| MHH "HannibaL" |
| Zeit-Kommentar |
| Bericht in "FAZ" |
...und zur kapazität und überlastung der lehrveranstaltungen... da müssen sich auch die unis höchstselbst an die eigene nase packen. an meiner uni wurden früher jedes semester studenten zugelassen, dann die gleiche anzahl nur noch zum wintersemester. es liegt also nicht an mir und der weiteren einklägerin aus meinem semester, dass die 400 studenten pro ws nicht in die alten 200-plätze-hörsääle passen, die wir uns in manchen fächern dann noch mit den 150 zahnis teilen sollten... und da sich nach dem physikum alles nivelliert... pro trimester gibt es 150 studierende bei uns in dem jeweiligen themenblock. nun sind diese in den unterricht-am-krankenbett-veranstaltungen so verteilt: im gleichen fach gibt es gruppen mit 3 und gruppen mit 8 menschen, die dann um das patietenbett herum stehen. schuld der einkläger? dass drei solcher gruppen dann in einem anderen fach mal schnell zusammengeworfen wurden, um 25 teilnehmer zu zählen... schuld der einkläger?
arroganz, als studierender einen guten arzt definieren zu wollen? haben sie vergessen, wie viele gute und schlechte ärzte man während des studiums nebenher und als dozenten erlebt? ich denke nicht, dass es arroganz ist, via menschenkenntnis wenigstens für sich selber zu definieren, was man als gute oder als "schlechte" "arztpersönlichkeit" sieht. ich habe schon vor meiner -uahaha- einklage im krankenhaus gearbeitet und tu dies bis zum jetzigen zeitpunkt. ich habe mir genug ärzte beim umgang mit patienten ansehen können. ein guter arzt zeichnet sich nicht durch dr. house-wissen aus. ein guter arzt zeigt empathie, hat die richtige portion ahnung von seinem fach (osteosynthese oder tropfen zählen hin oder her) und weiß, wo seine grenzen sind. ein guter arzt macht seinen beruf aus überzeugung und nicht des ansehens oder geldes wegen. ich werde in deutschland bleiben, auch in dem wissen, dass ich hier nicht reich werde und trotzdem jeden abend noch zwei stunden extra in der klinik dranhängen kann. und wenn ich mal 3 wochenenden im monat dienst schiebe, dann ist das eben so. das mache ich jetzt neben dem studium auch. als studierender steht man immerhin noch außen und muss sich nicht selbst als fertiger arzt rechtfertigen, gut zu sein. von wegen arroganz!
und ich bin erfreut darüber, dass sich weitere einkläger geoutet haben. und umso erfreuter über das zitat aus dem grundgesetz. so ist es doch! so lange einklagen juristisch legitim ist - wer maßt es sich an, darüber zu urteilen? wie viele "gute" ärzte gehen deutschland flöten, weil sie nach 4 jahren wartezeit vielleicht einfach nicht mehr weiter können - psychisch, finanziell, wie auch immer. wie schlecht ist ein abitur von 2,3? wie schlecht kann das als voraussetzung sein, wenn man menschlich die note 1,0 verdient? und darum sollen so viele nicht studieren dürfen? wie irrwitzig ist dieses system?
ich schließe mich den krankenpflegern, kommilitonen und kollegen an, die fordern, dass man sich umfassend in der praxis umsieht (und beiweist!), bevor man sich auf einen studienplatz bewirbt - egal mit welchem abi - oder einklagt.
ich denke auch, der abi-schnitt sagt garnichts über die fähigkeiten als arzt aus. viele wollen mit 1,0...1,2 med. studieren, weil es "schick" ist arzt zu sein. die holt die realität schnell ein. ich fand die praxis in der ddr gut, das man vorher möglichst beim drk dienst geleistet haben sollte um schon mal einem pat. begegnet zu sein ;-). es gehört eben mehr dazu ein guter arzt zu sein. einigen ist eben nicht klar, das der pat. einmal ex. gehen kann, es gibt da keinen 2.therapieversuch.
viele habe auch ganz falsche vorstellungen vom altag in einer klinik oder lasse sich durch die wenigen "premium-ärzte" blenden, die mit ferarri oder porsche zur arbeit fahren.
wer wirklich will nimmt eben den umweg über die pflege. auch dort kann man heute mitlerweile "doktor" werden.
@martina
Kenne das Problem. Hab mit 2,4 Abi gemacht.
Wenn es nicht klappt sollte ihre Tochter sich mal Krankenpflege zum "Einfühlen" überlegen.
Bei medilearn gibt's momentan ganze Ratgeberforen
@martina
wenn ihre tochter hochbegabt ist seien sie froh wenn sie nicht angenommen wird. zu viel wahrnehmen kann in diesem bereich auch destruktiv wirken.
vielleicht ist es eine gute idee um mit einzubeziehen wer die gluecklichsten aerzte werden koennen, und das sind eher diejenigen die weniger mitkriegen.
da die eigene ausstrahlung auch an der compliance und heilung von patienten beteiligt ist scheint mir das eine guuute idee.
Danke Pharmazeutix für die Topantwort!!! Auswendig lernen bekommt sie vielleicht gerade so hin.
Na, da wollen wir aber hoffen, dass sich das hochbegabte Töchterchen nicht auch an der Uni langweilt!
Viel Spaß beim Auswendiglernen!
Abidurchschnitt und Intelligenz stimmen nicht immer überein.
Meine Tochter,hochbegabt, eine Klasse übersprungen, hat sich in der Schule zu Tode gelangweilt und ihr Abi mit 2,3 bestanden.Sie hatte keine LK in Naturwissenschaften machte aber im mündl. Abi in Biologie 14 Punkte! Wenn sie nicht zum Gespräch der betreffenden Uni geladen wird und dort überzeugen kann, muss sie warten. Das würde sie auch tun. Doch wie lange soll sie warten?
Wie wäre es denn, einfach alle Kandidaten zuzulassen? Über 2 Semester beobachten, und dann nach einer theoretischen Prüfung mit anschließendem Praktikum in Klinik, Praxis oder Industrie nur die Besten weiterstudieren zulassen?
Nach fünf Jahren Wartezeit auf meinen Studienplatz hatte ich vor 30Jahren meinen Studienplatz erfolgreich eingeklagt, übrigens für damals 33,-DM vor dem Verwaltungsgericht und ohne Rechtsanwalt. Dazu mußte ich allerdings schon drei Jahre lang an den damals vier Tiermedizinfakultäten klagen. Wenige Wochen später erhielt ich via ZVS noch einen regulären Platz. Die Korrelation zwischen Abiturschnitt und Staatsexamen würde ich lediglich bis zum Physikum bestätigen. Die Besten meines Examensjahrganges gehörten sicher nicht zu den Einserabiturienten, was auch für mich galt (Abi vs Examen =
4,0 vs 1,8). Wenn ich dann noch sehe was aus den Kommilitonen geworden ist, so sind Einige darunter, die während des Studiums mittelmäßig waren, im Beruf aber international anerkannte Spezialisten innerhalb und außerhalb der Universitäten geworden sind. Die Chancengleichheit ist in unserem föderalen Bildungssystem schon von Gymnasium zu Gymnasium extrem unterschiedlich, ganz zu schweigen vom Vergleich der Bundesländer untereinander. Ein gutes Examen spiegelt nicht automatisch einen guten Arzt/Tierarzt/Lehrer etc. wieder. Das Entscheidende ist die Begabung und Berufung zum jeweiligen Beruf. Berufsethos ist etwas anderes, als wer die spitzesten Ellenbogen auf der Karriereleiter vorweisen kann. Ein dem Studium vorgeschaltetes halb- bis einjähriges Praktikum in Allgemeinpraxis und Krankenhaus würde den Berufsaspiranten ein realistischeres Bild ihres "Traumberufes" vermitteln und bei entsprechender Bewertung zumindest ein objektiveres Auswahlkriterium als die Abiturnote gewährleisten.
Vielleicht sollte mal ueberlegt werden, ob nicht alle erst einmal in einem Krankenhaus arbeiten und fuer sich dann entscheiden ob ihnen der Beruf zusagt oder nicht. Dann sollte erst, wenn auch die Fachkraefte, Krankenschwestern etc. sich dafuer aussprechen, ein Studium begonnen werden koennen. So haetten wir Hilfe im Krankenhaus und koennten die Frage klaeren, ob der- oder diejenige willens und geeignet ist, Arzt/Aerztin zu werden.
Dr. Horch, Dubai
Als Arzt, Gesundheitswissenschaftler und Medizididaktiker bin ich mittlerweile schon seit 15 Jahren in der Lehre tätig. Als Didaktiker, der sich wissenschaftlich mit Ausbildungsfragen beschäftigt, kann ich viele der hier diskutierten Aspekte nur bestätigen.
Jeder hat unterschiedliche Vorstellungen von Kompetenzen, die Ärzte und Ärztinnen aufweisen sollen, je nach Tätigkeitsort, Fachgebiet, Position und Versorgungssektor können die diesbezüglichen Anforderungen völlig unterschiedlich sein. Und es hat sich seit langem herausgestellt, dass Auswahlgespräche sicher nur eines sind: völlig subjektiv und damit völlig beliebig.
Wir benötigen aber engagierte, gut ausgebildete Kolleginnen und Kollegen, die ihren Beruf mit einem möglichst hohen Maß an Berufszufriedenheit ausüben. Auch in Zukunft so tun, als ob alle identisch ausgebildet und somit gleich qualifiziert sind, halte ich für einen Anachronismus.
Das bedeutet aber vor allem, dem Nachwuchs die Aufmerksamkeit zu widmen und die Unterstützung anzubieten, die er benötigt. Dabei sollten wenn immer möglich, die individullen Stärken und Schwächen berücksichtigt und die hohe Bedeutung von psychosozialen und kommunikativen Kompetenzen erkannt werden.
Daran sollten eigentlich alle Interesse haben. Möglichkeiten dies in der täglichen Praxis durchzuführen gibt es reichlich.
Offensichtlich wird´s die Zeit nicht richten, denn als ich mich vor 30 Jahren um einen Studienplatz bewarb, war die Situation nicht anders, was mich verwundert. Die Tatsache eines guten Abiturs zeigt eigentlich nur die Fähigkeit, eine gute Lernleistung zu erbringen, was für das verschulte Studium unbestitten von Vorteil ist. (Ich bin übrigens ebenso der Meinung, dass ein Medizinstudium von jedem geleistet werde kann, wenn er nur gut lernen kann). Allerdings braucht man für später doch noch andere Qualitäten, die weitestgenend in der Person begründet sind. Um beim Unfallchirurgen zu bleiben, auch dort gibt es nicht nur den OP sondern auch den Patienten hinter der Diagnose. - Den Kolleginnen und Kollegen kann ich nur raten, sich für ihre Wünsche maximal einzusetzen, wenn es hilft, auch per Klage, denn 12 Wartesemester sind einfach zuviel.
Im Herbst meines Arbeitslebends als Hausarzt kann ich nur sagen, wahrscheinlich wäre mein Leben besser und zufriedener verlaufen, wenn der Numerus clausus mich vom Studium der Medizin abgehalten hätte!
Jeder der nicht zum Medizinstudium zugelassen wird, sollte dankbar sein, es sei denn, sie oder er plant jetzt schon, später Deutschland zu verlassen
@ Max:
Ich glaube nicht, dass es Leute sind, die "meinen, sich für Geld alles kaufen zu können". Ich kenne eine sehr motivierte Medizinstudentin, deren Eltern auch für sie geklagt hatten. Sie musste dann in 3 Monaten (!!) das Pensum der ersten beiden Semester mit allen Scheinen und Prüfungen schaffen, was sie auch mit Erfolg geschafft hat. Sie hat dadurch nach eineinhalb Jahren ihr Physikum geschafft - das spricht nicht für mangelnde Motivation sondern für mangelnde Möglichkeit, sich in der Schule die "richtigen" Fächer für ein dem NC entsprechendes Abi auszusuchen.
Ich kann mich nur Herrn Korn anschließen. Wer als Medizinstudent die Arroganz besitzt, zu behaupten, er wüsste, was einen guten Arzt ausmacht und dass alle anderen diese zweifelhaften Kriterien nicht erfüllten ausgenommen der eigenen Persönlichkeit, sollte ab und zu mal von seinem hohen Ross steigen. Nicht nur differieren die sozialen und fachlichen Kompetenzen wahrscheinlich beträchtlich zwischen den einzelnen Disziplinen, noch ist fraglich, in wie fern diese überprüfbar sind im Hinblick auf Zulassungskriterien. Weiterhin sollte man dem Menschen seine Fähigkeit zum Erlernen respektive Ausweiten dieser Kompetenzen nicht absprechen. Dass ein Dreißigjähriger mit abgeschlossener Ausbildun als Studienanfänger bereits auf einen tiefergehenden Fundus zwischenmenschlicher Strategien zurückgreifen kann als ein 18 jähriger Abiturient ist wenig verwunderlich. Es wird keinen Königsweg für die hier so emotional aufgeladene Debatte um die Selektion geben. Denn das ist und bleibt es - Selektion. Meines Erachtens macht es die Mischung, die ja bereits längst Praxis ist, aus Auswahlgesprächen, N.C. und möglicherweise auch Tests. So wird vielleicht am ehesten der hohen interdisziplinären Divergenz Rechnung getragen.
Als Lehrertochter/ ehemalige Einserabiturientin, ohne Wartesemester ins Studium, mit 1,5er Physikum und 1,5er III.Staatsexamen in Regelstudienzeit, korreliert mein Abischnitt perfekt mit dem Studienabschluß. Ich gehörte also zu den verrufenen, verwöhnten Priviligierten? Idealismus und das Interesse an der Arbeit mit Menschen waren vorhanden, meine persönliche Eignung wurde von Kommilitonen, Ausbildern und Patienten vielfach bestätigt, auch wenn das viele Vorredner überraschen wird. Dann mit Baby in Teilzeit das AiP abgeleistet und direkt ins erste Burn-out. Heute mit fast vierzig ohne Facharzt, in Teilzeit einigermaßen zufrieden in der freien Industrie tätig, im Sinne der Sicherstellung der Patientenversorgung aber eine gesellschaftliche Fehlinvestition.
Die Ablehner des ZVS-Systems fühlen sich bestätigt?
Dagegen meine ein Jahr jüngere beste Studienfreundin, die in Bayern damals die Abiturzulassung nicht schaffte, daraufhin jeden Tag 80km nach Hessen pendelte, mit einem Schnitt von 3,5 nur die Möglichkeit sah, den Studienplatz einzuklagen und sich für die Anwaltskosten 3 Monate ans Fließband stellte. Von mir durch Physik und Biochemie geschleift, alle Examina nur knapp bestanden, mittelmäßiger Abschluß. Gehört also zu den niederträchtigen Nutznießern der juristischen Schlupflöcher? AiP in der Schweiz, als Assistentin nach Frankreich, 1,5 Jahre beim bayrischen Landarzt, 2 Jahre Weiterbilgung TCM in China, Facharzt Allgemeinmedizin. Breitgefächerte Qualifikation, menschlich absolut für den Beruf geeignet.
Welchen Standpunkt unterstreicht nun dieser Vergleich?
Eines zeigt er ganz sicher: einzelne Kriterien taugen nicht, die Eignung zum Arzt vorauszusagen. Das Problem ist hochkomplex, und ganz sicher nicht zu lösen, wenn man hochmotivierte, interessierte und leistungsbereite junge Menschen einer der wenigen Möglichkeiten beraubt, ihre Berufung zu leben.
Die Freundin ist schließlich aus persönlichen Gründen in die eigene Privat-Praxis nach Spanien, jetzt nach Dubai, hat nebenbei schnell mal ein Baby gekriegt. Und wieder ein Verlust fürs deutsche System.
Unterschiedlicher könnten die Geschichten kaum sein, aber beide stehen wir der Patientenversogung in Deutschland leider nicht mehr zur Verfügung.
Prof. GROSS vor Jahren in der FAZ : "Der ist immer noch der beste Arzt, der die meisten Scheine hat." Bei ihm in der Nachbarschaft ( Köln-Lindenthal) war das ein Kollege mit einer damaligen Abitur- Note von 3,3 und > 2000 Patienten. Hatte er Unrecht ?
Es ist abartig. Unsere Gesellschaft wird bestimmt durch Rechtsverdreher und Geldschinder und deren Handwerk. Wo man auch hinschaut, haben die ihre Hände im Spiel.
Wenn ich mitbekomme, dass es bei Klagen nicht mehr nur um das Erlangen eines Studienplatzes geht, sondern um das Bestehen einzelner Klausuren (im Zweifelsfalle ALLER Klausuren), dann stellt sich in letzter Konsequenz die Frage nach der Sinnhaftigkeit des universitären Systems. Dann wäre es volkswirtschaftlich effektiver, gleich allen Kindern einer reichen Famile einen Doktortitel zu verleihen.
Aus diesem Blickwinkel betrachtet kann ich rückblickend gut verstehen, wenn sich die Prüfer immer merkwürdigere und abstrusere Fragen haben einfallen lassen, deren Beantwortung immerhin noch ein wenig Feingeist und kein dickes Portemonnaie erforderten. Ich gratulieren allen, die ihr Studium eingeklagt haben und es jetzt ehrlich erfolgreich durchziehen, aber das kann kein normal zu beschreitender Weg sein.
Nach der Zulassung zum Medizinstudium konnte ich ein paar Tage zwecks Zimmersuche bei zwei Schulfreundinnen unterschlüpfen, die gerade ihr Medizin-Examen hinter sich hatten. Ängstlich fragte ich: "Medizinstudium ist schwer, nicht wahr?" Da lachten Beide laut und meinten: "Medizin kann jeder Idiot studieren, Hauptsache, er hat ein gutes Gedächtnis!" Ich fand das sehr herablassend von den Beiden, nach meinem Studium musste ich ihnen aber voll und ganz zustimmen: Wer in der Lage war, 200 Seiten Waldeyer in einer Nacht zu lesen und zu behalten, hatte besseren Studienerfolg als z.B. ein Mathe-Genie. Dabei steht aber im herkömmlichen Studium der Erfolg dort nicht in Zusammenhang mit einem Berufserfolg als Arzt. Jetzt - endlich!- gibt es Reformschritte in die richtige Richtung, z.B. an der Uni Münster, wo Medizinstudenten an Phantomen und in einem Lehrkrankenhaus mit Hilfe von Schauspielern ganz viel praktisch üben können. Hier hat das Studium schon Bezug zum späteren Berufsalltag, und hier können die Ausbilder und auch die Studenten selbst bereits im Studium abschätzen, ob ihnen der Arztberuf liegt oder nicht. So müsste es überall sein!
Ich gehöre selbst zu einen von den Menschen die nach 5 Jahren den Schritt gewagt haben zu klagen. Ich habe eine abgeschlossene Ausbildung im Gesundheitswesen, habe längere Zeit auf verschiedenen Stationen einer Klinik gearbeitet und habe gehofft mit meinem 2,2 Abi und einem guten TMS nach 10 Wartesemestern endlich rein zu kommen.. doch was passiert.. die Wartezeit steigt mit jedem Jahr. Daher habe auch ich mich entschieden zu klagen (teils selbst finanziert) und mit Erfolg. Ich bin inzwischen im 3. Semester und ich denke mein Notenspiegel kann sich durchaus sehen lassen - ohne im Gymnasium eine Überfliegerin gewesen zu sein. Ich habe an meiner Uni bisher keine schlechten Erfahrungen gemacht bezüglich meinem Weg ins Studium - weder mit Kommilitonen, noch mit Profs.
Am Auswahlverfahren, an den Kapazitäten der Universitäten und am gesamten Bildungssystem sollte etwas geändert werden, statt Leute zu verurteilen die alle Möglichkeiten ausgeschöpft haben um sich ihren Traum vom Medizinstudium zu erfüllen.
Herr Dr. Kron:
Sie haben recht. Je nach Fachrichtung muss ein Arzt gewisse Fähigkeiten aufweisen.
Jeder definiert einen "guten" Arzt anders.
Der Unfallchirug kann der beste Deutschland sein, fachlich, ist aber menschlich ein Ekel. Aber seine Patienten sagen er ist ein guter Arzt.( Wobei in den nächsten Jahren ein Chrirugenmangel auf uns zu kommt)
Ich hab auch kein Patentrezept.
Aber hier meine Vorschläge:
Dr Wassermann:
Ich wäre auch für die Einführung eines Zentralabiturs, allein um endlich Klarheit über die Bildungsituation in ganz Deutschland zu haben.
Man könnte auch ein 6-monatiges Praktikum vor der Bewerbung vorschreiben.
Ich musste an meiner neuen Arbeitstelle auch Probearbeiten. Diese 30-Tage Krankenpflegepraktikum sind meiner Meinung zu kurz.
Das wäre dann eine, wie von Herr Dr. Kron, beschriebene praktische Prüfung, die man sogar bewerten könnte.
Möglich wäre es auch die Losverfahren der Unis nur für die Leute zu machen die sich auch bei der ZVS für diese Uni beworben haben. Aber das wäre wieder vermehrter Arbeitsaufwand, der wieder der Beamtenbequemlichkeit ist.
Man könnte auch die Zahl der Studienplätze erhöhen oder die Abiturbestenquote rausnehmen und 30% Wartezeit und 70% AdH.
Die 1,0er hier bitte ich jetzt nicht gleich meine Verbrennung zu organisieren. Ihr könntet euch nur nicht raussuchen ob ihr in eurem Bundesland studieren könntet,sondern ihr müsstet,genau wie ich, überlegen wo ihr eure Chancen habt.
Ich warte genauso wie mindestens 30000 andere. Jeder
Man kann nicht verallgemeinern:
Ein Arzt mit 3,5 und ein Arzt mit 1,0 Abitur können gut sein.
Ich habe in einer Schulzeit neben Elterngetrimmten Mitschülern auch Lehrer erlebt die einem das Leben zur Hölle machen und schlechte Noten aus Prinzip verteilen.
Wie würden sie diesen Satz beurteilen?
Lehrerin:"Ich könnte dir ja eine 3 geben, aber ich mach's nicht."(Mein Notenschnitt bei ihr: 3,4)
Was soll man tun wenn man so eine Lehrerin gerade in den 3 Jahren vor dem Abitur erlebt?
Ich bin im Allgemeinen der Meinung das man als fertiger Abiturient oder Studienanfänger falsch geprüft wird.
Es sollte bei allen Studiengängen vorgeschriebene Praktika geben.
Ein halbes oder ein ganzes Jahr.
Ich halte jeden der bereit ist die Wartezeit vernünftig ztu Nutzen für durchaus besser vorbereitet als manchen: Ich 1,0er Abi ich Medizin.
Dies ist keine Verallgmeinerung
Ich habe als Praktikant eine 1,0er Abiturientin kennengelernt. Sie hat in der 12 in den Sommerferien 4 Wochen in einem großen Kreiskrankenhaus gearbeitet und vor dem Studium schon mit dem Pflegepraktikum angefangen.
Sie wollte nämlich wirklich wissen ob sie es in der Medizin schafft.
Sowas zeigt Interesse,aber auch Intelligenz in der Berufswahl.
Mich würde sehr interessieren, was eigentlich ein guter Arzt ist. In diesen ganzen Diskussionen wird so getan, als sei dies völlig klar. Dabei wird auch übersehen, dass es in Abhängigkeit von der späteren ärztlichen Tätigkeit ganz unterschiedliche Voraussetzungen gibt. Von einem Unfallchirurgen, der meine Tibiafraktur soteosynthetisch versorgt, erwarte ich erstklassiges Handwerk, ob er ganzheitlich denkt (was ist das eigentlich?), ist mir reichlich egal. Von einem Psychiater wiederum erwarte ich was anderes. Und ein Neuroradiologe sollte schon etwas mehr von Physik als der Normalbürger.
Was die Auswahlkriterien angeht: Natürlich ist der NC nicht das berühmte Ei. Aber ein schlechtes Abi ist auch kein Garant dafür, dass jemand ein guter Chirurg oder Dermatologe wird. Außerdem ist die medizinische Versorgung in Deutschland trotz der vielen Einser-Ärzte so schlecht nun auch wieder nicht.
Und was das Einklagen angeht: Der NC ist doch allgemein bekannt. Und auf das ABI kann man sich doch ein paar Jahre vorbereiten. An manchen Sporthochschulen gibt es zum Beispiel praktische Aufnahmeprüfungen. Die Leistungsanforderungen sind bekannt. Und trotzdem scheitern 20-Jährige Bewerber an fünf Klimmzügen und einem "Langstreckenlauf" über 3000 Meter. Warum?
Aus eigener Erfahrung kann ich nur sagen, dass überfüllte Praktika in der Medizin (25 Studenten am Bett einer ältern Dame etwa) eine Zumutung sind, für die ältere Dame, die Ausbilder und die Studenten.
Die Abiturnote sollte (neben anderen Kriterien) für die Zulassung zum Medizinstudium eine durchaus gewichtige Rolle spielen. Allerdings ist es aus Gründen der Vergleichbarkeit und Gerechtigkeit zwingend erforderlich, in Deutschland endlich ein Zentralabitur einzuführen. Es ist nun doch ein Unterschied, ob das Abitur z.B. in Bremen oder in München abgelegt wird. Unter diesen Umständen habe ich durchaus Verständnis dafür, dass der 2-er Abiturient aus München versucht, seinen Studienplatz auch evtl. über eine Klage zu bekommen, hätte er doch mit einem Abitur aus Bremen mit hoher Wahrscheinlichkeit die NC-Hürde genommen. Also: Zentralabitur einführen und juristische Tricksereien abschaffen!
Das Problem das hier übersehen wird ist die Verringerung der Studienplätze in den letzten 15 Jahren.
Die Wartezeit steht jetzt bei 12 Semestern.
Ich habe eine Krankenpflegeausbildung gemacht um über den Arztberuf viel zu erfahren, zu sehen ob ich vielleicht geeignet wäre, habe mich mit Ärzten unterhalten über ihre Erfahrungen unterhalten.
Ich habe kein Problem damit 4 Jahre zu warten. Aber 6 sind eine lange Zeit, viele wollen das nicht tragen und klagen.
Die Kosten liegen bei 4-6000€, je nach Unizahl/Semester/Anwalt.
Ist aber jemand der sich einklagt nicht durchaus auch motiviert das Studium gut abzuschließen?
Die ZVS selbst überbucht häufig die Unis. An einer UNi wurden zum WiSe 10 Zlassungen zu viel verschickt
Ich kann die MHH verstehen, aber die Leute nach 1,5 Jahren rauszuklagen ist schon etwas schwer zu schlucken.
Die Abiturnote ist durchaus ein brauchbares Kriterium, wenn die Rahmenbedingungen stimmen. In der Zeit nach Einführung des NC wurden Studienplätze abgebaut.
Meines Wissens nach hat ganz Deutschland momentan soviel Studienplätze wie Westdeutschland Anfang der 80er
Das führt zu einer steigenden Wartezeit.
Daniel hat recht:
Es gibt Platzprobleme,aber mehr aus dem Grund das in die medizinischen Fakultäten nicht investiert wird, oder wie in den letzten Jahren, zugunsten anderer Studiengänge gekürzt wird.
Ich rechne damit bis 2012 zu warten und hätte damit auch kein Problem, aber wer garantiert für die Beständigkeit?
Wird die Regierung in Berlin die Wartezeitquote kürzen? Alle die ein gewisses Wartesemester überschritten haben rauswerfen?
Das Problem sind eigentlich zu wenig Studienplätze.
Meine Krankenpflegeausbildung hilft mir,der ein 2er Abi hat, überhaupt nicht. Mein TMS hilft auch nicht.
Was also tun?
Herr Professor Sonntag:
Ich bin bereit in Deutschland zu bleiben, da die Arbeitsbedingungen sich garantiert ändern, aber dazu muss man erstmla studieren dürfen.
Ich halte den Arztberuf für einen der komplexesten und faszinierendsten Berufe den ein Mensch erlernen kann.
Herr Dr.Koch sie haben recht man braucht eine naturwissenschaftliche Vorbildung, aber weshalb fließt diese so wenig in die Auswahl ein?
Jede/r Schüler mit einem 1,0 Abi und Deutsch und Kunst Leistung überflügelt einen 2,0 Abiturient mit Mathe und Bio.
Und was den Lernwillen angeht:
Ich kenne genug Mitschüler/innen die von ihren Eltern, häufig Lehrer, mit Lernmaterial versorgt wurden. Also spart euch die Diskussion.
Bildung ist von der Bildung der Eltern abhängig. Und von dem Ehrgeiz dieser Eltern.
Eine Schulkameradin schmiss nach der 10ten alles hin weil bei uns so im Unterrischt gestört wurde,dass sie nicht mitkam und ihre Eltern, beides Nicht-Abiturbesitzer, ihr nicht helfen konnten.
Die Abinote ist also kein Kriterium zum Messen des Lernwillen in der Pubertät.
Herr Dr Kron:
Ihr Artikel fragt nicht nach den Gründen für das vermehrte Einklagen und analysiert nicht die Situation, die sich wegen der Kurzsichtigkeit der Politiker aufgebaut hat.
Wegen dieser Situation verliert Deutschland immer mehr an fähigen Leuten, die sowohl von Arbeitsbedingungen aber auch von den fehlenden Studienmöglichkeiten abgeschreckt werden.
Ich halte die Entscheidung keine Gespräche mehr durchzuführen, eher für eine Mischung aus Bequemlichkeit und Geldproblemen.
So jetzt bitte die Antwort.
Und wie steht´s hiermit:
"(1) Alle Deutschen haben das Recht, Beruf, Arbeitsplatz und Ausbildungsstätte frei zu wählen.Die Berufsausübung kann durch Gesetz oder auf Grund eines Gesetzes geregelt werden.
(2)Niemand darf zu einer bestimmten Arbeit gezwungen werden, außer im Rahmen einer herkömmlichen allgemeinen, für alle gleichen öffentlichen Dienstleistungspflicht.
(3)Zwangsarbeit ist nur bei einer gerichtlich angeordneten Freiheitsentziehung zulässig."
Das ist der "Artikel 12 (Freiheit der Berufswahl)"unseres gültigen Grundgesetzes und er enthält keinen "Numerus clausus". Nur zur Erinnerung an alle, die gegen Gerichtsentscheidungen wettern und Zulassungsbeschränkungen verteidigen statt den Ausbau der Lehre voranzutreiben.
@Michael und Klaus Samer:
Ich glaube nicht, dass der ärztliche und der pflegerische Bereich weiterkommen, wenn sie sich gegenseitig abwerten und anderen ihre Leistung aberkennen.
Meiner Meinung nach ist an beiden Beiträgen etwas Wahres dran. Klaus Samer schrieb: "Was da alles auf die Patienten losgelassen wird", hier möchte ich einwerfen, dass man dies leider auch von unserem Berufsstand sagen muss. Es ist insgesamt im Gesundheitswesen der Trend möglichst "billige" Arbeitskräfte einzustellen. Da werden dann Ärzte eingestellt, die der deutschen Sprache nicht Herr sind – was ich aber zur richtigen Arzt-Patienten Kommunikation als unabdingbar empfinde.
Zum Arztstudium:
Hochachtung vor den Ärzten die ihr Studium durchziehen; ich stimme ihnen, Michael, zu, dass dies ein große Herausforderung ist, würde mir aber auch wünschen, dass sich an der Einstellung zum Medizinstudium etwas ändert. Lassen sie mich hierfür ausholen: Oft höhere ich den Satz: „Ich habe ein 1-er Abi, jetzt studiere ich Medizin“. Bevor man dies tut, würde ich aber jedem raten, erstmal in die Praxis zu gehen, reinzuschnuppern und dann den Berufswunsch evtl. nochmal zu überdenken.
Ich würde hier durchaus Parallelen zu Lehrern ziehen: Auch in dieser Berufssparte kommt es leider vor, dass viele zwar die fachliche Kompetenz, nicht aber die notwendigen sozialen Fähigkeiten in den Beruf einbringen können.
Zu einem guten Arzt gehört beides, die Motivation und die Fähigkeiten, sich komplizierte Sachverhalte anzueignen.
Motivation allein ergibt vielleicht einen guten Heilpraktiker, aber für einen guten und erfolgreichen Arzt ist auch eine anspruchsvolle wissenschaftliche Ausbildung erforderlich. Ob man sich diese aneignen kann. läßt eben doch am ehesten die Abiturnote einer entsprechend qualitätvollen Schule erwarten.
@ Klaus Samer
Sicherlich mag der ein oder andere Assistenzarzt v.a. in den
ersten Berufsjahren noch nicht die Routine und selbstverständlich auch nicht die Kompetenz eines Oberarztes besitzen. Daraus aber eine generelle Abwertung von Assistenzärzten herzuleiten finde ich beleidigend.Waren denn Sie von Anfang an der perfekte Krankenpfleger? Oder spricht vielleicht auch hier Mißgunst? Ein erfolgreich abgeschlossenes Medizinstudium setzt in allen Fällen ein hohes Maß an Durchhaltevermögen und durchaus auch Ehrgeiz voraus. Zudem sollten Sie in Anbetracht der Verantwortung, der Belastung und der dem entgegengebrachten ideellen und materiellen Entlohnung ihre allgemeine Herabwürdigung noch einmal überdenken! Ich möchte mich nicht auf dieses Niveau begeben und Ihren Berufsstand bewerten. Dennoch wären sachlichere Beiträge zu diesem Thema sinnvoller als Allgemeinplätze!
P.S.: Wenn Sie es besser machen, warum studieren Sie nicht einfach auch noch Medizin, schafft doch jeder!! Oder?
Ob Studienplatzklage oder ZVS, letztlich zählt das Engagement im Studium, speziell im klinischen Abschnitt.
Der NC ist ein probates Mittel um Studenten zu ermitteln, die dem Lernaufwand der Vorklinik gewachsen sind - jedoch darf man nicht vergessen, dass die Abiturnoten das Ergebnis der Lernwilligkeit während der Pubertät darstellen - das muss jedoch in keiner Weise mit dem Engagement eines Erwachsenen im Studium übereinstimmen !
Die Studienplatzklage ist meiner Meinung nach ein legitimes Mittel - die Zulassung zum Studium ist schließlich keine automatische Approbation :
Jeder Student, egal wie er zugelassen wurde, muss die gleichen Hürden nehmen, den gleichen Stoff lernen und neben dutzenden Prüfungen 2 schriftliche sowie 2 mündliche Staatsexamina bestehen.
P.S. zu Professor Sonntag. Schön formuliert was den NC angeht ändert aber nichts an dem Faktum das der Abischnitt die Hürde fürs Studium darstellt und zwar immer noch an der Mehrzahl der medizinischen Fakultäten in Deutschland. Und viele Unis haben als eigenes Auswahlkriterium wiederum was in den Fordergrund gestellt ? Genau den Abischnitt.
Solange es kein absolut gerechtes System zur Vergabe der Medizinstudienplätze gibt und welches wäre das schon ?! muß man damit leben dass das deutsche Rechtssystem klagen dagegen zulässt
Man muß im Übrigen nicht perfekter in Naturwiseenschaftlen sein um ein fähiger Arzt zu werden, aber es hilft.
Das derzeitige Medinzstudium zeichnet - von Ausnahmen abgesehen - nicht unbedingt durch die Förderung von Verständnis aus sondern eher dadurch möglichst viel in geringer Zeit zu pauken und viel Streß auszuhalten , auch eine notwendige Qualifikation für den Arztberuf in Deutschland.
möchte mal wissen, woher die Zahl "30.000 Euro kostet ein Medizinstudiukm pro Jahr" kommt.
Ein völlig überzogenes Rechenexempel , in dem die überteuerte Hochschulmedizin den Motor darstellt.
De Facto sieht es ja so aus, dass die Ausbildung in Deutschland weiterhin stiefmütterlich vernachlässigt wird, und "Wissenschaftliche Mitarbeiter" zu mindestens (rein subjektiv-empirische Zahlen) 75% in der Krankenversorgung, 15 % in der (Feierabend)Forschung und den kläglichen Rest in der Lehre absolvieren.
So lange die Ausbildung für Mediziner keine kräftige Lobby hat und keine flächendeckende Loslösung in eigene "Medical Schools" mit professionellen Lehrkräften und realitischer Kostenberechnung erfogt, ist das deutsche System nicht weiter tragbar...
Die angeführten Untersuchungen, zur Korrelation zwischen Abischnitt und erfolgreichen Studienverlauf, messen ja im Prinzip - wenn überhaupt - nur diesen Zusammenhang. Die Frage ob einen das Medizinstudium in seiner derzeitigen Form dazu befähigt ein guter Arzt zu werden wird dabei schlicht aussen vor gelassen.
Wenn man sich ansieht wer inwzischen im Krankenhaus alles als Assistenzarzt angestellt und auf die Patienten losgelassen wird kann man durchaus bezweifeln das ein starker Zusammenhang zwischen Studienanforderungen und Befähigung zum "guten" Arzt besteht.
Es ist zwar klar dass das auch an der Tatsache liegt das nur noch wenige nach dem Studium den Weg ins Krankenhaus wählen , aber auch früher schon gab es eine nicht unerhebliche Diskrepanz zwischen Studienanforderungen und Assistenzarztwirklicht, die Dinge haben sich halt nur verschärft.
Ich kann auch keinen "Stein der Weisen" präsentieren, der ein zuverlässiges "Vorsortieren" der Kandidaten für das Medizinstudium ermöglicht; ich glaubae aber,daß nicht allein das Studium, sondern auch die postpromotionelle Ausbildung (in Österreich:z.Zt.: 3 jähriger "Turnus" ) erst einen guten Arzt ausmacht! Wir hatten in unserem Semester einen "ausgezeichnten " Maturanten"(Abiturienten), der auch mit "summa cum laude" sein Studium abschloß; in der Praxis war er dann eine "Niete"..
Zunächst einmal meinen Glückwunsch an Herrn Dr. Kron für den sachlichen Beitrag, der ja gerade einmal wieder ein aktuelles Thema als Inhalt hat. Erstaunlich, zum Teil amüsant aber auch erschreckend sind für mich die Kommentare, die ja wohl alle von Medizinstudierenden stammen und hier sollte man etwas mehr Sach- und Fachkompetenz erwarten. So hat der Numerus Clausus per se nichts mit den Auswahlkriterien zu tun, er legt nur fest, wieviel Ausbildungskapazität (Studienplätze für Medizin) pro Medizinfakultät in Deutschland zur Verfügung steht. Er sagt nichts aus über die Auswahlkriterien für einen Studienplatz und über diese kann man sich sicher streiten. Auch im internationalen Bereich gibt es keine 100% gen Kriterien dafür ob jemand ein guter Arzt, eine gute Ärztin wird (das weiß man ja oft nach dem Studium noch gar nicht). Die Harvard Medical School wählt per Papierform aus ihren ca 5000 Bewerbern ca 500 aus, die sie dann für eine Woche einladen und von Tutoren über diese Woche rund um die Uhr betreuen lassen, um sich dann für die 150 KandidatInnen zu entscheiden, die zugelassen werden. Welch ein finanzieller Aufwand, aber immerhin mit einem guten Erfolg. Aus meiner über 45 jährigen Erfahrung als Hochschullehrer in der Medizin kann ich zum einen feststellen, dass eine wesentliche Grundvoraussetzung für das Medizinstudium die Gymnasialleistungen in den naturwissenschaftlichen Fächern Chemie, Physik, Mathematik, Biologie darstellen, allein um das Grundwissen in der vorklinischen Ausbildung bewältigen zu können. Hier gibt es auch statistisch saubere Daten über den Notendurchschnitt bei diesen Fächern im Gymnasium und dem Abscheiden im Physikum. Für das Abschneiden nach der klinischen Ausbildung sieht dies schon wieder anders aus. Es sollte nicht verkannt werden, dass sich zahlreiche Medizinische Fakultäten um Alternativen für Aufnahmekriterien bemühen. So hat Baden-Württemberg ein Testsystem eingeführt, dessen Ergebnis immerhin mit 50% als Auswahlkriterium mit eingeht. Und auch diejenigen, die es beim ersten Anlauf nicht schaffen, haben insbesondere dann, wenn sie die Wartezeit für Medizin nahe Aktivitäten nutzen, eine gute Chance.Und nun noch eine Bemerkung zum "Einklagen". Dies ist eines der unseligsten und nur auch in Deutschland möglichen Verfahren, um einen Studienplatz zu erhalten. Die Medizinischen Fakultäten in Deutschland bilden über Jahre an der Grenze ihrer Belastungsmöglichkeit aus und müssen trotzdem immer damit rechnen, dass gewiefte Juristen ein Haar in der Suppe finden, um noch mehr Studierende "hineinzudrücken". Wie soll dabei die erforderliche Ausbildungsqualität garantiert werden. Die damit verbundenen Probleme bekommen nicht nur die gerade in der Ausbildung stehenden Studierenden insbesondere bei der Ausbildung am Patienten zu spüren, dies hat auch enorme Auswirkungen auf das Gesamtergebnis der Ausbildung und damit auf die Qualität der nachwachsenden Ärztegeneration. Abgesehen davon sind notwendige Neuerungen in der medizinischen Ausbildung kaum einzuführen und umzusetzen. Hier sind die Verantwortlichen der jeweiligen Landespolitik gefordert, klare Kriterien für die Ausbildungskapazität der jeweiligen Medizinischen Fakultät festzulegen, die nicht durch "Eingeklagte" überschritten werden darf. Der Bezug der medizinischen Ausbildung zur desolaten beruflichen Situation der Ärzte insgesamt in der BRD ist irrelevant. Dies ist wohl ein Thema, das erst dann auch politisch ins Rampenlicht - und hoffentlich zu annehmbaren Lösungsvorschlägen - führt, wenn nicht nur 40% sondern 60% und mehr unserer ausgebildeten Ärzte und Ärztinnen Deutschland verlassen, weil sie im Ausland deutlich bessere Arbeits- und Verdienstmöglichkeiten angeboten bekommen.
Mensch statt Macht, Patient statt Politik, Qualität statt Quängelei
Herr Kron, ihr Artikel ist maßlos antiquiert und entspricht nun wahrlich nicht mehr dem aktuellen gesundheitspolitischem Zeitgeist. Sie suggerieren duch eine Aneinanderreihung von zitierten Fremdmeinungen eine trügerische Objektivität der Zusammenhänge die bester Lobby-Arbeit entspricht.
Sowohl Herr Gesundheitsminister Rösler als auch der Präsident der Bundesärztekammer, Herr Hoppe sind sich einig, dass die Auswahkriterien und Studieninhalte ebenso wie die Arbeitsbedingungen an den Kliniken sich schleunigst ändern müssen. [http://www.baek.de/page.asp?his=0.2.6578.8228],[http://www.medi-learn.de/medizinstudium/campus/medizinstudium/klinischer_abschnitt/Hoppe-fordert-Entlueftung-des-Medizinstudiums/]
Das System das in Ihrem Artikel beschrieben wird ist veraltet, der NC steinzeitlich und der heroische Glauben an die ultimative Aussagekraft der Abiturnote für den Studienerfolg schlichtweg vorgeschoben.
Ich nehme zumindest einem mäßig guten Abiturienten mit umfangreicher medizinischer Beruferfahrung eher ab, ein für die kurative Medizin vorbereitendes Studium erfolgreich zu absolvieren, als einem spätpubertären, abgerichteten Einserjüngling.
Zurzeit requirieren wir massenweise die falschen Menschen, für ein Studium mit den falschen Ausbildungsinhalten und für einen Beruf den am Schluss niemand mehr Ausüben möchte, weil er es nicht einsieht unter derartigen Arbeitsbedingungen sein überduchschnittlich geniales Haupt zu beschmutzen.
Herzlichen Glückwunsch an alle die da mitmachen!
Also meine meinung zu diesem thema ist, dass es wirklich schwer ist sich darüber objektiv zu unterhalten, weil sich egal wie man es dreht, immer irgendwer ungerecht behandelt fühlt.
das grund problem, das bei der ganzen sache erstmal aussen weg fällt, ist doch, dass es generell zu wenig plätze für das medizinstudium gibt. der nc wäre dann nicht so hoch und man hätte ärzte, was in unseren eziten des mangels doch gut wäre.
ich kann nur zustimmen, dass ich viele gesehen habe, die auch mit einem super abitur nach ein zwei jahren den abgang gemacht haben. schliesslich fallen von 400 studenten nach dem physikum vielleicht 100 weg und davon sind bestimmt nur ein kleiner anteil einkläger. ich selbst bin einkläger gewesen und habe anfangs viel gegenwind gespürt. die meisten meiner mitkläger waren sehr motiviert und auch wirklich gut. natürlich gibt es auch unter einklägern die reichen söhnchen, die es dann doch nicht packen. ich selbst hatte ein 2,3 abi und ein 1,5 physikum. meine erfahrung ist, dass das abi wenig über das studium sagt. und mal ehrlich. wenn man die multiple choice prüfungen schreibt, dann kann man nicht wirklich sagen, dass jemand der eine 1 hat viel mehr weiss als einer der ne drei hat. beide haben wahrs nur drei tage fuer die prüfung gekreuzt und der eine hatte mehr glück. ausserdem ist der ansporn für gute noten nicht sehr groß, da bestanden ja völlig aussreicht. da hilft nur persönlicher ehrgeiz.
ich möchte aber noch hinzufügen, dass ich meine meinung zu medizinstudenten vor zulassung und während des studiums stark geändert habe. während der wartezeit auf den platz entwickelt man geradezu einen hass auf die 1,0 abiturienten, die aus spass einfach mal medizin studieren, aber beim blut abnehmen umkippen oder sozial einfach unmöglich sind.
während den ersten vier jahren habe ich meine meinung dazu komplett geändert, weil ich viele solcher superabiturienten kennengelernt habe und viele davon sich wirklich super entwickelt haben. mal abgesehen davon, dass die medizin so facettenreich ist, dass wirklich für jeden charakter was dabei ist.
soviel zu diesem thema.
einklagen ist auf jeden fall eine option, die besser ist, als 12 semester zu warten. die 2000euro für den anwalt wird man in 6 jahren wartezeit sowieso auf andere weise los.
Da ich leider keinen NC hatte mit dem ich direkt ins Medizinstudium reinrutschen konnte musste ich 4 Jahre Wartezeit sinnvoll überbrücken! Nach dem Krankenpflegepraktikum, einem FSJ und einer Ausbildung zur Rettungsassistentin denke ich, dass ich gezeigt habe, dass ich genug Hartnäckigkeit und Willen an den Tag legte...Mittlerweile studiere ich im 8. Semester durchaus erfolgreich Medizin.
Über eine Klage habe auch ich nachgedacht und den Gedanken schnell wieder verworfen, da auch ich befürchtete, dass ich dadurch nicht willkommen sein würde und sich dies negativ auf meine Noten bzw Leistungen auswirken würde.
In den letzten Jahren habe ich viele Kommilitonen mit Einser-Schnitten scheitern und gehen sehen.
Ich bin nicht der Meinung, dass der NC alleine ausreicht um die Speu vom Weizen zu trennen.
Solch eine Auswahl fördert das elitäre denken vieler Kommilitonen, die eben nicht auf einen Platz warten mussten oder gar eine niedere Tätigkeit wie zum Beispiel eine Berufsausbildung zum RA oder gar Krankenschwester bzw -pfleger etc.
Ich habe auch Studenten erlebt, die die Panik oder der Ekel packt wenn es darum geht zum Äußersten zu schreiten und ein Gespräch mit Patienten zu führen oder diese gar zu untersuchen und anzufassen!
Was ich damit sagen möchte ist, was sagt der NC aus über Menschlichkeit und Interesse am Medizinstudium?
Je nach besuchter Schulform ist der NC auch nur auf dem Papier gleichwertig und sagt nix aus über tatsächliches Wissen oder Intelligenz... Gleiches gilt auch für universitäre Klausuren... Wer erfolgreich Altklausuren kreuzt und somit tolle Noten hat wird nicht gleichzeitig ein toller Arzt!!!
Ich denke das sehen viele meiner Kommilitonen, die auch warten durften auch so....
ich fühl mich einfach mal nicht als prestigegeiles klagesöhnchen angesprochen. und wie du jetzt darauf kommst, dass man mit einklägern mitleid haben müsste, versteh ich auch nicht. die, die da an der mhh rausgeflogen sind wussten doch wie alle anderen auch, dass sie auf vorläufigen beschluss studieren, der jederzeit widerrufen werden kann. dass ich sage, dass ich die zulassungskriterien ungerecht finde liegt daran, dass ich genug leute mit 1,0 oder 1,1 kenne, die nach dem ersten semester aufgehört haben. die machen jetzt total andere sachen. aber mit dem abi muss mans ja erstmal versuchen, weil papa auch arzt ist. ich habe in meinen zwei jahren vorm studium in der pflege und im op gearbeitet, mit dem fsj hat es nicht geklappt. warum kann man nicht zum beispiel auch empfehlungen in die zulassung mit einbeziehen. leute, die sich medizinisch oder sozial engagiert haben und nebenher vielleicht ein gutes abi haben, sollten die gleiche chance bekommen wie leute, die 1,0 im abi haben und ohne jede lebenserfahrung gleich nach der schule das studieren anfangen. auf einmal merken die nämlich, dass sie mit menschen arbeiten müssen, über die sie vorher nur gelästert haben. psychsich kranke und so....
Soll man ernsthaft Mitleid mit Leuten haben, die meinen, sie könnten sich für ihr Geld alles kaufen? Die Tatsache, dass sich regelmäßig unmotivierte Schüler von reichen Eltern einklagen ist für alle die, die lange auf ihren Studienplatz warten müssen und vorher eine Ausbildung machen, wie ein Faustschlag in's Gesicht. Wer wirklich meint, er wird Arzt aus Berufung, der ist auch Bereit zu warten und eine Ausbildung zu machen. Aber das wäre ja für unsere Klagesöhnchen nicht prestigeträchtig genug...
also daniel, warte mal die pausen ab... früher oder später sind genug plätze in den vorlesungen frei ;) ich selber habe mich eingeklagt und bin jetzt erfolgreich in regelstudienzeit im 10. semester. ich sehe ein, dass es auf eine gewisse art und weise ungerecht ist, sich den platz zu erklagen. andererseits finde ich eben die zulassungsbedigungen auch ungerecht. es hängt halt einfach nciht nur am abi, wie erfolgreich man studiert oder ob man ein guter arzt wird. ich finde, um das einklagen zu vermeiden, muss man weiter über die zulassungsbedingungen zum studium nachdenken.
Bei über 30 Studentinnen und Studenten die sich im vergangenen Jahr an meiner Universität eingeklagt haben, fehlt es bei vielen Vorlesungen oder Pflichtveranstaltungen an eben (mindestens) diesen 30 Sitzplätzen. Auch beim Präparieren im Saal oder in den Umkleiden ist die Situation ähnlich unbefriedigend. Nur juristisch scheinbar kein Problem...