Da reicht doch ein Sanitäterassistent, oder?

13.11.2013
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Zwei Schwestern vorm Stationscomputer. Ein Patient soll zum Röntgen. Kein Problem eigentlich, seit in der Klinik ein eigener Transportdienst eingeführt wurde. Aber: Das Programm zur Anmeldung des Transports will wissen, wer denn diesen Transport durchführen soll. Ein kurzer Abriss:

Schwester A: "Was muss ich denn hier auswählen?"

Schwester B: "Warte mal... hmmmm..."

Schwester A: "Reicht hier nicht Assistent?"

Schwester B: "Nee, hier müssen wir schon Rettungssanitäter nehmen."

Schwester C (kommt dazu): "Nehmt mal RTW!"

Dabei ist es für jemanden, der nach seinem Krankenpflegeexamen nicht auch seine Bereitschaft zum Lernen abgegeben hat, gar nicht so schwer, das für sich klar zu bekommen:

Es ist nicht nur für eine richtige Einschätzung und für die Sicherheit des Patienten notwendig, diese beiden Bezeichnungen voneinander trennen zu können, es ist auch eine Frage von Respekt gegenüber den beiden Berufen. Oder welche/-r Gesundheits- und Krankenpfleger/-in möchte schon gern Krankenbruder oder Arztschwester genannt werden?

Artikel letztmalig aktualisiert am 03.12.2013.

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Medicus
Selbstverständlich kann man den Arzt beim Intensivtransport nicht wegdenken und schon gar nicht durch den Rettungsassistenten ersetzen. Nicht nur bei kontrolliert-beatmeten und/oder kreislaufinstabilen Pat. hat der auch durchaus auch im INTRAhospitalen Transport seine Berechtigung, sondern bestimmt auch noch in einigen anderen Fällen. Gerade um sowas auch gut abzugrenzen können, finde ich es wichtig, sich mit den umgebenden Berufsfeldern einmal genauer zu beschäftigen. Einen INTERhospitaltransport mit Fachkrankenpflegern Int. & Anästh. habe ich übrigens noch nicht gesehen; werden die Pflegekräfte dann von der Klinik "entliehen"? Oder sind die beim Rettungs-/Transportdienst angestellt? Bisher habe ich für den Interhospitaltransport immer nur den Arzt mit Rettungsassistent und Rettungssanitäter kennengelernt.
#8 am 03.12.2013 von Medicus (Gast)
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Gast
Für den eigenverantwortlichen Transport intensivpflichtiger Pat. reicht die Ausbildung des Rettungsassistenten übrigens bei weitem nicht aus! Im reinen Interhospitaltransport von intensivpflichtigen Pat. haben sich speziell ausgestattete, arztbesetzte (!) Transportmittel mit einem Rettungsassistenten und einem Anästhesie-/Intensivpfleger (natürlich geht wie immer auch die weibliche Form) aus meiner Sicht bewährt. Richtig ist in dem Artikel, dass benachbarte Berufsgruppen besser über einander informiert sein sollten. Die Bezeichnung Rettungssanitäter und -assistent ist jedoch für das Verständnis der Qualifikation auch sehr unglücklich gewählt worden. Demnächst kommt noch der Notfallsanitäter dazu, dann wird es an Bezeichnungen zwar nicht übersichtlicher, aber die Ausbildung hoffentlich qualifizierter.
#7 am 03.12.2013 von Gast (Anästhesiepfleger)
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Gast
Um mal konkret auf die Ausbildungszeit des Rettungssanitäters einzugehen, sie beträgt mind. 520 Stunden, da sind Theorieunterricht und Praktika mit eingeschlossen. Wichtig ist, es kommt auf die Personen an. Ein langjährig erfahrener Rettungssanitäter, der hauptberuflich im Rettungsdienst tätig ist und sich regelmäßig fortgebildet hat, ist mir allemal lieber als ein frischer Rettungsassistent nach der Ausbildung. Es ist ja auch bei weitem nicht so, dass Rettungssanitäter nicht in der Notfallrettung tätig sind und nur Krankentransporte durchführen. Da der Rettungsdienst nicht einheitlich in Deutschland geregelt ist, sondern über die Besetzung der Fahrzeuge Ländergesetze oder kommunale Vorschriften entscheiden.
#6 am 03.12.2013 von Gast (Anästhesiepfleger)
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Und Deutsch scheint kein Fach in der Ausbildung zu sein.
#5 am 03.12.2013 von Martin Barwa (Ernährungsberater)
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Man könnte die Verwirrung ja noch etwas grösser machen... in der Schweiz sind Rettungssanitäter keine Hilfskräfte, sondern Leute mit einer 3-jährigen höherern Fachschule und tragen den Titel "Dipl Rettungssänitäter HF".
#4 am 03.12.2013 von Ruedi Siegrist (Gesundheits- und Krankenpfleger)
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Medicus
@Arzt: Der Blogbeitrag soll keine Lobpreisung für die Ausbildung der Rettungsassistenten und Rettungssanitäter sein. Nicht ohne Grund herrscht ja mehr oder weniger Trubel um die "novellierte" RettAss-Ausbildung bzw. der "Notfallsanitäter". Ob ein RettAss nun ausreichend kompetent ist, einen intensivpflichtigen Pat. eigentverantwortlich intra/-interhospital zu transportieren oder nicht, und inwiefern ihre Ausbildung darauf gut vorbereitet, ist eine andere - nicht unwichtige! - Frage. Es ging mir hier aber eher aus der Sicht des Stationspersonals um das Desinteresse vieler - nicht aller! - Pflegekräfte - tlw. auch Ärzte - daran, wer denn da den Pat. intern transportiert oder auch extern verlegt. Noch eine kurze persönliche Note: Ich selbst bin der Meinung, dass man nach niederländischem Vorbild den Rettungsdienst von der klinischen Krankenpflege - zumindest in der Ausbildung - gar nicht so weit trennen sollte ;)
#3 am 03.12.2013 von Medicus (Gesundheits- und Krankenpfleger)
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Arzt
Ich will es mal folgendermaßen ausdrücken: Ich kenne ein paar Rettungssanitäter und Rettungsassistenten. In Hamburg gibt es u.a. ein großes Krankentransportunternehmen, welches seine Rettungsassistenten am Fließband ausbildet. In der Regel findet zusätzlich zum 160-stündigen Rettungssanitäterkurs eine maximal viermonatige theoretische Ausbildung gefolgt von mindestens einem Jahr Praktikantentätigkeit statt. Im Rahmen dieser "Praktikantentätigkeit" werden fast ausschließlich Krankentransporte durchgeführt. Ich habe wirklich fitte und gute Rettungsassistenten bei der Berufsfeuerwehr kennengelernt und absolute Zeitbomben bei privaten Unternehmen. Ob die Rettungsassistenten, die am Krankenhaus die Patienten herumschieben, jetzt tatsächlich die geringere Gefahr für die Patienten darstellen, lasse ich mal dahingestellt...
#2 am 03.12.2013 von Arzt (Gast)
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Das kommt öfter vor als man/frau denkt, dass interdisziplinär die Berufsgruppen einander das Berufsbild des anderen nicht kennen (wollen). Dies ist unbedingt in der lebenslangen Fortbildung (PFILCHT) beruflich zu forcieren. Ansonsten kann dies w.o. beschrieben für den Patienten u.U. "lebensgefährlich" sein.
#1 am 02.12.2013 von Gast (Gast)
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