Zu viel Zucker geht ins Auge

16.11.2013
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Warum Diabetiker ein erhöhtes Risiko haben an den Augen zu erkranken und was sie dagegen tun können

Wenn man Diabetes hört, denkt man an Insulinspritzen und Plätzchen mit Süßstoff. Die Wenigsten denken dabei an den Schaden, den ein zu hoher Blutzucker im Körper anrichten kann.

Der eigentliche Schutz vor Komplikationen durch Diabetes ist die Blutzuckereinstellung.Wenn der Patient gut eingestellt ist, passiert ihm auch nichts. Es kommt nur zu Schädigungen, wenn über einen langen Zeitraum zu viel Zucker im Blut ist“, erklärt Dr. Rolf Meyer-Schwickerath von
der Augenklinik Ahaus. Das gilt für alle Gefäße im Körper, aber vor allem für die ganz kleinen, so wie in den Augen. Wenn ein Gesunder zu viel Zucker isst, schüttet seine Bauchspeicheldrüse Insulin aus und der Zuckerspiegel wird reguliert. Bei einem Diabetiker funktioniert das nicht mehr. Deshalb
muss er auf zuckerhaltiges Essen verzichten und Insulin von außen zuführen. Ist der Blutzuckerspiegel trotzdem zu hoch, haftet sich der Zucker irgendwann an die Zellen der Gefäße und macht sie kaputt. „Das ist als würde man Sirup auf einen Teppich schütten, die Zuckermasse dringt ins Gewebe ein. Kurzfristig kann der Körper das ausgleichen, langfristig kommt es zur Störung an den Zellen und zur Narbenbildung“, beschreibt Rolf Meyer-Schwickerath das Problem. Die Netzhaut ist eine flache Schicht mit nur einer Lage Gefäßen. Wenn dort Gefäße kaputt gehen und Narben entstehen, verändert
sich die Struktur, die Netzhaut kann sich lösen und das Auge seine Sehkraft verlieren. „Das kann man sich vorstellen wie bei einem Blatt Papier, das man zerknüllt“, sagt Meyer- Schwickerath. Ein Eingriff kann die Netzhaut unter Umständen wieder glätten und die Sehkraft erhalten, aber wenn die Netzhaut sich einmal gelöst hat, ist es in der Regel zu spät. Mit der richtigen Blutzuckereinstellung, die der Hausarzt anpasst, einer gesunden Ernährung und ausreichend Bewegung kann man solche und andere Komplikationen des Diabetes vermeiden. „Erste Netzhautveränderungen machen keine Symptome. Deshalb sollte ein Diabetiker einmal im Jahr zum Augenarzt gehen“, rät Dr. Ludger Rose, Facharzt im Zentrum für Diabetes und Gefäßerkrankungen im Franziskus Carré. Das Risiko an Diabetes zu
erkranken steigt auch bei gesunder Ernährung mit zunehmendem Alter. „Es braucht aber durchschnittlich sieben Jahre bis zur Diagnose. Das liegt daran, dass der Diabetes nicht weh tut, der Patient deshalb nicht zum Arzt geht und der Hausarzt den Blutzucker nicht immer misst“, erklärt Ludger Rose.

 

 

 

 

 

 

 

 

veröffentlicht in der SOnderbeilage der Hallo Münster, Unternehmensgruppe Aschendorff

Artikel letztmalig aktualisiert am 16.11.2013.

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Medizin, Diabetologie
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