PR: Palliativmedizin: 5 Empfehlungen gegen das Burnout

16.11.2018

Die palliativmedizinische Versorgung von Schmerzpatienten ist für Ärzte sehr heraus­fordernd. Überstunden werden unter hoher psychischer Belastung in Kauf genommen, um eine angemessene Patientenversorgung zu gewährleisten. Doch das überdurchschnittliche Engagement kann im Burnout enden. Erfahren Sie hier, welche vorbeugenden Maßnahmen Sie treffen können, dass es nicht so weit kommt.

Viele Ärzte sind emotional erschöpft1,2

Ärzte haben im Gegensatz zu anderen Berufsgruppen ein überdurchschnittlich hohes Burnout-Risiko.3,4 Insbesondere Ärzte, die engen Patientenkontakt haben, sind stark Burnout gefährdet.5 Dies zeigt eine im The Lancet veröffentlichte Metaanalyse, die das Burnout-Risiko verschiedener Facharztgruppen untersuchte.5 Ärzte mit wenig Patientenkontakt, wie Pathologen, hatten in der Analyse eine geringere Burnout-Quote als beispielsweise Notärzte (Quote von über 60%) oder Neurologen (50%).5

Auch viele Palliativmediziner, die Patienten ambulant pflegen, kennen typische Burnout-Beschwerden wie emotionale Erschöpfung, verminderte Leistungsfähigkeit, Depersonalisierung oder Gefühle des Versagens aus eigener Erfahrung.6,7 Kommen zur hohen Arbeitsbelastung, ein hoher humanitärer Anspruch oder die Zunahme von Administrationsaufgaben hinzu, finden sich Ärzte schnell in der emotionalen Erschöpfung. Bereits 50 Arbeitsstunden pro Woche reichen aus, um ein Burnout zu begünstigen.5

 

5 Maßnahmen, um Ihre Work-Life-Balance zu verbessern

Bereits die Umsetzung einiger der folgenden Maßnahmen kann helfen, dem Burnout entgegen zu wirken:

1. „Nein“ sagen

In der Palliativmedizin ist Nein sagen schwierig und verursacht häufig Schuldgefühle. Doch nur, durch wenn Sie Grenzen setzen und Patienten nach Feierabend ohne schlechtes Gewissen an Kollegen übergeben, können Sie sich effektiv vor Überlastung schützen. Ärzte mit Einzelpraxis können sich durch Berufsausübungsgemeinschaften oder begrenzte Patienten-Kontingente Freiräume verschaffen.

2. Kommunikationsfähigkeiten verbessern

Einer Studie zufolge erhöhen gute kommunikative Fähigkeiten Arbeitszufriedenheit im Ärztealltag und gehen mit einem geringeren Stresspegel einher.8 Daher lohnt sich die Teilnahme an einer Fortbildung zur Verbesserung der Kommunikationskompetenz. Wer darüber hinaus noch mit Konflikt- und Problemlösestrategien vertraut ist, und sich Balintgruppen anschließt, betreibt eine wirksame Burnout-Prophylaxe.8

3. Arbeitsalltag strukturieren

Die Zeit im Arbeitsalltag ist knapp? Umso wichtiger ist es dann, Ihren Arbeitsalltag gut durch zu strukturieren. Eine im The Lancet publizierte Studie zeigt, dass strukturelle Veränderungen Burnout-Symptome bei Ärzten reduzieren können.9 Priorisieren Sie Ihre Aufgaben und eignen Sie sich einen Arbeitsrhythmus an, in dem auf komplexe Aufgaben eine weniger fordernde Tätigkeit folgt. Tauschen Sie sich hinsichtlich des Zeit­managements auch mit Ihren Kollegen aus.

4. Ein gutes Arbeitsklima schaffen

Sie kennen das bestimmt: Wer gut mit den Kollegen auskommt und gemeinsam Erfolge feiert, geht gerne zur Arbeit. Lachen Sie doch auch einfach mal mit den Kollegen, denn Lachen sowie bereits die Vorfreude darauf, senkt nachweislich sowohl den Adrenalin- als auch den Cortisolspiegel.10 Für eine entspannte, kollegiale Arbeitsatmosphäre sorgt zudem eine offene Fehlerkultur. Bei Zunahme der zu bewältigenden Aufgaben, empfehlen Psychologen regelmäßige Team- und Einzelsupervisionen.7

5. Bewusste Ernährung

Ein Sandwich beim Gang über den Klinikflur oder ein Schokoriegel bei der administrativen Arbeit vor dem Computer – so sieht die optimale Mittagspause nicht aus. Verzichten Sie bewusst auf „Notmahlzeiten“. Planen Sie sich stattdessen Zeit für ein vitaminreiches Essen ein, bei dem Sie nicht über die Arbeit sprechen. Auch ein kurzer „Power Nap“ nach dem Essen fördert den Stressabbau.

Täglicher Sport wie Joggen, Radfahren oder Entspannungstechniken helfen nach Feier­abend, den Stress abzubauen. Bereits 20 min Muskelentspannung, Meditation oder Yoga pro Tag schützen vor einem Burnout.11 Daneben ist die Zeit, die Sie mit Ihrer Familie verbringen, einer der besten Stress-Killer überhaupt. Belastende Aktivitäten sollten in der Freizeit weitestgehend vermieden werden.

Das können Sie im Fall der Fälle tun

Studien belegen, dass Ärzte bei Überforderung selten oder erst spät professionelle Hilfe in Anspruch nehmen – zu groß ist die Angst vor der Stigmatisierung.12 Doch je früher der emotionalen Erschöpfung entgegengewirkt wird, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, in den Berufsalltag zurückkehren zu können. Sollten Sie bei einem Kollegen Symptome eines Burnouts erkennen, bieten Sie diesem aktiv Hilfe an.

Da die Diagnostik eines Burnouts rein subjektiv erfolgt, sollte Sie bei erfahrenen Kollegen, die sich mit Burnout auskennen, erfolgen. Hausärzte, Psychologen oder Psychiater sind hier Ansprechpartner. Hilfe bekommen Sie auch über das BurnOut-Forum sowie über Burnout-Hotlines.

Quellen:

  1. [1] Epstein RM, Privitera MR. Doing something about physician burnout. The Lancet 2016; 388 (10057): 2216-2217.
  2. [2] Limberg W. Mediziner-Burnout: Ärzte sollten nicht ihren Beruf zum Sündenbock machen. Medscape, 13. August 2013; zuletzt abgerufen am 03.03.2017 unter http://deutsch.medscape.com/artikel/4901359
  3. [3] Bergner T. Burn-out bei Ärzten: Lebensaufgabe statt Lebens-Aufgabe. Ärzteblatt online; zuletzt abgerufen am 03.03.2017 unter https://www.aerzteblatt.de/archiv/43363/Burn-out-bei-Aerzten-Lebensaufgabe-statt-Lebens-Aufgabe
  4. [4] Gundersen L. Physician burnout. Ann Intern Med 2001; 135: 145-148.
  5. [5] Shanafelt TD et al. Burnout and Satisfaction With Work-Life Balance Among US Physicians Relative to the General US Population. Arch Intern Med. 2012; 172(18):1377-1385; zuletzt abgerufen am 03.03.2017 unter http://jamanetwork.com/journals/jamainternalmedicine/fullarticle/1351351
  6. [6] Maslach C und Jackson SE. The measurement of experienced burnout. Journal of Occ Bev 1981; 2: 99-113.
  7. [7] Lux EA. Burnout in der Palliativmedizin. Immer aktiv und hilfsbereit, und nun das… Schmerzmedizin 2015; 31(5): 38-39; zuletzt abgerufen am 03.03.2017 unter http://dgschmerzmedizin.de/download/schmerzmedizin/2015_5_Schmerzmedizin.pdf
  8. [8] Friederich HC, Henningsen P. Burnout-Syndrom – aus medizinischer Sicht. MED SACH 110 4/2014; zuletzt abgerufen am 03.03.2017 unter https://www.aerztekammer-bw.de/10aerzte/20fortbildung/20praxis/65medSach/1404.pdf
  9. [9] West CP et al. Interventions to prevent and reduce physician burnout: a systematic review and meta-analysis. The Lancet Volume 388 (10057):2272–2281.
  10. [10] Lachen baut Stress ab. Pharmazeutische Zeitung online. Ausgabe 12/2008; zuletzt abgerufen am 03.03.2017 unter http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=5485
  11. [11] Just M. Dem Stress aktiv begegnen. ZMK 29.10.2012; zuletzt abgerufen am 03.03.2017 unter http://www.zmk-aktuell.de/index.php?id=31&tx_spidirectory_pi1[news]=766&no_cache=1
  12. [12] Fridner A et al. Why don’t academic physicians seek needed professional help for psychological distress? Swiss Medical Weekly. 2012;142:1-8; zuletzt abgerufen am 03.03.2017 unter https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22802214

Bildquelle: © sturti - istockphoto.com

 

Artikel letztmalig aktualisiert am 16.11.2018.

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