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Schon mal was von Mariendistelextrakt (Silymarin) gehört ?- pflanzlich, Wirkungsnachweis erbracht, selbst bei Knollenblätterpilzvergiftung gemäß Schulmedizin wirksam aber leider deutsch und nicht chinesisch -- das ist wohl das Problem.......
Wer heilt hat recht!!!!!
Ich schließe mich dem Kommentar von Herrn Krüger an!
Der euphorische Stil des Autors und die Behauptung der Nebenwirkungslosigkeit dieser Phytopharmakatherapie ist prima vista unwissentschaftlich.
Desgleichen sind die Statemants mancher Kollegen, die sich offenkundig noch nie mit Phytotherapie beschäftigt haben und der platten Strategie des Effizienznachweises von Monosubstanzen unterliegen mehr als peinlich und ebenso unwissenschaftlich!
Ich empfehle die Lektüre der Originalarbeit
Dr. med. Hanns-Peter Grimm, Internist
Wunderbare Idee von Dr. Steinschulte - siehe Zuschrift Nr. 9 - zum Sprachgebrauch:
Von wegen "Schulmedizin" versus "alternative Medizin" ... ! Ich habe an diesem dümmlich-arroganten Quaken schon immer Anstoß genommen. Die Arroganz liegt darin, dass die wissenschaftlich begründete Medizin durch die Bezeichnung "Schulmedizin" abgewertet und "Alternativen" aufgewertet werden. Das eine ist "Medizin", das andere meist Mumpitz, meinetwegen auch "Pseudo-Medizin" und allerbestenfalls "Naturheilkunde". Der Vorschlag, statt dessen von "Medizin mit erwiesener Wirksamkeit" versus "Medizin ohne erwiesene Wirksamkeit" bzw. "Medizin mit erwiesener Unwirksamkeit" zu sprechen, gefällt mir aber auch.
Als Drogist "alter Schule" und Freund einer variantenreichen und suffizienten Phytotherapie stehen mir dennoch ob des letzten Abschnitts dieses Berichtes die Haare zu Berge. Der Kommentar von Frau Anette Minarzyk (...Chapeau!) bringt es auf den Punkt: "Berberitze, schwarzer Nachtschatten und insbesondere Eibe und keine Nebenwirkungen?" - So manches Pferd könnte berichten, wenn es a)jemals hätte sprechen können und b)nicht nach Genuss von Eibe elendiglich verschieden wäre. Zudem dürfte der ebenfalls in Kommentaren erwähnte Grundsatz auch in China gelten: Keine Wirkung ohne Nebenwirkung! Dieser Satz gilt auch und gerade in der Phytotherapie. Abgesehen davon dürfte es neben den hauptsächlich wirksamen Substanzen unglaublich viele nebensächlich wirkende Substanzen in solchen "Gemischen" geben. Aber wie man sieht: 10 Kommentare und 2 ernste Nachfragen - es lässt sich alles verkaufen - selbst Produkte mit Extremrisiko. Unkenntnis und Esoterik, gemischt mit fernöstlichem Zauber machen es möglich. Einer nachvollziehbaren Überprüfung aller Aussagen des Berichtes hoffnungsvoll entgegensehend trinke ich heute abend noch ein Glas Rotwein zusätzlich...
In der modernen Medizin ist die Unterscheidung in "Schulmedizin" und "Alternativ- oder Komplementärmedizin" nicht mehr zeitgemäß und sollte durch "Medizin MIT erwiesener Wirksamkeit" und "Medizin OHNE erwiesene Wirksamkeit" resp. "Medizin mit erwiesener Unwirksamkeit" ersetzt werden.
"Erwiesene Wirksamkeit" heißt dabei erwiesen in mindestens zwei voneinander unabhängigen, sauberen, reproduzierbaren Doppelblindstudien nach den Regeln der modernen evidenzbasierten Medizin.
Wenn man das konsequent durchhält, dann erledigen sich 99% der überflüssigen Diskussionen über angebliche neue Wundermittel automatisch von selbst.
Habe größte Vorbehalte gegen chinesische Studien. Da ist oft der Wunsch der Vater der Publikation und es werden Ergebnisse berichtet und gefolgert, die bei genauer Betrachtung der Methode unhaltbar sind. Pflanzlich und traditionell ist auch keineswegs gleichbedeutend mit harmlos und schon gar nicht nebenwirkungsfrei. Ohne den medizizinschen Nutzen schlankweg ausschließen zu wollen, aber ich mir nur die Bestandteile ansehe: Berberitze und Schwarzer Nachtschatten, von der Eibe nicht zu reden, und keine Nebenwirkungen? Wer das glaubt, der glaubt auch an den Weihnachtsmann!
Das würde mich auch interessieren wo man es erwerben kann. Bitte um Bekanntmachung wenn sich die Zusammensetzung herausfinden lässt! Bin sehr daran interessiert.
Vielen Dank
Xiao Chai Hu Tang wird in China und Japan (sho saiko to) tatsächlich schon lange bei Leberbeschwerden aller Art eingesetzt. Eine der Hauptkomponenten ist Chai Hu (jap. saiko, bot. Bupleurum), von der es mehrere Arten gibt. In Japan wird v.a. Bupleurum falcatum eingesetzt in China v.a. B.chinense und B.scorzonerifolium.
Es gibt unter den Bupleurum-Arten aber auch giftige, z.B. B.longiradiatum. Wer sorgt eigentlich dafür, dass der deutsche Verbraucher auch die geeigneten Kräuter in der Teemischung vorfindet? V.a. in billigen Teemischungen werden immer wieder "falsche" Arten gefunden, genauso wie Pestizide und Rückstände sonstiger Pflanzenschutzmittel.
Xiao Hu ist auch nicht ungefährlich. In Japan gab es einige Todesfälle bei Patienten, die gleichzeitig eine Interferontherapie erhielten. Daher ist Xiao Hu/Saiko bei Patienten unter Interferontherapie in Japan strenge kontraindiziert.
Pneumonitis during interferon and/or herbal drug therapy in patients with chronic active hepatitis. Ishizaki T, Sasaki F, Ameshima S, Shiozaki K, Takahashi H, Abe Y, Ito S, Kuriyama M, Nakai T, Kitagawa M. Eur Respir J. 1996 Dec;9(12):2691-6.PMID: 8980988
[Five cases of drug-induced pneumonitis due to Sho-saiko-to or interferon-alpha or both] Nakagawa A, Yamaguchi T, Takao T, Amano H. Nihon Kyobu Shikkan Gakkai Zasshi. 1995 Dec;33(12):1361-1366. Japanese. PMID: 8821988
[A case of interstitial pneumonia with chronic hepatitis C following interferon-alfa and sho-saiko-to therapy] Sugiyama H, Nagai M, Kotajima F, Yoshizawa A, Kamimura M, Horiuchi T, Kudo K, Kabe J, Hayashi S, Umeda N. Arerugi. 1995 Jul;44(7):711-4. Japanese. No abstract available. PMID: 7575138
[A possible mechanism of interstitial pneumonia during interferon therapy with sho-saiko-to] Murakami K, Okajima K, Sakata K, Takatsuki K. Nihon Kyobu Shikkan Gakkai Zasshi. 1995 Apr;33(4):389-94. Japanese. PMID: 7540698
Aber dennoch sind uns die Chinesen und Japaner bei der Integration alternativer Heilmethoden weit voraus und ich bin persönlich davon überzeugt, dass wir noch einige neue Medikamente vom Kaliber ähnlich den Artemisinin-Derivaten aus dem Schosse der Ostasiatischen Phytotherapie erleben werden.
In diesem Sinne finde ich den Artikel gut, dass er uns über den Tellerrand blicken lässt.
Bleibt zu hoffen, dass die Begründung der fabelhaften Wirkung dieser TCM-Therapien seriöser ist als die Behauptung, es gebe keine Nebenwirkung. Unser alter alter Phamakologieprofessor Völker an der Tierärztlichen Hochschule Hannover pflegte uns immer einzubleuen: Arzneimittel, die keine Nebenwirkung haben, haben auch keine Hauptwirkung. Recht hatte er!
Ja, das mit dem Paclitaxel leuchtet mir auch nicht ganz ein. Ansonsten scheinen die Fakten ja wirklich berauschend. Gibt es auch klinische Studien oder alles nur in vitro/theoretisch?
Wer die Wirkung von pflanzlichen Mitteln nicht glauben mag, dem sei ins Gedächtnis gerufen, dass die meisten unserer Medikamente synthetische Abkömmlinge von Naturrohstoffen sind. Etwas weiter gefasst, könnte man z.B. Aspirin als Phytotherapeutikum bezeichnen. Salicylsäure ist in Pflanzenbestandteilen der Weide enthalten. "Früher" wurden die geriebenen Blätter in Wunden gelegt, um damit die Entzündungsreaktion zu hemmen. Heute weiß man, wie das biochemisch geht, und damit steht es auf "naturwissenschaftlichen Beinen", kaum jemand weiß was von diesem Hintergrund und siehe da - keine Zweifler an dieser Naturmedizin.
Taxane sind wirklich wunderbare Phytotherapeutika, und so harmlos...
Der Artikel wirkt auf mich wie ein Gemengelage von Biochemie, Fakten und am Schluss die übliche komplementär-Versprechung: Alles ohne Risiken und Nebenwirkungen...
Wer glaubt das noch?
Wo gibts das Wundermittel zu kaufen?
Paclitaxel bei Leberfibose:
Viel Spaß mit dem Chemotherapeutikum.
Und wer hat noch behauptet Phytotherapie hätte geringe Nebenwirkungen?