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Stramm stehen zum Studieren

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Aber natürlich ist es auch dort nicht einfach, einen Platz zu bekommen. Grundvoraussetzung für ein Studium als Soldat ist, dass man höchstens 25 Jahre alt ist, die deutsche Staatsbürgerschaft besitzt und bis zur Bewerbung nicht länger als 3 Jahre im Dienst der Bundeswehr war.
Wer sich dafür interessiert, Bundeswehr und Studium zu kombinieren, sollte sich zunächst an den nächsten Wehrdienstberater wenden. Ihn findet man im Kreiswehrersatzamt. Es erfolgt die Bewerbung als Offiziersanwärter. Danach folgt ein ausführliches, mehrtägiges Testverfahren in der Offiziersbewerberprüfzentrale in Köln. Hier muss man in vielen Aufgaben seine vielfältigen Fähigkeiten unter Beweis stellen. Dabei wird hauptsächlich mit computergestützen Verfahren gearbeitet. Desweiteren muss ein Sporttest absolviert werden. Den Abschluss bildet ein Gespräch mit einem Psychologen, der bewertet, ob eine Offizierslaufbahn vom Bewerber angestrebt werden darf. Die Zuweisung von Studienplätzen erfolgt bei der Bundeswehr nach der Auswertung aller Testergebnisse.
Nach einem positiven Testbescheid beginnt für den Soldaten und angehenden Mediziner die sechswöchige Grundausbildung. Hier lernen die Studenten praktische und theoretische militärische Grundlagen kennen. Ebenso stehen viele sportliche Übungen auf dem Programm. Nach Absolvierung dieser Elemente wird der Soldat für das Studium vom aktiven Dienst beurlaubt.
Nach der Absolvierung dieser Ausbildung folgt nun der Beginn des Studiums. Das Medizinstudium stellt in der Bundeswehr eine Besonderheit dar, weil dieser Studiengang nicht an den Bundeswehr-Universitäten in Hamburg oder München gelehrt wird. Für Studenten der Bundeswehr gibt es ein festgelegtes Kontingent an Studienplätzen an den zivilen Universitäten. Dadurch liegt bislang der Numerus clausus für die studierenden Soldaten deutlich unter dem der Allgemeinheit. Dies gilt nicht nur für das Studium der Humanmedizin, sondern auch für Zahnmedizin, Pharmazie und Veterinärmedizin.
Im Studienalltag gibt es kaum einen Unterschied zwischen den soldatischen und den zivilen Studenten. Der Bundeswehr-Student hat allerdings die Pflicht sich einmal monatlich bei seiner Einheit zu melden, auch die Prüfungsergebnisse werden genau kontrolliert. In den Semesterferien müssen sie zum Teil Lehrgänge oder ein Truppenpraktikum absolvieren, um eine weitere militärische Ausbildung zu gewährleisten. Für diese Mehrbelastung bekommt der Soldat ein Gehalt von circa 1.300 € monatlich ausgezahlt. Zudem genießen die Soldaten die freie Heilfürsorge. Das bedeutet, dass keine Krankenversicherungsbeiträge fällig werden. Ebenso gibt es eine kostenlose Inanspruchnahme von jeglicher medizinischer Leistung, sowie die Bereitstellung der erforderlichen Medikamente.
Aber natürlich gibt es diese besondere Fürsorge nicht ohne Gegenleistung. Möchte jemand bei der Bundeswehr studieren, so muss er sich für 17 Jahre verpflichten! Wer das Studium abgeschlossen hat, wird damit zum Stabsarzt befördert. Nach dem abgeschlossenen Studium muss man dann dem Einsatzplan der Bundeswehr folgen und kann sich sein Arbeitsgebiet nicht selbst aussuchen. Auch Auslandseinsätze in Krisengebieten können befohlen werden. Das Arbeitsumfeld richtet sich nämlich ausschließlich am Bedarf der Bundeswehr aus. Wer sich also für diesen Weg entscheidet sollte in hohem Maße flexibel und mobil sein.
Wer sich einen Weg als soldatischer Student vorstellen kann, sollte sich vor der Verpflichtung für diese extrem lange Zeit genügend Zeit nehmen, die Vor- und Nachteile gegeneinander abzuwägen. Nicht nur der Einsatz an vielen verschiedenen Orten in Deutschland und der Welt sollte da bedacht werden, sondern natürlich auch die eigenen ethisch-moralischen Grundsätze.
Weitere Informationen zu diesem besonderen Weg des Studiums sowie wichtige Tipps zur Bewerbung als Offizier findet Ihr unter der Internetadresse www.bundeswehr-karriere.de
Studiert Ihr bei der Bundeswehr? Wie ist es? Schreibt unten Eure Kommentare dazu!

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Anika Winkel

Student/in

Recklinghausen

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Kommentare

  • 7
    29.01.10 - 10:51
    61er

    Naja, Truppenpraktikum ist jetzt nicht so schlimm, aber wenns dann in den Einsatz geht und manche Kameraden/innen vorher schon kategorisch ablehnen eine Waffe in einem Ernstfall einzusetzen, muss ich sagen, die haben sich den falschen Arbeitgeber ausgesucht.
    Deshalb sollte sich jeder SanOA vor Augen führen, dass er nicht nur zum Arzt, sondern auch zum Soldaten ausgebildet wird.

  • 6
    User_default_image
    29.01.10 - 09:42
    Sandra Welter
    Student/in

    @61er: Ok, das stimmt auch wieder..Nur so ginge man von 6 Wochen und anschließenden sofortigem Studienbeginn aus. Und was man vor der Entscheidung noch wissen sollte: Letztes Semester gab es insgesamt nicht genug Studienplätze, manche SanOA müssen daher vorher ein halbes Jahr Truppenpraktikum machen. Wobei das keine Abschreckung für diejenigen Leute sein sollte, die sich für diese Laufbahn entschieden haben.

  • 5
    29.01.10 - 01:00
    61er

    Stimmt schon Sandra, aber geht man zur Marine hat man 6 Wochen Grundausbildung und dann Gorch Fock.

  • 4
    User_default_image
    29.01.10 - 00:58
    Sandra Welter
    Student/in

    In Übereinstimmung mit meinem Vorredner finde ich die Thematisierung ebenfalls sinnvoll! Mein Kommentar war auch nicht böse gemeint, wollte nur die beiden Tatsachen klarstellen.
    Lg!

  • 3
    29.01.10 - 00:02
    SanOA

    Im Gegensatz zu meinem Vorredner finde ich die Tatsache, dass der Artikel hier veröffentlicht wurde, angemessen.

    Allerdings fehlen mir die Tatsachen, dass man sich nach Abschluss des Physikums und nach Abschluss des Studiums als Quer- bzw. Seiteneinsteiger ebenfalls bewerben kann.

  • 2
    User_default_image
    28.01.10 - 23:39
    Sandra Welter
    Student/in

    Hallo.
    Die Grundausbildung dauert 3 Monate und nicht 6 Wochen, diskutiert werden gerade 15 Monate.
    Und dass man sich das Arbeitsgebiet nicht selbst aussuchen darf, stimmt so nicht. Informier dich einfach mal, welche Fachrichtung bei den letzten Einplanungen jeweils gewünscht wurden und was daraus geworden ist - eine riesige Übereinstimmung zwischen gewünschter und erhaltener Fachrichtung.
    Viele Grüße!
    Sandra (7. Semester, SanOA in Würzburg)

  • 1
    28.01.10 - 22:27
    Newsletter-Leser

    Sehr sinnvoller und hilfreicher Artikel den jeder Medizinstudent, ob Vorklinik oder Klinik, lesen sollte. Jetzt weiß ich wieder, warum ich den Newsletter abboniert habe! Ohne die hier präsentierten Informationen wird man wohl kaum das Hammerexamen schaffen...

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