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"Ob jemand für den Arztberuf geeignet ist, lässt sich nicht allein aus dem Schulzeugnis ablesen", sagte der Ärztepräsident. Die persönliche Leistungsbereitschaft sei ebenso wichtig wie die Begeisterung für den Beruf des Arztes. Viele junge Menschen mit weniger guten Schulnoten verstünden den Arztberuf als Berufung. Bei ihnen spiele Idealismus eine größere Rolle als bei manchem Einserkandidaten. "Wir brauchen einfach mehr junge Leute, die bereit sind, sich den Patienten zu widmen", betonte der Ärztepräsident. "Dafür müssen wir den Weg ebnen."
Hoppe warnte, die Folgen des Ärztemangels seien vor allem in ländlichen Regionen spürbar. Viele Ärzte gäben aus Altersgründen ihre Praxis auf, fänden aber keine Nachfolger. In den Krankenhäusern seien ebenfalls viele Stellen unbesetzt. Die Ursachen für fehlenden ärztlichen Nachwuchs lägen auch in der Organisation des Studiums und den Studienbedingungen begründet. Die Finanzierung der ärztlichen Studienplätze müsse langfristig gesichert werden, um die Wettbewerbsfähigkeit und medizinische Versorgung auf hohem Niveau zu erhalten. Die Länder seine gefordert, wieder mehr Mittel in die Hochschulmedizin zu investieren.
"Die Qualität der medizinischen Ausbildung darf nicht länger durch eine schleichende Unterfinanzierung bedroht werden", sagte Hoppe. "Wir dürfen hier nicht an der falschen Stelle sparen und müssen die Abwärtsspirale bei der Finanzierung der Ärzteausbildung aufhalten." Auch die stellvertretende Vorsitzende der FDP-Bundestagsfraktion, Ulrike Flach, hatte sich zuvor für ein neues Auswahlverfahren zum Medizinstudium ausgesprochen.

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Quelle

  • Bundesärztekammer
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Kommentare

  • 4
    13.03.10 - 19:07
    Krankenpfleger

    Hallo studentinn,

    dein erstes Argument erscheint mir etwas lustig. Man ist sicher kein besserer Mensch, weil man sich in der Schule nicht angestrengt hat. Auch finde ich, dass beim Arzt das fachliche im Vordergrund steht! Er soll dich schließlich gesund machen und die richtigen entscheidungen treffen. Da ist mir ein wandelndes Lexikon wesentlich lieber als alles andere.

    Ich bin Krankenpfleger im 3. Lehrjahr. Daher ist die Arztdebatte für mich auch uninteressant. Nach meiner Ausbildung möchte ich kein komplettes Medizinstudium dranhängen. In anderen Ländern, wie z.B. Amerika gibt es wesentlich bessere Weiterbildungen für Pflegepersonal. Dort nehmen die Schwestern und Pfleger den Ärzten jede Menge medizinische Arbeit ab. Genau das würde ich mir auch in Deutschland wünschen. Ein solches System ermöglicht den Pflegern und Schwestern gute Aufstiegsmöglichkeiten ohne ein komplettes Studium machen zu müssen und die Ärzte werden in vielen Bereichen entlastet. Sie können sich so voll auf ihre Diagnosen etc. konzentrieren und würden nicht den halben Tag Sachen machen, die wir Pfleger/Schwestern genauso gut und auch gerne machen würden.

  • 3
    13.03.10 - 16:38
    studentinn

    zu medi student:
    ich kenne so einige Personen die zwar super Noten im ABi hatten,jetzt auch noch vielleicht super Ergebnisse im Studium erreichen.
    Wenn ich diese aber auf meine Verantwortung zu Patienten schicken sollte, haette ich genau so Angst wie, wenn ich ein Elefanten in ein Porzelan-Laden schicken wuerde. Manche machen naemlich den Eindruck,sie waeren laufende Lexikas, die jedoch nur immer die besten sein wollen und auf schlechter abschneidende Personen nur herabsehen. Und Kranke Menschen sind nun mal meistens schwache Menschen durch ihre Krankheit,da gehoert Verstaendnis, Empathie und gute Herangehensweisen an den Patienten unbedingt dazu. Da kann man nicht von von Zytokinen, Interleukinen etc. vor sich besserwisserisch rumreden. Da reicht Lexikon-Wissen einfach mal nicht aus.

    Will man ausserdem Aerzte die sich den Patienten mehr widmen sollen, sollte man diesen auch erlauben synchron zur Arbeit sich als Menschen, Eltern, Partner, Freunde etc. verwirklichen zu koennen. Denn wer privat Harmonie und Zufriedenheit findet,wird auch mit den schwierigen Personen im Krankenhaus besser umgehen koennen.
    Ich glaube es ist der jetztigen Regierung immer noch nicht klar wie viele STUDENTEN schon am Anfang des Studiums stark daran denken danach auszuwandern. Denn in anderen Laendern erhoffen sie sich ein mehr humanes System,welches ihnen ermoeglicht normal eine Familie zu gruenden und sich auch ausserberuflich zu verwirklichen, anstatt von ihnen zu erwarten fuer ihren Beruf totaler workerholik zu werden. Menschen sind nun mal keine Roboter. Aerzte somit auch nicht!

  • 2
    12.03.10 - 19:23
    alli

    ich denke schon, dass der abischnitt nicht unbedingt entscheidend sein muss, wenn man zum beispiel bedenkt, dass einige abiturienten einen wesentlich besseren schnitt erreichen könnten, wären sie nicht an die profiloberstufe (die es beispielsweise an meiner schule gibt) gebunden. ich hatte zwar das glück, meine wunschfächer wählen zu können, allerdings kenne ich viele, die aufgrund der profil-verpflichtung fächer wählen mussten, die ihnen in keinster weise zusagen. dies wäre nur ein beispiel dafür, dass der abischnitt nicht unbedingt das fairste und aussagekräftigste kriterium ist

  • 1
    12.03.10 - 17:27
    medi-student

    Bei dem Artikel stelle ich mir die Frage, warum Leute mit schlechten Schulnoten sich den Patienten besser zuwenden sollten? Ist man ein schlechter Mensch, nur weil man fleißig für seinen Traumberuf lernt?
    Sicher ist der NC kein letztgültiges Kriterium, da die Schulsysteme auch sehr unterschiedlich gestaltet sind. Dennoch ist er das fairste Kriterium, das es bisher gibt. Auswahlgespäche beruhen auf persönlicher Sympathie von Seiten der Dozenten und nicht zuletzt auf den Schauspielkünsten des Bewerbers, der nur das preisgibt, was man von ihm hören möchte. Einen fremden Menschen innerhalb einer halben Stunde richtig einschätzen zu können halte ich für sehr ambitioniert. Außerdem eröffnen Auswahlgespräche die Möglichkeit über persönliche Beziehungen seinen Studienplatz zu bekommen. Objektiver erscheint mir vllt. der Test für Med. Studiengänge.

    Völlig unabhängig vom Auswahlkriterium kann man dem Ärztemangel in ländlichen Gegenden nur entgegenwirken, wenn man die Studienplätze an Leute vergibt, die sich vertraglich dazu verpflichten später in den entsprechenden Gegenden zu praktizieren. Beim Bund funktioniert das doch auch?

    Außerdem muss man die Arbeitsbedingungen an den Kliniken familienfreundlicher gestalten. Viele Äzte wandern auch ab, da die Vergütung in deutschen Krankenhäusern relativ schlecht ist (sie wandern nicht ab, weil sie mal einen guten NC in der Schule hatten^^)

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