Der Standpunkt des Medizinischen Fakultätentages wird hier leider kaum im Zusammenhang dargestellt. Der MFT vertritt die Interessen der Medizinischen Fakultäten und damit auch fast nur die Universitätsklinika. Wie man von vielen Uniklinika über die grauen Kanäle hört, ist dort die PJ-Ausbildung gerne mal auf niedrigem Stand und besteht aus Blutentnahmen, Aufnahmen und Haken halten. An unserer Uniklinik werden bei Mangel an kostenlosen Arbeitskräften die PJ-Studenten einfach behalten und weniger an auswärtige Kliniken geschickt, was im kommenden PJ-Semester dazu geführt hat, dass ein Maximum an Auslandsaufenthalten von allen Studenten mit entsprechender Finanzkraft ausgereizt wird.
Der MFT hat noch nicht verstanden, dass (soweit möglich schon jetzt) mit Füßen abgestimmt wird. In Zukunft müssen sich die fast ausschließlich öffentlich-rechtlichen Uniklinika den Realitäten des Marktes stellen; die erbärmlichen Argumentationen beruhen auf der ungewohnten Situation, auf einmal in Konkurrenz treten zu müssen und dabei auf kostenlose Arbeitskräfte zu verzichten.
Im Umkehrschluss wird allerdings bei der nächsten Ärzteschwemme die Ausbildungsqualität und Bezahlung wieder leiden. Das gehört auch zu einem freien Markt.
Ich fände es schön, wenn man im PJ wirkliche Mobilität hätte. Ich darf als Charité-Studentin nur in Berlin oder Brandenburg PJ machen. Ich bin wegen der "Studentenüberfüllung" der Uni-Kliniken auch nach Brandenburg gegangen für ein Tertial und wäre aber auch gern in andere Bundesländer gegangen (hatte in NRW gute Famulatur-Erfahrungen). Das Gute daran wäre: es gäbe Konkurrenz um PJler - bessere Lehre, bessere Arbeitsbedingungen und vielleicht sogar Bezahlung....
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