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Ulla weg - was nun?

Klare Sache: Wenn das Spieglein, Spieglein, an der Wand nicht nach dem besten, sondern nach dem attraktivsten bürgerlichen Gesundheitsministerkandidaten gefragt würde, dann fiele die Antwort leicht. Ex-Familienministerin Ursula von der Leyen (CDU) gilt in Berliner Politjournalisten-Kreisen als heimliche Favoritin auf den Job der Jobs – wohl auch deswegen weil die überwiegend männlichen Gesundheitspolitik-Journalisten in den nächsten vier Jahren lieber Interviews mit ihr als mit irgendjemand anderem führen würden.

Zensursula: Genug Ellenbogen für den Kampf mit den Lobbyisten?

Ursula von der Leyen bringt einige Erfahrungen im Gesundheitswesen mit: Sie war von 2003 bis 2005 Ministerin für Soziales, Familie, Frauen und Gesundheit in Niedersachsen. Trotzdem gilt ihre relative Unerfahrenheit im Haifischbecken der Berliner Gesundheitspolitikszene als wichtigstes Argument gegen eine Berufung in die Friedrichstrasse. Auch ihr wiederholt öffentlich zu Protokoll gegebener Wunsch, die Ulla Schmidt-Nachfolge anzutreten, wird für sie nicht auf der Habenseite verbucht. So was gehört sich nicht. Was klar für sie spricht, ist dagegen ihr medizinischer Stallgeruch: Ganz abgesehen davon, dass sie selbst (nicht praktizierende) Ärztin ist, hält ihr Mann, Heiko von der Leyen, an der Medizinischen Hochschule Hannover die Fahne des noch beruflich aktiven Arztes hoch. Als außerplanmäßiger Professor für experimentelle Kardiologie ist er freilich mit den für die Gesundheitspolitik relevanten Fragen der alltäglichen Versorgung nur begrenzt vertraut. Der Sinn steht ihm eher nach Gentherapie und Co. Interessant wäre die Haltung einer Ministerin von der Leyen zum Thema digitale Vernetzung des Gesundheitswesens. Als Familienministerin hat sie bekanntlich alles daran gesetzt, Kinderpornographie im Internet nicht zu beseitigen, sondern technisch weg zu filtern. Das brachte ihr nicht nur in den Kreisen der Piratenpartei den Spitznamen „Zensursula“ ein. Die Episode könnte darauf hin deuten, dass sie in Sachen Patientendaten im Netz einen eher restriktiven Kurs fahren würde. Ob das jetzt gut oder schlecht ist, sei dahin gestellt.

Josef Hecken: Chef-Koch des Gesundheits-Fonds und Apothekenschreck

Scharfe Konkurrenz für „Zensursula“ kommt aus dem Saarland. Dort wartet der ehemalige saarländische Gesundheitsminister Josef Hecken (CDU) auf sein bundespolitisches Coming Out. Zwar hat Hecken gerade erst seinen Job gewechselt: Er ging 2008 als Chef des Bundesversicherungsamtes nach Bonn. Die Gerüchte wollen allerdings nicht verstummen, wonach er von Angela Merkel nur deswegen ins ungeliebte Bonn geschickt wurde, um Ulla Schmidt an gesundheitspolitisch relevanter Position etwas Christlich-Konservatives entgegenzusetzen. Im Gegenzug, so wird gemunkelt, sei ihm für den Fall eines CDU-Wahlsiegs das Amt des Bundesgesundheitsministers versprochen worden. Hecken bringt dafür zwei in ihrer Bedeutung schwer einzuschätzende Bürden mit. Zum einen war er eine der treibenden Kräfte des Gesundheitsfonds. Das kann ein erheblicher Pluspunkt sein, denn die Weiterentwicklung des Fonds dürfte das zentrale gesundheitspolitische Projekt der neuen Bundesregierung sein. Die Nähe zum Fonds könnte Hecken aber auch zum Verhängnis werden, falls die FDP eine auch personell sichtbar Distanzierung von dem ungeliebten Großkoalitionsprojekt als Preis für einen Verzicht auf das Gesundheitsministerium verlangen sollte. Heckens zweite gesundheitspolitische Duftmarke war die Durchsetzung der Betriebserlaubnis für eine Filialapotheke von DocMorris im Saarland. Seither ist er bei den organisierten Apothekern komplett unten durch. Politisch dürfte ihm diese Sache aber eher nutzen: Sich von der Selbstverwaltung nicht auf der Nase herumtanzen zu lassen, gilt als eine der Kernanforderungen an gesundheitsministrable Politiker.

Die zweite Reihe: Der Rudolf, der Daniel, die Annette und der Horst

Kommen wir zu den weniger wahrscheinlichen Varianten. Der Arzt Rudolf Henke (CDU) hat Ulla Schmidt ihr Direktmandat abgenommen. Er hat einen ausgewiesenen gesundheitspolitischen „Track Record“. Als Vorsitzender des Marburger Bunds brächte er zudem eine gewisse Qualifikation mit, um an ihrem Einkommen herum nörgelnde Ärzte zur Raison zu bringen. Es wäre freilich schon sehr ungewöhnlich, dass ein so offensichtlich ärztlicher Funktionär zum Minister wird. Nicht nur den Krankenkassen, auch der Bundeskanzlerin dürfte hier ein wenig die Überparteilichkeit fehlen.

Seitens der FDP ist Daniel Bahr einer der wenigen Experten in Sachen Gesundheitspolitik. Er ist eloquent, kompetent und arbeitseifrig. Für ihn spricht auch, dass er neben Silvana Koch-Mehrin der wohl einzige ministrable FDP-Politiker ist, der kein Alt-Liberaler ist. Mit nicht einmal 33 Jahren dürfte er allerdings zu jung sein für den Job. Die Berliner Gerüchteküche dichtet ihm zudem eine gewisse private Nähe zu einer weiblichen Altersgenossin aus einer norddeutschen Bankiersfamilie an. Soll heißen: Der Junge könnte wohl auch lukrativere Dinge tun im Leben.
Bleiben Horst Seehofer (CSU) und Annette Widmann-Mauz (CDU). Als gesundheitspolitische Sprecherin der CDU/CSU wäre Frau Widmann-Mauz inhaltlich bestens vorbereitet aufs Ministeramt. Sie gilt aber vielen als zu farblos und zu wenig integrativ. Seehofer hat in Bayern nach seiner Wahlschlappe einen schweren Stand. Er würde wohl ganz gerne in das ihm publizistisch ziemlich wohlgesonnene Berlin zurück. Für den allgemein eingeforderten Neuanfang in der Gesundheitspolitik freilich stünde er genauso wenig wie Annette Widmann-Mauz: Bekanntlich hat „der Horst“ schon einmal eine einigermaßen berüchtigte, natürlich rein politische, Nacht mit „der Ulla“ verbracht…

Kein Wunschzettel nirgends

Wer nach offiziellen Wunschkandidaten der gesundheitspolitischen Lobbyisten fragt, der stößt übrigens auf eisernes Schweigen. Kein Wunder, wäre ein Minister, den sich Ärzte oder Apotheker explizit wünschten, doch sofort politisch verbrannt. Dass seitens der Bundesärztekammer gerne ein Arzt an der Spitze des Ministeriums gesehen würde, ist kein Geheimnis. Von der Leyen oder Henke bekämen von dieser Seite wohl mehr Applaus als etwa Hecken. Vor den Mikrophonen ist davon freilich nichts zu hören: „Die Ärztinnen und Ärzte in Deutschland hoffen, dass mit der künftigen Regierung endlich eine neue Vertrauenskultur im Gesundheitswesen begründet wird“, lässt sich Ärztechef Jörd-Dietrich Hoppe zitieren.

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160 Bewertungen (Ø 3.9)

Philipp Graetzel

Arzt/Ärztin

Berlin

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Kommentare

  • 42
    User_default_image
    13.10.09 - 21:41
    Dr. med. ERNST H. Tremblau
    Arzt/Ärztin

    mein Kokmmentar müßte längst angekommen sein!
    Gruß Tremblau

  • 41
    12.10.09 - 15:00
    Pharmazeutix

    Glaubt hier wirklich jemand, irgendein beliebiger Politiker kann sich als echter Goldesel erweisen, der die gähnenden Abgründe einfach so mit Dukaten zukackt?
    Mir wäre ein gewiefter Rechner lieber als ein Lobbyist. Wer hat den Mut ganz radikal neu zu starten?

    @ 20: artgerechte Medizin? Das kann wohl nur ein schlechter Scherz sein.

  • 40
    12.10.09 - 14:03
    anonymous

    Ursula v.d.Leyen hat Fachkompetenz und eine gewisse Auslandserfahrung. Wenn sie für einen zweiten Ministerposten auch die nötigen "Ellenbogen" mitbringt, könnte sie eine interessante gesundheitliche Leitfigur werden.
    mfg chb

  • 39
    User_default_image
    12.10.09 - 13:18
    Dr. med.dent Stefan Troendle
    Zahnarzt/-ärztin

    Herr stud.pharm.Eckert
    Der Herr Lauterbach mag noch soviele Titel haben,Verstand wäre besser.!!! Das ist ein Ideologe schlimmster Bauart.
    Wenn Sie mal eine eigene Apotheke haben,werden Sie mich vielleicht besser verstehen.

  • 38
    Defaultmedium
    12.10.09 - 11:48
    Horst Eckert
    Student/in der Pharmazie

    Naja Hr. Dr.Troendle,
    Herr Lauterbach ist Prof. Dr. Dr.
    Haben Sie das auch vorzuweisen ??

  • 37
    User_default_image
    10.10.09 - 16:30
    Dr. med.dent Stefan Troendle
    Zahnarzt/-ärztin

    Haben Sie in diesem unserem Lande schon mal einen Justizminister erlebt,der kein Jurist war ? Allerdings auch noch keinen Gesundheitsminister,der Mediziner war.Aber solange solche "Experten" wie der Herr Lauterbach das Sagen haben,kann das Amt jeder Depp innehaben,das Egebnis ist ja bekannt. Also auf zur nächsten "Gesundheitsreform"!!

  • 36
    09.10.09 - 20:40
    anonymous

    zu 28) Herrn Dr. Berg
    Ich bin auch kein Arzt - ich bin für Sie aber viel wichtiger! Weil ich Sie nämlich finanziere und weil Sie auf meine Kohle angewiesen sind. Ich bin der Patient, der alles bezahlt!

  • 35
    09.10.09 - 13:47
    Michael Thieme

    Hallo Gast!
    Der Meinung bin ich auch!
    Gruß

  • 34
    09.10.09 - 13:46
    Gast

    ... ich dachte immer Ärzte wären so überlastet?
    Unglaublich wieviel Zeit manche für sowas haben!
    Mir fehlen die Worte!

  • 33
    09.10.09 - 12:36
    doc_german

    Ich bin Fachärztin, habe kein Latinum und weiß trotzdem wie man "widersprechen" schreibt :-) Meine Güte, was soll denn dieses lächerliche Theater ...
    Zur Sache: Bin auch froh, daß die Ulla weg ist. Aber wer den Karren aus dem Dreck ziehen soll, das weiß ich ehrlich gesagt auch nicht.

  • 32
    User_default_image
    08.10.09 - 23:23
    Dr. med. Eckehard Weber
    Arzt/Ärztin

    Daniel Bahr ist mein Wunschkandidat fürs BMG. Jung und geistig beweglich habe ich ihn in Diskussionen als standhaft und sachlich gegenüber Populisten und narzistisch geprägten Gesundheitslobbyisten wie z.B. Herrn Lauterbach kennengelernt. Ich schließe mich der Meinung von Herrn Montgomery an, der einen Minister Bahr mit einer Staatssekretärin Widmann-Mauz gerne sehen würde. Beide hätten meinen Segen!

  • 31
    08.10.09 - 13:04
    anonymous

    JA, ich denke der Kollege Graetzel wäre gut, ist eloquent, scheint politisch interressiert und unabhängig, hat Verständis für Ärzte und alle Formen von Lehrern und Heilpraktikern, kann die deutsche Grammatik, verdient sein Geld scheinbar nebenbei nicht mit Notarztfahren, Bereitschaftdiensten etc., (im normalen System ist nämlich als Hausarzt kein adäquates Geld (für über 11 Jahre Ausbildung und unzähligen Kursen sowie unzähligen Weiterbildungswochenenden) zu verdienen), sondern mit Kolumnen, hat also auch Zeit.... also los, ran an den Job!! Liebe Mit-User:
    Und bitte nicht immer alles so ernst nehmen, das ist der Alltag schon genug.

  • 30
    08.10.09 - 08:06
    Merle

    Oh, na hier werden ja schwere Geschütze aufgefahren. Seit wann muss man den hier im Forum Arzt sein? Sie wissen wohl nicht, an welche Berufsgruppen sich DocCheck noch so alles wendet?

  • 29
    Defaultmedium
    08.10.09 - 07:39
    Christiane Fischer
    Arzt/Ärztin

    Vielen Dank, Herr Dr. Berg.
    Sie haben den Nagel auf den Kopf getroffen. Lehrer sind sicherlich die einzigen, die überhaupt die Zeit für Politik haben.
    (Wer weiss, vielleicht wechselt Ulla einfach die Partei...)

  • 28
    User_default_image
    08.10.09 - 04:20
    Dr. med.dent Harald Berg
    Zahnarzt/-ärztin

    " mea culpa " Frau Heesen, ich dachte , in diesem kleinen Forum äußern sich Ärtze, ernsthaft, spaßig oder scherzhaft über einen o.a. Artikel. In diesem Falle " Ulla weg - was nun ". Natürlich habe ich nicht gewußt, dass es sich hier auch um einen Kurs in deutscher Rechtschreibung handelt.Sie können keine Ärztin sein sondern Volkschul- uups Grundschul- Lehrerin. An dem Gebrauch der alten Bezeichnungen hätten Sie schon alleine erkennen müssen, dass es sich bei mir um einen älteren Arzt handeln muß, der natürlich noch das Latinum hat.
    So äußern Sie sich lieber zur Sache. Wenn Sie keine Ärztinsind, wie ich vermuten muß, hätten Sie in diesem Kreis sowieso nichts zu suchen

  • 27
    07.10.09 - 23:37
    Antje Heesen

    @ Dr.med.dent Harald Berg:
    Früher mussten Ärzte mal das Latinum haben, heute wissen sie nicht mal mehr, dass "widersprechen" nicht mit "ie" geschrieben wird. Aber sich hochnäsig und abfällig über "Volksschul-" oder "Hilfsschullehrer" äußern. Beide Schulformen gibt es schon seit Jahren nicht mehr. Kommen Sie mal von Ihrem hohen Ross runter Herr Dr.

  • 26
    07.10.09 - 13:04
    Kicktor

    Nachtrag :
    Ich meine natürlich den von den Beitragszahlern über den Gesundheitsfonds und die Kassen bis zum behandelnden Arzt ...

  • 25
    07.10.09 - 13:01
    Kicktor

    Die verschiedenen Beiträge sind ganz interessant und bieten durchaus Ansätze für eine Reform des Krankenkassensystems (von Gesundheit sollte nicht besprochen werden, denn wer definiert diese, dass sie noch bezahlt werden kann).
    Dazu zwei grundsätzliche Anmerkungen :
    Die Beamten kann der Staat nicht in die Kassen entlassen, denn dann würden jeden Monat Milliardenbeträge als Arbeitgeberbeiträge fällig, die dieser gar nicht hat. Im Übrigen sind die Leistungen der Beamtenbeihilfe zum Teil unter dem Niveau der gesetzlichen Kassen, sodass die Beamten zusatzversichern müssen, was in den unteren Gehaltsstufen wie z.B. Grundschullehrer, kaum möglich ist.
    (Ich bin kein Beamter).
    Nach meiner Ansicht versickern Milliarden Euro auf dem Weg von den Kassen bis zum behandelnden Arzt. Die gesamte Organisation gehört gestrafft und die Millionengehälter für untätige Funktionäre gestrichen. Da sind allerdings auch die Ärzte aufgerufen, die schließlich das Treiben der KVen tolerieren bzw. durch Wahlzustimmung gebilligt haben.
    Es gibt viel zu tun, packen wir es an, gleich ob Arzt oder Patient.

  • 24
    07.10.09 - 09:46
    anonymous

    @11: Ja, der Graetzel soll es machen!

  • 23
    User_default_image
    07.10.09 - 04:04
    Dr. med.dent Harald Berg
    Zahnarzt/-ärztin

    Eine Fachkraft, Arzt oder Standespolitiker, zu nehmen wäre falsch. Versteht zu viel, verliert sich in Einzelheiten, wiederspricht der Kanzlerin, geht zu sehr in die Tiefe der Problematik. Ein/e neuer/e Volksschullehrer/in sollte kommen. ( Laufen doch genug davon rum in den Parteien) Versteht nichts, wiederspricht nicht und das Ergebnis wird nicht schlechter als das von der Ulla. Alle sind zufrieden

  • 22
    User_default_image
    07.10.09 - 00:15
    Dr. Michael Kirch
    Arzt/Ärztin

    Rudolf Henke ist doch vollständig systemimmanent. Sowas brauchen wir nicht. Aber wie wäre es mit Prof. Hoppe? Ein Minister muss doch nicht unbedingt in einer Partei sein...zumindest ist das in zivilisierten Ländrn so.

  • 21
    07.10.09 - 00:09
    Pro Horst

    Mal sehen, ob es mit der CDU/CSU/FDP wirklich besser wird. Die FDP hat ja mit dem jungen Bankkaufmann wirklich kein Highlight aufzubieten, wie Westerwelle über die Kompetenz von Ärzten, selbst in seiner Fraktion denkt, hat man ja an der Kaltstellung des Kollegen Schily gesehen (der ja gerne gesundheitspolitischer Sprecher der FDP geworden wäre). Auch die FDP weiß ganz genau, dass die Kostenerstattung in Deutschland eine Illusion ist, aber es macht sich ja immer gut, Utopisches zu fordern... (siehe Steuersenkungen für das FDP-Klientel zu Lasten der künftigen Generationen).

  • 20
    06.10.09 - 23:54
    anonymous

    Zurück zu Bimarck! Ein Drittel der Krankheitskosten trägt der Staat, 1/3 der Arbeitnehmer und 1/3 der Arbeitgeber. Öffentliche Gelder sind genug da: 30 Mrd. für Europa, 130 Mrd. für die garnicht mehr so neuen Länder, 60 Mrd. für Menschen aus fernen Ländern, 30 Mrd. für Afrika etc. Das alles halbieren und schon kann hier wieder eine artgerechte Medizin durchgeführt werden. Wer das so sieht, sollte der Sieger sein.

  • 19
    06.10.09 - 21:34
    anonymous

    Für mich ist ein Leistungsverzeichnis und danach mit einer Rechnung mit dem Patienten abrechnen das Allerwichtigste. Warum gelten für uns keine normale Bedingungen obwohl unsere Arbeit sozial und für alle nötig ist? Ein neuer Gesundheitsminister sollte aus ärztlicher Branche sein- möglichst ein Landarzt!

  • 18
    06.10.09 - 21:04
    anonymous

    Wenn wir auf eine(n) Gesundheitsminister(in) hoffen, der/die die Probleme löst, wird sich nichts ändern, auch nicht wenn es ein Arzt/Ärztin ist. Solange Ärzte und Zahnärzte unter einander keine Einigkeit erzielen und unsere Standesvertreter mehr um ihre Posten besorgt sind, als um effektive Lösungen zur Einigung und Stärkung ihrer Mitglieder, bleibt es wie es bisher war. Falls es noch niemend bemerkt hat, Einzelverträge mit Krankenkassen können, wenn überhaupt, nur kurzfristig eine verbesserte Honorarsituation für einige Wenige bringen. Die Mittel im System sind nun mal sehr begrenzt. So nimmt letztlich die eine Ärztegruppe, der Anderen das Honorar weg. Streit ist vorprogrammiert und die Politik, egal wer Gesundheitsminiter wird, reibt sich wie immer die Hände. Fusionierte Krankenkassen freuen sich, dass sie es noch leichter haben, mit relativ kleinen Gruppen von Ärzten umzuspringen, wie es ihnen gefällt.Der Gesundheitsfonds wird bleiben, in veränderter Form. Eine Steuerpolitik a'la FDP ist nicht durchsetzbar, mangels Kohle. Die Überalterung der Bevölkerung wird das System letztlich zum Kippen bringen.
    Wir selbst müssen es in die Hand nehmen, wenn wir etwas verändern wollen.Dazu gehören auch die richtigen Leute in die Standesvertretung. Packen wir es an. Gemeinsam sind wir stark.

  • 17
    06.10.09 - 20:32
    anonymous

    Es ist schon bedenklich daß wieder einmal einige Ärzte bei der Besetzung eines Ministeriumsposten als erstes an die Kohle denken. Selbstverständlich arbeiten Ärzte, einige auch viel, wem dieser Fluch des Honorarverteilungssystems mit seinen Strukturen nicht gefällt der kann es doch aufkündigen. Diejenigen die die Kohle einbringen sind insbesondere arbeitenede Menschen und über eins sollte mann sich einmal klar werden, einige arbeiten davon ein vielfaches mehr um sich und ihre Familien über die Runden zu bringen. Es wird immer mehr vergessen was Gesundheit eigentlich bedeutet. Nicht das Fehlen von Krankheit und Gebrechen, auch das geistige soziale und körperliche Wohlergehen ist in der Definition verankert, aber das ist bei dem vorherschenden Lobbyismus in Berlin in Vergessenheit geraten. Wer immer es wird, Transparenz einzufordern bei allen abzurechnenden Leistungen aus dem Topf der gesetzlichen Krankenkassen wäre der erste Schritt einer vertrauensbildende Maßnahme zwischen den Gesundheitsdienstleistern und den Leistungsempfängern, jeder Handwerker schreibt seine Rechnung für die geleisteten Tätigkeiten und bekommt auch nur dafür sein Honorar. Mein Wunschkandidat wäre ein betriebswirtschaftlich denkender Mensch der dem unnützen Bürokratismus den scheinheiligen Lobbyisten und den selbstherrlichen Verwaltungen entgegentritt um Geld für die ureigenen Aufgaben des Gesundheissystems freizuschaufeln.

  • 16
    06.10.09 - 20:15
    Fred Iken

    Der Finanzminister ist / war Peer Steinbrück der ist wirklich extraklasse - den Sie wahrscheinlich meinen Prof.Dr. Schauwecker ist Karl Theodor von und zu und der muß sich erstmal behaupten ohne Peer Steinbrück und Ministerialdirigenten - aber Sie haben recht ein junger muß es sein parteilos dynamisch und vom Fach.

  • 15
    User_default_image
    06.10.09 - 20:02
    Prof. Dr. med- Frank Schauwecker
    Arzt/Ärztin

    Die Ulla ist weg, das ist schon mal gut. Ein Arzt als Minister wäre nicht schlecht nach all den Nieten bisher, aber v.d.Leyden oder ein Funktionäre? Ich weiß nicht ob das so gut wäre. Warum nicht mal einen jungen? Der Finanzminister hat's doch gezeigt, daß er's zumindest nicht schlecht macht.

  • 14
    06.10.09 - 20:02
    anonymous

    Herr Graetzel wie wäre es mit Ihnen - das wäre doch ein guter Job oder?
    Sie bringen alle Voraussetzungen mit - und sind wie ich annehme parteilos...

  • 13
    Defaultmedium
    06.10.09 - 19:51

    DocCheck vergißt jedesmal meine Identität aus der "Anonymität" herauszugeben:
    Dr.med. Paul-Gerhard Valeske, Kempten

  • 12
    06.10.09 - 19:49
    anonymous

    Der Artikel ist pfiffig und kurzweilig geschrieben - Gratulation, Herr Graetzel!
    Zur Sache: Ich fände im Prinzip eine Reform angenähert an die Vorschläge der FDP (obwohl nicht FDP-Wähler) sinnvoll: Pflichtversicherung für alle für eine medizinishe Basisversorgung, freie Kassenwahl, kein Unterschied zwischen gesetzlich und privat, freie Arztwahl, Abrechnung für alle Ärzte nach GOÄ - also leistungsabhängig, wobei die 20 Jahre alte GOÄ mal überholt werden sollte, vor allem im Bereich Vergütung - Rechnungsstellung an den Patienten, der im Erstattungsverfahren von seiner Kasse mit Eigenbeiteilugung sein Geld bekommt. Zusätzliche Leistungen könne dann zusätzlich versichert werden, wie Einbettzimmer, Chefarzt, Naturheilverfahren, höherwertiger Zahnersatz ... Also etwa im Sinne der seit Jahzehnten bewährten Kaskoversicherung für Autos: Haftpflicht Pflicht, Teil- und Vollkasko freiwillig.

  • 11
    06.10.09 - 19:26
    anonymous

    Hier wird wieder mal um Köpfe und Lobbisten geredet ohne
    Inhalt
    Zuerst die Lösung der Zukunft funktionell:
    1. Alle Bürger einschl. der Beamten werden Krkenversicherungspflichtig
    2. Folge Ausgewogenheit der Beiträge wir hergestellt und nicht immer mehr untere Einkommen mit immer noch mehr % belegt
    3. Es wäre möglich einen Beitragssatz von 10 % (2 x %) zu erreichen
    Dann Gesundheitskarte mit Abrechnung und allen Behandlungsdaten Pflicht, wer das nicht will zahlt 1 % mehr
    5. Art stellt Rechnung, Patient zahlt 5 - 10 % Anteil (anstatt Praxisgebühr) und gibt Rechnung zur Zahlung an Kasse frei, Patien erhalt Kopie
    Das führt zu einer besseren und kostengünstigren Versorgung
    Als Folgeschritt Abschaffung der ges. KK, dafür pivate Kassen mit Mindestbedingungen durch Gestzgeber.
    Arzneimittepreisfreigabe beim Apotheker auch Rezeptpflichtige Arzneimittel, keine Zuzahlung

    Das ist regulierte soziale Marktwirtschaft
    Das muss der Weg der Zukunft sein!

  • 10
    User_default_image
    06.10.09 - 19:03
    Michael May
    Zahnarzt/-ärztin

    seid 3 Jahren in die Schweiz gefüchtet, she ich in D keine Verbesserung im Gesundheitswesen, egal Wer kommt. Solange die àrzte Ihre eigenen Belange nicht vernünftig selbst bestimmen können, wird sich nichts ändern, dies geht aber nicht über Streik, kein Unternehmer bestreikt seinen eigenen Betrieb, sondern über die politische Verweigerung und den Direktverträgen mit dem "Patienten", wie in der Schweiz. Liebe Grüsse aus der Diaspora-CH

  • 9
    06.10.09 - 18:51
    Dr. med. Eulenspiegel

    In tiefer Betroffenheit werden wir Ärzte den Weggang unserer hochverehrten and allerwertesten Ulla betrauern und zu ihren Ehren eine rotes Lichtlein in den Praxen leuchten lassen. Möge uns die Weisheit der größten und Bundeskanzlerin aller Zeiten als nächsten Gesundheitsminister eine Ärztin oder einen Arzt bescheren, die/der die komplexen Zusammenhänge der Medizinischen Massenversorgung versteht. Ein Irrlicht aus Bayern wäre da sicher mehr als kontraproduktiv, gleichgültig ob Horst oder Söder. Der Minister für Justiz war (meines Wissens) schon immer Jurist, uns Ärzten mutete man Landratsamtinspektoren, Sonderschullehrerinnen und Andrea Fischer zu.

  • 8
    06.10.09 - 18:29
    anonymous

    Die Hoffnung stirbt zuletzt.Vielleicht bekommt mal jemand das Ministeramt,der eine wirkliche Gesundheitsreform ( Keine sogenannten Reförmchen) anstoßen kann,die seit ca 30 Jahren fällig ist.Warum ist es in Deutschland nicht möglich einen Fachmann zu berufen,der nich unbedingt einer gerade regierenden Partei angehört? ZB Steinbrück Wirtschaft.Wer traut sich das Zwitterwesen Arzt ( Saatsangestellter und Freiberufler) zur Disskussion zu stellen?Wer denkt an die zukünftige Entwicklung und das Wohl unserer Bürger und nicht an die Wiederwahl?

  • 7
    User_default_image
    06.10.09 - 17:24
    Dr. med. Harald Bliesath
    Arzt/Ärztin

    Es wuerde ja schon ausreichen den intellektuellen und wirtschaftlichen Tiefflug von Ulla zu beenden; man wird bescheiden in dieser Republik. Der Gesundheitsfond ist zu beenden, die Kassen sollen auch ueber Beitraege konkurrenzieren einschliesslich Modelle mit verschiedenen Selbstbeteiligungen. Die niedergelassenen Kollegen muessen Planungssicherheit erhalten, d.h. eine erbrachte Leistung muss ein definitives Honorar bringen.

  • 6
    User_default_image
    06.10.09 - 16:44
    Dipl.-Psych. Barbara Maria Schoog
    Psychologe/in

    Bei dem, was Schmidt angerichtet hat, tut frischer Wind gut, zumal der sich auf Grund seines Alters sicherlich erst einmal sachkundig machen würde - was Frau Schmidt oft nicht getan hat: siehe Enteignung (heißt: Verlust aller bis dahin gewtätigten Beiträge zum Krankentagegeld, der freiwillig versicherten Selbstständigen zum 1.1.09 und dann wieder Zurücknahme des Gesetztes. Und die falschen Infos zum Honorar der Ärzte und Psychotherapeuten: ich bin seit 92 zugelassen, habe mangels Masse in den großmauligen Krankenkassen mehrfach Honorarkürzungen hinnehmen müssen und erlebe gerade nach 17 J. errstmals einen leichten Ausgleich. Und dann sollten wir Selbstständigen auch endlich unsere Arbeit selbwst bestimmen dürfen. wir kriegen ja sogar den Maulkorb, wenn wir Klienten mit Hinweis auf die Budgetierung abweisen wollen! Es muss auch jemand her, der sich wagt, mit Krankenkassen und KV-en stärker anzulegen und dem Bürger mit Augenmass Selbstverantwortung und damit Eigenleistung zumutet. Also warum nicht der Youngster? Mit der Auflage, ein stöändiges Expertengremium zu kontaktieren.

  • 5
    06.10.09 - 16:16
    lebga

    man sollte auch einmal daran erinnern...was Ärzte leisten müssen! und nicht immer diese Neid Debatten los treten wollen!
    zuerst einmal kundig machen , danach wieder melden anonymous

    Ärzte sind keine groß Verdiener und ein Praxis muss heute oftmals ums überleben kämpfen!
    Behandlungspauschalen usw. tun hier das übrige!
    Ärzte im Ausland haben oftmals besser Arbeitsbedingungen und Einkommen!England-Dänemark usw.
    wir brauchen mehr Ärzte ...machen diesen Beruf allerdings nicht gerade schmackhaft!
    Ärztemangel wird in der Zukunft wohl weiter bestehen...dank einer Bevölkerungs- gerechten Gesundheitspolitik ? oder eher weil man die Verwaltung groß und die Ärztliche Tätigkeit klein macht.!

  • 4
    06.10.09 - 15:23
    anonymous

    strukturen in das gesundheitswesen kann nur der- oder diejenige bringen, dér die ärzte dazu verpflichtet, ihre erbrachten leistungen von jedem einzelnen patienten abzeichnen zu lassen, so wie es bei dienstleistungsunternehmen landesweit üblich ist. auch ärzte haben einen dienstleistungsberuf gewählt, können jedoch ohne kontrolle durch den patienten wahllos abrechnen. dies kann auf dauer nicht weiterhin funktionieren, denn kontrolle ist im gesundheitswesen dringend angesagt.frage ich mich doch, wo die vielen mio. oder mrd. bleiben durch die einnahmen der quartalsgebühren, durch die vielen zuzahlungen der patienten bei arzneimitteln, durch den wegfall von verschreibungspflichtigen medikamenten, die vom arzt nur noch auf privatrezept zu lasten der kranken verordnet werden? als pflichtversicherter patient kommt man leider nicht in den genuss alle notwendige arznei zu bekommen wie die privatversicherten oder gar die beamten. daran sollte ebenfalls mal gerüttelt werden, aber die gesetzgeber sind ja selbst beamte, die sämtliche vorteile genießen, wie sollten die etwas ändern, das ihnen selbst schaden könnte!!

  • 3
    Icondirect
    06.10.09 - 15:15
    Thilo Gerull
    Arzt/Ärztin

    Da muß ich Carotis zustimmen.

  • 2
    06.10.09 - 15:09
    Carotis

    Frau von der Leyen eignet sich bestenfalls als Dämm-Material.
    Alternativ als Türstopper.

  • 1
    06.10.09 - 14:26
    Karl-Heinz Butz

    Sicherlich wäre Frau von der Leyen für dieses Amt geeignet. Ich halte Daniel Bahr aufgrund seines jungen Alters für einen kompetenten Favoriten; denn unser Land braucht Reformen. Ich traue Ihm zu, dass er es schafft und neue Strukturen für das Gesundheitswesen unserer Zukunft auf den Weg bringt. Wir brauchen Macher und keine Bewahrer; denn aufgrund des demographischen Wandels muss auch für unsere Kinder noch eine gute und finanzierbare Krankenversicherung zur Verfügung stehen. Ich jedenfalls werde mich dafür einsetzen.

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