Bronchial-Ca: CT-Screening für starke Raucher

14.11.2018

Lungenkrebs gehört zu den wichtigsten Todesursachen, vor allem bei Männern. Internationale Fachgesellschaften fordern, Risikopatienten wie starke Raucher systematisch zu untersuchen. Deutschland ist nicht abgeneigt, Screening-Programme zu starten.

Mit weltweit rund 1,6 Millionen Todesfällen pro Jahr ist Lungenkrebs eine große Herausforderung für Onkologen. Mehr als 60 Prozent der Karzinome werden zu spät erkannt, da Patienten lange Zeit keine Beschwerden haben. Das will die International Association for the Study of Lung Cancer (IASLC), eine internationale Fachgesellschaft, ändern. In einer vielbeachteten Erklärung fordert sie zum weltweiten Screening per Low-Dose-Computertomographie auf – speziell für Risikopatienten wie starke Raucher oder Ex-Raucher mit vielen Packungsjahren. Basis der Empfehlung sind zwei große Studien. 

National Lung Screening Trial

Die National Lung Screening Trial (NLST) schloss 53.454 Personen mit hohem Lungenkrebsrisiko ein. Sie erhielten randomisiert alle drei Jahre ein Lowdose-CT (n=26.722) oder eine Thorax-Röntgen (n=26.732). Durch CTs konnte die Lungenkrebs-Mortalität um 20% verringert werden. Auf Basis der NLST wurde in den USA mittlerweile ein Screening-Programm für langjährige Raucher zwischen dem 55. bis zum 80. Lebensjahr etabliert.

NELSON-Studie 

Ähnlich vielversprechend verlief die NELSON-Studie mit 15.792 Hochrisiko-Teilnehmern. Sie wurden randomisiert einem Studienarm mit Low-Dose-CT und einem Kontrollarm ohne Untersuchungen zugeordnet. Nach zehn Jahren war die Mortalität im Screening-Arm um 26% niedriger als in der Kontrollgruppe.

Screenen allein ist zu wenig 

Damit spricht viel für Routine-Untersuchungen. In ihrem Statement fordert die IASLC aber nicht einfach nur Screenings, das wäre zu wenig. Es geht darum, Personen mit erhöhtem Risiko zu identifizieren, die tatsächlich profitieren. Technische Qualitätsstandards sowie der richtige Umgang mit unklaren Strukturen in der Bildgebung sind ebenfalls erforderlich. Und nicht zuletzt bietet es sich an, Screenings und Programme zur Tabakentwöhnung zu kombinieren.

Umsetzung in Deutschland

Die Deutsche Röntgengesellschaft befürwortet Low-Dose-CT-Screenings ebenfalls. In einer Pressemeldung, die sich vor allem auf die NLST bezieht, rät Professor Dr. Hans-Ulrich Kauczor vom Universitätsklinikum Heidelberg zum maßvollen Einsatz der Diagnostik: „Das Programm wird nur dann erfolgreich, wenn es uns gelingt, möglichst nur Menschen mit hohem und sehr hohem Risiko zu erreichen.“ Neben 30 Packungsjahren Zigarettenkonsum seien Faktoren wie Alter und Geschlecht, aber auch Krebserkrankungen in der Familie oder in der persönlichen Vorgeschichte und der berufliche oder private Kontakt mit anderen Giftstoffen, die Lungenkrebs zu begünstigen. Jetzt laufen Gspräche zwischen Experten, Ministerien und Behörden, um zu entscheiden, wie in der Sache weiter vorzugehen ist.

Bildquelle: Coastal Elite / Flickr, CC BY-SA 2.0

Artikel letztmalig aktualisiert am 16.11.2018.

0 Wertungen (0 ø)
147 Aufrufe
Medizin, Onkologie
Um zu kommentieren, musst du dich einloggen. Einloggen
Seit Jahren fragen sich Ärzte, ob hohe Mengen an Vitamin D oder Fischöl das das Risiko von Herzinfarkten, mehr...
Patienten mit rezidiviertem bzw. refraktärem, diffus großzelligem B-Zell-Lymphom (DLBCL) oder mit primär mehr...
Bereits im Jahr 1999 beschloss die US Food and Drug Administration (FDA), herauszufinden, ob Handystrahlung zu mehr mehr...

Disclaimer

PR-Blogs innerhalb von DocCheck sind gesponsorte Blogs, die von kommerziellen Anbietern zusätzlich zu den regulären Userblogs bei DocCheck eingestellt werden. Sie können werbliche Aussagen enthalten. DocCheck ist nicht verantwortlich für diese Inhalte.

Copyright © 2019 DocCheck Medical Services GmbH
Sprache:
DocCheck folgen: