Nun ja, die in Pflanzen vorkommenden Wirkstoffe sind bezüglich ihrer Menge, Qualität und Beiprodukten abhängig von vielen, vielen Einflußfaktoren (Düngung,Sonneneinstrahlung, Regen, Umweltverschmutzung, Schwermetallgehalte, Pestizide usw. usw.).
Und da man einer Pflanze nicht ansehen kann, wie hoch die Dosis des gewünschten Wirkstoffes (und möglicher belastender Pestizeide, Schwermeatlle usw.) denn nun ist, macht es durchaus einen hohen Sinn, standardisierte, saubere Substanzen herzustellen, die man auch gut dosieren kann.
Ob nun irgendwelche Mischungen besser sein können, als die reine Wirksubstanz, mußte man erstmal zeigen und beweisen.
Was kostet die Entwicklung zugelassener Arzneimittel und was müssen/sollen solche Substanzen letztendlich erwirtschaften?
Die Kosten pro Sativex-Hub sind beträchtlich. Ebenso wie bei Dronabinol oder Cannabis-Extrakt.
Wieso greift man nicht auf das seit Jahrtausende bewährte, rein pflanzliche Naturprodukt zurück? Weil man es nicht patentieren kann und die Pharmafia die Politik ebenso im Griff hat wie (z.B.) das BfArM? Weil die Ärzte sich mit der natürlichen Variante des Cannabis nicht hinreichend auskennen? Weil man einem Mittel, das in Überdosierung im Gegensatz zu Opiaten nicht letal wirkt, nicht traut, weil es missbräuchlich verwendet werden könnte...so wie fast food, internet-porno und verschriebene Arzneimittel?
Es ist kaum zu Glauben, dass diese Substanz den meisten Patienten nicht zu Gute kommt.Besonders Mitarbeiter aus dem Bereich Palliative-Care wünschen sich die Anwendung solcher Produkte.
Interessanter als eine weitere isolierte Monosubstanz könnte das aus der Pflanze gewonnene Gesamtextrakt im Produkt Sativex der Firma GW-Pharmaceuticals sein, welches kürzlich im England zugelassen wurde. Ich kann mir vorstellen, dass gerade die ausgewogene Mischung der vielen aktiven Substanzen die Wirkung besser und verträglicher macht.