| Universität Lübeck |
Solange die eklatanten und bekannten Schwachpunkte im deutschen Gesundheitswesen (z.B. ungenügende mediz. Aus- und Fortbildung fast ohne Qualitätskontrolle, katastrophale Verschweendung von Medikamenten, sehr fragwürdiges ärztliches Abrechnungsverhalten usw.usw.) nicht ernsthaft und effektiv angegangen werden, muss alles andere (z.B. Kopfpauschale oder Erhöhung der Krankenkassenbeiträge) politische insuffiziente Flickschusterei bleiben. Auch Maßnahmen wie in Lübeck geplant können nur als notfallmäßigen politischen Pfusch interpretiert cwerden.
Weniger Herzkatheter, weniger Ärzte, weniger Hüft-Ops und WS-Ops - da läßt sich sparen!
Eine Universitaet macht nicht nur Kosten, sondern produziert auch Einnahmen fuer den Staat. Ueber eigene Aktivitaeten und ueber die mit der Universitaet verknuepfte Industrie. Nur muss man, wenn man Berechnungen aufstellt, daran denken, bevor man das Kind mit dem Bade auskippt. Und Benjamin Franklin kann man mit Luebeck nicht vergleichen. Berlin hat nicht nur einen Campus.
Fuer Luebeck ist es wohl ein Desaster - da hilft es nicht, dass Kiel und Hamburg in der Naehe liegen. Das Volk wandert ab und wird nie wieder gesehen.
Norwegen, frueher auch Schweden, dessen medizinische Ausbildungskapazitaet bei weitem nicht ausreichten, liessen zu meiner Studienzeit ihre Studenten in Kiel und Hamburg so¨wie in Kopenhagen (wo man schliesslich eine gewisse Kompensation von Oslo forderte)studieren. Norwegen entdeckte vor einigen Jahren, dass Polen und Ungarn billiger als Daenemark waren, so dass heutige Jungaerzte, sofern sie nicht in Oslo, Bergen, Stvanger und Trondheim waren, in Osteuropa studiert haben. Nicht sosehr die Studiengebuehren, mehr aber die Bindung an die deutsche Wissenschaft und die deutsche Medizinindustrie wuerde den cashflow aus diesen Laendern bessern. So geht das Geld nach USA und Japan.
Politik ist die Weiterfuehrung der Selbstversenkung mit anderen Mitteln. Ich wuerde gerne TQM auch in politischen Prozessen fordern. Schleswig-Holstein, meerumschlungen, handelt nun mit Ossentungen...
Schade, wenn der Wirtschaftsstandort Lübeck mit seinen Chancen von der Landespolitik aus Kiel nun fallengelassen werden sollte. Mir ist nicht bewusst, welche Wirtschaftswachstumsfaktoren dieses Bundesland sonst noch hat. Die Zusammenarbeit von Medizintechnik und universitärer Forschung am Standort Lübeck und das große wissenschaftliche Potential, was die medizinische Fakultät für Deutschland hervorgebracht hat, suchen Ihresgleichen. Mit den Werften und der Landwirtschaft und seinen ubiquitären Gütern kann man keine Zukunft mit Wirtschaftswachstum, zunehmenden Steuereinnahmen etc. erwarten. Eher werden die Schulden der Städte, Gemeinden und des Landes steigen, die Ausgaben des Landes sicher auch. Aus der Sicht der Gesundheitsökonomie ist der Bereich Gesundheitswirtschaft der Wachstumsbereich der Zukunft. Wenn das Land SH hier kompetent und unabhängig beraten werden würde, könnte die universitäre Medizin in SH u.a. auch am Standort Lübeck eine Zukunft haben.
Ein kurzfristiger Sparzwang der wenig kompetenten in dieser Sache mit entscheidenden Politiker mündet in ein unglaubliches Desaster. Das sollte mit allen Mitteln verhindert werden.
Schlecht recherchiert, die Privatisierung der Uniklinik und die Schließung der Universität werden nicht immer wieder durcheinandergebracht. Zu Masse statt Klasse: Lübeck steht ganz oben im bundesweiten Ranking: Klasse wird mit Schließung bestraft. Minister de Jager wortwortlich: so viel Exzellenz kann sich das Land nicht leisten! Aber die Folgekosten der Schließung mit Arbeitslosigkeit, wirtschaftlicher Schädigung der Region wurden nicht mal durchkalkuliert! Mit der Privatiseirung der Unikliniken hätte Schleswig Holstein keinen einzigen Maximalversorger mehr: sollen "teure" Patienten, deren Behandlung nicht mehr angeboten wird, auch nach Hamburg abwandern, oder vielleicht nach Mecklenburg- Vorpommern?
Seit wann hat eine Schließung einer Universität, die nur auf einem kurzfristigen, nicht durchdachten Sparkonzept der Landesregierung beruht, zu einem Umdenken geführt?
Im übrigen auch auf einem Wahlbetrug: bei den letzten Landtagswahlen standen alle Parteien noch hinter Universität und Klinikum!
In den USA - in der biomedizinischen Formschung, Lehre und Patientenversorgung durchaus nicht erfolglos - sind mehrere Universitäten an einem Standort die Regel. Wissenschaft lebt auch von Diversität. Das Sparen in Bildung und Formschung in Deutschland ist wirklich unerträglich, Das kurzfristig gewinnorientierte Denken der politisch Verantwortlichen führt in eine düstere Zukunft.
Man sollte bei der ganzen Diskussion überlegen ob es in einem Land der Größe Schleswig Holsteins wirklich notwendig ist zwei universitäre Standorte zu unterhalten.
Eine Schließung eines Standortes bedeutet nicht zwangsläufig, dass alle Mitarbeiter gekündigt werden oder Drittmittel automatisch versanden.
Eine Vernetzung ehemals unabhängiger Unistandorte kann durchaus Chancen mim im wissenschaftlichen und klinischen Wettbewerb bieten.
Als erzkonservativer Bourgois sage ich hier und heute. Zuvielen Politikern hat man ungeniert ins Hirn gesachissen.
Sorry für diese Koprolalie, anders kann man einfach nicht mehr!
sok puszi und uns viel glück in lübeck
nicht zu vergessen - wenn der medizinische studiengang eigestellt wird, gibt es keine studentischen hilfskräfte mehr für die kliniken, keinen blutabnahmendienst und keine extrawachen. eigentlich kann mann dann die ganze uniklinik schließen, denn am pflegerischen personal wird ja auch mächtig gespart. wer soll dann die patienten versorgen?ach ja - stimmt....hamburg und kiel, da sollen wir ja dann hin.kostet ja auch nichts, so ein umzug, einen neue existenz aufzubauen. und freunde braucht man ja auch nicht. die alten lassen wir in lübeck.die politiker sollten mal kalt duschen und neu nachdenken!
Guter Bericht. Anzumerken ist auch das Kiel als Uniklinik nicht "Ausbaufähig" ist wie ihr südliches Pendant. Und die Einspaarungen werden wohl früher oder später für den Traum einer "neuen" Kieler Uniklinik (der "Alten" fehlt der Platz zur Expansion, die Sanierung wird noch viel teurer) in den Sand gesetzt werden. Was dann noch zu zahlen bleibt (inkl. der zu erwartenden vielen Millionen Steuuereinbussen für Süd-Schleswig-Holstein) bleibt auf dem Steuerzahler sitzen. Aber denen da "oben" ist es ja egal...
fundiert recherchiert und gut berichtet, auch von mir 5 Sterne
Gute Berihterstattung
5 Sterne
Sehr guter Artikel! Ich haette mir gewuenscht, dass man einen Vergleich mit den "juengeren" Wissenschaften an deutschen Universitaeten zieht, schaut wieviele Drittmittel dort z.B. eingeworben werden - und dann mal die vielen Millionen unserer Steuerzahler betrachtet, die in Luebeck versenkt wurden. Dieses Land hat zu viele mittelmaessige Studiengaenge, zu viel Masse statt Klasse.