| BPhD |
| Akademische Ausbildungsapotheken |
Laut eines Artikels in der Fachpresse vor ca. 3 Jahren dient der Beruf als angestellter Apotheker als Zubrot und wird nicht mehr für geeignet gehalten, eine Familie zu ernähren.
Vor diesem Hintergrund ist es Schwachsinn, weniger Fachinhalte im Studium zu vermitteln, denn man will ja eine Familie ernähren könen, oder sich selbst (ledig sind 50 % Staatsquote weg vom eh mageren Gehalt).
Außerdem darf es keine Apotheker zweiter Klasse geben. Schließlich hat jeder einen Anspruch auf Wissenshintergrund und soll ja auch ausbilden.
Zudem wäre es günstig, Stehhilfen zu haben oder sonstige Erleichterungen, denn Venenbeschwerden sind ja laut Krankenkasse nur eine Befindlichkeitsstörung, und die geplagten, meist weiblichen, Angestellten braucht man nicht fürsorglich zu behandeln. Da gibt es auch keinen Arbeitsschutz.
Immerhin ist das landläufig übliche Gemeinschaftshandtuch weitgehend abgeschafft.
In diesem Sinn kann man nur jeden beglückwünschen, der nicht in der öffenlichen Apotheke landet.
Bitte schauen Sie meinen Kommetar unter dem Thema "Europäische Apotheker sind keine Verkäfer mehr".
Ich kann alles sehr gut verstehen.
Brunnen Apotheke,
49624 Löningen
Barbaros Orhon
Weniger Forschungsinhalte, mehr BWL - dann wäre "Offizinapotheker" ein Fachhochschulstudium. Gerade durch das breit gefächerte und wissenschaftliche Studium gehören Apotheker zur naturwissenschaftlichen Elite.
Warum gibt es denn so viele Klein-und Kleinstapotheken bei uns ? Magels beruflicher Alternativen ist das immer noch besser, als ein Dasein zu fristen mit unsicheren Vertretungen oder als Filialleiter mit Gewinndruck durch den Eigentümer.
Letztendlich ist es ein Zeichen für eine versteckte Arbeitslosigkeit bzw einen eklatanten Mangel an normal bezahlten Arbeitsstellen.
Trotzdem . für andere Akademiker sieht es eher noch magerer aus : unbezahlte Dauerpraktika, prekäre Arbeitsverhältnisse oder gar ein Dasein als Versicherungsvermittler........dahinter braucht sich unsere Zunft nicht zu verstecken. Ausserdem war es noch nie so günstig , eine kleinere Apotheke , von der man durchaus leben kann, für kleines Geld zu erwerben.
Meiner Meinung und Erfahrung nach hat das Studium wenig mit dem späteren Berufsbild des Apothekers zu tun. Keine Apothekenpraxis, kein Bwl, kein Kommunikationstraining. Man wird quasi ins kalte Wasser geworfen und denkt sich hinterher warum musste ich soviel lernen für Fächer die ich später in der Apotheke nicht brauche!? Die Einführung der Klinischen Pharmazie ist ein armseliger Versuch den Studenten den Praxisbezug nahe zu bringen. Sogar an PTA-Schulen ist der Praxisbezug zur Apotheke bei weitem größer als an der Universität. Ist es dann nicht Schade das meiste Wissen welches man in der Uni vermittelt bekommt in der Apotheke verpuffen zu lassen, weil das wissen dort nicht wirklich benötigt wird, andere schwerpunkte gesetzt werden, man dort kein Wissenschaftler sondern Kaufmann ist!? Darüberhinaus ist die Vergütung in Apotheken dank unserer Politik und unseres Gesundheitssystems miserabel, der Arbeitsaufwand viel höher und der Weg in die Selbstständigkeit sehr risikoreich.
Dann ist es kein Wunder, dass Studenten lieber den Weg in die Pharmaindustrie suchen. Bessere Bezahlung, bessere Zukunftsaussichten.... Jedenfalls noch.
Die Gründe, warum Pharmaziestudenten in die Industrie wollen, liegen nicht im mangelnden Praxisbezug des Studiums.
Gründe, die für die Industrie sprechen:
* deutlich bessere Bezahlung als in der Apotheke (allein die PTA, die in die Apotheke als Pharmareferentin kommt, verdient äquivalent wie ein angestellter Apotheker in der Apo)
* mehr Urlaub
* Gleitzeit ist üblich
* bessere Möglichkeiten zur Teilzeitarbeit (beispielsweise als Frau mit Kind)
* Fortbildungen möglich und durch die Industrie gefördert
* relative Unabhängigkeit von gesetzgeberischen Entscheidungen, da wesentlich bessere Lobbyarbeit
* die Aussicht, in 10 Jahren nicht im Schlecker bunte Schachteln über den Tisch zu geben
Früher hatten wir nach dem Abi 2 Jahre Praktikum in der Apotheke und dann ging es nach einer Prüfung (Vorexamen)erst an die Uni. So schlecht war das gar nicht, da hat man Kommunikation mit Kunden gelernt, und Rezeptur/Defektur auch ausreichend.
Über den total fehlenden Praxisbezug in der Uni haben wir damals auch schon gemeckert und wollten ein Transparent aufhängen mit der Forderung "Gebt den Vorexaminierten die Aporobation"
Wie immer ist die Wirtschaft schneller als die Regularien der Hochschulpolitik: wie im heutigen Apotheke ad hoc Newsletter ( vom Fr. 25.11.2011) zu lesen ist bietet die zur Kohl Gruppe gehörende Apothekenkooperation AVIE Pharmazeuten nach dem 2.Staatsexamen ein auf die spätere Apothekenpraxis maßgeschendiertes Aufbaustudium an, mit dem die angehenden Pharmazeuten bestens gerüstet in die Selbständigkeit entlassen werden. Die Firma erkennt rechtzeitig, dass sich bald ein eklatanter Mangel an Offizinapothekern einstellt und "züchtet" sich den eigenen Nachwuchs heran. Clever !
Zur möglichen Lockerung der Regularien bei der Zulassung: Wer wie Kollegen von mir sich in den letzten Monaten um Approbierte bemühte kann im ländlichen Raum erahnen, was auf die selbständigen Offizinapotheker zukommen wird. Wahrscheinlich senkt man dann auch die Zulassungsbeschränkungen aus dem europäischen Ausland, wie es schon in vielen anderen Bereichen eingerteten ist.
In bayerischen Schulen wurden z.B. ja schon österreichische Förster als Biologielehrer eingesetzt.
28% sind erstaunlich viel - in Dänemark arbeiten nur 20% (etwa 650) der Apotheker in den Apotheken und über 60% in der pharmazeutishen Industrie. Die dänische Apotheke arbeitet demnach sehr effizient - umgerechnet müßten in Deutschland weniger als 10.000 Apotheker für die deutschen Apotheken ausreichen.
Akademische Ausbildungsapotheken??!!! - So ein Schwachsinn! Dass führt doch nur dazu, dass nur noch einige priviligierte Apotheken, die über das nötige Personal, Zeit und Geld haben, sich zur Weiterbildungsstätte qualifizieren können. "Otto-Normal-Apotheke" hat diese Möglichkeiten nicht. Die Folge ist, dass nur noch viel weniger Praktikanten den Weg in die öffentliche Apotheke finden. Die eigentlichen Gründe für den Approbiertenmangel in der Offizin sind doch: unattraktive Arbeitszeiten, rel. schlechte Bezahlung, die schikanöse Bürokratisierung (z.B. Rabattverträge), sowie der Filialisierungswahn vieler Kollegen, durch den viele Approbierte in unrentablen kleinen Apotheken gebunden werden.
Die mangelnde Vergütung in den Öffentlichen Apotheken dürfte der Hauptgrund für den Nachwuchs sein, sich außerhalb der Apotheke beruflich zu orientieren. Eine approbierte Mitarbeiterin hat große Probleme ihren Kindern ein Studium zu finanzieren. Der Sprung in die Selbstständigkeit dürfte unter den heutigen Rahmenbedingungen aber sehr risikoreich sein. Das Studium ist hammerhart, aber durchaus praxisbezogen. Nicht zu vergessen sind die Möglichkeiten der Weiterbildung und den Erwerb des Fachapothekers für Offizinpharmazie. Dort sollte Kommunikationtechniken mit den Patienten vertieft werden.
Au prima! noch mehr Regularien. Davon haben wir ja in Deutschland nicht genug. Und USA ist ja schon immer Vorbild. Was bei denen gut ist, wird hier vergessen: Pharmakologie wird in Frankreich, im Iran und sogar in USA GEMEINSAM für Pharmazie- und Medizin-Studenten gelehrt. Das könnte die beiden Berufsgruppen ja ein bißchen näher bringen. Ob die deutsche Pharmaindustrie etwas dagegen hat? Oder die GKV?
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![]() | Tuberkulose: Schutzlos ausgeliefert? 18.03.2009, DocCheck TV Redaktion Dauer: 04:36 min |