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Kollege Sigrist bringt es auf den Punkt: meist fokussiert man auf einen Faktor, ohne die anderen vielen Zahnrädchen zu beachten. Guter Kommentar.
Interessanter Artikel.Bei Hunden ist Übereiweißung durch zu proteinreiche Fütterung sehr weit verbreitet. Sie kann sich durch schmerzhafte Lahmheiten oder auch durch Hautirritationen, Fellwechselstörungen, Schuppungen bis zu schmerzhaften nässenden Dermatitiden als Gicht mit Lahmheit oder Hautgicht dokumentieren. Die Gicht ist sehr gut mit einem Dunkelfeldmikroskop im nativen Blut durch Kristallbildung zu diagnostizieren und läßt sich mit isopathischen und homotoxikologischen Arzneimitteln bei gleichzeitiger Fütterungsumstellung gut behandeln.
Spannender, fast schon phylosophischer Gedanke zur Notwendigkeit von Harnsäure. Aber sind Krebszellen möglicherweise nützlich, weil ihr Vorkommen stetig zunimmt? Warum haben wir Cannabisrezeptoren aber keinen direkten körpereigenen Agonisten?? Dennnoch ein spannender Gedanke, ob Harnsäure essentiell ist! Danke für den Beitrag Herr Dr. Sigrist!
Ein sehr inetressanter Artikel mit praktikabeln Hinweise zur Therapie der Gicht.
Ich erlaube mir als Physiologe, der sich jahrelang mit dem Urattransport in der Niere beschäftigt hat noch einen Hinweis, der kaum in einem Lehrbuch zu finden ist:
Wir betrachten die Harnsäure immer als ein Abfallprodukt des Purin oder Ammonikstoffwechsels, daß möglichst unschädlich zu entsorgen ist. Auf jeden Fall spätestens wen der Uratspiegel an die Grenze zum Löslichkeitsprodukt ansteigt (Temperaturabhängig! Akren sind kühler als unsere Körperkerntemperatur - deshalb die Depots an den klinisch bekannten Stellen!)
Die m.E. fast nie diskutierte Frage ist doch, warum eliminiert der Körper Urat nicht einfach - sondern hat in der Evolution offensichtlich die Varianten bevorzugt, die sogar eine Urat-Rückresorptionsmechanismus (mit Energieaufwand!) entwickelt haben???
Harnsäure ist eben kein Abfallprodukt sondern eine lebenswichtiger Metabolit. Harnsäure ist mit der wirksamste fettlösliche Photonenfänger und Radikal-Löscher den wir haben. Insbesonders im Nervensystem ist die antioxidative Wirkung von höchstem Nutzen für die Strukturerhaltung !!!
Ich berichte das, um einem gefährlichen Fehlschluss zu begegnen, der medizinischen klinischen Wissenschaft grade in einem anderen Bereich unterlaufen ist: beim Cholesterin.
Alles deutete darauf hin das niedriges Cholesterin in vieler Hinsicht dem Patienten nützt. Je niedriger je besser?! Bis wir einen wirklich potenten Cholesterinsynthethase-Hemmer fanden (Lipobay) der den Patienten praktisch vollständig vom Nahrungscholesterin abhängig machte.
Und plötzlich sah man, das man Cholessterin eben nicht beliebig absenken kann, wenn man nicht eine Rhabdomyolyse riskieren will.
Also sollten wir uns fragen, warum regelt Hyperlipidämiepatient seine Cholesterine auf so hohe Werte, was versucht der Organismus damit abzuwenden oder zu kompensieren.
Ebenso:
Warum hebt der Körper in manchen Fällen den Uratspiegel auf Werte an, die offensichtlich an anderen Baustellen richtig Probleme machen - siehe Gicht.
Wir haben die genuine Bedeutung der Harnsäure offensichtlich noch garnicht erfasst! Vielleicht hätten wir alle ohne die "Anlage zur Gicht" noch zehn Jahre früher Alzheimer?
Ich rede natürlich keinesfalls gegen eine sinnvolle Uratsenkende Therapie, wenn die negativen Folgen sonst absehbar sind. Aber wir sollten im Kopf behalten, daß wir das Problem offensichtlich noch nicht erfasst haben und daß ultrawirksame Uratsenker vermutlich nicht die Lösung darstellen und uns ganz böse Überraschungen bringen können.
Lipobay (als Analogon) sollte eine Warnung sein, die Augen voll offen zu halten.
GS
sehr interessante Neuigkeiten-weiter so
Ja, Innovationen sind kostenintensiver, aber auch sicherer (zumindest in diesem Fall). Aus meiner Sicht ist es sinnvoll, bei einer Polymedikation und großer Interaktionsgefahr und/oder Niereninsuffizienz Febuxostat zu verordnen, bei Allopurinolunverträglichkeit ein Muss.
Die Forschung hat wahrscheinlich ein gutes und teuereres Medikament entwickelt. Ist die Gesellschaft bereit den hoeheren Preis zu zahlen oder sollen Billigprodukte verordnet und Diaet gepredigt werden?
Über Hyperurikämie und Gicht herrscht eine erstaunliche Unkenntnis.Die verordnung von NSAR und Colchizin bringt keinen Nutzen,die NW-Rate steigt deutlich. Auch die Peophylaxe für 6 Monate ist völlig unnötig.Bei vorsichtiger Senkung der HS treten keine vermehrten Gichtanfälle auf.
Eerfahrung seit 40 Jahren mit mehreren Tausend Gichtpateinten
Im klinischen Alltag ist Febuxostat hervorragend insbesondere bei Allupurinol-Versagern und Patienten mit Ernährungs-Noncompliance wirksam. Ich habe einen Patienten, bei dem sind Gichttophi schon durch die linke Bursa olecrani perforiert (digit. Foto geht hier leider nicht!). Da kommt in der Akuttherapie Colchicum dispert und danach einschleichend Febuxostat zum Einsatz - mit sehr gutem Erfolg.
Antwort auf Colchizin und NSAR: Ja, beide ergänzen sich additiv. Je nach Alter des Petienten, kardialen Vorschädigungen, Asthma, Magen-Darm-Schäden das richitge Mittel (COX-Hemmer, Diclo oder sonst Kortikoide) auswählen.
Hier würde mich doch interessieren, ob das Colchizin bei einem akuten Gichtanfall neben NSAR indiziert ist.
Antwort auf die Interaktionen: Es handelt sich nicht um eine pharmakokinetische oder pharmakodynamische Interaktion von NSAR mit Allopurinol. Das Risiko für toxische Hautreaktionen wird dadurch gesteigert. Deshalb rutsch die in der Datenbakn durch das Raster, Siehe hierzu u.a. http://www.mediziner.at/content/publikationen/1223972924_2_1.pdf
In unseren Interaktionsdatenbanken ist eine Wechselwirkung mit NSAR und Calciumantagonisten nicht erwähnt, sehr sohl jedoch die Wechselwirkung mit ACE-Hemmern.
Fehlende Daten?
Ich zitiere einmal:
"Purin ist aber nicht gleich Purin. Pflanzliche Proteine verhalten sich neutral und solche aus Milchprodukten senken den Harnsäurewert sogar leicht."
Der Autor weiß aber schon, dass Proteine grundsätzlich keine Purine enthalten?