeit

Für ihre Studie hatten Czesnik und Kollegen die Erregbarkeit motorischer und sensibler Axone des Mediannervs untersucht. Motorische Nervenzellen sind in Skelettmuskeln zu finden, um deren Kontraktion anzuregen. Sensible Fasern leiten Empfindungen, die von Rezeptoren registriert wurden, aus dem Körper zum Zentralnervensystem. Neben gesunden Kontrollen wurden RLS-Patienten, die nicht in Behandlung waren, untersucht. Die Forscher fanden bei RLS eine auffällige Hyperpolarisation, sprich eine Steigerung der Membranspannung an motorischen Neuronen. Sensible Neuronen waren nicht betroffen. Als Vergleich dienten gesunde Probanden gleichen Alters. 

Neues Target identifiziert

Als entscheidende Struktur sehen Czesnik et al. spezielle Ionenkanäle, nämlich die HCN-Kanäle (hyperpolarization-activated cyclic nucleotide-gated cation channels). Das wurde auch durch mathematische Modellierungen bestätigt. Bislang war bekannt, dass HCN-Kanäle im Gehirn, im ZNS, aber auch im Herzen eine Rolle spielen. Neue Arzneistoffe könnten die Hyperpolarisation vermindern. Doch der Weg ist weit.

Bildquelle: bixentro / Instagram, CC BY 2.0

Artikel letztmalig aktualisiert am 26.11.2018.

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Medizin, Forschung, Neurologie
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