Quelle: Uniklinik Köln,
22.01.2010
PJ: Medizinstudenten simulieren klinischen Alltag
Das neue Projekt der Uni Köln soll Medizinstudierenden zukünftig helfen, sich auf ihr praktisches Jahr vorzubereiten. Der PJ-STArT-Block ermöglicht Studierenden, den ärztlichen Alltag eine Woche lang auf einer Simulationsstation zu üben.
"Das Medizinstudium ist voll gepackt. Die größte Herausforderung für Lehrende und Studierende ist es, Wissen, Fertigkeiten und ärztliches Handeln in einen Zusammenhang zu bringen", so Dr. Christine Schiessl, Sprecherin des
PJ-STArT-Block (STArT = Schlüsselkompetenz-Training und -Anwendung in realitätsnahen Tagesabläufen).
Eine Station der Ebene 13 des Bettenhauses, die kurz vor einem Umbau steht, kann für diese Simulation einer echten Station genutzt werden. Ziel des Projektes ist es, die Studierenden des 6. Klinischen Semesters optimal auf das Praktische Jahr vorzubereiten. Im Rahmen der einwöchigen Simulation bekommen Studierende die Gelegenheit, Wissen und Fertigkeiten auf klinische Situationen und Fallbeispiele anzuwenden.
Wie auch im normalen Klinikalltag gibt es eine Morgen- und Mittagsbesprechung, Patientenaufnahmen, ärztliche Visiten, Einzelgespräche mit Patienten und auch Notfälle. "Wir haben hier die Möglichkeit, den Studierenden in einem geschützten Rahmen vor dem Praktischen Jahr noch einmal aufzuzeigen, was sie schon können, aber auch, wo ihr Entwicklungspotenzial liegt. Wenn offene Fragen auftauchen, lassen wir die Studierenden nicht alleine, sondern arbeiten genau da nach, wo es noch Bedarf gibt", so Dr. Christine Schiessl.
Der PJ-STArT-Block ist ein Ergebnis eines maßgeblich durch das Rektorat der Universität zu Köln geförderten Projektes zur Innovation in der Lehre, dem so genannten EISBÄR (Entwicklung und Integration von Schlüsselkompetenzen des Berufsbildes von Ärztinnen und Ärzten). Finanziert wird das Projekt aus Studienbeiträgen der Studierenden. "In den ersten zwei Jahren fördern wir den im Verbund interprofessionell durchgeführten PJ-STArT-Block mit rund 550.000 Euro", so Dr. h.c. Christoph Stosch, Studiendekanat der Medizinischen Fakultät. "Entscheidend ist für uns dabei die Überprüfung der Fähigkeit unserer Studierenden bevor sie in den klinischen Alltag entlassen werden. Neben dem integrierenden Training ärztlicher Fertigkeiten werden vor allem auch soziale und kommunikative Schlüsselkompetenzen thematisiert, die im Beruf äußerst wichtig sind, im stark komprimierten Studium allerdings oft zu kurz kommen."
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