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Uniwahl: Nach dem Abi in den Trabi?

Mit doppelten Abiturjahrgängen und Wegfall von Wehr- und Zivildienst rollt zur Zeit eine Welle von Bewerbern unaufhaltsam auf die deutschen Universitäten zu. Um einen Studienplatz zu bekommen, werden die Abiturienten zukünftig ihre Mobilität steigern und auch ein Studium weit weg von Zuhause in Betracht ziehen müssen. Bereits in den letzten Jahren zog es immer mehr westdeutsche Abiturienten in die Neuen Bundesländer. Ein Trend, der auch in Zukunft zunehmen werden muss, um alle Studienbewerber unterbringen und die durch Bevölkerungsschwund in Ostdeutschland frei werdenden Kapazitäten auslasten zu können.

Wo gibt es überhaupt noch Studiengebühren?

Ein wichtiger Grund für die Wahl des Studienortes waren bis vor kurzem die fehlenden Studiengebühren in den neuen Bundesländern. Doch nachdem im Wintersemester 2006/2007 die ersten Unis begannen einen Betrag von maximal 500 Euro zu verlangen, halten mittlerweile daran nur noch Bayern und Niedersachen fest. Baden-Württemberg wird die Gebühren zum aktuellen Sommersemester und Hamburg zum nächsten Wintersemester abschaffen. Höchste Zeit also zu resümieren und sich die Studienbedingungen in Ost und West abseits des finanziellen Aspektes anzuschauen.

Nur minimal bessere Bewertung der Ost-Unis

Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung hat das vor kurzem getan und herausgefunden, dass nur von marginalen Unterschieden zu sprechen ist. Beauftragt von der Hochschulinitiative Neue Bundesländer, die vor einiger Zeit die Kampagne „Studieren in Fernost“ gestartet hat, hatte das Institut Absolventen der Jahrgänge 2001 und 2011 aus dem gesamten Bundesgebiet bezüglich ihrer persönlichen Beurteilungen und Karrierechancen befragt. Studierende an ostdeutschen Universitäten bewerteten ihre Uni nur minimal besser als die in Westdeutschland. Unterschiede wurden dabei vor allem bei der Aktualität der Lehre, der Ausstattung der Hochschule (etwa Bibliotheken, IT, Hörsäle) und der Betreuung durch Lehrende ersichtlich. Allerdings würden mit 82% die Absolventen einer westdeutschen Hochschule nur etwas seltener als die Absolventen einer ostdeutschen Hochschule mit 87% ihren Studienort erneut wählen, wenn sie jetzt ein neues Studium beginnen würden.

Aussagen sind sehr subjektiv

Zu ähnlichen Ergebnissen kommt auch eine Erhebung des Reemtsma Begabtenförderungswerks. Sie legt darüberhinaus nahe, dass solche Aussagen von sehr subjektiver Natur sind: Generell werden die Studienbedingungen im Osten auch hier etwas besser eingeschätzt. Auffallend besser bewerten aber Studierende die Bedingungen in den neuen Bundesländern, die dort sowohl zur Schule gegangen sind als auch jetzt studieren. Bei einer allgemeinen Bewertung der persönlichen Studienbedingungen liegen Ost- und Westunis aber wieder gleich auf. Darüber hinaus wird in dieser Erhebung auch zwischen Bundesändern mit und ohne Studiengebühren differenziert, was ebenfalls keinen Unterschied aufzeigt. Studierende, die Gebühren zahlen, erleben demnach keine besseren Bedingungen als ihre Kommilitonen, die nicht bezahlen müssen.

Keine Daten für das Medizinstudium

In wieweit diese Aussagen auch auf das Medizinstudium anwendbar sind, bleibt offen. Bisher gibt es keine belastbaren Daten, die diese These unterstützen oder widerlegen. Eindeutig ist jedenfalls, dass Studienerfolg und die Chance auf einen Berufseinstieg nach dem Medizinstudium vom Studienort unabhängig sind. Ärztemangel und eine hohe Zahl an offenen Stellen bringt die aktuellen Absolventen in die vorteilhafte Lage unter einer Vielzahl von Angeboten auswählen zu können. Die Wahrscheinlichkeit eine Stelle in der gewünschten Fachrichtung und am gewünschten Ort zu bekommen ist extrem hoch. Zudem sind bei steigendem Numerus clausus die meisten Abiturienten sowieso nur froh überhaupt irgendwo einen Studienplatz zu bekommen und dann irgendwie die Vorklinik zu überstehen.

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37 Bewertungen (Ø 3.08)

Peter Saupp

Student/in der Humanmedizin

Aachen

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Kommentare

  • 13
    24.02.12 - 18:48
    P.H.

    Die Überschrift ist schlecht anders kann man es nicht sagen.Dann ist der Artikel auch noch wenig informativ.
    Und solche Sätze zeugen von sehr wenig Verständnis der Studienlage in Deutschland:

    "Um einen Studienplatz zu bekommen, werden die Abiturienten zukünftig ihre Mobilität steigern und auch ein Studium weit weg von Zuhause in Betracht ziehen müssen"

    Insgesamt unnötiger Beitrag

  • 12
    User_default_image
    23.02.12 - 14:02
    Annemarie Lippert
    Apotheker/in

    Die aufgewärmten Klischees sind wenig hilfreich. Für viele Studenten interessant ist aber sicher, neben den Studienbedingungen, das oft noch immer bestehende Gefälle in den Lebenshaltungskosten. In Halle bin ich mit 500 Euro im Monat sehr bequem zurechtgekommen, trotz monatlich ca. 80 Euro fürs nach Hause fahren an Wochenenden. Mein 8 m² WG- Zimmer (2er WG, gemeinsames Wohnzimmer von 20 m²) hat mich warm rund 160 Euro gekostet.

  • 11
    23.02.12 - 03:24
    Sarah

    Was würden eigentlich die Medizinstudenten in Deutschland zum Thema "Welche Uni ist besser mit einem Notendurchschnitt von 1,1" Ich möchte mich nàmlich an einer Uni anmelden, allerdings darf man, wie ich es weiß,nur eine auswählen... Und ich bin aus Österreich...

    Würde mich freuen, wenn ihr mir weiterhilft

    Meine Frage passt nicht wirklich zum Thema, allerdings möchte ich mich nicht in geschichtliche Unklarheiten einmischen :)

  • 10
    22.02.12 - 22:14
    Liz

    Jan, ich weiß ja nicht, wo Du herkommst.
    Aus meiner Erfahrung würd ich aber sagen, wir sind JETZT ein Land. Aber das muss noch zusammen wachsen. Wobei das Ziel natürlich nicht ist, die Vielfalt zu bekämpfen, weder zwischen Pommern und Bayern, noch zwischen Sachsen und Westfalen oder zwischen Mecklenburg und Thüringen.
    Trotzdem gibt es natürlich noch Unterschiede, gerade bei den (älteren) Leuten, die in den getrennten Systemen sozialisiert sind.
    Ein Punkt, der die Unterschiede aber künstlich konserviert, ist aber die Ignoranz von Leuten aus dem Westen, die die Leistung von 16 Mio Leuten, die von heute auf morgen in einem fremden System aufwachten in KEINSTER Weise wahrnehmen, geschweige denn wertschätzen.
    Dass die Medien da oft unverantwortlich sind und billige Witze mitnehmen, rechtfertigt nicht, das auch zu machen. Wenn man es schwerer hat, von denen, die es leichter haben, noch ausgelacht zu werden, ist echt wahnsinnig lustig.

  • 9
    22.02.12 - 21:01
    Jan

    Ach, ihr übertreibt doch. Ich finde es witzig. In den Medien wird das Thema von oben bis unten verschaukelt und ihr regt euch auf, wenn hier mal ein kleiner Seitenhieb kommt.

  • 8
    Icondirect
    22.02.12 - 20:52
    Martin Freitag
    Student/in der Humanmedizin

    "ossi" & "wessi" - das ist soo 90er.. pff

  • 7
    22.02.12 - 20:33
    Erich H.

    "Nach dem Ab in den Trabi?"
    "Ost oder West? Auf welcher Seite steht ihr?"

    Solche Sätze müssen doch nicht sein. Klingt für mich nach billigem Gehasche nach Aufmerksamkeit. Zumal in keinster Weise ein Zusammenhang mit dem restlichen Inhalt des Artikels zu bestehen scheint. Polarisierung ist gut für die Clicks (DocCheck und akademischer Anspruch? Hahaha!).

  • 6
    22.02.12 - 19:32
    Gast

    Sowohl Titelwahl als auch Inhalt für'n A****. Sorry für den Ausdruck. Komme selbst aus MV (geboren nach der Wende) und studiere in SH.

    Leute die sich so äußern und immernoch zwischen "Ost" und "West" differenzieren (damit meine ich nicht die geografische Differenzierung sondern historische) tragen maßgeblich dazu bei die wahre innerdeutsche Einheit immer weiter zu verzögern.... und so jemand studiert Medizin wo man meint die meisten wären gebildet genug um dies nicht zu tun - aber warum auch innovativ denken wenn man doch einfach alte Klischees bedienen kann.

    Mit diesen Worten: Willkommen im 21. Jh.

  • 5
    User_default_image
    22.02.12 - 19:21
    Andreas Schneider
    Student/in der Humanmedizin

    "Ost oder West? Auf welcher Seite steht ihr?"
    Sehr archaisch und definitiv nicht zeitgemäß! Über 20 Jahre nach dem Mauerfall kann ich solche Formulierungen
    1. nicht mehr hören
    2. auch nicht tolerieren
    Ich bitte um mehr Reflexion der deutschen Vergangenheit! Derartige "Hau-drauf" Formulierungen gehören nicht in einen akademischen Kontext! Losgelöst vom restlichen Inhalt des Artikels!
    Also wirklich: "Ab in den Trabi?" was soll denn das?

  • 4
    22.02.12 - 19:17
    Liz

    Ich weiß ja nicht, wo der Autor seine Wurzeln hat, aber im Jahr 2012 immer noch so billig überholte Klischees zu bedienen. Wenn er immer am Westrand der Republik gelebt hat, empfehle ich dringend, den Horizont sein LAnd betreffend mal zu erweitern. Persönlich empfinde ich die kulturellen Unterschiede zwischen Norddeutschland und Süddeutschland stärker als innerhalb Norddeutschlands zwischen S-H, wo ich 1984 geboren bin, und M-V, wo ich Medizin studiere.
    Gerade wenn Neuabiturienten (am besten abfällig und ihne je "dort" gewesen zu sein) über den "Osten" reden, kann ich echt nur die Augen verdrehen, die sind doch alle Jahre nach der Wende geboren.

  • 3
    22.02.12 - 18:21
    jon

    die mauer ist weg.

  • 2
    22.02.12 - 18:14
    P. K.

    Ich kann da nur K.M. zustimmen. "Der Osten" sowie "Der Westen" gehören ebenso wie der "Trabbi" der Vergangheit an. Außerdem wie frei kann man denn wählen? Noch verschickt die ZVS die Zulassungen.

  • 1
    22.02.12 - 17:50
    K.M.

    Die Titelwahl des Artikels finde ich äußerst suboptimal.

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