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Mikroblitze gegen resistente Bakterien

«Diese Geräte bringen große Hoffnungen für die Zukunft», sagte Professor Gregor Morfill, Direktor am MPE, am Donnerstag in München. So könnten sich Ärzte durch den Einsatz der Plasmageräte die zeitraubende Desinfektions-Prozedur des Händeschrubbens sparen. Auch Fußpilzinfektionen könnten sogar durch Socken hindurch innerhalb weniger Sekunden behandelt werden.

Ein Plasma besteht aus geladenen Teilchen wie Ionen oder Elektronen. Durch das von den Forschern entwickelte Plasma-Gerät kommt es zu Entladungen in der Luft. Durch die entstehenden Mikroblitze werden etwa der molekulare Stickstoff und Sauerstoff in der Luft gespalten und es laufen über 200 chemischen Reaktionen ab. Unter anderem entsteht so das für Bakterien tödliche Wasserstoffperoxid.
«Auch medikamentenresistente Bakterien werden so gezielt getötet», so Morfill. Auch die Desinfizierung chronischer, nicht-heilender Wunden ist mit den Geräten möglich, weil das Plasma für Bakterien tödlich, für menschliche Zellen aber harmlos ist. «Statt Jod auf Wunden zu träufeln, könnte man Kratzer in Zukunft auch mit dem zahnbürstenkleinen Gerät desinfizieren - das tut nicht weh», wies Morfill auf die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten des Geräts hin. Zwei Forschungsberichte der Garchinger Wissenschaftler wurden am Donnerstag im «New Journal of Physics» veröffentlicht.

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42 Bewertungen (Ø 4.19)

Quelle

  • dpa
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Kommentare

  • 5
    01.12.09 - 10:19
    Hanni F.

    Die mechnische Reinigung entfernt (!) den Dreck, die Blitze desinfizieren die Trauerränder nur?

    Macht man damit vielleicht auch Karies oder Parodontitis unschädlich?

    In welche Tiefe reicht die Wirkung?

  • 4
    User_default_image
    30.11.09 - 09:39
    Prof. Dr. Hans-Günther Sonntag
    Arzt/Ärztin

    Es ist schon erstaunlich wie wenig man interdisziplinär die Literatur recherchiert, aber das ist wohl bei der heutigen Überfülle von Publikationen auch nicht möglich. Immerhin hätte man vor einer Veröfentlichung ja mal einen Fachmann fragen können. Zur Sache: Die so genannte "Plasmatechnik" zur Abtötung von Bakterien ist nichts Neues und wird spätestens seit 1990 bei der Plasmasterilisation, einem Verfahren zur Sterilisation von termolabilem Material, angewendet. Dabei hat sich gezeigt, dass es gewisser Voraussetzungen bedarf (Unterdruckverfahren), um diese Wirkung überhaupt zu erreichen. Es hat schon viele Ansätze gegeben, vereinfachte Verfahtren zur Desinfektionsmittel freien Desinfektion zu etablieren, die aber häufig an der Umsetzbarkeit gescheitert sind. Leider fehlt der Hinweis zur Publikation, um die hier postulierten Daten auf ihre Validität hin zu überprüfen. Ich bin auf die weiteren Ergebnisse gespannt.

  • 3
    User_default_image
    29.11.09 - 05:19
    Dr. H.P.D. Spielmann
    Arzt/Ärztin

    Nachtrag !
    M.E. wird dieses Verfahren auch zu einem Instrument fuer Dermatologen, etwa um chron.-rez.Herpesblaeschen - Schub by Schub - den Garaus zu machen !?
    (Gern melde ich mich freiwillig als Test-Person an.)

  • 2
    User_default_image
    29.11.09 - 05:01
    Dr. H.P.D. Spielmann
    Arzt/Ärztin

    Nicht so oft, so gestehe ich, lese ich von einer wirklich
    "radikalen" Errungenschaft, die vermutlich sehr schnell das Arbeitsleben in den operativen Faechern veraendern wird.
    Hierbei erinnere ich mich an die "endlos" langen 5 Min. chirurg. Haendedesinfektion, die oft genug mehr "Stress" verursachten, als die OP's.
    Mir scheint auch nahezu sicher zu sein, dass dieses Verfahren die interdigitalen Handfalten und die Fingernaegel erreicht, (letztere evt. nach Grobreinigung
    in alter Manier mit Buerste).

    Dr.med.H.P.D.Spielmann
    FA f. Gynaekologie
    Bangkok

  • 1
    Defaultmedium
    28.11.09 - 00:10
    Karsten Wilzek
    Arzt/Ärztin

    Zur Möglichkeit des Ersatzes der chirurgischen Händedesinfektion durch die hier beschriebene Methode würde mich interessieren, inwieweit diese Mikroblitze auch für Vernichtung des Keime in den Hautfalten sorft, die man nur normalerweise nur durch sorgfältige mechanische Reinigung (weitgehend) keimfrei bekommt.

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