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LED-Bildschirme beeinflussen Schlafrhythmus

Immer mehr Menschen verbringen ihre Zeit vor (Computer-)Bildschirmen, die mit einer sogenannter LED (Light Emitting Diodes)-Hintergrundbeleuchtung ausgestattet sind. Diese gibt bei ungefähr 464 Nanometern Wellenlänge vermehrt blaues Licht ab, auf das unsere Augen besonders empfindlich reagieren. Licht in diesem Wellenlängenbereich beeinflusst den Spiegel des Schlafhormons Melatonin und die kognitive Leistungsfähigkeit am Abend besonders stark, wie die Studie der Forscher um Prof. Christian Cajochen von der Abteilung Chronobiologie der Universitären Psychiatrischen Kliniken Basel ergab: Vor den LED-Bildschirmen waren die 19- bis 35-jährigen männlichen Testpersonen weniger schläfrig.
So hatten die Versuchspersonen, die abends fünf Stunden vor den LED-Bildschirmen verbrachten, im Vergleich mit jenen vor Computerbildschirmen mit konventioneller Beleuchtung eine um bis zu 20% schnellere Reaktionszeit. Sie waren subjektiv und objektiv wacher und wiesen in einem Wortpaarlerntest die besseren Resultate auf. Zudem war bei ihnen das Schlafhormon Melatonin länger unterdrückt. Bildqualität und Sehkomfort wurden bei beiden Bildschirm-Bedingungen gleich bewertet, wobei Bildschirme ohne LED-Technologie als eher heller eingestuft wurden. Die Forscher schlagen vor, Computerbildschirme herzustellen, deren Wellenlängenprofile individuell programmiert werden können, sodass abends der Schlaf-Wach-Rhythmus nicht gestört wird.
Originalpublikation:
Evening exposure to a light emitting diodes (LED)-backlit computer screen affects circadian physiology and cognitive performance
Christian Cajochen et al.; Journal of Applied Physiology, doi:10.1152/japplphysiol.00165.2011; 2011

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50 Bewertungen (Ø 4.06)

Quelle

  • Uni Basel
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Kommentare

  • 6
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    30.03.11 - 14:01

    Zu 4--"Droge"-na ja Licht ganz allgemein-Winter "depression", lange dunkel.Im Sommer sind wir doch prinzipiell häufig etwas heiterer, aktiver und optimistischer. Gibt ja auch Lichttherapien mit verschiedenen Indikationen und Wellenlängen. Vielleicht basteln wir uns demnächst "Privatsonnen " auf unseren Bildschirmen.Bin da allerdings weniger euphorisch.

  • 5
    Defaultmedium
    30.03.11 - 11:34
    Dr. Otto A. Brusis
    Arzt/Ärztin

    Nachschlag, wie ist das mit den Älteren und den Alten?

  • 4
    Defaultmedium
    30.03.11 - 11:33
    Dr. Otto A. Brusis
    Arzt/Ärztin

    Ist nun LED eine "Droge"?? Es ist ja schön, munterer zu sein, aber ist das auf die Dauer für das Gehirn und seine somatischen "Anhangsorgane" i.e. der Rest von uns auch unbedenklich?
    Wäre schön, darüber ein bisschen mehr zu erfahren.

  • 3
    Defaultmedium
    30.03.11 - 09:01

    Zu 1--Mit unterdrücktem Melatonin schläft es sich besser?Klar verstanden habe ich das nicht.Abgesehen davon ob es so wünschenswert bis ca. 24 Uhr voll konzentriert zu sein-lässt sich natürlich nicht immer vermeiden bei gegebener Notwendigkeit-und die regenerativen anderweitigen Prozesse zu stören (Somatotropin...)Vielleicht existiert ein Zeitkorridor in dem das "blaue Licht" physiologischen Nutzen bringt? Zuverlässige individuelle Wellenlängen- sicher auch sehr diffizile Zukunfttsmusik.

  • 2
    User_default_image
    29.03.11 - 09:01
    Dr. med. Oliver Heinrichs
    Zahnarzt/-ärztin

    Klasse Artikel

  • 1
    User_default_image
    29.03.11 - 07:53
    Frau Gerda King
    Mitarbeiter/in Pharmaagentur

    Ist ja interessant, ich schlafe seit ca. 2 Wochen wesentlich besser und in der Regel auch 1 - 2 Stunden länger. - Jetzt weiß ich auch warum - seit dieser Zeit habe ich im Schlafzimmer einen kleinen LED Fernseher! Danke, für die Aufklärung.
    Gerda King

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