Mein PJ ist im Januar zu Ende gegangen und ich habe beidews erlebt.
Ich war 2 Tertiale in einem peripheren akademischen Lehrkrankenhaus mit 400 € Vergütung. Im ersten Tertial in der Inneren habe ich schnell viel Verantwortung getragen - bis hin zur Leitung einer Station nur mit "Telefonjoker" und habe so gelernt mich zu orargnisieren. Leider kam die praktische Ausbildung dabei viel zu kurz, bzw. fehlte einfach. Die Pflege hat mich aufgefangen und mich - wie so manchen neuen jungen Assistenen auch- sehr unterstützt.
Das 3. Tertil im gleichen Haus in der Chirurgie war super.
Ich war aditional dabei und die Asistenten und Oberärzte hatten Spaß daran einem interessierten PJ möglichst viel zu zeigen und zu praktisch zu ermöglichen. Die Assistenz bei besonderen Eingriffen gehörte genau so selbstversändlich dazu, wie das strukturierte Vorstellen eines neuen Patienten in der Frühbesprechung nach einem Supervisionsgespräch nach der selbständigen Aufnahme neuer Patienten.
Das 2. Tertial (Wahlfach Integrative Medizin) war in einem Haus ohne Vergütung, aber mit freiem Mittagessen. Hier wurde man sehr strukturiert an den Arztalltag herangeführt mit einem klaren Ausbildungkonzept und einem schrittweise heranführen an die verschiedenen ärztlichen Tätigkeiten.
Eine kontinuierliche Betreuung durch einen festen Assistenzarzt und feste Fortbildungen und Supervisionen durch die Öberärztin führten zu einer sehr guten Lernkurve in einer sehr guten Lehr- und Lernatmosphäre.
Fazit:
Die Qualität der Ausbildung liegt nicht dran, ob eine Haus die PJ-Zeit vergütet, sondern an dem Engagement der Ärzte in der Abteilung und an derm interesse und an de der Einsatzbereitschaft des PJ´lers
Eine Vergütung die eine Überleben in der PJ-Zeit absichert, wenn der Lebensunterhalt selber bestritten werden muß, erhöht meines erachtens die Lern- und Einsatzbereitschaft der PJ´ler.
Allerdings gibt es bei einingen Lerenden noch einen post
PJ-Neidfaktor "Wir sind damals auch nicht bezahlt worden", der sich eher negativ auswirkt.
Eine miese Situation, das stimmt. Wobei immer noch die direkten Nachbarn der Ärzte im Gesundheitssystem, nämlich die Diplom-Psychologen, die Könige des Ausgenutztwerdens sind.Die verdienen im Vergleich in ihren praktischen 3-5 (!) Jahren ebenso schlecht wie ein Medizinstudent im PJ, also je nach Stadt und Klinik von 0-1000€ für volle Arbeitszeit.
Zusätzlich kommt versüßend hinzu, dass die Weiterbildung von den PPs voll bezahlt werden muss. D.h. neben der nicht oder kaum vorhandenen Bezahlung muss man 25.000€ aufbringen und jeden Monat ca 350€ ans Institut zahlen. Das ist eigentlich nur noch mit Kredit möglich.
Nicht zu vergessen, dass der Psychologe zu diesem Zeitpunkt schon eine fertige Ausbildung (Diplom) hat, also als vollwertiger Akademiker so durch das Gesundheitssystem ausgebeutet wird.
Das soll wie gesagt nicht heißen, dass das mit dem PJ so OK ist, das ist es nicht. Allerdings werden andere Berufsgruppen im Gesundheitswesen noch schlimmer bestraft...
Das PJ ist nur ein kleiner Teil der masslos schlechten Ausbildung der Ärzte, insbesondere in den chirurgischen Fächern. Das Verhältnis zwischen Aufwand und Lerneffekt stimmt einfach nicht und die Diskussion um Bezahlung ist eine Alibiveranstaltung. Solange die Verantwortung für die Ausbildung beim Lernenden liegt, wird dies auch so bleiben. Erst wenn die Verantwortung auf den Ausbilder übergeht, wird sich das verbessern.
Zum Thema PJ: alleine aus sozialen Gründen muss das in der heutigen Form eigentlich abgeschafft werden. Studenten, die aus finanziell schächeren Verhältnissen kommen, müssen Kredite für ihre eigene Ausbildung aufnehmen. Das kann nicht sein. Zusätzlich sollten die Kriterien für eine Zulassung für die Ausbildung von PJ-lern überdacht werden. Die bessere Ausbildung hab ich immer an kleinen Häusern erhalten.
..... und liebe Kollegen: lasst es Euch einfach nicht gefallen. Die grösste Schwäche der Mediziner ist die fehlende Solidarität untereinander.
Da es mittlerweile auch genug Häuser gerade in ländlichen Bereichen gibt, die etwas Taschengeld zahlen (so möchte ich 400 Euro bei Vollzeittätigkeit einmal nennen), und man in diesen Häusern nach meiner KPP-Erfahrung wesentlich mehr lernt, kann sich der Herr Klinikdirektor sicher bald auf die veränderten Bedingungen freuen. Und wenn die Ausbildung hier schlecht ist, gibt es immer noch das Ausland.
man sehe sich doch die lehrer an.die bekommen auch im refrendariat geld.zwar sind das nur 900€,aber ich wäre im PJ froh darüber gewesen.außerdem vermute ich,dass wir mehr arbeit leisten..
so war ich gezwungen an einem wochenende im monat 20h zu arbeiten bzw von vorher gespartem zu leben..
ob man geldwerte leistung bringt ist von fachbereich zu fachbereich unterschiedlich.in der anästhesie ist man wohl eher schmückendes beiwerk.in fast allen anderen disziplinen ist das anders.da ist man depp vom dienst.und ich hoffe besagter klinikdirektor bekommt keine pjler mehr.
Ich gehe während meines Studiums noch 20 Stunden die Woche arbeiten, um mir meinen Lebensunterhalt zu verdienen. Leider bleibt da nicht allzuviel übrig, um noch etwas für das PJ zu sparen. Ich bin mal gespannt, wie ich das hinbekommen werde...
1. Es ist keine "einmalige Situation", dass man im Studium für "Lehrveranstaltungen" Geld bekommt. Hier in Aachen z.B. gibt es viele Maschinenbauer, bei denen ist es ganz normal, dass man für seine Praktika bezahlt wird. Und das gar nicht mal so schlecht.
2. Der Punkt der hier ganz am Ende genannt wird ist denke ich ein sehr wichtiger. Studenten, die sich ihren Lebensunterhalt selbst verdienen müssen, müssen im Prinzip "aufs PJ sparen", denn immerhin macht man einen Ganztagsjob, und dabei nebenher seinen Job zum Geldverdienen weiterzumachen ist schlichtweg utopisch.
ja, das PJ... Nicht nur in der Medizin gibt es das Problem, denn auch in der Pharmazie gibt es das PJ zwischen 2. und 3. Staatsexamen. Die Vergütung liegt aktuelle 619,-€ im ersten halben Jahr und in der zweiten Hälfte 863.-€ (lt. ADEXA). Da man im PJ ja nicht mehr immatrikuliert ist, bedeutet das, dass dieses Gehalt voll sozialversicherungspflichtig ist. Bei 40h/Wo bleibt auch nicht mehr viel Zeit, sich etwas nebenher zu verdienen, was ja eh schon vom Gedanken her unmenschlich ist. Wie in der Medizin auch, hat man ein Studium hinter sich, was seinesgleichen sucht, man ist also schon sehr gut ausgebildet. Somit kann ich den Gedanken im obigen Artikel verstehen, dass PJler (Medizin, wie auch Pharmazie) als billige Arbeitskräfte herhalten müssen. Ob wir Heilberufler (ich nehem uns mal unter einen Hut) keinen Gegenwert bringen, wie der Klinikdirektor meines Vorkommentators behauptet, wage ich nach dem Studium, das wir Heilberufler haben, doch sehr zu bezweifeln.
Ja das leidige Thema..Habe auch gerade erst mein PJ abgeschlossen..natürlich unbezahlt.
Fazit: gelernt haben wir alle wenig, dafür umso mehr geldwerte Arbeit geleistet. Eine vorsichtige Nachfrage beim Klinikdirektor, ob eine Vergütung möglich sei: "So eine Anfrage ist eine Frechheit, PJler sind für die Station sowieso mehr Belastung als Hilfe. Sie bringen keinen Gegenwert, also erhalten Sie keine Bezahlung"
Ich denke das kann man unkommentiert und zum "genießen" so stehen lassen.