| Stern-Artikel |
| Spiegel-Artikel |
| Patent |
| The Lancet |
Ich bin seit 16 Jahren und 9 Monaten trocken, hatte es immerhin bis zum Spiegeltrinker geschafft.
Ich machte lediglich eine einzige Entgiftung, keine Therapie, dann Selbsthilfe.
Kein Medikament dieser Welt wird den eigenen Willen und die harte Arbeit ersetzen, die notwendig ist, mit der Sucht fertig zu werden. Ganz im Gegenteil, Medikamente die das sog. Craving unterdrücken lassen beim Patienten eher die Meinung entstehen: ...war ja alles nicht so schlimm und wenn ich jetzt mal einen kleinen Rückfall habe, was solls, dann nehmen wir eben wieder die tollen Pillchen und alles wird wieder gut........Die zufriedene Trockenheit findet im Kopf statt, ebenso wie die Therapie, die ein Lernprozess ist und nicht von jetzt auf gleich funktioniert. Ich persönlich habe vieles über die Sucht und nicht zuletzt über mich selbst gelernt. Ich brauche weder Alkohol noch irgendwelche Psychopillen und es geht mir gut. Ich könnte mir derzeit keine Situation in meinem Leben vorstellen (und ich hatte gewiss nicht nur Höhen) die mich wieder zur Flache greifen lassen würde - weil egal, was poassieren sollte, dadurch nix besser werden würde.
Bekannt ist, dass ein bedeutender Prozentsatz der Alkoholiker sehr positiv auf die Gabe von Dihydrocodein (DHC) reagieren, bis hin zur vollständigen Alkoholabstinenz.
Allerdings werden viele dieses Medikament für den Rest ihres Lebens brauchen. Trotzdem wäre dies in gesundheitlicher und sozialer Hinsicht ein enormer Fortschritt im Vergleich zu den verheerenden Auswirkungen einer fortgeschrittenen schweren Alkoholerkrankung.
Leider ist nicht zu erwarten, dass sich diese Behandlung durchsetzt.
Schön wäre es, jedoch.... Alkoholismus, alkoholkrank, Quartalssäufer,wieviel Elend steckt dahinter und nicht nur der Betroffenen. Bestimmt wird auch bald ein Gen identifiziert.
Ja, ja so ist es immer. Wir Menschen neigen zu Verallgemeinerungen und nehmen stets umfassend für oder gegen etwas Stellung.
Dabei könnten wir Ärzte lernen, dass es keinen "Alkoholismus" gibt den es zu behandeln gilt, sondern tausende Alkoholiker von denen jeder aus persönlichen Gründen trinkt, die organisch, psychisch, stofflich oder situativ sein können. Und eine bunte Mischung aus all dem. Deswegen wird keine noch so evidente Therapie jedem helfen, sondern nur die welche genau zu ihm passt.
Baclofen ist mir seit Jahren vertraut. In Einzelfällen habe ich es mit Erfolg eingesetzt.
zu Dr.med.Rolf Seidel:
Ach ja nun sollen wohl die alkoholsüchtigen Personen, als Versuchskaninchen oder die berümten Versuchs-Mäuse, dienen. Dieser Personenkreis greift doch schon sowieso, aus lauter Verzweiflung, nach jedem Strohhalm der sich nach ein bisschen Hilfe anhört. Nach meinen Erfahrungen ist im hauptsächlichen die Psyche zu behandeln, und nicht nur ne Pille schlucken und dann alleine lassen mit den Problemen, was die Hauptgründe für den Alkoholkonsum sind. M.E nach sollte der Therapiezeitraum verlängert werden und nicht nur der Kostenfrage wegen immer mehr verkürzt werden. Die sogenannte Gesellschaftsdroge Alkohol ist und bleibt für mich und für viele Andere die Droge Nummer eins, nach dem Heroin und THC denn nur wer schon Alk zu sich nimmt braucht irgendwann mehr und das geht irgendwann wegen der Trinkmenge nicht mehr also steigt derjenige um auf harte Drogen.
Gruß PDL Micha
Ich habe noch die Zeiten erlebt, als Disulfiram (Antabus) das Mittel der Wahlwar. Musste als Krankenpfleger in der Psychiatrie die Alkoholkranken zum trinken animieren. Obwohldenen schon bei dem Anblick der Schapsflasche übel wurde, hatten sie sich nach wenigen Tagen an den Azetaldehydstau so gewöhnt, dass sie munter weiter tranken. Anticraving ist nicht der Schlüssel für die Problemlösung, vielmehr liegt er in der Psyche, so dass Medikamente, welche auch immer, nur ein Adjuvans zur Psychotherapie sein können.
zu Frau Riesenberg,
wieso sollte Alkoholabhängigkeit keine Erkrankung sein? Oder gehören Sie zu Gruppe derer die glauben das Krankheiten nur solche sind an der man subjektiv gesehen keine Schuld hat. Während die Abhängigkeit entsteht bemerkt der betroffene Patient nichts von seiner entstehenden Abhängigkeit und wenn es dann soweit ist befindet er sich bereits im Teufelskreis.
zum Artikel:
Man sollte sich keiner zu großen Hoffnung hingeben das ein Medikament das nur auf das Craving Einfluß nimmt der große Wurf ist. Erst wenn eine med. Therapie es erreicht nach erfolgreichen Entzug die alkoholempfindlichen Rezeptoren so zu manipulieren das bei Konsum die Rauschwirkung komplett ausbleibt wir es eine dauerhafte Heilung geben. Alles Andere ist nur im trüben fischen.
Sehr geehrter Herr Graetzel,
sehr interessantes Thema. Vielen Dank, dass Sie darüber berichten. Allerdings scheinen Sie leider das Buch nicht mal überflogen zu haben. Der Autor zitiert sämtliche von Ihnen erwähnte Studien und behauptet keineswegs der erste gewesen zu sein, der diese Substanz ausprobiert hat. Jedoch hat er eine wesentlich höhere Dosierung ausprobiert, als in den bisherigen Studien. Er berichtet auch keineswegs, dass Baclofen das "Wundermittel" für jeden ist. Jedoch hat es bei ihm, der zusätzlich anscheinend eine ausgeprägte Angststörung hatte, sehr gut gewirkt.
Eins ist sicher: Abwarten und TEE trinken
Ein sehr interessanter Therpiensatz,den ich gerne an einem
alkoholsüchtigen Patienten anwenden würde; aber ich warte die
Studienergebnisse der Berliner Charite ab.
Na ja, da nehmen wie mal eine Pille und damit hören dann die Probleme auf, weshalb jemand zur Flasche greift. Na wer`s glaubt wird seelig. Da sollte man lieber die Versorgung mit Psychotherapeuten verbessern, als sich um den "heiligen Grahl" zu kümmern.
Solche Ankündigungen habe ich schon häufig gehört, meist steckte nur heiße Luft dahinter.
Sehr guter Artikel. Diese neue Geschichte wird verlaufen wie die vergangenen, sicherlich.
Mir stellt sich da eher die Frage, ob die Ausweitung des Krankheitsbegriffes auf Alkoholismus sachlich gerechtfertigt ist. Leider haben alle Beteiligten ein großes Interesse an dem Status Krankheit: die Ärzte, die Psychotherapeuten, die Beratungsstellen - und die Kranken. Scheinbar verhält sich diese Krankheit aber untypisch. Vielliecht, weil es keine ist?
Ich erinnere mich noch deutlich an das "Wundermittel" Campral. Anfänglich mit der Gießkanne ausgeteilt und heute
will es keiner gewesen sein. Oder hören Sie noch etwas von
Acamprosat?
Die Pharmalobby wird es freuen. Endlich wieder einmal kann dort die Quadratur des Kreises gepriesen und zur Verordnung freigegeben werden
Ich kann mich der Vorsichtsmahnung nur anschliessen, so alle paar Jahre wird kommt das nächste Wundermittel angespriesen und ein paar Jahre später hört man nichts mehr davon, ich nenne das unseriöses Publizieren. Es ist selten klar bei wem es wirken soll, noch wie lange nach Absetzen die Resultate bestand haben, noch mit welchen Risiken die Wundermittel propagandiert werden.
Aber bitte alles mit sehr großer Vorsicht zu genießen, ich spreche da aus Erfahrung, es wird sich nun auf allen Psychosozialen Beratungsstellen die Personenzahle explosionsartig vermehren, da alle mit diesem angeblichen Wundermittel behandelt werden wollen und am Ende wenn die Geister sich geaschieden haben und alles ein noch so toller Fake war sind am Ende wieder die Alkoholiker die Dummen der Gesellschaft. Gruß PDL Micha