Den Kommentar Nr. 12 von Herrn Marcus Neumärker als Altenpfleger kann ich nur unterstreichen, so geht es nicht nur in Altenpflege- Einrichtungen aus Sparmaßnahmen zu und Menschen sind z.T. Bakterien und Pilzsporen ausgeliefert, man denke nur an die MRAS- Bakterien und die Hygiene- Mängel allgemein, aus welchen Gründen auch immer.
Meine Mutter als Diabetikerin mit Ulcus- Wunden bekam aufgrund dieser Sparmaßnahmen wie Herr Neumärker anmerkt, eine Blutvergiftung und ist gestorben.
Aus heutiger Sicht empfehle ich, sich doch einmal mit folgender Methode auseinander zu setzen und die wurde hier noch nicht erwähnt, vielleicht, weil diese zu einfach geht oder zu banal klingt oder weniger medizinisch mit Patenten belegt werden kann:
und das ist die Kaltlicht- Impuls- 904 nm- Laser- Therapie. Sie scheint m.E. die erfolgreichste und auch sicherste Methode ohne Risiko zu sein, ist einfach und schnell einsetzbar und die wohl langfristig auch günstigste Therapie.
Den Zynismus meiner Vorredner kann ich nach 15 Jahren ambulanter pflegerischer Versorgung unterschreiben. Moderne Wundversorgung wird aus Kostengründen nicht angewandt, kontraindizierte Produkte werden vom Arzt verschrieben, teils wegen fehlendem Wissen und teils wegen dem sogenannten Budget. Dann packen wir noch die Expertenstandards dazu und haben das was keiner will, noch höhere Folgekosten bei zunehmender Bürokratiesierung. Alles zum Wohl des Patienten, der sich in den meisten Fällen nicht wehrt weil er Repressalien fürchtet. Quo vadis Wundversorgung?
Aus meiner Erfahrung im Altenheim ist es so, dass immer noch sehr, sehr viele Ärzte Jod und Mullkompressen verordnen. Durch das Schreckgespenst der Bugetierung bekommt man nicht einmal hier das notwendige Material aufgeschrieben. Der Eintrag in der Pflegedokumentation für die weitere Anforderung von Mullbinden wurde von einem älterem Hausarzt folgt kommentiert: "Rezept über 2 Binden - sparen!"
Oder es ist so, dass man einen Verband aller 3 Tage wechseln soll, aber nur 5 Wundauflagen aufgeschrieben bekommt. Da steht die Pflegekraft dann da und schugt bleed.
Ganz zu schweigen von den Anweisungen, dass steriles Material zu teilen wäre, weil der Arzt aus Kostengründen große Auflagen aufschreibt und Anweisung zum auseinander schneiden gibt. Oder die Anweisung, dass die Einmalpackungen von Hydrogel solange herzunehmen sind, bis alles heraussen ist. Wundspülungen sind zum größten Teil nicht erstattungsfähig und sprengt das Buget des Taschengeldes eines einzelnen Bewohners. Also wird auch hier die 1000 ml Infusionsflasche von isotonischer Kochsalzlösung so lange hergenommen, bis diese leer ist. Und mit jedem Milliliter wird gespart!
Ich kenne die kleinen Stückeln von Varihesive R., welche dann durch Reibung an der Kleidung herunterfallen, wunderbar sinnvoll.
Fazit: moderne Wundtherapie ist im Pflegeheim, trotz evidenzbasierten Erkenntnissen und Forderungen vom MDK kaum durchführbar.
Schmerztherapie bei chronischen Wunden ein Mythos.
Wann reagiert die Pharmaindustrie und stellt PVP- Jod in der 10-Kilogramm Tube her?
Soviel zum Unterschied zwischen Theorie und Praxis, man entschuldige meinen Zynismus
Übriges: Iruxol - Salbe, so sie denn verschrieben wird, ist wirklich eine versuchbare Alternative!
Vielleicht kann man ja die Elektrostimulation als Ergänzung zur Lymphdrainage und Kompressionsbehandlung beim sekundären Lymphödem, z.B. nach Mamma-Amputation, erfolgreich einsetzen.
Gibt es hierzu schon Erfahrungen?
In meiner drei Jährigen Erfahrung als Medizinischer Produkteberater mußte ich leider erfahren, es gibt immer noch Hausärzte die aus Kostengründen gegenüber der Krankenkasse die Moderne Wundversorgung ablehnen. Oder sich nicht damit beschäftigen und weiter Jodhaltige Salben oder Feuchte Kompressen verordnen. Für mich war in diesen Artikel nichts neues einige Verfahren gab es schon und gerieten wieder in Vergessenheit. Schade eigentlich
Mir fehlt in der Darstellung zur Behandlung von sauberen Wunden, beispielsweise Ulcus cruris, die Behandlung
mit manueller Lymphdrainage vom Wundrand weg und Kompression über der abgedeckten Wunde mit abnehmendem Druck von distal
nach proximal(Stauungen vermeiden).
Birgit Frohn
Frau Hartmann, danke Ihnen für die Hilfe bei der Elektrostimulation! Und an Herrn Pflüger: In der Einleitung habe ich leider das Wörtchen »auch« vergessen. »Präsentiert wurde auch manches, das exotisch anmutet« trifft es dann besser...
Die obengenannten Methoden als neu oder exotisch zu benennen kann nur Pflegern und Medizinern kommen, die immer noch chronische Wunden mit jodhaltigen Salben, täglichen Mullverbandswechseln, Honig oder sonstigem Humbug behandeln.
Madenbehandlung wird von den betroffenen Patienten akzeptiert. Wundkleber finden seit Jahren schon Anwendung. Aber einen Vorteil gegenüber herkömmlichen Wundvrschlus im Bereich der Infektionsprophylaxe bieten Wundkleber nicht.
In der Regel beruht eine Wundinfektion auf einer Infektion mit patienteneigenen Keimen bei geschwächter Immunabwehr.
Einzig interessant sind die Informationen zur Wiederentdeckung der Elektrostimulation.
Elektrostimulation zur beschleunigten Wundheilung (ulcus cruris) wurde vor 60 - 70 Jahren erfolgreich eingesetzt, dann aber "vergessen" (Carey, L and Lepley, D, effect of continuous direct current on healing of wounds, Surg. Forum, 13:33, 1962; oder LICHT, Sidney (1967) Therapeutic Electricity and Ultraviolet Radiation, Waverly Press, Baltimore, USA; habe gute Erfahrungen mit "galvano-spa-bath" gemacht bei der Wundheilung unter der Verwendung von Detoxator Elektroden, gerade gut bei infizierten Wunden im Fussbereich.
Im Rahmen meiner Weiterbildung zur Wundexpertin konnte ich die Elektrostimmulation kennenlernen.
Der Name ist: WoundEL - der Wund-Schrittmacher von der Fa. GerroMed
Leider blieb der erhoffte Erfolg bei dieser Patientin aus, aber ein Versuch war es wert.
Maden zur Wundreinigung logisch aber sehr gewöhnungsbedürftig insbesondere für den Patienten!
Mein "Geheimtip" für den Hausgebrauch:
IRUXOL N Salbe!
= Aufgearbeitetes Infiltrat aus Clostridium histolyticum zur enzymatischen Wundreinigung. Das Zeug ist einfach genial!
Welchen Namen hat die Elektrostimulation? Ich kenne die Mikroenergie, die mit µA arbeitet und schon lange bekannt ist als Beschleuniger von allen möglichen Arten der Wund-Heilung.
Sehr interessant und aufschlußreich