Ist das Arzt-Sein zu hart, bist du zu schwach

30.10.2018

Fast jeder zweite Medizinstudent entwickelt depressive Symptome. Was tun? Eine bessere Auswahl treffen. Wirklich? Wir als Ärzte müssen den jungen Kollegen beibringen, mit Belastungen umzugehen. Stattdessen vermitteln wir ihnen, Gefühlsregungen würden sie für den Arztberuf disqualifizieren.

Ich habe vor kurzem einen Artikel im Ärzteblatt gelesen, der mich seitdem nicht mehr wirklich loslässt. Der Absatz, der mich so irritiert hat, ist folgender:

„Tatsache ist jedoch: Bereits bei Medizinstudierenden tritt eine starke psychische Belastung mit häufig schwerwiegenden Auswirkungen auf. Über 40 Prozent der Studierenden entwickeln bereits vor dem ersten Staatsexamen depressive Symptome, eine fast genauso hohe Zahl leidet nach dem Abschluss unter manifesten Depressionen, Angst- und Abhängigkeitserkrankungen. Diese besorgniserregenden Prävalenzen gelten international und heben den dringenden Handlungsbedarf von Beginn des Medizinstudiums an hervor. Insgesamt haben Ärztinnen und Ärzte die höchsten Selbstmordraten unter sämtlichen Berufsgruppen.“


Mit besserer Auswahl gegen „emotionale Schwäche“?

Ich selbst arbeite mittlerweile in einer hausärztlichen Praxis, ich kann mich aber noch gut an die stressigen Zeiten im Studium und in der Klinik erinnern. Und trotzdem erschrecken mich diese Zahlen. Man muss sich das mal vorstellen: Knapp 40 Prozent der Medizinstudenten haben am Ende des Medizinstudiums eine ernsthafte psychische Erkrankung, die, je nach Ausprägung der Erkrankung, ihre Arbeitsfähigkeit, sie selbst und im Endeffekt auch die Patienten bedroht.

Dazu passende Ergebnisse liefern Wissenschaftler aus den USA: In einer Studie beschäftigen sie sich mit der Tatsache, dass die Burnout-Rate bei Medizinern innerhalb von drei Jahren von 45,5 Prozent auf 54,4 Prozent gestiegen ist (2011–2014). Ein besorgniserregender Trend, der im Studium beginnt und sich im Berufsleben manifestiert.

Die Autoren des Artikels im Ärzteblatt haben eine Antwort. Sie kommen zu dem Fazit, dass die Auswahl der prospektiven Ärzte sich verbessern muss und dafür entsprechende Auswahlkriterien gefunden werden müssen. Ich glaube, dass die Autoren vielleicht nur gute Absichten haben und das Problem der Burnout-Epidemie angehen wollen. Sicherlich entspricht die Vorstellung des „geborenen Arztes“ auch dem Zeitgeist. Leider kommt das Fazit für mich aber daher, als wolle man sagen „Ist das Studium zu hart, bist du zu schwach!“ und damit einhergehend ist man dann auch für den Arztberuf zu labil.

Warum ich diese Einstellung problematisch finde

Ich habe mit dieser Einstellung so meine Probleme. Ich glaube, dass dabei der Fokus zu sehr auf die Defizite des Einzelnen gelegt wird. Die Arbeitsbedingungen auf der einen Seite und der unter Ärzten gepflegten Umgang mit Krisen und Problemen leisten ihren Beitrag zum Auftreten psychischer Erkrankungen.

Dabei möchte ich in diesem Artikel nicht primär auf die formalen Arbeitsbedingungen wie Schreibarbeit, Schichtdienst, Arbeitszeiten eingehen. Das ist ein eigener und sicherlich riesiger Themabereich, der sehr regelmäßig diskutiert wird.

Mir geht es um den zweiten Aspekt: Die meines Erachtens nach abwegige Idee, dass man das Problem der „Burnout-Epidemie“ durch die richtigen „Auswahl“ lösen könne. Durch diese Einstellung entsteht eine problematische Atmosphäre in Kliniken.

Meine Zeit in der Klinik

Deswegen möchte ich meine eigenen Erfahrungen aus der Klinikzeit schildern. Ich habe in meiner Klinikzeit in zwei Krankenhäusern gearbeitet, in einer Uniklinik und einem größeren Krankenhaus in der Unistadt. Die Abteilung, in der ich an der Uniklinik gearbeitet habe, unterschied sich in der Größe nicht sehr von der anderen Klinik, in der Atmosphäre aber sehr.

An der Uniklinik galt, dass es eine Frage der eigenen Stärke sei, ob man mit dem Druck klarkomme. Gelang das nicht, war dies der Fehler des Arztes selbst. Dementsprechend schwierig war es, sich unter den ebenfalls erschöpften Kollegen Hilfe zu holen: „Ich hab keine Zeit, dir zu helfen! Warum hängst du dich da überhaupt so rein? Die hat doch eh ‘nen Tumor … “.

Auch die Oberärzte hatten selbst kaum Zeit, die Jung-Ärzte in Ruhe einzuarbeiten und ihnen praktische Konzepte für die häufigsten Krankheitsbilder an die Hand zu geben. Es wurde einfach erwartet, dass „ der richtige Arzt“ diese Konzepte parat hat.

Das Team war entsprechend jung, weil andauernd Leute die Abteilung verließen – die meisten danach so verunsichert, dass sie entweder die Fachrichtung gewechselt haben, sehr weit weg an ein möglichst kleines Haus gegangen sind oder auch nicht selten überhaupt gar nicht mehr als Arzt mit Patienten gearbeitet haben.

Der rettende Wechsel

Mir ging es nicht anders. Ich war nach kurzer Zeit völlig verunsichert, weinte oft zu Hause, es kam zu Streitigkeiten mit meinem Partner und ich hatte das Gefühl, dass ich auch beruflich nichts mehr schaffte, obwohl ich 11–12 Stunden täglich in der Klinik war.

Zu meinem Glück hatte ich bereits noch in der Probezeit die Möglichkeit, an eine andere große Klinik in derselben Stadt zu wechseln. Das führte zwar zu einem gewissen Spießrutenlauf für die Dauer vom Einreichen der Kündigung bis zum letzten Arbeitstag (und auch zu wenig freundlichen Blicken im Rahmen der lokalen Fortbildungsveranstaltungen in den nächsten Jahren), war für mich aber auch im Nachhinein der richtige Schritt.

In der neuen Klinik, die ich bereits aus dem PJ kannte, bei der aber keine Stelle frei war, als ich mich nach dem Staatsexamen beworben hatte, war die Atmosphäre ganz anders. Es gab viele Alt-Assistenten, die einem halfen, wenn es Unsicherheiten gab.

Reger Austausch in Klinik Nr. 2

Auch der Oberarzt kam morgens und abends vorbei, um Fragen zu besprechen und Konzepte zu erarbeiten. Dabei ging es nicht nur um technisch/fachliche Fragen. Auch wenn es jemandem emotional nicht gut ging, wurde das offen angesprochen. Und es wurde auch kein Geheimnis draus gemacht, dass so ziemlich jeder mal nach einem Dienst geheult hatte. Es gibt eben üble Dienste, emotional total verfahrene Situationen und da kommen einem nach dem Dienst manchmal die Tränen – mal aus Trauer, mal aus Erschöpfung, manchmal weiß man nicht, warum, man ist einfach nur fertig.

Man bekam durchaus Manöverkritik, aber auch positive Rückkopplung. Außerdem wurden auch die Fälle besprochen, in denen man aufgrund des fulminanten Krankheitsverlaufs einfach nichts machen konnte. Ein Fall drohte beispielsweise einen gerade frisch gebackenen Facharzt zu traumatisieren. Er hatte einen ca. 40-jährigen Patienten mit pneumogener Sepsis bei bislang ambulant unerkannter B-Zell-Leukämie nicht retten konnte, obwohl er alles versucht hatte.

Irgendwann muss jeder einmal weinen

Selbst mit den Studenten wurde das Thema psychische Belastung immer mal wieder angesprochen. Auch ich habe es immer wieder thematisiert und erinnere mich an ein Mal, als eine Studentin richtig sauer wurde, weil ich sagte, dass so ziemlich jeder Arzt nach dem Dienst mal weine, dass das völlig normal sei und einen nicht als Arzt disqualifiziere. Überzeugen konnte ich sie nicht, sie war der felsenfesten Überzeugung, dass man „als richtiger Arzt nicht heult“.

Ein paar Wochen später kam die besagte Studentin zurück auf unsere Station, um sich zu bedanken. Auf meine Frage, wofür sie sich denn bedanken wolle, erklärte sie mir, dass sie vor kurzem einen sehr heftigen Dienst als Pjlerin hatte. Als sie mit Tränen in den Augen nach Hause fuhr, fiel ihr unsere Diskussion wieder ein und sie war sehr dankbar dafür, dass man ihr vorher erklärt hatte, dass diese Situation früher oder später bei jedem mal auftrete und sie das nicht als Ärztin disqualifiziere.

Umgang mit Krisen muss man lernen

Interessanterweise fällt mir kein Kollege aus diesem Krankenhaus ein, der nicht mit Patienten weitergearbeitet hätte. Diejenigen, die nach einiger Zeit dann doch aus der Klinik gingen, gingen größtenteils in eine Praxis, manche blieben auch nach dem Facharzt noch für ein paar Jahre. Es gab durchaus auch Kollegen, die über kurz oder lang merkten, dass das Arbeitstempo im Krankenhaus ihnen zu hoch war. Aber deswegen wurde nicht gleich die eigene Qualifikation in Frage gestellt, sondern eher überlegt, wo man als Arzt stattdessen arbeiten könnte.

Deswegen mein persönliches Fazit aus diesen Erfahrungen: Natürlich ist der ärztliche Beruf gerade in einigen Fachbereichen so anstrengend, dass nicht jeder das auf Dauer machen will oder kann. Und es gibt auch ein Zuviel, bei dem die Schwelle zum Burnout/Erschöpfungsdepression überschritten wird, dann liegt eine behandlungsbedürftige Erkrankung vor.

Aber wenn ich jemandem direkt bei der ersten Krise erzähle, er sei einfach nicht dazu gemacht, Arzt zu sein, kann er auch an diesen Krisen nicht wachsen und nicht daraus lernen, sondern wird schlimmstenfalls diese Einschätzung übernehmen und vielleicht überhaupt nicht als Arzt arbeiten.

Übung macht den Meister

Und für diejenigen, die jetzt über Kosten nachdenken: Wenn 40 Prozent der Jung-Ärzte, die für je 200.000–250.000 Euro ausgebildeten wurden, eine psychische Erkrankung haben, die ja bekanntermaßen häufig die Erwerbstätigkeit gefährdet, wird es sich höchstwahrscheinlich deutlich schneller rechnen, diese Quote zu verringern, als 10 Prozent mehr Studienplätze zu schaffen.

Das Arztsein hat meiner Meinung nach viel mit Übung zu tun. Nicht nur mit theoretischem Wissen und praktischen Fertigkeiten wie Blutabnehmen, sondern auch mit der psychischen Seite, der Umgang mit emotionaler Belastung, Verantwortung und Stress muss erlernt werden. Leider übt man diese Seite meist nicht im Studium, obwohl es für die dauerhafte Tätigkeit als Arzt eine extrem wichtige Eigenschaft ist. Niemand ist „als Arzt geboren“ und wir alle mussten uns erstmal in das Arztsein einfinden. Dafür braucht man aber Zeit und auch kollegiale Unterstützung.

Deswegen würde ich folgendes vorschlagen:


Kurzum: Lasst die Leute in ihren Krisen nicht allein nach dem Motto „Du bist zu schwach“ sondern gebt ihnen die Möglichkeit, in den Beruf hineinzuwachsen – so, wie wir alle mal reingewachsen sind.

 

Bildquelle: elektroholunder, flickr

Artikel letztmalig aktualisiert am 02.11.2018.

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Gast
Ich habe den Artikel und die Kommentare mit Interesse gelesen. Mich interessiert, ob es auch in anderen Ländern (Europa/ USA ?)Studien und Statistiken in Bezug auf die genannten Erkrankungen unter Medizinern gibt. Für Hinweise bin ich sehr dankbar.
#20 vor 11 Tagen von Gast (Arzt)
  0
Aus meiner Erfahrung der letzten Jahre kann ich die Aussagen des Artikels (doccheck, nicht der im Ärzteblatt) nur unterstützen. Außerhalb des Gesundheitswesens wird viel über Führung in Unternehmen nachgedacht. Da hat sich die Situation schon viel weiter entwickelt. Teambuilding, Supervision usw. gehen immer nach an Ärztinnen und Ärzten vorbei. Das ist ein Systemversagen. Über die Konsequenzen, nämlich den Ausstieg der Medizinstudierenden und der jungen Ärztinnen und Ärzten aus dem Beruf wird schon seit längerem viel berichtet, es wird aber zu wenig gehandelt. Meine Schlussfolgerung: Die Not ist noch nicht groß genug. Dann könnte es aber sein, dass die Umsteuerung einfach zu spät kommt.
#19 vor 14 Tagen von Prof. Dr.med Benno Neukirch (Arzt)
  1
ldie Probleme liegen imho auch in der Art und Weise, wie wir unsere Jugendlichen erziehen: Obwohl es schön ist , dass der Generationenkonflikt schwächer geworden ist, werden viele gleichzeitig überbehütet und überfordert. Die Eltern sind zwar bereit ,zu unterstützen doch gleichzeitig wird ein Einserschnitt und straightes Vorgehen erwartet. Mein Hausarzt hat noch mit seinem Dreierschnitt- Abi spaßeshalber nebenher Philosophievorlesungen gehört - heute unmöglich. Umwege, Irrwege, Fehler machen und aus Fehlern lernen, das darf nicht mehr vorkommen. Und dann werden die Kinder, die man zu Narzissten erzogen hat , logischerweise depressiv, sobald sie auf Schwierigkeiten, Stress und auf unmögliche Mitmenschen ( ja, die gibt es) stoßen. Lese gerade , dass viele Unis Familientage für künftige Medizinstudenten einrichten, und die Eltern da explizit mitkommen und Fragen stellen - da wären meine Komilitonen und ich in den Achziger Jahren meilenweit geflohen.
#18 vor 16 Tagen von Remedias Cortes (Nichtmedizinische Berufe)
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Gast
An Herr Dr. Aeffner, ein abenteuerliches Leben als Arzt, bitte lassen Sie uns teilhaben an Ihrem adventure. Ich führe auch immer noch ein aufregendes Leben als BPS-ler, unter anderem war ich auch mal 10 Jahre die Lebensgefährtin eines Allgemeinmediziners. Zugegeben, langweilig war es nie, speziell die gesponserten Pharmareisen waren spektakulär. Allerdings Alles auch sehr anstrengend, wenn Patienten um 2 Uhr morgens einen aus dem Schlaf reißen und das regelmäßig, ist das weniger spaßig. L.G. von N.D.
#17 vor 16 Tagen von Gast (Arzt)
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Hallo Leute, irgendwie finde ich die ganze Diskussion ein wenig mekwürdig. Natürlich wird einem in diesem Beruf nichts geschenkt, aber mit Empathie für die Patienten ein abenteuerliches Leben zu führen, das andere nur aus dem Fernsehen kennen, ist doch eine tolle Perspektive. Ich habe mein inzwischen 35-jähriges Berufsleben sehr genossen, trotz aller Widrigkeiten und gelegentlicher Zweifel. Natürlich ist die eigene Psychohygiene ein wichtiger Bestandteil des Berufslebens, das kann und sollte man von Anfang an mit einplanen. Als ich vor Jahren wegen einer schweren Erkrankung wochenlang nicht mehr arbeiten konnte, habe ich mich in meinem Fachgebiet neu aufgestellt, strikte Regeln in meiner Praxis eingeführt und mich in meiner Arbeit - mit psychologischem Coaching - auf das Wesentliche- das Wohlergehen meiner Patienten- konzentriert. Und es funktioniert. Auch wenn ich jetzt im Rentenalter bin, denke ich noch lange nicht ans Aufhören, dafür macht mir der Beruf viel zu viel Spaß.
#16 vor 17 Tagen von Dr. med. Karl Aeffner (Arzt)
  14
Ich stimme#13 bezüglich der Notwendigkeit einer Zusatzausbildung in Praktischer Psychohygiene voll zu. Insbesondere auch deshalb, weil alle Ärzte je nach Veranlagung und Vorgeschichte völlig verschiedene psychische Konstitutionen( und damit Empfindlichkeiten) haben können.Daher ist hier eine praktische psychologische Handreichung unerläßlich.
#15 vor 17 Tagen von Roland Leyser (Nichtmedizinische Berufe)
  4
An Balint hatte ich auch gedacht, das ist bei sämtlichen Berufen im Bereich Medizin/Rettungsdienst/Pflege sowie Polizei/Feuerwehr u.ä. unverzichtbar. Andernfalls kommt es wirklich zu einer Selektion hin zu besonders dickfelligen Exemplaren bzw. gut angepaßten Soziopathen. Man muß sich fragen, wollen wir überwiegend dickfellige und epathielose, dafür systemkonforme Ärzte oder wollen wir ein Arbeitsumfeld, das Ärzte vor Überforderung schützt? Die Forderung, Studenten dahingehend zu selektieren, wer sich am besten an das aktuelle, inhumane System anpassen kann, ist m.E. der völlig falsche Ansatz. Patienten bemängeln seit Jahren unzureichendes Einfühlungsvermögen bei Ärzten und Studien belegen, daß Einfühlungsvermögen in vielerlei Hinsicht sogar noch wichtiger ist als Fachwissen. Bei Chirurgen ist das in dem Ärzteblattartikel propagierte Anforderungsprofil übrigens schon lange Standard, was m.E. den schlechten Ruf von Chirurgen hinsichtlich deren Umgang mit Patienten begründet.
#14 vor 17 Tagen von Annika Diederichs (Tierärztin)
  3
Gast
Ich kann der Autorin nur zustimmen. Es sollte im Studium unbedingt ein Block "Psychohygiene" o.ä. eingebaut werden, damit die angehenden Mediziner lernen, ihre Gefühle überhaupt wahrzunehmen und lernen können, damit umzugehen! Mein alter Klinik-Chefarzt hatte bei den Teambesprechungen noch Sprüche vom Stapel gelassen wie "ein junger Arzt brennt doch darauf, seine Belastbarkeit unter Beweis zu stellen" und seine Frau habe (als er in unserem Alter war) immer an seinem gutgelaunten morgendlichen Pfeifen im Bad erkannt, dass er wieder Dienst habe (diese herrlichen 36-Std.-am Stück-Dienste...). Das war sein abfälliger Kommentar zum Arbeitszeitgesetz. Diese Zeiten sollten endlich vorbei sein.
#13 vor 17 Tagen (editiert) von Gast
  6
Gast
Selbstmordrate bei Ärzten in Deutschland: 3 mal so hoch wie in der Allgemeinbevölkerung, Selbstmordrate bei Ärztinnen: 5 mal so hoch wie in der Allgemeinbevölkerung. Man hat auch als Arzt ein Recht auf körperliche und psychische Unversehrtheit.
#12 vor 17 Tagen von Gast (Nichtmedizinische Berufe)
  2
Vielen Dank für diesen Artikel! Seit Langem versuche ich meinem Umfeld zu erklären, warum der Arztberuf so hart ist. Fast niemand kann sich das vorstellen, die meisten denken, toller Job, viel Respekt, freie Entscheidung, viel Geld. Die Realität ist ja leider eine ganz Andere.....Meine Meinung ist zusätzlich zu dem, was Sie geschildert haben: Menschen, die "hart" sind und emotional wenig berührbar, haben weder eine gute Intuition, die unerlässlich ist, da man nicht Alles immer Kontrollieren und Testen kann, noch haben sie die Fähigkeit, Menschen in ihrem Leid wirklich zu helfen. Wer sich selbst nicht fühlen kann, ist in einem Beruf mit Menschen falsch! Somit fördert das derzeitige System die "Auswahl" von Menschen, die für den Arztberuf in Wirklichkeit ungeeignet sind. Und die, die es könnten, weil sie berührbar sind, halten den Job kaum mehr aus. Das kann nur in eine sehr düstere Zukunft führen... Ich selbst werde den Arztberuf vermutlich auch bald an den Nagel hängen - sehr schade!!!
#11 vor 17 Tagen (editiert) von Janina Untiedt (Ärztin)
  5
Gast
Gibt man bei google.de "arztberuf" in die Suchmaske ein und tippt dann einmal auf die Leertaste, dann kommt als erster Suchvorschlag "arztberuf aufgeben" ...das kann jeder selbst nachprüfen. Offensichtlich scheinen sehr viele Ärzte in Deutschland und weltweit in Wahrheit sehr unglücklich zu sein in ihrem "Traumberuf", wie offen damit umgegangen ist, ist eine andere Frage. Die durchschnittliche Lebenserwartung von Ärzten weltweit liegt angeblich bei katastrophalen ca. 56 Jahren. Wieso tut man sich das an? Pflichtbewusstsein, Ego, Cash - Respekt vor diesen Vollblutärzten, die dazu berufen sind. Ich selber möchte mich nicht menschlich kaputt machen für diesen Beruf.
#10 vor 17 Tagen von Gast (Nichtmedizinische Berufe)
  3
Gast
Interessanter Artikel! Ich finde es prima, dass dieses wichtige Thema hier erneut aufgegriffen wird (vor ein paar Wochen schon auf einem anderen DocCheck-Blog: http://news.doccheck.com/de/blog/post/10119-medizinstudium-nur-was-fuer-die-harten/)!
#9 vor 17 Tagen von Gast (Arzt)
  0
Hallo! Mein Glück war im Studium eine gute Balint-Gruppe gefunden zu haben. Nannte sich zwar Mediziner-Kreis, war es aber von der Funktion. Dort kam einiges zur Sprache; bei manchem fühlte ich mich als Jungspund nicht angesprochen, war aber froh als ich im Betrieb Krankenhaus einige Situationen wiedererkannte über die dort gesprochen worden war. Auch damals gab es schon bei einigen Kommilitonen, Schwestern und Ärzten in der Klinik so die angesprochenen Probleme. Der Hilferuf war da, aber warum tat sich so gut wie nichts? Balint-Gruppe war nicht teil der Arbeitszeit (!) und somit auch nicht bezahlt; fand dann in der schon knapp bemessenen freien Zeit statt. Dazu war man dann trotz Hilfeschrei (naja leicht übertrieben) dann doch nicht bereit. Daran dürfte sich wohl wenig geändert haben. Ansonsten frohes Schaffen.
#8 vor 17 Tagen von Dr. med. Thomas M. Allmang (Arzt)
  4
Gast
Diejenigen, die von Ärzten Härte zu sich selber fordern (was in Grenzen auch definitiv berechtigt ist), die das Zugeben von psychischer Überforderung als Schwäche und als Fehl am Platz brandmarken (auch das ist in engen Grenzen berechtigt), die werden noch sehen, wenn in 20 Jahren dann 80% der Ärzte in Deutschland kulturfremde, schlecht Deutsch sprechende Ärzte sind, die mit dem Patienten nicht kommunizieren können. Es ist eben ein Irrtum, das künftige Generationen von Ärzten in der Tendenz die Zustände, die Umgangsformen, das Heruntermachen und Zurechtbügeln, das Brechen der Person letztendlich, einfach hin nehmen werden. Viel Spaß dann mit der schönen, neuen Welt. Es gibt sicher genug Inder, Araber usw., für die das System in Deutschland ein mehr an Lebensqualität bedeutet. Offene Grenzen auch für Ärzte, "no countries, no borders, no welfare". Ändert lieber die Zustände.
#7 vor 17 Tagen von Gast (Nichtmedizinische Berufe)
  9
Super Thema. Aber Depressionen (ICD-10 F32.2/F33.2 = BurnOut ICD-10 Z73) kommen eben oftmals von fehlender Abgrenzung und nicht gelerntem Umgang mit Emotionen, wenn ich das mal so plump formulieren darf. Aerzte und Apotheker ziehen aber genau diese Klientel an: Personen mit ausgeprägtem Defizit im Selbstwertgefühl. Grund: Vorschriften, Regelungen, Gesetze und die vorverkauften Wünsche (man muss sich nicht anbiedern wie Autoverkäufer oder der berühmte Staubsaugervertreter). Apotheker sind extrem graue Mäuse, wollen nicht auffallen und buckeln sehr gern, Aerzte haben ein übersteigertes Selbstwertgefühl, um das negative Defizit zu kompensieren. Bevor hier gemeckert wird - diese Beobachtung wurde mir mehrfach von Fachpersonal (Therapeuten, Psychiatern und Psychiologen) bestätigt. Wenn man aber um diesen tiefenpsychologischen Zustand weiss, kann man auch adäquat mit dem Nachwuchs umgehen. Nur machen sich ganz wenige die Mühe.
#6 vor 17 Tagen von Björn Kersting (Student)
  89
Vielen Dank für den Artikel. Ich bin heute 72 Jahre alt und arbeite immer noch als Ärztin für Allgemeinmedizin. Auch ich hatte ein Burnout-Syndrom und habe mich dafür geschämt. In einer psychosomatische Klinik stellte ich fest. dass sich fast alle Mitpatienten meiner Gruppe am Anfang für ihr "Versagen" geschämt hatten. Heute weiß ich, dass ich nicht zu schwach, sondern die Anforderungen oft zu hoch waren. Ich habe als Stationsärztin einer großen chirurgischen Station keinerlei Unterstützung in schwierigen Situationen erfahren. Als "Neuling" auf meiner Station mußte ich oft allein mit meinen Emotionen fertig werden, wenn ich zum Beispiel eine infauste Diagnose mitzuteilen hatte. Wir müssen und wollen doch den Menschen beistehen in ihren schwierigen Situationen. Wie soll man das empathisch tun können, wenn man mit sich selbst schlecht umgeht? Glücklicherweise habe ich auch andere Krankenhäuser kennen lernen dürfen, in denen ich mich gestützt und verstanden fühlte.
#5 vor 17 Tagen von Gisela Madeleine Langhoff (Ärztin)
  4
Klinikflüchtling
@ #1: Ja, ich bin auch beruhigt. Ich dachte schon, ich hätte einfach nur den Artikel im Ärzteblatt falsch verstanden, aber die Herren Scholz/Burger/Paulsen schlagen tatsächlich vor, Leute von vorneherein aus dem Studium auszuschließen!? Oder mag es jemand nochmal auf ein Neues übersetzen? @ #3: Sie glauben, dass es nur ein Krankenhaus gibt, wo man sich totschuftet, sich beleidigen und anbrüllen lässt und ständig nur der Fußabtreter ist? Ich schicke Ihnen gerne eine Liste aller deutschen Krankenhäuser. Versuchen Sie's mit dem Ausland, da könnte es stellenweise besser sein.
#4 vor 17 Tagen von Klinikflüchtling (Student der Humanmedizin)
  5
Welche Klinik war number 2? Bitte email mich die Name an amnahafeez35@gmail.com, wenn Sie es hier nicht schreiben wollen.
#3 vor 17 Tagen von Amna Hafeez (Student)
  8
Gast
Das ganze System wird bald kollabieren. Im 19. Jahrhundert stecken gebliebene Chefärzte, für die das Wort "Offener Horizont" ein Fremdwort ist, unterschätzen die Bedeutung der omnipräsenten Generation Y , Generation Z usw. Jedenfalls hat eben langsam keiner mehr Bock, sich den Status quo in deutschen Krankenhäusern anzutun. Man hat nur dieses eine Leben und immer weniger wollen dieses opfern, sich anbrüllen lassen , zusammenstauchen lassen von Chefärzten und Oberärzten, die oft fachlich nicht unbedingt besser sind, aber allein wegen ihrer Position in Anspruch nehmen, dass sie immer richtig liegen. Allein schon wenn ich an diesen unsäglichen Rattenschwanz zurückdenke,bei solchen Witzfiguren, die einen Rattenschwanz als Penis-Prothese benötigen, da bin ich froh, dass der deutsche Staat die ganzen Kosten für mein Medizinstudium in den Sand gesetzt hat. Es gibt meist mehrere Schuldige... an die Befürworter antiquierter überzogener Hierarchien in deutschen Krankenhäusern: Ätsch, Bätsch!
#2 vor 17 Tagen (editiert) von Gast
  57
Ärztin
Vielen Dank für diesen Beitrag! Als ich den Artikel im Ärzteblatt gelesen habe war ich regelrecht schockiert über diesen "Lösungsansatz" - ich bin froh, dass es noch andere Ärzte gibt, die das auch so sehen!
#1 vor 17 Tagen von Ärztin
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