Unabhängig von der Prothesenproblematik mache ich noch auf
das vitale Narkoserisiko aufmerksam, das mit dem Alter
logarithmisch steigt.
Die dritte Hüftprothese zwischen dem 82. und 83. Lebensjahr
wurde von einem meiner Freunde cardiocerebral nicht überlebt.
Eine vorherige neurologische Untersuchung wurde "nicht für
nötig" gehalten, da der "so gesunde Mann" praeoperativ "geistig nicht auffällig war ".-
Kommentar überflüssig !
Die Notwendigkeit von Transparenz über die Realisierung von Indikationskritierien sowie Kurz- und Langzeitergebnissen wird wie immer reichlich spät zugestanden. Wir haben in Deutschland noch immer die Vorherrschaft der Föderalismus genannten Kleinstaaterei, bei der jeder seine eigene Statistik führt und möglichst geheim hält.
Als Kollege mit eigener Negativerfahrung ( Hüft TEP mit geharnischter Sepsis und Myositis ossificans circumscripta sowie keiner wesentlichen Amplitudenverbesserung im Gelenkbereich) finde ich die Initiativen und Grundhaltungen zur Offenbarung der Arbeitsergebnisse in Skandinavien und der Schweiz vorbildlich und nachahmenswert, wenngleich wir da leider niemals Vorreiter sein werden.
Guter Artikel, obwohl die Staistiken nur bedingt glaubwürdig sind, ebenso unsicher ist die Fokussuche. Ein Register ist da sicher von Nutzen.
Ich gebe Herrn Finke recht, die Mindestmengen haben zweifelsohne in den Häusern einen Einfluss.
Was mich am vermittelten Gesamteindruick stört, das die vielen Patienten, denen Hüft-TEPs rasch zu neuer Beweglichkeit bzw. Beweglichkeitserhaltung verholfen haben, nun offenbar für selbstverständlich taxiert werden.
Ich möchte nur an die Zeiten erinnern, wo die Schenkelhalsfraktur beim älteren Menschen gekünschert wurde und man wegen der langen Immobilisation auf die (oft tödliche) Embolie warten konnte.
Gut, dass man einmal nachdenklich geworden ist und Indikation und Erfolg einer Implantation überprüft.
In der oralen Implantologie existiert ein ähnliches Problem, das vielen Kollegen und Implantatherstellern nur wenig bekannt ist, oder aber so getan wird, als würde es nicht existieren. In der Implantologie, die als weitgehend empirisches Fachgebiet gilt, sollten vielleicht mal etwas mehr Grundlagen (Materialverträglichkeit etc.) gesichert und die Indikationen mit Rücksicht auf Nutzen und Nebenwirkungen am Patienten überprüft werden.
Ein nationales Prothesenregister, das alle Implantationen erfasst, ist wichtig,schon allein um der Frage zementierte vs. nicht zementierte Prothesen uznd Detailos der Implantationstechnik nachgehen zu können.
Für den Anstieg der Implantationszahlen dürfte auch die Mindestmengenregelung sowie die Zahl der an den Krankenhäusern operierenden niedergelassenen Kollegen eine Rolle spielen.
Sehr geehrter Herr Graetzel,
weil ich persönlich miterlebt habe, welch schweres Schicksal ein Patient zu ertragen hat, dem z.B. eine Knie-
Endoprothese fehlerhaft implantiert worden ist - auch das
kommt leider noch viel zu oft in Deutschland vor - bitte
ich Sie, im Zusammenhang mit dem neu einzuführenden
Endoprothesenregister nicht nur davon zu sprechen, "das es
möglich ist, das Schicksal einzelner Prothesen nachzu-
verfolgen" sondern auch davon, dass menschliche Schicksale
dahinter stehen, die durch die disziplinierende Eigenschaft eines Endoprothesenregisters reduziert werden
können, wie in Schweden nachgewiesen.
Danke für diesen Artikel und freundliche Grüße,
Christian Varchmin
das Kantonsspital St Gallen (Schweiz) führt seit längerem ein solches Prothesenregister für Knie- und Hüftprothesen. Auch die Revisionen werden dort festgehalten. Leider hatte ich als PJ'lerin keinen Einblick in die Zahlen...
Noch mehr Bürokratie und selbsternanntes Spezialistentum, als ob es nicht schon für Hüften und Knieprothetik eine Mindestmengenregelung und Qualitätserhebungen gibt, die eigentlich nur vernünftig ausgewertet und überarbeitet werden müssen. Wer sagt denn übrigens, dass nur "die Krankenhäuser" an der Steigerung Schuld tragen, oftmals sind es doch eher die niedergelassenen Kollegen, die an den Krankenhäusern zwar operieren, aber eigentlich als niedergelassene Belegärzte davon mehr proftieren !
Als Patient bekomme ich da Angst!
Habe schon ein neues Kniegelenk und muß trotz meiner Krebserkrankung nun noch zwei neue Hüftgelenke bekommen, ich bete es möge alles gut verlaufen und ich nicht zu allem auch noch von einer Rückrufaktion betroffen sein werde.
Mein Orthopäde ist sehr guter Operateur, da hoffe ich auf Wachsamkeit und Information des Patienten-rechtzeitig-.
guter Beitrag ! Info wichtig !
wo kommen die Zahlen über die Menge der Implantationen her?
können auch Zahlen über die Menge der Wechsel-Operationen gemacht werden ? am besten in aseptische Lockerung und sept.Lockerungen unterteilt.
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