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Was helfen die med. besten Möglichkeiten, wenn sie nicht bezahlbar und/oder nicht verfügbar sind? Rettungsdienst unterliegt größtenteils dem Recht der Bundesländer und ist daher in Deutschland ein bunter Flickenteppich. Teilweise ist eine Hilfsfrist (Zeitraum vom Notruf bis Eintreffen RD) nicht allgemein rechtsverbindlich definiert. Was hilft dem Patienten der tollste NAW mit dem besten Personal, wenn er zu spät kommt? Da ist ein kurzfristig eintreffender RTW mit mäßig qualifiziertem Personal, das zumindest einen schnellen Transport mit "Erste Hilfe" und ohne "Zusatzschäden" hinbekommt, das geringere Übel. Unter diesem Gesichtspunkt gibt es sicherlich dringlichere Möglichkeiten, die Mittel aus Aachen zu investieren. Dabei ist zuerst der unwillige und sachunkundige Gesetzgeber gefragt, die Haftungsfragen, Kompetenzen und Zuständigkeiten sachgerecht zu regeln. Das ist aber als Wahlkampfthema nicht zu gebrauchen und damit ein Spielball der verschiedenen Lobbys. Ich denke u.A. ist der zu häufige NAW-Einsatz einerseits auf Haftungsfragen und andererseits auf (bundeslandabhängig) unklare Fachkompetenzen der RTW-Besatzungen zurückzuführen. Klare Regeln mit Mindestqualifikationen, Haftung, Versicherung und kurzen Hilfsfristen dürften dem Notfallpatienten mehr bringen, als diese Forschung. Da wird der 2. Schritt vor dem 1. versucht. "Rettungsassistent" ist zwar ein geschützter Begriff und ein Ausbildungsberuf, aber per Übergangsregelung dürfte es noch immer Personen geben, die sich nach einer qualitativ fragwürdigen Rettungshelferausbildung ohne rechtlich verbindlichen Qualifikationsstand, Rettungsassistent schimpfen dürfen. Auch ist nicht in allen Bundesländern ein RTW rechtlich verpflichtend mit Rettungsassistenten zu besetzen, weniger reicht auch. Solange es so ist, bleibt Telemedizin "im Feld" aus medizinischer Sicht ein rein akademisches Projekt ohne gegenwärtige Praxisrelevanz.
Ehemaliger Rettungshelfer, der als DocCheck-Nutzer, nicht als Gastleser, diesen Text verschickt hat.
Kleine Anmerkung zu Gastleser 2.
In Amerika gibt es im Rettungsdienst den Paramedic.
Diese Ausbildung ist "fast" analog zu eine/r/m IntensivkrankenpflegerInn.
Dieser Paramedic muss alle 2 Jahre neben seinen Fortbildungen, woran es hier in Deutschland auch harpert,
eine mündlich, schriftlich, praktische Prüfung absolvieren.
Wenn er oder sie diese Prüfung nicht besteht, heisst es, "Auf Wiedersehen".
Das System Notarzt gibt es sehr selten, wenn überhaupt, im Luftrettungsdienst.
Wenn ich mir ansehe, wer alles hier in Deutschland unter die Bezeichnung Notarzt oder Rettungsassistent herum läuft, kann ich nur sagen, "Der liebe Gott beschütze mich vor diese Retter".
Vor Jahren, wurde die Ausbildung, so wie sie jetzt ist, von den Hilfsorganisationen vehement verteidigt.
Es ging wohl damals mehr um die Ehrenamtlichen und Kosten.
Auch ist ein Witz, das es ca. 300 Rettungsschulen auf dem Markt gibt. Von sehr guter Ausbildung, bis zu Fernlehrgängen ist alles vertreten.
Schon mal überlegt, warum es im Rettungsdienst eine sehr hohe Fluktation gibt?
Auch mit der Bezeichnung Notarzt wird oder wurde Schindluder betrieben. Ich kenne Leitende Notärzte, die haben ihre Bezeichnung auf Hawai erworben. Morgens Penne,
mittags ging es zum Golfplatz und abends mit der Gemahlin zu einen Festbankett.
Ein Grund dafür, das Notärzte oder allgemein Ärzte diesen Dienst wiederwillig machen, ist einmal die Haftungsfrage seitens des Träger des Rettungsdienstes.
Und zum anderen die Versicherungsfrage.
Wenn dem Rettungsanitäter/assitent/Inn etwas passiert, ist er über eine Berufsgenossenschaft der Hilfsorganisation abgesichert.
Und der Notarzt?
Ich kenne selbst im Rettungsdienst verunfallte Notärzte,
die können sich jetzt mit Gerichte ärgern. Auch dürfen sich Verunfallte NA zb. mit der Gemeindeunfallversicherung oder einer Feuerwehrunfallkasse herum ärgern.
Dabei müssen sie aufpassen, das sie nicht in Hartz4 hereinrutschen, weil der Arbeitgeber oder der Träger, die Notärzte, für den Fall der Fälle, miserabel abgesichert hat.
Oder zum anderen, die Fortbildungen die zum grössten Teil angeboten werden, sind bis jetzt ein Witz.
Von Rettungs-, Notarzt-,Kongresse bis zu
Internetpunktesammeln ist alles vertreten.
Das ganze liesse sich fortführen.
Aber um wieder zu den Aachenern zurück zukommen.
Das ganze gab es in Deutschland schon mal.
Ich glaube auch nicht, dass die Kassen damit machen.
Ein gut ausgerüsteter Rettung/Notarztwagen kostet heute schon ca. 80000 bis zu 200000 EUR.
Wenn man jetzt noch das Med-on Projekt dazu rechnet, nebst den Oberguru und seinen Hiwis in irgendeiner Zentrale.
Wer soll das bezahlen?
Man ist ja auch am "Fantasieren", dass in jeder Rettungsleitstelle, zu jeder Zeit ein Arzt zugegen sein soll.
Bei einen 24Std. Dienst wären das schon mal 4 Ärzte .
Diese Ärzte brauchen natülich auch ihren Oberguru.
So werden Kosten fabriziert und Planstellen geschaffen.
Und irgendwann wird der Einsatz eines Rettungsmittel für den Hilfesuchenden unbezahlbar.
Im Ärztlichen Notfalldienst wird diese 2 Klassenmedizin ja schon getrieben.
Es gibt schon vereinzelt einen Notfalldienst für Gesetzliche Krankenversicherte und einen gesonderten für Privatpatienten.
Vor vierzig Jahren sind wir mit umgebauten Ford Transits, vollgestopft mit der damals neuesten Technik, sprich schrankgroßen Computern, EKS usw. usw. durch die Gegend gegurkt und haben Daten an die Hochschule gefunkt. Der Versuch wurde sehr schnell aufgegeben, da er nichts an Verbesserung der Patientenversorgung brachte, insbesondere, weil keine Rückkoppelung vorgesehen war.
Bei der heutigen Miniaturisierungstechnik ist die Telemetrie sicher technisch kein Problem, aber sie hat doch heute eine ganz andere Zielrichtung: die Einführung von Schwester AGNES auch im Rettungsdienst, um Geld zu sparen, denn hochqualifizierte Rettungsassis und Notärzte sind einfach teurer als Minderqualifizierte plus Technik. Also lässt man Rettungshelfer oder -sanis auf die Menschheit los und verlässt sich auf den Rucksack und die Kamera auf der Stirn, im Hintergrund sitzt ja ein Notarzt, der per Knopf im Ohr Hilfestellung geben kann. Das Ganze ist äußerst risikobehaftet, die Zukunft des Rettungsdienstes muss, auch wenn es den kranken Kassen nicht gefällt, ganz anders aussehen: bestmöglich ausgebildete Rettungssanis, -assis und Notärzte, die unter deutlich verbesserten finanziellen Bedingungen bei Abbau der völlig blödsinnigen Bürokratie mit Hilfe optimaler Ausrüstung ihre Arbeit verrichten können. Hier könnten die kranken Kassen, die Gemeinden, die Kreise und Länder zeigen, was ihnen die Versorgung von Notfallpatienten wert ist.
Da die einen jedoch glauben, das Geld lieber in Wellnessprogramme und Sponsoring von Urlaubsreisen stecken zu müssen und die anderen es für eine ausgesprochen gute Idee halten, ihre Haushaltslöcher durch das Herunterfahren der Vergütungen im Krankentransport und Rettungsdienst zu stopfen, wobei alle, um es besser aussehen zu lassen auch noch von Qualitätsmanagement faseln, wird es, befürchte ich, doch auf Schwester AGNES plus Technik hinauslaufen, dann ganz sicher zum Schaden der Notfallpatienten.
Mit Vorredner meinte ich Artikel 1
Ich kann mich hier meinem Vorredner nur anschließen. Eine fundierte Ausbildung mit Regelkompetenz des Rettungsassitenten/in wäre der wümschenswerte Weg, aber eine Telemedizin die nur unnötige Kosten birgt aber keine Vorteuile hätte. Oder wo liegt hier die therapeutische Konsequenz ?? Ist es nicht so, das wir vor Ort am Patienten schon die meisten Möglichkeiten der Diagnostik haben ?? Zwölfkanal EKG und deren Interpretation gelingen Rettungsassistenten und Notärzten schon, nur was nützt dies wenn die Diagnosen von den aufnehmenden Notaufnahmen noch immer in Frage gestellt werden und dort die gleiche Diagnostik nocheinmal durcggeführt wird, bzw, die Patienten erst in ein "Epias" Datensystem erfasst werden müssen damit überhaupt erst ihr Troponin -Test im Labor bearbeitet werden kann, obwohl schon präklinisch das Blut abgenommen wurde. Telemedizin sicherlich ein spielerisch schönes System, aber ist es wirklich sinnvoll ??, meiner Meinung nach nicht, das Geld kann man in bessere Projekte / Ausrütung der Rettungsmittel stecken.
... aber auch in den USA ist man von der Telemedizin abgekommen. Der Grund: Kranke Menschen gehören so schnell wie möglich in ein Krankenhaus. Jede Maßnahme, die das verzögert, ist Zeitverschwendung - insbesondere bei Traumapatienten.
Früher konnte man ja immerhin bei Herzinfarkt oder Schlaganfall eine umfangreiche Therapie vor Ort rechtfertigen, aber da heutzutage im Krankenhaus auch zeitkritische Interventionen (PTCA, Lyse nach CT....) zur Verfügung stehen, müssen wir uns langsam auch bei internistischen Patienten mal einen Blick auf die Uhr gönnen.
Im Rettungsdienst ist man leider etwas selbstverliebt und dem Spieltrieb verfallen, was zu unverantwortlich langen Verweilzeiten an der Einsatzstelle führt. Die Amerikaner werden auf schnellstmöglichen Transport ohne Firlefanz getrimmt, und dazu braucht man weder Notärtze noch Rettungsassistenten mit dreijähriger Ausbildung. Und man braucht auch keine Kameraübertragung, weil ein erfahrener und guter Notarzt in der Klinik auch nichts anderes sagen kann als: "EINPACKEN UND HER DAMIT!".
Das neue Interesse an der Telemedizin ist, dieser Verdacht drängt sich jedenfalls dem Gastleser auf, eher dem Vertriebsinteresse der Industrie geschuldet als irgendwelcher medizinischer Nutzenabwägung.
Diese Systeme waren, in technologischer einfacherer Variante, schon vor Jahren in den USA etabliert. Aber das hat einen einfachen Grund: Dort gibt es in der Regel vor Ort keinen Notarzt. Solche Systeme machen aus wirtschaftlicher Sicht nur Sinn, wenn man den Notarzt vor Ort zukünftig einspart, bzw. für ganz besondere Situationen noch einige wenige Spezialisten vorhält. Das eingesparte Geld kann dann in solche Technik und vor allem in koordinierte, strukturierte Fortbildung des Rettungsfachpersonals fliessen.
Ich finde Investitionen in solche Technik hat momentan absolut keine Priorität (Forschung ist natürlich OK). Technik haben wir schon viel, aber im Schnitt viel zu wenig Qualifikation und Handlungskompetenz (RettAss + NA).
Im Moment wäre die überfällige Novellierung des Rettungsassistentengesetzes mit zukunftsfähigen Inhalten angesagt. Gleichzeitig ist eine koordinierte und gemeinsame Fortbildung der "Retter" aller Diziplinen dringend erforderlich.
Mein Wunsch-Nahziel wäre: Qualifizierte und trainierte Rettungsassistenten mit klar abgesteckten Kompetenzen und ab einer definierten Schwelle (höher angesetzt als momentan) kommt ein qualifizierter Notarzt zum Einsatz. Damit bräuchten wir zwar weniger, aber im Schnitt qualifiziertere Mediziner. Wäre gut für alle - vor allem für die Notfallpatienten.