| Physician Assistants - Untergang der Ärzte? |
Ein interessanter Artikel, der leider die Realität in Deutschlands Pflegelandschaft nicht richtig wiederspiegelt. Pflegeexperten und -spezialisten gibt es auch heute schon in den unterschiedlichsten Bereichen, z.B. Heimbeatmung, Wundmanagement, Palliative Care, klinische und außerklinische Intensivpflege, etc. Durch Nutzung der medizinisch-pflegerischen Expertise der entsprechenden Pflegefachkräfte könnteließ sicherlich die ärztliche Unterversorgung in ländlichen Bereichen kompensiert werden. Einen Haken hat die Sache allerdings, auch ohne dieses weitere Betätiggungsfeld fehlen in Deutschland schon heute zuviele Pflegefachkräfte.
Die "Gemeindeschwester" ist ein nicht nur in der früheren DDR praktiziertes weltweites Erfolgsmodell. Diskutiert wird es ja auch wieder für unsere von Ärztemangel bedrohten ländlichen Gebiete.
Daneben erinnere ich bestens, wie schon vor 30 Jahren alte "Chefs" häufig auf die alte Stationsschwester hörten, ehe sie den jungen Assistenten fragten.
Der Saft kommt aus der Tautologie, dass häufige Krankheiten nun mal häufig sind - und die können bestens von Schwestern und Pflegern versorgt werden, die sie weit häufiger gesehen haben, als der junge (Haus)arzt.
Ich fände die Möglichkeit der aufbauenden Qualifikation von (teilweise sehr !) fähigem Pflegepersonal absolut wünschenswert! Was in der Niederlassung als zwingend ärztliche Leistung deklariert wird,ist teilweise lächerlich und könnte genauso gut (wenn nicht besser ) durch qualifiziertes Pflegepersonal durchgeführt werden. Die höhere Verantwortung der "paramedics" verbessert die Versorgung und die Freude an der Arbeit. Gerade bei chronischen Erkrankungen mit klaren Leitlinien ( an die wir uns ja auch halten...)könnte eine Delgation die Ärzte und das Gesundheitssystem entlasten. Ob allerdings die Apotheke der richtige Platz dafür ist ,sei dahingestellt.
Wir haben (Gottseidank ?) in Deutschland eine völlig andere rechtliche Ausgangssituation. Und solange der BGH seine Forderung der Patientenbehandlung nach Facharztstandard beibehält, werden derartige Fast-Kliniken oder andere Konstellationen kaum Entwicklungs-Chancen haben. Aber es gibt - unabhängig von dem Kostendruck der in den USA ja die Hauptursache für diese Entwicklung darstellt - hierzulande ja auch andere Szenarien wie Ärzte- und Pflegepersonalmangel, die in einigen Jahren durchaus auch bei uns derartige Veränderungen bewirken könnte.
Wir haben schon längst Pflegespezialisten in Deutschland!
Ein seit 10 oder 20 Jahre in einem Fachgebiet arbeitender Pfleger oder Schwester Ist einfach Experte auf seinem Gebiet (wenn auch nicht auf dem Papier, so doch in der Praxis)
Würden sich viele solcher "Spezialisten" zusammentun, könnten sie bei leichten Erkrankungen sehr gut Ärzte entlasten.
Wir sind vor über 6 Jahren dauerhaft von Deutschland nach Südafrika umgesiedelt. Einer der Gründe war die für Psychotherapeuten unerträgliche Situation im deutschen Gesundheitswesen. In SA basiert Gesunderhaltung viel mehr auf Selbstverantwortung. Das wird von Krankenkassen ganz anders unterstützt als in D. Dazu zählen z.B. Preisreduktionen beim Kauf gesunder Lebensmittel (Obst, Gemüse etc.) und regelmäßige Checks in den vielen "Kliniken", die man hier in Apotheken findet. Dort werden von speziell ausgebildeten Krankenschwestern viele Dinge angeboten, die einerseits den Arzt entlasten, die aber auch von großen Teilen der Bevölkerung sonst nicht bezahlt werden könnten. Die Dienstleistung reicht dabei von der Schwangerschaftsberatung über Kontrolle des Blutdrucks, Bestimmung von Blutzucker und Cholesterin, Aids-Schnelltest bis zu Impfungen. Für die an Luxus gewöhnten Augen von Europäern machen diese "Kliniken" (wie auch viele Arztpraxen) einen fast erbärmlichen Eindruck, aber das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt viel mehr als in Europa. Noch weigern sich in Deutschland viele Politiker zuzugeben, dass es dort schon seit ewigen Zeiten ein 2-Klassen-Gesundheitssystem gibt. Aber erst wenn das als Realität anerkannt und zugegeben wird, können auch für die "2. Klasse" neue Konzepte entwickelt werden - wie z.B. die Einführung solcher Mini-Kliniken. Im untergehenden Sozialsystem Deutschlands sind neue Ideen längst überfällig!
Ich denke, das es eine Lösung für überfüllte Arztpraxen darstellt. In der Anmeldung könnte da direkt "ausgesondert werden", wer mit dem klinischen Blick behandelt werden kann und der/die Artzt/in hat mehr Zeit für die richtigen Problemfälle.
Eine gewisse Parallelversorgung gibt es auch bei uns: z.B. Heilpraktiker, allerdings sind die sicher nicht günstiger.
Wenn die Leistumgen in den Fast-kliniken in Deutschland die Hälfte dessen kosten würden, was sie bei einem Arzt in USA kosten, so wäre dies immerhin mehr als das was ein niedergelassener Arzt heute in D. bekommt! Insofern könnte man diese Kliniken sivher leicht mit gut susgebildeten Ärzten bestücken, fa sie hier ja besser verdienen würden als jetzt. Warum sollten aber die Patienten diesen höheren Preis bezahlen? Fakt ist doch, daß sich solche Einrichtungen nur in USA lohnen, wo die Honorare der Ärzte vielfach höher sind als in Deutschland.
Nach dem deutschen Heilpraktikergesetz müsste die Einrichtung solcher Kliniken eigentlich sonst problemlos möglich sein.
Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass die Ärzte nicht jeden Infektpatienten sehen müssen.
Viele gehen derzeit ja auch direkt in die Selbstmedikation.
Aber in einer Apotheke sollte so etwas dennoch nicht etabliert werden.
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