"Spieglein, Spieglein an der Wand ...

08.11.2013
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Wer hat die wenigsten Falten im ganzen Land?" Das Ultraschallsystem Ultherapy® der Firma Ulthera Inc. half in der hier vorliegenden Studie, das Dekolleté von Frauen durch Liften, Straffen und Entrunzeln zu verschönern. Da die Ergebnisse u. a. im Spiegel der Frauen-Selbst- und Fremdbeurteilung durch die behandelnden Ärzte evaluiert wurden, wäre eine Studien-"Verblindung" sinnlos gewesen.

(Abb. Spiegelungen auf der Prager Burg)

Der Hintergrund einer Publikation "Evaluation of microfocused ultrasound with visualization for lifting, tightening, and wrinkle reduction of the décolletage" von Sabrina Fabi et al. im Journal of the American Academy of Dermatology http://www.jaad.org/article/S0190-9622(13)00775-5/abstract ist ein modernes medizinisches Märchen. Die Dekolleté-Haut von 24 Frauen wurde vorab, wie überraschend, mit dem S. Fabi/Bolton Chest Wrinkle Scale (FBCWS) bewertet: Grad 1 (ohne Falten) bis Grad 5 (mehrere tiefe Falten). Mindestens Grad 3 war Voraussetzung. Die Haut wurde je einmal mit Ultraschall bei 4,0 MHz und einer Tiefe von 4,5 mm und bei 7,0 MHz mit einer Tiefe von 3 mm bis zu 60 Minuten behandelt. Die Kollagenbildung sollte angeregt werden, indem der Schallkopf in 120 parallelen Linien bewegt wurde. Direkt nach der Behandlung, nach 90 und 180 Tagen wurde mit Fotos dokumentiert und die Beurteilung des Hautzustande durchgeführt. Zwei Drittel der Frauen hatten nach 6 Monaten weniger Falten. 

62,5% der Frauen hatten zu Anbeginn einen FBCWS-Grad 3, 37,5% Grad 4. Elf von 24 Frauen (46%) hatten sich nach 90 Tagen auf FBCWS-Grade 1 bis 2, nach 180 Tagen 13 von 21 Frauen (62%) auf 1-2 verbessert. Bei 5 von 20 Frauen gab es keine Verbesserung, bei 8 "leichte bis mäßige", bei 7 "gute bis exzellente Verbesserung". 

Die Ärztebewertung fand nach 90 Tagen bei 23 von 24 Frauen Verbesserungen, bei 13 Frauen (54%) "deutliche" Verbesserungen. Nach 180 Tagen waren bei 19 von 21 Frauen (86%) generelle Verbesserungen, bei 8 Frauen "sehr starke" Verbesserung und bei fünf "deutliche" Verbesserung festgehalten worden; in drei Fällen keine Veränderungen. Bei der zweiten Nachuntersuchung glaubten 95% der Probandinnen, eine Verbesserung zu sehen. 4 Frauen bemerkten keine Veränderung).

Alle 24 Frauen wurden mit dem Ultraschallsystem Ultherapy® ausnahmslos und selbstverständlich erfolgreich bzw. gewinnbringend behandelt. Die Erstautorin, Frau Dr. Sabrina Fabi, hält allerdings einen Beratervertrag mit der Hersteller-Firma Ulthera Incorporated ["Dr Fabi is a consultant for Ulthera Inc."]. Wer möchte, kann unter dem Titel: "Forever Young, Inc. Ultherapy (Ulthera)" den erlesenen Worten und Bildern von Dr. med. A. David Rahimi, MD (USA) huldigen unter

http://www.youtube.com/watch?v=HkHVt2GEWIE

Kollege Rahimi gehört nach den "GRÖFAZ" (größter Frauenarzt aller Zeiten) zur Gattung der unausrottbaren "GRÖDAZ"-Kollegen: Größter Dermatologe aller Zeiten!

 

Artikel letztmalig aktualisiert am 10.06.2014.

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wie sich der arzt in dem video lächerlich macht...und dann noch diese aussagekräftigen bilder
#6 am 09.06.2014 von Gast (Gast)
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@ Gast: Das kann ich gut verstehen. Ich kann auch den gleichen Witz, von verschiedenen Personen erzählt, immer wieder neu und anders hören. Mein letzter (aus dem Weimarer ARD-Tatort geklaut): "Wie nennt man einen Marder, der sich in Autokabeln verbeißt? - Einen Automarder! Und wie einen, der dabei einen tödlichen Stromschlag erleidet? - Einen S e l b s t m a r d e r!"
#5 am 28.12.2013 von Dr. med. Thomas Georg Schätzler (Arzt)
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Gast
Trotzdem Danke. Ich lache immer dreimal bei einem Witz. Wenn ich ihn höre, wenn er erklärt wird, und wenn ich ihn verstanden habe. Ich hab dadurch mehr Spass im Leben als andere ... :-D
#4 am 24.12.2013 von Gast
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Bei solchen Leuten hilft auch nicht mehr, dass der Witz erklärt wird.
#3 am 14.11.2013 von Thomas Zimmermann (Medizininformatiker)
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Bitte erst lesen, den Verstand einschalten und danach (völlig irreführend) be(ver)urteilen! Für den Fall, dass es in DocCheck®Blog Leserkreisen unbekannt ist, es handelt sich um die ironische Anspielung auf das Grimm'sche Märchen "... wer ist die Schönste im ganzen Land?". Wer völlig humorlos ist, müsste spätestens bei meiner Satire auf die Studien-"Verblindung" hellhörig werden. Da ich die Studie sorgfältig übersetzend referiert habe, musste ich den Text aus der wissenschaftlichen Publikation mit der dortigen Nennung von Handelsnamen® wiedergeben. Am Schluss habe ich mich über den Beratervertrag der Erstautorin lustig gemacht. Und ein völlig lächerliches Werbefilmchen auf Youtube zitiert, mit der sich ein "gebotoxter" Dermatologe aus L. A. blamiert, weil seine Patienten m i t der von mir referierten Ultraschallbehandlung noch hässlicher als vorher sind. Da muss man schon ziemlich verbiestert und verbohrt sein, wenn die eigenen Mundwinkel immer noch nach unten hängen. MfG :-( oder besser ;-)
#2 am 12.11.2013 von Dr. med. Thomas Georg Schätzler (Arzt)
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Gast
Genau wegen solchen Beiträgen die gewaltig nach versteckter Werbung riechen erscheint Doccheck in einem unseriösen Licht. Produktname und produzierende Firma erscheinen bereits im zweiten Satz. Der einzig kritische Satz dazu " Die Erstautorin, Frau Dr. Sabrina Fabi, hält allerdings einen Beratervertrag mit der Hersteller-Firma...". Hätte mir einfach mehr eigene Gedanken des Autors gewünscht.
#1 am 12.11.2013 von Gast
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