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Die Zu-Früh-Rentner

Täglich Schmerzen zu erleiden, fordert nicht nur psychisch seinen Tribut, auch körperlich schränken chronische Schmerzen Patienten häufig stark ein. Wie stark, können andere oft kaum ermessen und interpretieren die Einschränkungen chronisch Schmerzgeplagter nicht selten schlicht als Gejammer. Eine Objektivierung funktioneller Einschränkungen, die mit chronischen Schmerzen verbunden sind, ist den meisten auch kaum möglich.

30 Jahre vorgealtert

Berichten jüngere Schmerzpatienten, sie fühlen sich wie 70-Jährige, stimmt diese Einschätzung jedoch häufig recht genau. Denn sie sind zwei bis drei Jahrzehnte älter als ihr tatsächliches Alter glauben macht. Dies zeigen Untersuchungen des Geriaters Kenneth Covinsky der Universität von Kalifornien an Schmerzpatienten. Die Leistungsfähigkeit von 50- bis 59-jährigen Schmerzpatienten entspricht demnach Senioren, die 80 bis 90 Jahre alt sind, aber schmerzfrei sind. Von diesen waren immerhin noch vier Prozent in der Lage, über 1,5 Kilometer zu joggen, und über die Hälfte der Betagten schaffte es mühelos, einige Häuserblocks zu umrunden (J Am Geriatr Soc 2009; 57: 1556-1561). Was für Neunzigjährige allerdings eine beeindruckende Leistung ist, kommt bei 50 oder 60 Lenzen eher einem Armutszeugnis gleich.
Auch nach Berücksichtigung von soziodemografischen Faktoren, Komorbiditäten, Depressionen, Fettleibigkeit und Gesundheitsverhalten hatten Schmerzpatienten ein stark erhöhtes Risiko für funktionelle Einschränkungen.

Schmerzdefinition auf subjektiver Basis

Bei den untersuchten über 18.500 Teilnehmern der 2004 Health and Retirement Study, einer nationalen repräsentativen Untersuchung an 50-jähigeren und älteren, selbständig lebenden Personen, war signifikanter Schmerz als Schmerz definiert, der in der meisten Zeit vorhanden und moderat bis stark ist sowie als häufig belastend erlebt wird. Untersucht wurden Fähigkeiten in vier Domänen: Mobilität, Treppen steigen, Funktion der oberen Extremität und Aktivitäten des täglichen Lebens.
37 Prozent der 50- bis 59-Jährigen ohne Schmerzen konnten eine Meile joggen, 91 Prozent umwanderten mehrere Häuserblocks und 96 Prozent wenigstens einen Block. Unter Schmerzen joggten nur neun Prozent der Teilnehmer eine Meile, gingen nur 50 Prozent ohne Schwierigkeiten um mehrere Blocks und 69 Prozent um einen einzigen. Ihre Mobilität entsprach der alter Menschen. Wenn auch sich Funktionseinschränkungen im Verhältnis zum Alter bei Schmerzpatienten mit zunehmendem Alter etwas anglichen, waren sie auch noch in hohem Alter vorhanden.

Schmerz-Funktionsverlust als Circulus vitiosus

Nach Kenntnis von Covinsky ist dies die bislang erste derartige Untersuchung, die Schmerzen ins Verhältnis zur Alterspanne setzt. Trotz Grenzen der Studie - dies sind das Querschnittsdesign und die Probleme, die der Definition des Begriffes Schmerz in dieser Untersuchung innewohnen - lässt das Ergebnis einige Erkenntnisse zu. Die genauen Ursachen und Wirkungen beim Thema sind unklar. Wahrscheinlich bedingen sich Schmerzen und Funktionseinschränkungen jedoch gegenseitig, und ein Problem verschlimmert das andere, sodass eine Abwärtsspirale in Gang kommt. Deutlich wird, dass es sich bei Schmerzen und Funktion nicht um trennbare Prozesse handelt, die einzeln zu behandeln sind.
Kovinsky betont die Bedeutung der Erfassung von Schmerzen und funktionellen Einschränkungen, von Schmerzmanagement und wirksamen Therapien. Doch ist es damit nicht getan, weitere Faktoren spielen eine große Rolle: Viele Schmerzpatienten weisen eine therapiebedürftige Komorbidität auf. Durchschnittlich haben Schmerzpatienten neben der Schmerzdiagnose weitere Diagnosen an fünf verschiedenen Organsystemen. Sie nehmen durchschnittlich sieben Medikamente ein. Wechselwirkungen sind kaum zu überschauen, ergab eine vor einigen Jahren durchgeführte Untersuchung der Deutschen Gesellschaft zum Studium des Schmerzes e. V. (DGSS), veröffentlicht in der Fachzeitschrift „Der Schmerz“ (2003; 4: 252-260). Darüber hinaus sind die meisten Schmerzpatienten überzeugt, Schonung und Ruhe sei die beste Medizin.

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Dr. Julia Hofmann

Medizinjournalist/in

Grafing

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Kommentare

  • 21
    26.10.09 - 09:32
    anonymous

    Die Diskussion zwischen HP Wahl und Schlomann-Schmitter ist einfach lächerlich. Wer heilt und hilft, hat Recht, egal wie er geholfen hat. Mit Naturheilkunde oder mit Chemie Ein HP sollte sich niemals rechtfertigen! Und einer der keine Ahnung von der Naturheilkunde hat sollte einfach den Mund halten.
    Der Artikel sollte zum Nachdenken anregen und das tut er.

  • 20
    Icondirect
    26.10.09 - 09:23
    Barbara Schlomann-Schmitter
    Gesundheits- und Krankenpfleger/in

    Guten Tag Frau Wahl,

    der Beruf des Heilpraktikers in allen Ehren, bin ich trotzdem der Meinung, dass ein wirklich Erkrankter in FACHARZTHÄNDE und nicht zum Heilpraktiker gehört. Umsonst haben die Ärzte nicht ein ellenlanges Studium und eine langwierige Facharztausbildung absolviert.

    Weiter können viele der Patienten in der heutigen Zeit kein Geld für irgendwelche Therapien ausgeben, weil ihnen die finanziellen Mittel fehlen. Auch glaube ich kaum, dass ein Patient mit einer hefigen Fibromyalgie mit Bachblüten wirklich schmerzfrei wird. Die betroffenen Patienten können dies mit Sicherheit bestätigen.

    Meiner Meinung und meiner Erfahrung nach werden die besten Erfolge erzielt, wenn die Fachärzte hier eng zusammen arbeiten und vor allem den Patienten ernst nehmen. Neben der medikamentösen Therapie ist allerdings die Physiotherapie ein weiterer hilfreicher Meilenstein, um so optimal wie möglich zu therapieren.

    Auch wenn mich jetzt die Heilpraktiker in der Luft zerreissen... Heilpraktiker werden kann jeder, sogar unser langjähriger Müllmann hat die Heilpraktikerschule erfolgreich besucht... Medizin studieren und ausüben nicht. Ich persönlich würde niemals bei einer ernsthaften Erkrankung einen Heilpraktier aufsuchen, denn wie oft der Heilpraktiker seine Kompetenzen u. U. überschätzt, möchte ich an dieser Stelle gar nicht drüber nachdenken.

    Nicht böse sein, aber das ist meine Meinung. In diesem Sinne lieben Gruss aus Düsseldorf

    B. Schlomann-Schmitter

  • 19
    User_default_image
    25.10.09 - 20:07
    Ursula Wahl
    Heilpraktiker/in

    Ich (nr 5) nochmal. Vom Grundberuf her bin ich Physiotherapeutin und habe ausreichend Erfahrung mit Fibromyalgie und anderen chronischen Schmerzpatienten. Zumindest zu "besseren" Zeiten haben Ärzte des Physios die Patienten geschickt, bei denen sie selbst nicht weiterkamen. In neuerer Zeit wird der Patient bevor er zu einer weiteren Fachkraft geschickt wird erst einaml mit Magnetfeldbehandlungen bearbeiten, die der patient meist selbst bezahlen muss (zwischen 300 und 700 Euro pro Serie) Erfolg gering.
    DIe Schmerzpatienten unter ihnen wissen wo von ich rede.
    Als ich zur Seite der HP`s gewechselt habe stellte ich fest, dass z. B. Migräne Patienten VORHER sagten "Ich würde alles tun um schmerzfrei zu werden" letztendlich würden sie aber kein Geld bei einem NICHTArzt ausgeben, nicht aufhören zu Rauchen (nur wenn sie vorher schon wüssten, dass es mind. 100 % besser wird), und vor allem KEINE Ernährungsumstellung, denn ich habe schon genug Probleme.
    Seit 4 Jahren betreue ich eine Fibromyalie Patientin, mit zugegebenermassen wenig Erfolg. Bei allem klassischen was ich erlernt habe. Nun habe ich mich auf wirklich UMWISSENSCHAFTLICHES Gebiet begeben und sie mit Bachblüten therapiert - Sie ist seitdem schmerzfrei. Was soll ich sagen? Scheinbar sollten wir alle mal über den Tellerrand schauen, allein zum Wohle des Patienten. Pro Sitzung verdiene ich jetzt nicht mehr als 10 €, alle HyperInfusionen brachten der Patientin nichts mir dafür doch mind. 40 €... Wie Willst du dein GEld verdienen, liber Kollege?

  • 18
    Icondirect
    23.10.09 - 16:38
    Barbara Schlomann-Schmitter
    Gesundheits- und Krankenpfleger/in

    Guten Tag,

    auch ich bin Schmerzpatient, mit Rheuma ist das auch kein Wunder. Auch ich habe zum Ausbruch meiner Erkrankung eine Odyssee hinter mich bringen müssen, bis ich endlich an eine Schmerztherapeutin geriet. Sie setzte in Zusammenarbeit mit meinem Rheumatologen und Orthopäden alle Schmerzmedikamente ab und stellte mich auf Morphin ein. Meine Lebensqualität aufgrund meiner Morphin-Einnahme stieg wieder an, ich war sogar zeitweise in der Lage, das Morphin abzusetzen. Leider holt durch Schübe diese Erkrankung immer wieder ein, aber durch intensive Betreuung meiner Schmerztherapeutin liess meine Lebensqualität nie ins "Nirvana" absinken.

    Nach wie vor verstehe ich nicht, dass sich Ärzte die sich nicht intensiv mit der Schmerzbehandlung befassen, sich so schwer tun, ihre Patienten in die richtigen Hände zu überweisen, denn der Schmerztherapeut kann manchmal Berge versetzen.

    Im übrigen hatte ich keine Entzugssymtomatik in meinen morphinfreien Phasen, ein Grund mehr, genau zu überlegen, welche Schmerzmedikamente man dem Patienten verabreicht.

    Lieben Gruss aus Düsseldorf

    B. Schlomann-Schmitter

  • 17
    23.10.09 - 16:19
    anonymous

    Immer zuerst bei Schmerzen Diagnostik beachten. Wenn Fibromyalgie feststeht,Präparate von L,R. anwenden.

  • 16
    22.10.09 - 22:46
    anonymous

    Ich (39J) habe Fibromyalgie und Depressionen und bin aufgrund dessen seit mehr als drei Jahren erwerbsunfähig.
    Bislang habe ich immer versucht, die Schmerzen mit eigener Kraft zu bekämpfen, da ich mir nicht vorstellen kann, den Rest meines Lebens von Schmerzmitteln "abhängig" zu sein.
    Allerdings weiss ich nicht, wie lange ich dies noch durchhalte, denn ich fühle mich zunehmend älter und kann Sport wirklich völlig vergessen. Nur langsame Bewegung in warmem Wasser ist erträglich. Daher finde ich den Bericht sehr zutreffend.
    Ärztehopping kenne ich nicht - ich hatte die Hoffnung aufgegeben, dass mir ein Arzt weiterhilft und mich ernst nimmt. So bin ich gar nicht erst zum Arzt gegangen!
    Jetzt habe ich auf Empfehlung eine tolle HÄ gefunden, dir mir glaubt und mich unterstützt...

  • 15
    22.10.09 - 21:52
    Manfred Jürgens, Lehrer für Pflegeberufe

    Traurig, aber wahr!
    Ich bin Schmerzpatient, habe nach einer Tibiakopffraktur links 1998, posttraumatische Arthrose.
    Es folgte fast jedes Jahr aufgrund zunehmender Schmerzen eine erneute OP. 2002 musste ich aus der aktiven Krankenpflege ausscheiden und habe eine Umschulung zum Lehrer für Pflegeberufe begonnen. Auch diese Jahr wurde eine große OP durchgeführt, von der ich auch wieder enttäuscht wurde.
    Der Operateur, ein Oberarzt, von mir auf Schmerztherapie angesprochen, entgegnete: “Was wollen Sie da denn? Mehr Schmerzmedikamente könne wir Ihnen auch geben!“
    Nachdem ich weiter in regelmäßigen Abständen über Schmerzen geklagt habe, wich der OA mir regelrecht aus: Wenn er mich auf dem Flur gesehen hat, hat er sich umgedreht und ist gegangen, auch hat er sich verleugnen lassen. Entweder war ich ihm nur lästig oder er war mit seiner Kunst am Ende und hatte damit ein Problem.
    Egal was es war, es war zu den Schmerzen ein vernichtendes Gefühl!
    Vor der Schmerztherapie wurde ich in einer BG-Klinik arthroskopiert. Nach der OP sagte der Chefarzt genau 2 Sätze zu mir: „Für ein neues Knie sind sie zu jung! Sie müssen sehn, dass Sie mit ihren Schmerzen zurechtkommen.“ Damals war ich 33 Jahre alt, habe meinen Beruf, in dem ich glücklich war, aufgeben müssen, und konnte wegen der Schmerzen, Schlafstörungen und Depressionen meine Umschulung nicht weiterführen.
    Um auf den Punkt zu kommen:
    Ich war 4 Wochen teilstationär in einer Schmerz-Tagesklinik, die Schmerztherapie wurde und wird bis heute ambulant weiter geführt.
    Ich nehme Opiate, NSAR und Psychopharmaka, neben Medikamenten, die ich teilweise wegen der Nebenwirkungen nehmen muss.
    Mittlerweile arbeite ich als Lehrer für Pflegeberufe. Nach der Arbeit bin ich total platt, sämtliche Aktivitäten, auch hauswirtschaftliche, müssen aufs Wochenende verschoben werden. Für soziale Kontakte, die ich als sehr wichtig erachte und kennengelernt habe, fehlt mir oft die Kraft.
    Ich fühle mich sehr alt, deutlich älter als die 39 Jahre, die ich jetzt „jung“ bin!
    Was ich nur nicht verstehe:
    Die Arzte transplantieren Nieren, Lebern, Herzen, Lungen und und und.
    Trotzdem müssen abertausende Menschen Schmerzen erleiden, schlimmer noch, die Schmerzen machen sie krank!
    Wann wird denn Schmerztherapie endlich in die Ausbildung unserer Ärzte aufgenommen?
    Auf den Seiten der DGSS kann man auch nachlesen, in welcher Höhe unsere Gesellschaft durch Schmerzen für ein Schaden entsteht.
    Wenn das Leid der Betroffenen nicht Grund genug zum Handeln ist, dann vielleicht der hohe volkswirtschaftliche Schaden!

    Manfred Jürgens
    manfred.juergens-passau@t-online.de

  • 14
    User_default_image
    22.10.09 - 18:52
    frau Miriam Piroth
    Gesundheits- und Krankenpfleger/in

    Betreff Kommentar 10 Hr Dr Altrogge:

    ich kann es nicht glauben, dass Sie Mediziner sind, da wundert mich das "Ärztehopping" einiger Schmerzpatienten nicht, wenn sie zuerst an Sie geraten, nichts für Ungut

  • 13
    22.10.09 - 13:19
    Klinikreferentin r. Reitermann

    Füchsin bei Pharmaberater.de
    Fibromyalgie, das Wort habe ich erst gehört, als ich wg. meiner Schmerzen nicht mehr laufen, mich bewegen, nicht schlafen und v.A. mehr nicht mehr konnte und zwar durch den Gutachter des Sozialgerichtes. Was sind Tender points? Alles Begriffe für mich aus euiner anderen Welt.
    Ich kam in die Schmerzklinik, es wurde ein Opiattest gemacht und ich wurde auf Targin und bei Schmerzeinbrüchen, Sevredol eingestellt. Klar, meine Zeit, richtig feste arbeiten zu können ist täglich begrenzt.
    Aber ich kann wieder etwas tun, vorher lag ich nur noch gekrümmt im Bett, wobei ich Löcher in den Bettbezug gebissen habe, vor Schmerzen. Ich denke, es ist wichtig, dabei so früh wie möglich durch Schmerzmittel Einhalt zu gebieten, ansonsten wächst einem der Schmerz im wahrsten Sinnes des Wortes über den Kopf. Ich konnte niemandem die Hand geben, keine Kleider auf den Leib ertagen....ich wußte nicht mehr weiter, weil jeder Neurologe mir Amitrptilin, bei dem ich, ich kann es schwören, ohne mehr zu essen über 45 kg zunahm und die Aussage bekam: wären sie etwas "schlanker" (wie höflich) müßte ihr Körper auch nicht soviel mit sich herumschleppen und sie hätten wesentlich weniger Schmerzen. Jetzt ohne Amitriptilin habe ich wieder Normalgewicht, 1,72m groß, 68 kg Gewicht, und es kommen seltener solche Aussagen, nur Psychopharmaka will man mir immer noch andrehen, obwohl ich mich mit meinen Schmerzen "angefreundet" habe. Es stutze die Schmerkappen, quasi das Schmerzgedächtnis würde reduziert.
    Hallo, wo etwas ingrammiert ist, wie kann es gelöscht oder gekappt oder wie immer man es nennen mag, werden?
    Ich glaube, in dieser Hinsicht gibt es noch sehr viel zu tun. Übrigens bin ich im 65igsten Lj., fühle mich aber eher jünger als älter, nur etwas dünnhäutiger bin ich geworden, da zuviel veräppelt....
    Die Knappschaftskrankenkasse tut sehr viel für ihre Schmerzpatienten, es gibt in Püttlingen /Saar im Knappsch. Kh. eine Abtlg. für TCM, wo man 4 bis 6 Wochen bleiben sollte um Besserungserfolge zu erzielen. Ich kann dies nur empfehlen.

  • 12
    22.10.09 - 12:14
    CRPS-Patient

    Wird hier gar nicht unterschieden, wo und warum jemand Schmerzen hat?

    Letzte Woche gab mir noch ein Chirurg deutlich zu verstehen, dass er glaubt, ich "stelle mich an". Klar, er hatte mich "erfolgreich" operiert.

    Jetzt bin ich bei einem Schmerztherapeuten, und hoffe nach fast einem Jahr die Funktionsfähigkeit meines Handgelenkes wiederherzustellen.

    Abgesehen von der (noch) unbrauchbaren rechten Hand jogge ich jeden Tag, mache Krafttraining, radle viel und schlucke nach Bedarf, meist Ibuprofen.
    Wie alt bin ich, 52, oder etwa schon 72?

  • 11
    22.10.09 - 10:15
    anonymous

    an Manfred Heinrich:

    WIE WAHR!

    Sie sprechen mir aus der Seele

  • 10
    User_default_image
    22.10.09 - 08:47
    anonymous
    Arzt/Ärztin

    LETZTE NEU Rose wie magst Du so einsam hier erblühen??
    Abgekupferte angelernte Schonhaltungen werden zu besonders sachweren Schmerzen wenn si an den erinnern von dem man sie sich abgeguckt hat.
    A Rose is a ropse is a Neurose...Haltrogge

  • 9
    Defaultmedium
    22.10.09 - 07:15

    Der Beitrag einschließlich Kommentare ist insbesondere deshalb bemerkenswert, weil er die Ursachen komplett ignoriert und therapeutisch auf "7 Medikamente" reduziert ist.
    Bemerkenswert ist weiterhin der Vergleich mit der "Alterung", der eigentlich solche kausalen Fragen bereits teilweise beantwortet.
    Denn hohes Alter ist keineswegs selbstverständlich, sondern eher eine Selektion von Menschen ohne Medikamenteneinnahme.
    Bewegung ist dabei ein wichtiger Prognosefaktor, weil die Muskulatur wichtig für den Gesamtstoffwechsel ist. Der Zustand des Oberschenkelmuskels (Muskelbiopsie) korreliert bei alten Menschen mit der Lebenserwartung.
    Das schliesst allerdings ein langes Leben auch bei chronischer Erkrankung nicht aus.

  • 8
    22.10.09 - 00:59
    anonymous

    Bei den bis jetzt gelesenen Kommentatoren ist ganz klar zu erkennen, wer chronische Schmerzen hat und wer nur mitreden will. Ja, sicher "kann" eine Diät und eine neue Brille in begrenztem Maße hilfreich und unterstützend sein.
    Wichtiger ist es jedoch, daß sich Therapeut und Patient auf gleicher Augenhöhe begegnen. Ich selbst bin auch schon, trotz eindeutiger aussagekräftiger Diagnostik, gefragt worden, ob ich ein psychisches Problem hätte, mir mich meine Arbeit noch zufrieden stelle. Das führt dann dazu daß man den Arzt wechselt, weitere Worte dazu sind überflüssig. Jetzt habe ich einen Arzt, der auch Schmerzprobleme hat, mit dem ich einen auf Augenhöhe liegenden "Erfahrungsaustausch" habe.
    Gut, daß ich im Anästhesiebereich der Schmerztherapie tätig bin und einen sehr guten Ergo- und Physiotherapeuten habe, die Risiken mancher Therapie genau kenne. Die Spirale geht zwar inzwischen langsamer, doch weiter nach unten ......

  • 7
    21.10.09 - 23:51
    Arno Nühm

    Interessanterweise habe ich bei meiner Schmerzkarriere die besten Erfahrungen mit dem strinknormalen, originalen Tramal Long 100 gesammelt. Ich bin jetzt Ende 30, habe seit gut 12 Jahren, anfangs in 3monatlichen "Schüben", jetzt durchgehend Ganzkörperzerrungsgefühl und fühle mich so, wie ich mir früher das senium vorgestellt haben, wenn alles schief läuft. Phasenweise habe ich mit Frubiase Sport und Omep 40 und dann bei Schmerzspitzen mit tramal Long das ganze "lebbar" im griff, aber auf dem Status eines alten Mannes. das nervt echt, und ignorieren und trotzig sein, hilft nicht, sondern fordert den Tribut, dass es sich dann oft kurzfristig wieder verschlimmert.
    Labor und Körper sind zwar ok, aber die Adipositas ist sicher eben auch ein Faktor, wenngleich sich die Adipositas erst im Laufe der Zeit der Sympthome richtig entwickelt hat. Früher, so ab dem 20. LJ, war ich Phasenweise einfach todmüde und dann wieder fit.
    Borreliose wurde mehrfach ausgeschlossen und auch die Schildkröte(Schilddrüse) ist in Ordnung, sagen die Laborwerte. Blöderweise ist sportliche Belastung für mich ein unvorhersehbarer Faktor, bzgl. der Fitness in den Folgetagen, ein unberechenbarer Faktor geworden.

  • 6
    21.10.09 - 23:01
    anonymous

    Ich war 10 Jahre lang mein eigener Schmerzpatient. Vor drei Jahren das schlimmste "Hoch" - keine einzige Stunde, über Wochen und Monate, ohne furchtbare Kopfschmerzen, dazu Glieder- und Gelenkschmerzen. Gerade einmal vier Stunden täglich konnte ich mich durchringen, zu Hause etwas Geld am Computer zu verdienen. An Schmerzmedikamente habe ich nicht einmal gedacht. Ich will an die Ursache ... was ist die Ursache ... und so habe ich recherchiert, probiert, und nach und nach mein Leben umgestellt. Heute bin ich fast völlig schmerzfrei, aber immer noch relativ erschöpft und rasch ermüdbar. Lange hintereinander kann ich nicht mehr oder noch nicht wieder am Computer sitzen, einfach zu wenig Energie in den Muskeln vorhanden.
    Die Ursache war eine Gicht, also Harnsäureprobleme, und das schon mit 40 Jahren! Insbesondere mit Mineralien, Eiweißen und Ölen konnte ich die Schmerzen nach und nach eliminieren. Von der Taille abwärts ist immer noch in sogenannten Cellulite-Zellen Harnsäure mit abgelagert. Täglich nehme ich ein Entgiftungsbad und halte seit Jahren relativ diszipliniert eine strenge Diät ein, mit möglichst wenig Kohlehydraten und Zucker. Diese machen mir besondere Probleme. Vollkornprodukte kann ich fast gar nicht verdauen, bei Fleisch gibt es auch Schwierigkeiten. Ich muss viel substituieren. Erst kürzlich konnte ich mit Phosphor sehr gute anti-allergische Wirkungen erzielen. Nirgendwo im Internet oder in Literatur habe ich etwas darüber gefunden. Jetzt arbeite ich mit Nukleotiden für die Rekonvaleszenz weiter. Bewegung ist nicht unwichtig, aber relativ unwesentlich gegenüber der Ernährung, habe ich festgestellt.

  • 5
    User_default_image
    21.10.09 - 21:03
    Ursula Wahl
    Heilpraktiker/in

    Der SCHMERZ und die MEDIZIN. Im Prinzip kann ich meinem Gegenüber den Schmerz nur glauben - nicht nachweisen. Aber das GLAUBEN ist ja nicht wissenschaftlich. Trotzdem bringt die WISSENSCHAFT eine Menge an Schmerzmedikamente auf den Markt und verdient gut daran. Chronische Schmerzpatienten, die ihr HEil nur bei Kassenleistungen suchen müssen eben diese Mittel einnehmen, mehr wird oft nicht geboten. Leider. Dazu muss manchmal die WISSENSCHAFTLICHKEIT verlassen werden. Was man im Prinzip schon tut, wenn man ein Schmerzmittel einnimmt.

  • 4
    21.10.09 - 20:03
    anonymous

    Chronische Schmerzen vor allem im Augen-Kopf-Nackenbereich werden sehr häufig von Störungen des beidäugigen Sehen ( Heterophorie) durch sog. Asthenopische Beschwerden ausgelöst.Eine sorgfältige Analyse des Binokularsehen nach der Meß-und Korrektionsmethode nach Haase (MKH) am Polatest mit nachfolgender prismatischer Brillenkorrektion beseitigt bei besteheder Heterophorie(Winkelfesichtigkeit) spontan die Schmerzzustände. Infos unter IVBV.org oder Winkelfehlsichtigkeit.de
    Dr.FritzGorzny
    Augenarzt, Koblenz

  • 3
    User_default_image
    21.10.09 - 18:33
    Manfred Heinrich
    Medizinjournalist/in

    Erst einmal sollte der behandelnde Gegenüber einen die Schmerzen glauben.
    Dieses ist ein Grund dafür, dass viele Patienten Ärztehopping betreiben.
    Nach ca. 5-8 Jahren nehmen diese Patienten nicht nur
    6 - 10 verschiedene Medikamente ein, sondern haben auch 6 - 10 X ihre Behandler gewechselt.
    Grund ist das gestörte Vertrauensverhältniss zwischen Arzt und Schmerzpatient.
    Ist wie im Hamsterrad, Schmerz, Depression, Erschöpfung und Bewegungsmangel.
    Und die Gefahr des Süchtigmachens, woran nicht nur die Patienten, sondern viele Unerfahrende Mediziner noch Glauben.
    Was noch fehlt, ist Geduld.
    Aber hierbei nicht nur von seitens des Patienten,
    sondern auch des Mediziners.

  • 2
    21.10.09 - 17:55
    Helga Melina Beck

    Wer Fibriomyladie hat kann durch Obstfasten beachtliche Erfolge erzielen.

    Nach dem Fasten bis Mittags nur Obst essen, den weiteren Tagesablauf die Trennkost befolgen. So habe ich meine chronischen Knieschmerzen innerhalb von 3 Tagen wegbekommen. Ich bin allerdings sehr schlank, war trotzdem stark übersäuert. Jetzt geht es mir mit dem vielen Obst deutlich besser. Um Blähungen zu vermeiden NUR Obst essen und zwar KEIN gekochtes, sondern rohes, da da die Enzyme noch drin sind.

  • 1
    21.10.09 - 17:41
    anonymous

    Ich (44) bin Fibromyalgiepatientin schon seit Jahren und habe mich in diesem Bericht oben sofort wiedererkannt.
    Auch ich fühle mich oft nicht ernst genommen von meinen Mitmenschen und auch den Ärzten.
    Leider haben bisher konventionelle Schmerzmittel, sowie Opiate nicht zu dem gewünschten Erfolg geführt.
    So erkenne auch ich die Spirale, die sich bei mir nach unten dreht: Depressionen, Antrieblosigkeit,Erschöpfung, Bewegungsmangel wg. starker Schmerzen usw.
    Das mit dem "Alter" kann ich nicht so recht glauben, wobei ich mich oft auch "sehr alt" fühle.
    ich hoffe, dass die Mediziner, sowie die Krankenkassen sich in Zukunft mehr mit dem Thema chronische Schmerzen befassen und uns Schmerzpatienten mehr unterstützen.

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