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Hanf Dampf in allen Gassen

Den Vorstoß als Idee spleenige Alt-68er abzutun wäre unangebracht. Zu den Beratern der ehrwürdigen Gesellschaft gehört nämlich auch Colin Blakemore – und damit einer der renommiertesten Mediziner Englands. Blakemore ist nicht nur Professor of Neuroscience an der Universität Oxford, sondern auch ehemaliger Chief Executive des Britischen Medizinischen Forschungsrats (Medical Research Council, MRC).

Dreimal soviel THC

Tatsächlich ist der jetzige Vorstoß der Foundation erstaunlich. Die Legalisierung von Cannabis beschäftigt die Nationen der UN seit Jahrzehnten, vereinzelt glänzen Länder wie die Niederlande durch Toleranz. Doch außerhalb der Coffee-Shop-Vorzeigebastion hält sich die Politik zum Thema eher bedeckt. Allenfalls der medizinische Segen für Krebspatienten oder in der Palliativmedizin erreicht als Info die Entscheidungsträger – noch. Das wird sich womöglich im März 2009 rasant ändern, wenn sich nach Informationen des Fachblatts „New Scientist“ die UNCND des Themas annehmen wird. Die von der Beckley Foundation durchgeführte Untersuchung macht nämlich deutlich, dass das Kiffen für alle – trotz nachweisbarer Risiken – ein gesundheitspolitisches Happy End feiern könnte.
Zwar liegen die Nachteile des Hanf-bedingten Rauschs auch nach Meinung der Beckley Kommission auf der Hand. Der Gehalt der Pflanzen an Delta-9-Tetrahydrocannabinol (THC) hat sich innerhalb der letzten zehn Jahre nahezu verdreifacht, weil die meisten illegalen Grünlinge meist indoor gezüchtet und optimal belichtet werden. Galt Kiffen noch in den 80ern als harmlose, wenn auch verbotene Rauschalternative zu den legalen Drogen Alkohol oder Tabak, zweifeln Ärzte heute nicht mehr am Suchtpotenzial von Joints & Co. Ob „Skunk“ oder „Sinsemilla“, wer den Stoff konsumiert läuft wirklich Gefahr, zu jenen neun Prozent Cannabis-Abhängigen zu gehören, bei denen die Aussetzung des Konsums zwangsläufig zu Entzugserscheinungen führt. Auch das Risiko psychischer Störungen liegt bei Marihuana-Konsumenten um 40 Prozent höher als bei Menschen, die auf den speziellen Rausch verzichten. Selbst die Zahl der cannabisbedingten Krankenhauseinweisungen nimmt zu, allein in den USA auf über 100.000 pro Jahr. Anfang der 1990er waren es gerade mal etwas mehr als 40.000.

Der Joint als Lebensretter?

Waren demnach die Mitglieder der Beckley Foundation selbst berauscht oder stehen die Fachleute der UNCND unter Dope-Einfluss? Mitnichten, wie die weiteren Fakten der Experten belegen. „Das Verbot der Substanz richtet mehr Schaden an, als ihr Konsum das vermag“, resümiert die Gründerin der Foundation, Amanda Feilding. Tatsächlich offenbaren die Details, dass pro Jahr rund 166 Millionen Menschen im Alter von 15 Jahren und darüber weltweit Cannabis konsumieren – was rund 3,9 Prozent der Weltbevölkerung entspricht. Lediglich ein Prozent der Menschheit greift indes zu den anderen, harten Drogen. Vor allem reiche Länder lieben offenbar den Dope aus der Hanfpflanze, allein in den USA schätzen Suchtmediziner den Prozentsatz der „irgendwann probiert“-Konsumenten auf rund 40 Prozent der Einwohner.
Den globalen Cannabis-Konsum zu „Erholungszwecken“ zu empfehlen wäre vermutlich eine irrlichterne Idee geblieben, sprächen da nicht harte medizinische Fakten für die Zulassung. Rund 200.000 Menschen sterben nämlichweltweit jedes Jahr, weil sie andere, meist harte Drogen zu sich nehmen. An den Folgen der legalen Suchtdroge Alkohol verenden jährlich sogar 2,5 Millionen Erdenbürger, während schlichtes Rauchen weltweit rund 5 Millionen ins Jenseits befördert. Gemessen daran wäre der durch die UN freigegebene Cannabis-Joint als Alternative eine wahre Erlösung: Im Jahr 2007 registrierten Ärzte auf unserem Planeten lediglich zwei durch Marihuana-Überdosen hervorgerufene Todesfälle.

Vlad Georgescu

Medizinjournalist/in

Osterode

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Kommentare

  • 52
    19.01.09 - 22:39
    @markus einsle

    Danke!Für den ersten fachlich fundierten Beitrag (Beiträge). Es ist schwer dem Ottonormalverbraucher klar zu machen, dass iwelche Statistiken oder Artikel von fraglichen Internetseiten nicht der absoluten Wahrheit entsprechen. Ich denke sie haben einen sehr wichtigen Schritt in Richtung Aufklärung getan - das Problem leider ist, dass der löwenteil der Menschen lieber ihre Nase in die Bildzeitung steckt und nur wahrhaben möchte,was in ihre beschränkte Weltsicht passt.
    Wir, sprich Menschen wie sie und ihresgleichen, müssen gegen eine starke Mauer der Ignoranz ankämpfen. Aber der Lehm bröckelt....

  • 51
    19.01.09 - 21:36
    Markus Einsle

    10. Medizinischer Nutzen
    Unstrittig ist inzwischen die schmerzstillende Wirkung von Cannabinoiden. Im Gegensatz zu Opioiden wirken sie dabei nicht obstipativ. Statt Übelkeit auszulösen, regen sie den Appetit an - eine sehr wichtiger Umstand bei der Behandlung von Krebskranken. Entzündungshemmende Eigenschaften machen Cannabinoide zu einem hervorragenden Mittel bei entzündlichen Erkrankungen wie Rheuma, aber auch Morbus Crohn.
    Positionen wie "Morphine sind der Goldstandard" müssen neu überdacht werden. Denn nicht alles was glänzt ist Gold, und sicher nicht immer der Weisheit letzter Schluss.


    Bitte besuchen Sie unsere Website, wenn Sie mehr über Cannabis und die verheerenden Folgen seines Verbots für Patienten wissen möchten, die auf die Substanz aufgrund schwerster Erkrankungen angewiesen sind!

    Markus Einsle
    Sprecher Selbsthilfenetzwerk Cannabis als Medizin (SCM)
    blog.selbsthilfenetzwerk-cannabis-medizin.de

  • 50
    19.01.09 - 21:36
    Markus Einsle

    8. "Cannabissüchtige" und Entzugskliniken
    Oft hört man von "Cannabissüchtigen", die sich im Zuge eines Strafverfahrens "freiwillig" in Therapie begeben - vermeintlich, weil sie ihr "Suchtproblem" eingesehen hätten.
    Tatsächlich ist diese "freiwillige" Thrapie regelmäßig eine Mittel, um vor Gericht das Strafmaß zu senken, und so z.B. eine Freiheitsstrafe in eine Geldstrafe umzuwandeln. Therapiert wird dabei nichts - doch die "Therapierten" tauchen als "Cannabissüchtige" in der Statistik auf, aus der wiederum eine angeblich reale Suchtgefahr abgeleitet wird.

    Natürlich gibt es auch Konsumenten, die unter einem wirklichen Suchtproblem leiden. Dies ist aber in seltenen Fällen Cannabis allein, sondern meist liegt ein Mischkonsum mit wesentlich übleren BTM vor. Aber auch diese Fälle sind gutes Futter für die Statistik der "Cannabissüchtigen".

    9. Das "Problem" des heutzutage wesentlich höherer Wirkstoffgehalts
    Tatsächlich kann durch entsprechende Sorten und optimale Bedingungen der Wirkstoffgehalt deutlich gesteigert werden.
    Dies bedeutet nicht, dass mehr THC konsumiert wird - die pro Konsum verwendete Menge an Cannabis sinkt entsprechend. Selbstverständlich wird Cannabis mit hohem Gehalt - wen wunderts? - auch zu entsprechend hohen Preisen gehandelt.
    Die Folgen für einen Konsumenten, der eine unerwartet starke Sorte konsumiert, ist ein unerwartet starker, aber keineswegs gefährlicher Rauschzustand. Der Konsument wird seinen Konsum ggf. vorzeitig abbrechen, und beim nächsten mal die Dosis entsprechend anpassen.

  • 49
    19.01.09 - 21:35
    Markus Einsle

    6. Todesfälle durch Cannabis
    Es ist nahezu unmöglich, an einer Überdosis THC zu versterben, da die nötige Menge nicht konsumierbar ist.
    Indirekte Todesfälle sind allenfalls im Zusammenhang mit dem Vorliegen bestimmter Krankheiten denkbar (da Cannabis den Kreislauf belasten kann z.B. wenn der Konsument unter Herzproblemen leidet), wobei der eindeutige Nachweis des Zusammenhangs schwer zu erbringen ist.
    Die Zahl der Todesopfer bezogen auf die jeweilige Droge kann im jährlichen Drogen- und Suchtbericht des Bunderministzeriums für Gesundheit nachgelesen werden. Es gibt tatsächlich keine "Cannabistoten".

    7. Suchtgefahr
    ALLES, was das Belohnungszentrum unseres Gehirns aktiviert, kann eine Sucht erzeugen, darunter Leistungssport, Schokolade und Sex. In einigen Fällen entsteht eine körperliche Abhängigkeit, da eine Substanz fest in den Stoffwechsel integriert wird.
    Die relevante Frage ist immer die Intensität der Entzugserscheinungen. Diese ist bei Cannabis - selbst bei starkem Konsum - in der Regel sehr milde ausgeprägt, bei weitem nicht vergleichbar wie bei einem Nikotin- oder gar Alkoholentzug, und äußert sich ggf. in Unruhe und Schlafstörungen über wenige Tage hinweg.

    Man sollte sich vor Augen führen, dass ein unkontrollierter/unbehandelter Entzug bei anderen (harten) Drogen durchaus tödlich verlaufen kann!

  • 48
    19.01.09 - 21:34
    Markus Einsle

    4. Konzentrationsstörungen/Kurzzeitgedächtnis
    Tatsächlich ist das Kurzzeitgedächtnis unter THC-Einfluss beeinträchtigt. Eine Beeinträchtigung darüber hinaus ist je nach Stärke und Häufigkeit der Konsums denkbar. Leider entsprechen Studienergebnisse hierzu nicht selten dem Sollergebnis, mit dem die Studien beauftragt wurden, und so kommt es immer zu völlig verschiedenen Extrempositionen. Neutrale Studien gibt es kaum. Die Wahrheit liegt wahrscheinlich irgendwo dazwischen.

    Bei gemäßigtem Konsum ist keine gravierende Beeinträchtigung zu erwarten.

    5. Psychosen durch Cannabis
    Einige Experten behauten, Psychosen stünden in direkter Relation mit Cannabiskonsum. Hier müsste man, um eine seriöse Aussage machen zu können, zum einen Trennen, ob der Konsument bereits vor dem Konsum an einer latenten Psychose litt, und Cannabis eine bestehende Psychose nur zum Vorschein brachte, oder ob es wirklich die Ursache darstellt.
    Weiter wäre zu untersuchen, ob Menschen mit bestimmten psychischen Störungen einfach häufiger zu Betäubungsmitteln greifen. Alle Fälle würden das selbe statistische Endergebnis zur Folge haben, die Interpretationen wären jedoch völlig unterschiedlich.

    Leider sind gezielte, aussagefähige Studien aufgrund betäubungsmittelrechtlicher Auflagen nur sehr schwer durchführbar und extrem teuer. Solange selbst wissenschaftliche Forschung durch geltendes Gesetz verhindert wird, sind seriöse Aussagen hierzu kaum zu erbringen. Die jeweiligen "Experten" sollten sich für ihre Schnellschüsse, an denen sie gut verdienen, schämen!

  • 47
    19.01.09 - 21:33
    Markus Einsle

    Sehr geehrte Leser,

    als Vertreter der Patientenvereinigung Selbsthilfenetzwerk Cannabis als medizin (SCM) möchte ich folgende 10 Punkte zur Aufklärung über Cannabinoide beitragen.

    1. "Haschisch spritzen und Stromgitarre spielen"
    Alkohol, Cannabinoide, Opioide, Amphetamine etc. sind völlig verschiedene Substanzen mit völlig unterschiedlicher Wirkung, Suchtpotential, Gefahren etc.
    Cannabis wird nicht gespritzt, die "fixenden Mütter" aus Beitrag 25 sind hier völlig fehl am Platz. Wem diese Unterschiede nicht klar sind, möge sich bitte vor jeder weiteren Diskussion im Internet aufklären, z.B. über die Wikipedia.

    2. Krebsrisiko
    Cannabisrauch soll der Meinung mancher "Experten" x-mal schädlicher als Tabakrauch sein. Vergessen wird dabei, dass ein Konsument - Extremfälle mal außen vor - aber wesentlich mehr Zigaretten als Joints pro Tag rauchen.
    Auch wird unterschlagen, dass die Konsumform "Joint" nur eine unter vielen ist. Bei der oralen Aufnahme (z.B. Cannabiskekse) gibt es keine Rauchgase. Auch die Inhalation mit einem Vaporizer (arbeitet mit Heißluft, es findet keine Verbrennung statt), minimieren das Risiko drastisch.

    3. Entwicklungsstörungen bei Jugendlichen
    Unbestritten dürfte sein, dass Jugendliche, die den Tag mit der Tüte beginnen und abends mit der Tüte beenden, und zwischendrin vor allem kiffen, in ihrer geistigen Entwicklung stark beeinträchtigt sind. Dies sollte nicht all zu sehr verwundern: wer über lange Zeit die Realität völlig ausblendet, wird keine reale Entwicklung durchleben. Dies gilt gleichermaßen für den extremen Missbrauch aller Drogen (darunter Alkohol), und ist keine spezielle, schädigende Wirkung von Cannabis/THC an sich.

  • 46
    19.01.09 - 12:51
    Sabine B.

    Der Spicekonsum der letzten Monate hat uns gezeigt, dass Verbote nichts mehr nutzen. Weitere Spice-Nachahmungen wird es geben, die man immer wieder verbieten muss. Konsumiert wird immer und die Nachfrage ist groß.
    Eine Legalisierung von Hanf würde sehr viel Geld in die staatlichen Kassen bringen, was wiederum für vernünftige Prävention ausgegeben werden könnte.
    Vielen tausend Menschen kann mit legalem Cannabis geholfen werden, um mit Krebs oder anderen schweren Erkrankungen fertig zu werden. Symptome und Leiden könnte durch Hanf als Medikament gelindert werden. Stattdessen zwingt die Pharmaindustrie die Patienten zu meist teureren Alternativen mit begrenzter Wirkung oder schweren Nebenwirkungen. Cannabis ist eine natürliche und schonende Medizin, die unter Strafe steht.
    Eine junge Generation von Hanfkonsumenten fragt sich, mit welchem Recht eine ältere, alkoholgeprägte Generation vorschreiben darf, dass Cannabis verboten ist.

  • 45
    18.01.09 - 21:20
    Frank Clemens

    Hatte ein Liposarkom unterhalb des li. Schulterblattes. Seit der wide excision OP (inklusive Rippenteilresektion) leide ich unter einem chronischen Schmerzsyndrom, welches ich sehr erfolgreich mit Cannabis behandle.
    Andere Medikamente wie Opiate oder Morphin (bekanntl. auch ein Opiumderivat), die zur Behandlung eines Schmerzsyndroms ebenfalls indiziert wären, vertrage ich wegen meiner inkompletten Querschnittslähmung nicht (insbes. wegen der Blasen-, Darmlähmung [Opiate verursachen hochgradige Verstopfung]) darunter fällt auch das weiterentwickelte Targin, trotz des Antagonisten. Die Perestaltik ist auch damit soweit heruntergesetzt, daß ich 6 Tage nach meinem ersten (und garantiert auch letzten) Versuch mit diesem "tollen" neuen Medikament ganz massiv mit Abführmitteln hantieren mußte. Mit Cannabis kenne ich solche Probleme nicht!!!
    @Paul: Wenn Sie mit Opiaten gute Erfahrungen gemacht haben, freut mich das für Sie! Allerdings verliert für mich kein Opiat,- oder Morphinderivat die Gefährlichkeit, nur weil es unter dem Deckmantel der Pharmazie in möglichst bunten Schachteln über die Apothekentheke gereicht wird!!! Ihre Argumentation ist blauäugig - vielleicht lernen Sie ja noch dazu!

  • 44
    18.01.09 - 20:29
    Frank Müller

    Sorry, aber ich habe selten soviel Schwachsinn von selbsternannten Cannabisexperten gehört!
    Todesfälle nach Cannabisvergiftung sind nicht beschrieben. Die mediane tödliche Dosis bei Ratten lag je nach Art zwischen 800 und 1.900 mg orales THC pro Kilogramm Körpergewicht. Bei Studien mit Affen traten selbst nach den höchsten verwendeten Dosen von 9.000 mg/kg orales THC keine Todesfälle auf.
    Um 9.000 mg THC je Körpergewicht zu sich zu nehmen, müßte eine Person mit 70 kg die schier unglaubliche Menge von 630.000 mg (630!!! Gramm), was einer tatsächlichen Cannabismenge (bei einem Wirkstoffgehalt von 10%) 6,3 kg entspricht!!!!!!
    Ist für einen Forscher im Übrigen auch völlig logisch, da wir ein endogenes Cannabinoidsystem besitzen (an dem auch alle möglichen körpereigene Glückshormone z.B. Serotonin, andocken) - sind alle Rezeptoren besetzt, werden übrige, im Körper verbliebene Cannabinoide über die Nieren ausgeschieden!!!
    Wer sich für das Ganze wirklich vorbehaltlos interessiert, sollte mal auf der Seite:
    www.cannabis-med.org
    nachsehen!!!

  • 43
    18.01.09 - 20:20
    Julius Kromm

    Warum ist es nötig alles entweder Schwarz oder Weiß zu sehen? "Cannabis ist 20 mal schädlicher als Tabak und muss verboten werden" "Morphium ist nützlich in der Schmerztherapie und ist zu erlauben" Es ist kein Geheimniss das die Dosis und auch die Umstände das Gift machen. Viel interessanter als die müssige Diskussion um Schaden und Nutzen ist doch eigentlich eher die politisch-soziologische Fragestellung.
    In meinen Augen ist das Cannabis Verbot nur ein soziokulturelles Phänomen ähnlich wie Volker Christoffel es in Kommentar 10 geschildert hat und wäre durchaus mit jeder anderen heutzutage legalen Substanz austauschbar. Ein Beispiel: Seit über zehn Jahren konsumiere ich Cannabis und kann nicht leugnen, das vermehrter Konsum Schaden anrichtet. Und trozdem: Ich bin erfolgreich in meinem Medizinstudium, leide weder an Konzentrationsstörungen noch an sozialen Problemen. Wer gibt dem Staat das recht meine Gewohnheiten zu kriminalisieren und mich zu bevormunden wie ein kleines Kind? Die Antwort ist einfach: Alle Menschen, die durch mangelnde Erfahrung Angst haben vor dem was sie nicht kennen.

  • 42
    18.01.09 - 13:51
    Mari Jo

    bei allem Für und Wider sollten wir nicht vergessen, dass monetäre Lukrativität letztlich die einzige Triebkraft unseres verkorksten Wirtschaftssystems darstellt.

    Angesichts der unüberschaubaren Geldsummen, welche fortwährend durch die Geldwäsche der Erträge illegaler Schwarzmärkte verdient werden, dürfte eine mögliche Besteuerung von legalisierten THC-Produkten unseren "Volksvertretern" vermutlich nicht lukrativ genug erscheinen, um es sich mit den gierigen Geldwasch-Anlagenbetreibern (sprich: Bankern) zu "verderben". (Schon gar nicht während einer "Finanzkrise"). Außerdem sollte keiner vergessen, wie viele Arbeitsplätze die Prohibition generiert - mit all ihren Strafverfolgungsinstanzen, Gutachtern, Richtern, Anwälten, Ärzten, BfArM-Bonzen, Apotheken, Pharma.... usw.

    Nee nee - das wird nix mit Legalisierung, so lange noch irgendein "Rechtsstaatler" durch die Prohibition einen müden Euro verdient!

    Da sollte sich keiner was vormachen.

  • 41
    18.01.09 - 12:57
    paul zum letzten mal

    1) persönliche Angriffe zeigen bekanntlich den Mangel an Argumenten
    2) Der Goldstandart der Schmerztherapie ist ein Morfinpräparat.
    3) richtig (kontinuierlich) angewendet bewirkt Morfin auch in hoher Dosis k e i n e Sucht, weil der "Kick" fehlt.
    4) Den Befürworten von Canabis geht es also objektiv weniger um Schmerzlinderung, gelinde gesprochen.
    5) Hanf ist nicht THC
    6) Man soll nicht noch stolz sein auf fehlende ärztliche Moral :-) (Geld verdienen durch Gesundheitsschädigung)

    Schönen Sonntag

  • 40
    18.01.09 - 11:58
    Stefan

    Herr Georgescu,
    wie kommen Sie auf folgende Zahlen, haben Sie dafür irgendwelche Belege/Quellen? "Im Jahr 2007 registrierten Ärzte auf unserem Planeten lediglich zwei durch Marihuana-Überdosen hervorgerufene Todesfälle."
    Für eine Antwort wäre ich sehr dankbar.
    Gruß, Stefan

  • 39
    18.01.09 - 10:25
    aXXL

    Seit November 08 gibt es in Deutschland vier Genehmigungsinhaber - seit vorgestern schon fünf -, die Cannabis zu medizinischen Zwecken gebrauchen dürfen. Qualitätsgeprüftes, nach EU-Standards angebautes und von staatlich niederlänndischen Stellen kontrolliertes Marihuana der Fa. Bedro***, welches Ende Januar in die jeweiligen Apotheken kommt.
    Die Erlaubnisinhaber haben - als schwer chronisch Kranke - durchschnittlich 5 Jahre auf dem Antragsverfahrensweg beim BfArM gebraucht, um diesen lindernden Segen endlich zugesprochen zu bekommen. Zuvor mussten sie allerdings in der Mehrzahl eine von der gleichen Behörde aufgenötigte Versuchskarnickel-Phase durch Einnahme von Dronabi*** und des sog. "Extrakts" durchlaufen. Alle ursprünglich eingereichten Anträge lauteten jedoch auf Selbstanbau bzw. Vergabe von natürlichem, pharmakologisch nicht verändertem Cannabis Sativa L.
    Der Eingriff des Staates in die Gesundheit chronisch Kranker ist durch Verweigerung und Verzögerung der Antragsbearbeitung um ein vielfaches höher als eine schnelle Postivbescheidung, die gesetzlich mit 3 Monaten festgelegt ist.
    Zuverlässige Informationen über die Auswirkungen der Verweigerungs/Verzögerungshaltungen sind dem Netzwerk Cannabis als Medizin zu entnehmen.
    Herrn Georgescu sei dennoch für den Mut machenden, Hoffnungen vermittelnden Artikel gedankt...undzwar nicht nur namens der Medizinal-Cannabisten.

  • 38
    17.01.09 - 19:58
    @Kord

    Er zieht sich doch schon Morphinpräps rein, vielleicht sollte er mal umsteigen-wer weiß, kann ja helfen ;)

  • 37
    17.01.09 - 19:55
    Kord

    Sorry Paul - zugegeben, etwas unqualifizierte Aussage meinerseits, aber vielleicht solltest Du einfach mal einen dampfen! Das entspannt. Und Du scheinst Dich soweit disziplinieren zu können, dass ich mir über das Suchtpotential Deinerseits keinerlei Gedanken machen muss.

  • 36
    17.01.09 - 18:02
    Gunnar

    was ist denn dabei Hanf zu legalisieren?
    Alkohol ist es schon lange und gehört wie Heroin zu den harten Drogen.
    Der Grund dafür ist doch der, das Vater Staat mittels entsprechender Konsumsteuer dabei kräftig abkassiert.
    Also wenn ein Verbot von Drogen, dann bitte von allen Drogen. Ich bin allerdings der Meinung, das es ein Gewohnheitsrecht der Menschen auf Rausch gibt und kein Staat der Welt das Recht hat, dieses zu beschneiden.

    Der Unterschied ist natürlich auch das Alkohol in europäischen Breiten kulturell verwurzelt ist - was nichts an der Gefährlichkeit ändert. In Zeiten der Globalisierung sollte man also auch in dieser Hinsicht anfangen umzudenken.

  • 35
    17.01.09 - 17:31
    @Paul

    >>seit Hypokrates, ca. 500 Jahre vor Christi,
    beschäftigen sich Ärzte nur mit Erhaltung und Wiederherstellung von Gesundheit<<

    Darf ich mal beherzt lachen, haben sie ihr Wissen eigentlich nur aus Büchern?! Was für ein Schwachsinn, Ärzte sind Menschen und jeder Mensch denkt in erster Linie nur an sein eigenes Überleben (im heutigen Zeitalter heisst das: Er denkt an Geld).
    Wo leben sie denn, dass sie glauben, Ärzte wären an der Wiederherstellung und Erhaltung der Gesundheit( allein die Formulierung schon *pruust* sry) interessiert? Sie sollten mal schauen, ob sie nicht unter Realitätsverzerrung leiden - Ihnen fehlt mal sowas von die Erfahrung. Keliner Tipp, mal die Bücher weglegen und nach Berlin oder Hamburg einen Bummel durch die "Siedlungen" machen. DAS steht in keinem Buch der Welt ;)

  • 34
    17.01.09 - 17:23
    @THC-Gegner

    Was wäre denn euer Vorschlag, um das Problem in den Griff zu bekommen? Und kommt jetzt nicht mit "Aufklärung", spätestens wenn sich im Schulalter Cliquen bilden, werden eh andere Maßstäbe gesetzt bei den Jugendlichen. Von daher muss Cannabis weg vom Schwarzmarkt!

  • 33
    17.01.09 - 12:26
    paul an Oliver

    Glückwunsch, wer heilt hat recht,
    ich hab bessere Erfahrung mit einem langwirkenden oralen Morfinpräparat, natürlich auf Betäubungsmittelrezept.
    Aber Raucher, welche auch immer, rauchen nicht weil sie krank sind,
    sondern werden krank weil sie rauchen :-)

  • 32
    17.01.09 - 11:55
    Oliver Schulz

    Wird ja auch endlich Zeit, daß die Heilpflanzen wieder in gebrauch kommen. Der ständige Gebrauch von von chemischen Wirkstoffen ist der Volksgesundheit eher abträglich als dienlich.
    Wir benutzen in der Praxis seit eh und je ein Schmerztherapeutikum auf Hanfbasis. Mit sehr gutem Erfolg.

  • 31
    17.01.09 - 11:33
    paul, seit Hypokrates

    seit Hypokrates, ca. 500 Jahre vor Christi,
    beschäftigen sich Ärzte nur mit Erhaltung und Wiederherstellung von Gesundheit.

    Ja, ja, ich weis, neuerdings gibt es auch einige, die beschäftigen sich mit dem Gegenteil, dem Töten,
    na klar, im Namen des Humanismus.

    Die Gesetzliche Freigabe ist eine Seite,
    die medizinische Verharmlosung, die hier aus allen Löchern tropft, eine andere.
    Gegen diese Verharmlosung wettere ich!

    Es ist geradezu lächerlich welchen (politischen und finanziellen) Aufwand man betreibt, eine Feinstaubkonzentration in den Städten (Strassen) von 50 ppm./m2 zu unterbinden, wenn diese in schlecht gelüfteten Wohnungen immer darüber liegt, immer! In Räumen, in denen geraucht wird, bei mehreren 1000ppm/m2,
    aber ein Rauchverbot am Arbeitsplatz kommt nicht.
    Statt dessen reden wir von der Zulassung von Cannabis,
    das mindestens 20mal gefährlicher ist.

  • 30
    17.01.09 - 11:15
    @paul

    Da hats einer immer noch nicht kapiert. Und btw von ärzten erwarte ich eh nichts mehr heutzutage...

  • 29
    17.01.09 - 11:13
    paul

    es ist wie beim Rauchen,
    wie soll man Kinder davor schützen, wenn es "Erwachsenen" gesetzlich erlaubt wird?
    Auch Rauchen ist eine Krankheit aus ärztlicher Sicht.
    Jugendschutz ???
    Ha ha ha, 13-jährige Mädchen rauchen in der Öffentlichkeit! Sie sind stolz darauf.

  • 28
    17.01.09 - 11:06
    von Paul für Ärzte

    der Vergleich der zwei Cannabis- Todesfälle zum Zigarettenrauchen ist so inkompetent, dass man es nur als Wunschdenken von Drogensüchtigen deklarieren kann.
    Danach müsste der Zigarettenraucher akut an einer Nikotinvergiftung sterben. Nikotin und THC haben selbstverständlich beide eine LD50, also eine tödliche Dosis. Ich habe noch nicht gehört, das einer an akuter Nikotinvergiftung gestorben sei,
    denn wie beim Cannabis recht dazu die Dosis in einer Zigarette nicht.
    THC ist zudem lipophil und geht über die Plazenta in den Foetus und richtet dort Schaden an.
    Ärzte gegen Drogen, nicht für Drogen!

  • 27
    17.01.09 - 10:38
    Omg

    Ja eben,mit jedem argument wie gefährlich cannabis ist, bestätigt ihr doch die meinung der beckley found.!Es muss endlich eine staatliche kontrolle stattfinden,um die risiken zu minimieren.und wieso sollten mehr jugendliche zugang zu cannabis dadurch bekommen,wenn es kontrolliert nur an volljährige abgegeben wird?um eine antwort vorzugreifen,JETZT kommen doch unsere kinder einfach an viel gefährlichere cannabissorten,geht doch mal an eine schule,dort krirgr man das zeug nachgeworfen - wer ist jetzt blind von uns?
    Das mit den fixenden müttern ist btw. nun aber totaler schwachsinn-aber das wissen sie bestimmt selbst.bitte leute,wenn ihr die stossrichtung der diskussion nicht kapiert,seid ihr genauso naiv wie euere kinder!

  • 26
    17.01.09 - 10:35
    paul zur "Endlosdiskussion"

    Solowij N et al: JAMA 2002;287:1123
    AZ Pressedienst CH
    Schwächeres Gedächtnis und schlechtere Konzentration nach langjährigem Konsum von Cannabis
    Wer jahrelang täglich einen Joint raucht, kann sich schlechter erinnern und konzentrieren, und sein Zeitgefühl wird ungenauer. Diese Schwächen treten erst nach und nach auf, und sie halten längere Zeit an, auch nachdem die Wirkung der Droge nachgelassen hat. Das zeigen Tests an über hundert regelmäßigen Konsumenten von Cannabis in den USA und an gleichaltrigen Personen, die kein Cannabis konsumieren.

  • 25
    17.01.09 - 10:23
    paul zur "Endlosdiskussion"

    Es ist schon erstaunlich, dass sich hier Ärzte für die Freigabe von etwas einsetzen, was wesentlich gefährlicher ist als Zigaretten:
    Denn e i n Joint entspricht dem Konsum von 20 Zigaretten.
    http://www.paradisi.de/Health_und_Ernaehrung/Erkrankungen/Lungenkrebs/News/8899.php
    (R.Beasley, Neuseeland, 2008)
    Wer also ist hier blind und ohne Sachkenntnis?
    Ich bekomme schon Übelkeit wenn ich eine Zigaretten-rauchende Mutter mit Kleinkind sehe und ihr wollt wohl noch fixende Mütter, die dann ihr Kind vom Balkon werfen, weil es lästig ist.

  • 24
    17.01.09 - 04:49
    Michael S.

    Eure Argumente sind sicher richtig und ich stimme zu, dass eine Legalisierung viele Vorteile bringt... aber ich sehe einen Nachteil: Es gibt ja mittlerweile eindeutige Evidenz, dass (schon der einmalige) Konsum von Cannabis bei entsprechender Disposition eine Psychose auslösen kann. Daran stirbt man zwar nicht, aber für den Patienten ist das durchaus sehr unangenehm und für das Gesundheitssystem entstehen neue Behandlungskosten. Statistisch müssten demnach unsere Psychiatrien Zuwachs bekommen, weil bei einer Legalisierung trotz der ohnehin schon weiten Verbreitung von Cannabis noch mehr Menschen, insbesondere Jugendliche, Zugang dazu bekommen.

  • 23
    17.01.09 - 03:30
    Stefan Jorga

    Es ist schon erstaunlich, dass die in Deutschland am weitesten verbreitete Droge(und meiner Meinung nach gefährlichste), nämlich der Alkohol jedes Jahr Unsummen in die Steuerkasse spült, gesellschaftlich anerkannt ist und strengen Qualitätskontrollen unterliegt. Wir dürfen aber auch nicht die Augen davor verschließen, dass THC tatsächlich konsumiert wird, legal oder nicht. Vermutlich gehen derzeit die größten Gefahren in der Tat von den beigemischten Substanzen aus, welche toxikologisch sicherlich mindestens bedenklich, wenn nicht gar sehr gefährlich sind. Die Debatte um den Sinn oder Unsinn des Konsums wird letztlich wohl niemand für sich entscheiden können. Was aber durch den staatlich kontrollierten Verkauf deutlich vermindert werden kann, sind gesundheitliche Gefahren.
    Unabhängig davon möchte ich zu dem Teil des Artikels, in dem erwähnt wird, das Risiko psychischer Störungen läge bei Marihuana-Konsumenten um 40% höher noch eine Frage in den Raum stellen.
    Ist es möglich, dass viele Menschen mit der latenten Anlage einer psychischen Störung vieleicht aus diesem Grunde schon zum Drogenkonsum neigen?

  • 22
    16.01.09 - 23:24
    Endlosdiskussion

    Manche verstehen hier einfach nicht, dass es hier nicht um Cannabis als Droge geht, sondern ,dass durch die Kriminalisierung mehr Probleme entstehen als durch einen legalen Umgang mit der Droge (Wer den obigen Text gelesen hat, weiß was ich meine)
    Drogen gibt es und wird es auch immer geben solange es Menschen gibt, das einzig entscheidende Kriterium ist, den Umgang mit eben diesen staatlich und wissenschaftlich zu sichern - und das funktionuiert nicht über einen Schwarzmarkt, im Gegenteil (ich verweises nochmals auf den obigen Text)
    Die Taktik: Solange es illegal ist, exisitiert die Droge nicht , ist eine reine Selbstschutzbehauptung - Leute macht die Augen auf! Und zum Alter der Konsumenten - wie alt werden denn die ganzen fetten Menschen, sollte denen demnach nicht das Essen verboten werden??!!
    Ich hoffe, dass die klügeren Köpfe der United Nations endlich das Problem erkennen, anstatt es weiterhin zu verdrängen, denn lösen tun sie es mit der jetzigen Haltung nicht annäherungsweise!

  • 21
    16.01.09 - 23:02
    Richard E. Schneider

    Zu Kommentar Nr. 16

    In Holland schließen immer mehr Coffieshops mit offenem Zu- und Umgang mit Drogen wie Marijuana, falls Ihnen diese "Aktualität" entgangen sein sollte. Die Befürworter der Freigabe von Marihuana stellen auch in diesem Forum eine Verhaltsnweise der Drogenkonsumenten in den Raum, die so nicht hingenommen werden kann. Z.B. an einer Haschisch-Torte ersticken: Weshalb schütten sich alkoholisierte Menschen Alkohol über, wenn sie trinken? Wohl weil sie bereits "zuviel" getrunken haben! Damit man richtig versteht, es geht um Statistik: Wie alt werden Menschen, die regelmäßig THC konsumieren?

    MfG
    RES

  • 20
    16.01.09 - 22:49
    Dr. Gerrit Herlyn

    Das einzige was Sinn macht ist
    Prävention durch Aufklärung

  • 19
    16.01.09 - 21:56
    Andreas Gerhold

    Das meiste wurde bereits angerissen, typisch für diese Diskussion ist, dass Befürworter der Legalisierung belegbare Argumente einbringen, während die Gegner sich im allgemeinen mit argumentbefreiten Floskeln begnügen, und allein durch ständige Wiederholung Propaganda betreiben (siehe Kommentar N.11).
    Von den beiden Haschtoten hab ich gehört, der eine wurde von seinem betrunkenen Vater erschlagen weil er statt Bier zu holen einen Joint geraucht hat, der andere wollte aus gesundheitlichen Gründen oral konsumieren und ist an einem Stück Haschisch-Buttercremetorte erstickt.
    Eine letale Dosis ist nicht bekannt!
    Auch viele weitere angebliche medizinische Probleme können getrost als Propaganda betrachtet werden und werden teils mit Studien belegt die nirgendwo sonst als wissenschaftlich anerkannt würden, bzw. die Studien bleiben vage, werden aber stark interpretiert.
    Sowohl die medizinischen als auch die soziologischen Probleme ergeben sich zum weitaus größten Teil aus der Prohibition.
    Solange es keine gesonderte Gesetzgebung und Abgabestrukturen für alle Genussdrogen gibt, sollten Cannabisprodukte, wie Tabak und Alkohol gesetzlich als Lebensmittel eingeordnet werden. Damit wären alle Fragen von Qualitätskontrolle, Deklarierung von Inhaltsstoffen,möglicher Reglementierung der Abgabe, wie eine Altersbeschränkung, Besteuerung usw. schon fast gelöst.

  • 18
    16.01.09 - 21:37
    paul

    die "Entkriminalisierung" der Zigaretten ist schlimm genug,
    Mariuana ist schlimmer, alleine der Qualm enthält mehr Kancerogene als jede Zigarette. Das ist untersucht!!! Das betrifft übrigens die meisten Rauchstoffe einschliesslich den qualmenden offenen Kamin. Das nennt man Rauchvergiftung. Die mentale Wirkung der Droge ist ein anderes Thema. Selbstverständlich gibt es auch hier Langzeitschäden zerebraler Art, man muss nur offen sein für solche realistische Informationen, die eigentlich auf der Hand liegen, wenn man seinen gesunden Menschenverstand benutzt.

  • 17
    16.01.09 - 21:34
    Sososo

    Seit wann ist THC und Opium dasselbe???????????

  • 16
    16.01.09 - 21:20
    @Richard E. Schneider

    Sie haben eine Sache nicht bedacht, ob legal oder nicht, Cannabis wird trotzdem geraucht. In den Niederlanden konnte man ja sehen, dass die Zahl der "Kiffer" durch die "Legalisierung" nicht signifikant zugenommen hat. Ich glaube, sie haben einfach nur ein persönliches Problem mit Drogen (oder vielmehr keins) und glauben über Rhetorik und Bildung diesen Missstand auszugleichen, doch in diesem Gebiet gibt es nur eines: Erfahrung! Wer jene nicht hat, kann nicht mitreden.

  • 15
    16.01.09 - 21:00
    Richard E. Schneider

    Susann Summer: "Stadien voller friedlich schlafende Fußball-Fans."
    Das kann wohl nicht Ihr Ernst sein! Weshalb sollten Fußball-Fans dann noch ins Stadion gehen? Und wenn Sie es nicht ernst meinen: Weshalb dann der Ansatz Ihrer Argumentation, THC als Droge offiziell zuzulassen? In Wahrheit führt die Droge THC zu ganz anderen psychischen Zuständen, nämlich zu den größten psychischen Verwerfungen. Das sehen Sie in der Literatur.
    Das, worauf Sie eigentlich abheben, wurde bereits vor 150 Jahren vom französischen Schriftsteller Charles Baudelaire (1821-1867) beschrieben, der nur 46 Jahre alt wurde: Essai sur le Vin et le Hachiche. Zwischen Bewegung und Apathie, zwischen Stillesitzen und Raumlaufen? Lesen Sie, was Baudelaire über die Wirkung von Wein und Haschisch schrieb! Er hat beides sehr oft ausprobiert. Lesen Sie auch die Gedichte von Baudelaire, dann wissen Sie, wie was wirkt! Alkohol und THC sind nicht ähnlich in ihrer Wirkung! Weiter kann ich Ihnen noch Edgar Allen Poe (1809-1849), der nur 40 Jahre alt wurde, empfehlen und dessen phantastische Geschichten. Auch Poe war ein "Opium-Esser," d.h. er aß THC in Keksen. Daran würden sich ihre schlafenden Fußball-Zuschauer im Stadion wohl eher ergötzen.
    Doch die Sozialstationen in deutschen Städten wissen besser um die Verhaltensweisen von THC-Abhängigen - von deren allmählich einsetzender Abhängigkeit sprechen Sie übrigens überhaupt nicht, nur von Legalisierung! Die THC-Konsumenten werden zunehmend apathisch, unfähig zu einer geregelten Arbeit. Meist erleiden sie auch noch Asthma, Bronchitis u.ä., weil sie für einen größeren Genuss das THC tief in ihre Lunge "ziehen" bzw. einatmen. Und all dies möchten Sie mit Ihrem Bild vom Einschlafen im Fußballstadion wegwischen!

    MfG
    RES

  • 14
    16.01.09 - 20:54
    Kosta

    @Schwester Annette: Cannabis wird deswegen auch von den Konsumenten wahrgenommen, weil dies üblicherweise der erste Stoff ist, über den man überhaupt erst Kontakt zu Dealern bekommt. Dafür ist allersings primär die Prohibition verantwortlich. Ich für meinen Teil weiß aber auch von mit Rechtsanwälten, Lehrern, Politikern und - Gott bewahre - Ärzten, die dem THC privat frönen und deren Lebenslauf davon nicht sonderlich negativ beeinflusst gewesen zu sein scheint. Das gilt natürlich auch nur solange, wie man sich nicht erwischen lässt...
    Ich finde es traurig, dass unsere derzeit so geliebte "Große" Koalition solche Erkenntnisse nie und nimmer in Gesetze giessen wird. Man müsste ja Fehler eingestehen und liebgewonnene Ressentiments abschaffen. Traurig.

  • 13
    16.01.09 - 20:51
    Simon

    Kann mich noch an die Nachricht errinern das fast 20 Menschen mit Vergiftungserscheinungen die durch Blei hervorgerufen wurden in Leipzig ins Krankenhaus kamen.Bis die Ärzte heraufanden was die Patienten gemeinsam hatten, hat es etwas gedauert aber es stellte sich heraus das alle mit Blei gestrecktes Marijuana geraucht haben.Nun stellt sich mir die Frage ob eine Kriminalisierung von Marijuana wirklich dazu beiträgt die gesundheit der Betroffenen verbessern zu wollen.Meiner Meinung nach sieht es nämlich "leider" ganz anders aus zurzeit.Ich denke das z.B. in Holland die Konsumenten weitaus weniger gefährdet sind.Es sollte legalisiert werden und ständige Qualitätskontrollen geben.Das würde Steuern sparen , die Gesundheit der Konsumenten verbessern, die Polizei entlasten und zusätzlich noch einige Arbeitsplätze schaffen.Wenn man bedenkt das circa 80-90% des in Deutschland erhältlichen Marijuanas mit sehr Gesundheitsschädlichen Streckmitteln versehen sind ist eine legalisierung dringend nötig.

  • 12
    16.01.09 - 20:11
    Volker Christoffel

    Hallo Paul,
    die Freigabe würde endlich zur Entkriminalisierung eines weniger suchtauslösenden Rauschmittels als C2 & Zigaretten führen. Für mich besteht das Problem in der fürsorglichen Bevormundung des Bürgers durch den Staat.
    (Ich bin militanter Nichtraucher, nicht alkoholabhängig, habe noch nie Cannabis konsumiert, aber 7 Jahre daran geforscht.)

  • 11
    16.01.09 - 19:49
    paul

    na klar ist Canabis ein medizinisches Problem,
    ein größeres als Zigaretten.
    Aber einem Raucher ist das auch schwer nahezubringen.
    Selbstverständlich würde die Freigabe das Problem verschlimmern.

  • 10
    16.01.09 - 19:26
    Volker Christoffel

    Das Cannabisverbot, das in den 30er Jahren in den USA auf Betreiben des unter Persönlichkeitsstörungen leidenden FBI-Chef Anslinger erfolgte, hat schon viele juristisch und medizinisch gut begründete Versuche der Abschaffung unbeschadet überstanden. Die unsägliche historische Entwicklung, die zum Verbot führte und die Versuche C. wieder zugänglich zu machen kann jeder seriös Interessierte nachlesen >> "The Forbidden Fruit and the Tree of Knowledge: An Inquiry into the Legal History of American Marijuana Prohibition" by Professor Richard J. Bonnie & Professor Charles H. Whitebread, II. USC Law School. (Warnung! Obwohl Whitebread Richter am Obersten Gericht von Kalifornien war, trägt die Lektüre nicht dazu bei, das Vertrauen in das Rechts- und Wertesystem der Nation mit dem Weltbeherrschungsanspruch zu stärken. Es besteht das Risiko, vom demokratischen Glauben abzufallen.) Willfährig haben sich die west-europäischen Staaten nach WW II dem Diktat der US-Siegermacht hinsichtlich des Cannabis-Verbots unterworfen, dem durch Zuflucht unter das Dach des INCB das scheinbar honorige Mäntelchen der UN umgehängt wurde. [Das DAB6 (1958) enthielt noch Cannabis indica -Tinktur.] In Wahrheit ging es nie und geht es auch heute nicht um Suchtprävention: "Drogenbekämpfung" ist ein wunderbares Medium, die eigene Bevölkerung zu gängeln und zu überwachen (> Alkohol-Prohibition). Die Freigabe von Cannabis ist kein medizinisches Problem, sondern ein politisches, also nicht rational lösbar. Auch der neue Versuch wird scheitern.

  • 9
    16.01.09 - 18:57
    Schwester Annette

    Was in den Kommentaren garnicht erwähnt wurde bisher: Eine großangelegte Studie der AOK will vor Jahren durch Interviews mit Drogenpatienten herausgefunden haben dass Cannabis von diesen selber als Einstiegtsdroge bewertet wurde.

    Aber okay - dann müssten Alkohol und Zigaretten auch verboten werden. Ich habe übrigens in den 4 Jahren Dienst auf Drogenstationen nur einen einzigen Patienten kennengelernt der Cannabis rauchte, aber keinen "normalen Tabak/Zigaretten". Und insgesamt nur 2 Patienten die überhaupt Nichtraucher waren. Also könnte man fast folgern dass Zigaretten die Einstiegsdroge für härtere Sachen sind.

    Noch ein Gedanke: Es gibt eine Richtung die davon ausgeht dass harte Drogen nicht konsumiert werden OBWOHL sie illegal sind, sondern WEIL sie illegal sind. Diese Richtung geht auch davon aus dass erst die Delinquenz da ist, und dann der Drogenkonsum.
    Dann müsste der Einstig über Zigaretten sehr früh erfolgt sein, also bevor gesetzlich erlaubt - was man in vielen Anamnesen bestätigt findet.

    Kann man also gespannt sein wie sich das alles dann bei einer Legalisierung entwickeln wird!

  • 8
    16.01.09 - 18:21
    C.S.

    Unmittelbare Todesfälle durch Canabiskonsum gibt es wie beschrieben nur wenig...was aber ist mit Todesfällen infolge eines langjährigen Konsums der Droge? Ich denke hier herrscht noch Unklarheit.

  • 7
    16.01.09 - 17:50
    Vlad Georgescu

    Danke für das feedback zum Artikel. Interessant an der Thematik ist vor allem ein Aspekt: Die Tatsache, dass sich eine UNO-Einrichtung ernsthaft mit der Legalisierung befassen will und dabei auf die Aussagen der Ärzteschaft hört, ist in Punkto Drogen neu. Ob dann Staaten eine derartige Empfehlung der UN, sofern sie denn kommen sollte, auf nationaler Ebene umsetzen, wage ich freilich zu bezweifeln. Man müsste ja offiziell zugeben, Drogen wie Alkohol oder Tabak durch weniger gefährliche Pendants (Cannabis) ersetzen zu müssen.

  • 6
    16.01.09 - 17:43
    Rita Schünemann

    Ist es nicht wichtiger zu schauen,weshalb Menschen diese Droge(wie auch andere)brauchen,um dann Alternativen anzubieten,die der Gesundheit eher dienlich sind?

  • 5
    16.01.09 - 17:30
    susann summer

    viele argumente sind schon genannt worden. ein weiteres ist, das cannabis nicht aggressiv macht, wie alkohol. wäre das nicht traumhaft? stadien voller friedlich schlafende fußballfans?
    legales cannabis einer qualitätskontrolle zu unterziehen, halte ich ebenfalls für sehr sinnvoll.

  • 4
    16.01.09 - 16:53
    Alexander Markus

    Sehr interessanter Artikel, das Aufheben des Verbotes ist lange Überfällig.
    Kleine Anmerkung zu den zwei angeblich cannabisbedingten Todesfällen aufgrund von Überdosierung: im Hirnstamm kommen keine CB1- bzw. CB2-Rezeptoren vor; wie soll es dann zum Eintritt des Todes kommen?

  • 3
    16.01.09 - 16:11
    anonymous

    Ich befürworte eine Legalisierung des Konsums und Besitzes von Marijuana ebenfalls. Das man den Konsum, egal in welchen Altersgruppen, nicht einschränken kann, ist wohl mittlerweile auch an offiziellen Stellen bekannt geworden. Der einzige Effekt der erzielt wird, ist eine Geldverschwendung bei der "Drogenbekämpfung" und das weit schlimmere: Jeder Konsument ist gezwungen Marijuana auf dem Schwarzmarkt zu kaufen, mit bekannten Risiken (siehe Blei als Streckmittel). Eine Legalisierung würde dies beenden.

  • 2
    16.01.09 - 15:36
    Ingo Görtz

    Erstaunlich wozu Wissenschaftler Jahre(bis Jahrzenhnte) brauche was der Normalbürger schon vor Jahren gedacht und gesagt hat. Wenn der Staat in der gleichen Weise den Tabakkonsum untersagen würde oder gar den Alkohol...
    Wie Dr. Müller sagt, Wirkstoffgehalt ausweisen und Qualitätskontrollen durchführen und dem Staat stehen nue Steuereinnahmen ins Haus! :-))
    Und die Polizei kann sich um wichtigere Dinge kümmern.

  • 1
    16.01.09 - 14:56
    Dr.Bernd Müller

    Ich bin für die Legalisierung des Cannabiskonsums:der Aufwand,der zur Kontrolle der illegalen Szene getrieben wird,steht in keinem Verhältnis zum Schaden!Allerdings sollte legaler
    Stoff qualitätskontrolliert sein(um das Verschneiden mit anderen Rauschmitteln zu verhindern)und mit Angaben zum Wirkstoffgehalt versehen sein.

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