| Children's Hospital Informatics Program |
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Es geht hier ein bißchen durcheiander. Mißbrauch ist ein Teil häuslicher Gewalt, kommt aber in der Regel nicht mit Bisspuren daher. Also was ist gemeint?
Im übrigen sind beide Tatbestände juristisch in ihren Beweiserfordernissen derartig differenziert, dass kein Algortithmus zur Antzipation einer Wahrscheinlichkeit des Eintretens der Tatbestände beitragen kann, denn diese sind sie erst dann, wenn sie eingetreten sind. Am ehesten können sich Verdachtsmomente verdichten, die aber zur Prävention nicht tauglich sind, da in jeder Familie das Potential für derartige Tatbegehungen ruht.
Am Ende ein nettes Spielchen, aber untauglich für diese Zielstellung.
Wenn alle Eltern mit ihren Kindern wegen der - durch Schläge, Bisse u.a. - verursachten Verletzungen beim KA oder HA vorstellig würden, könnte dies eventuell funktioneren. Aber die Realität sieht so aus, dass die Kinder daheimgelassen werden, bis das blaue Auge nicht mehr zu sehen ist. Hier müssen auch die ErzieherInnen und LehrerInnen besser geschult und sensibilisiert werden, da diesen solche Verletzungen oder Verhaltungsänderungen auffallen sollten!
Zu 2 und 3: Es werden keine zukünftigen Mißbräuche vorhergesagt, sondern ZUKÜNFTIGE MISSBRAUCHSDIAGNOSEN!
Die Mißbräuche haben schon stattgefunden, aber noch kein Arzt die Diagnose eines Mißbrauchs gestellt - der würde erst im Schnitt 10 bis 30 Monate später diese Diagnose stellen. Das System schlägt dagegen schon eher Alarm, mit einer gewissen Unsicherheit, die im Artikel ja auch benannt wurde.
So habe ich den Originalartikel jedenfalls verstanden, hier im doccheck-Artikel kommt das nicht ganz so deutlich rüber. Aber mit ein bißchen Nachdenken und Recherche kann man schon draufkommen, dass es so gemeint ist...
Eine Software die in die Zukunft sehen kann...ist ja alles ganz interessant, aber ich frage mich welche Konsequenz der Arzt ziehen soll wenn ein Früwarnsystem einen möglichen zukünftigen Missbrauch anzeigt. Wird den betroffenen Familien aufgrund dieser Frühwarnung verstärkt Hilfe angeboten (in Form von sozialer Betreuung und Beratung), schaltet sich dann das Jugendamt ein oder soll der Arzt die Eltern oder die Angehörigen ohne definitive Beweise anzeigen? Wohl kaum! Sicher bin ich dafür dass es mehr Sicherheit und Schutz für Kinder oder pflegebedürftige Personen geben soll, aber ein solches Frühwarnsystem hilft nur wenig wenn sonst (bei zB. dem Einsatz von Familienpflegern, Sozialarbeitern usw.) in unserem System immer nur weiter gespart wird. Meiner Meinung wird der Hebel an der falschen Stelle angesetzt und den Patienten versucht mit dem Argument der vermeintlichen Sicherheit die elektronische Krankenkarte 'schmackhaft' zu machen.
Ich stimme dem obigen Kommentar zu. Ich weiß zwar nicht, was ein Algorithmus ist, ich weiß auch nicht, in wie vielen Fällen aus den zitierten "über eine halbe Million" dieser Algorithmus ein noch nicht stattgehabtes Ereignis identifiziert hat. Ich verrtraue darauf, daß der Algorithmus in absehbarer Zeit ein Modul zur Verhinderung des noch micht stattgehabten Missbrauchs entwickeln wird! Jawoll! ......und hat jetzt noch jemand Zweifel an der absoluten Notwendigkeit der EGK?
Sehr schön recherchiert und dargestellt, Danke!
Da bleibt nur noch der Wunsch nach einem Zusatzmodul zur "Behördenaktivierung und -beschleunigung" ... denn das funktioniert leider ja häufig nicht einmal bei den "handverlesenen" Verdachtsfällen ...