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Durchleuchtet: Famulatur an der Charité

Die Radiologie bildet inmitten der Krankenhauslandschaft einen diagnostischen Mittelpunkt. Von der HNO-Abteilung bis zur Herzchirurgie sind fast alle Stationen auf die Strahlenfachärzte angewiesen um CTs, MRTs, Sonographien oder konventionelle Röntgenuntersuchungen durchführen zu lassen. Da ich die Radiologie aufgrund der vielfältigen Diagnostik und des fächerübergreifenden Wissens sehr herausfordernd finde und eine Famulatur an einer renommierten Klinik absolvieren wollte, entschied ich mich, mich an der Charité in Berlin im Bettenhochhaus (Campus Mitte) für eine Radiologie-Famulatur zu bewerben.

Welches Verfahren hätten's denn gern?

Die Zusage auf meine Bewerbung per E-Mail kam wenige Tage später mit der Bitte, einen Arbeitsplatz für die Famulatur auszuwählen. Zur Wahl standen CT, konventionelle Röntgendiagnostik, Neuroradiologie oder die Innere Klinik. Man musste jeden Arbeitsplatz für vier Wochen belegen, sodass für mich leider nur eine Möglichkeit zur Auswahl stand. Ich habe mich schließlich für das CT entschieden, da diese Technik einen immer größeren Stellenwert in der Diagnostik einnimmt und da ich das Lesen von CT-Bildern erlernen wollte.

Patientenaufklärung und Telefondienst

Am ersten Tag der Famulatur wurde ich um 07:30 Uhr zur Frühbesprechung der Radiologen gebeten. Die für Famulatur und PJ zuständige Ärztin wies mich daraufhin in die Räumlichkeiten und Arbeitsabläufe ein. Meine Aufgabe bestand zum größten Teil in der Aufklärung von Patienten über die jeweiligen Untersuchungen, der Anlage von venösen Zugängen und der Befundung von CT-Bildern, die anschließend vom Oberarzt supervidiert wurden. Die Kontrastmittelgabe wurde dagegen von den Röntgenassistenten durchgeführt. Weiterhin erhielt ich das sogenannte CT-Telefon, auf dem meist Befundanfragen von anderen Ärzten eingingen.

Normalerweise wurden die Regeluntersuchungen bis 13 Uhr durchgeführt, sodass dann Zeit für ein kleines Mittagessen blieb. Am Nachmittag konnte man interessanten interventionellen CT-gestützten Eingriffen beiwohnen, z.B. einer CT-Punktion der Lunge oder einer Drainage-Legung in einen abdominellen Abszess. Um 15:45 folgte dann zum Tagesabschluss die Chirurgen-Demo, in der chirurgische OPs evaluiert und geplant wurden.

Teaching

Zweimal pro Woche fand zusätzlich zur Frühbesprechung ein ca. 30-minütiges Teaching für Famulanten, PJ’ler und Assistenzärzte statt, in dem interessante Patientenfälle oder Krankheitsbilder anschaulich vorgestellt wurden. Dazu gab es immer Kaffee, was dem ganzen eine entspannte Atmosphäre verlieh.

Fazit

Abschließend kann ich sagen, dass mir die Famulatur in der Radiologie der Charité sehr gefallen hat. Die Assistenz- und Oberärzte sind sehr nett und helfen einem bei jedem Problem weiter. Durch das Sichten von unzähligen Befunden und auch durch das selbstständige Schreiben von Briefen bin ich nach der Famulatur nun viel sicherer im Umgang mit CT-Bildern geworden. Weiterhin habe ich einen realistischen Eindruck vom Arbeitsalltag eines Radiologen an einer Uniklinik bekommen, der durch die Nachtdienste ein durchaus anstrengender Job sein kann.

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Tim Hollstein

Student/in der Humanmedizin

Berlin

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Kommentare

  • 1
    Icondirect
    01.09.11 - 11:53

    "Meine Aufgabe bestand zum größten Teil in der Aufklärung von Patienten über die jeweiligen Untersuchungen"

    Ich bin beeindruckt, den das wäre in vielen Kliniken rechtlich gar nicht möglich. War dabei kein Arzt anwesend?
    Ein wenig verwirrend fand ich, dass die Bilder nun gar nicht zu dem geschilderten Bericht passten (ist nicht nicht einmal ein CT dabei).

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