Im Zebrafisch wiesen Dr. Christian Klein, und Prof. Ferdinand le Noble nach, dass das Gen Navigator-3 (kurz nav3a) die Entwicklung der Leber reguliert. Fehlt es, kann sich die
Leber nicht bilden. „Es gibt zudem bereits erste Hinweise darauf“, so Dr. Klein, „dass dieses Gen während der Entstehung von Lebererkrankungen beim Menschen fehlreguliert ist“.
Beim Zebrafischembryo ist das Navigator-Gen in Vorläuferzellen der Leber aktiv. Fehlt es, kann sich die Leber nicht entwickeln. Das Navigator-Gen ermöglicht es den Zellen, wie sein Name besagt, zielgerichtet zu wandern. In einem weiteren Schritt konnten die Forscher zeigen, dass es in den Zellen den Umbau des Zellskeletts optimiert. Es schafft damit die Voraussetzung dafür, dass die Zellen punktgenau zu ihrem Zielort wandern können, wo sie dann die Leber bilden. Angestoßen wird die Produktion des Navigator-Gens von dem
Signalmolekül wnt2bb, das zu einer Gen-Familie gehört, die zentrale Funktionen bei der Bildung von Organen hat.
Die Erforschung von Entwicklungsprozessen in Zebrafischembryonen ist auch für die Erforschung von Krankheiten des Menschen von Bedeutung. So gibt es laut Dr. Klein bereits erste Hinweise darauf, „dass fehlreguliertes nav3a bei der Entstehung von Leberkrebs und
Leberzirrhose beim Menschen beteiligt ist. Nav3a könnte somit als therapeutisches Ziel von Bedeutung sein.“
Originalpublikation:
Neuron navigator 3a regulates liver organogenesis during zebrafish embryogenesis Christian Klein et al.; Development, doi:10.1242/dev.056861; 2011