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Gefunden: Das Placebo-Gen

Aus Sicht des Fundamentalphysiologen gehört es zu den eher deprimierenden Erkenntnissen der medizinischen Forschung, dass sich das menschliche Gehirn von Placebos täuschen lässt. Positiv betrachtet allerdings besteht daraus ein wesentlicher Teil der Faszination, die die Medizin ausübt. Wie dem auch sei, Ärzte lieben Placebos, und das sicher mit gutem Grund.

Placebo? Aber sicher!

Wie intensiv diese Liebe ist, zeigen aktuelle Daten aus den USA. Bioethiker der National Institutes of Health in Bethesda haben die Ergebnisse einer Umfrage unter 1.200 praktizierenden Internisten und Rheumatologen veröffentlicht. 679 der Ärzte antworteten, also 57 Prozent der Angeschriebenen. Und davon wiederum gab, man höre und staune, die Hälfte an, regelmäßig Placebos zu verschreiben. Interessanterweise geht immerhin jeder fünfte damit auch ganz offen um und sagt seinen Patienten, wenn sie ein Placebo bekommen. Die Mehrheit allerdings „verkauft“ die Placebos (letztlich wahrheitsgemäß) als eine Art Therapieversuch, mit dem der Verschreiber schon früher gute Erfahrungen gemacht habe. Das Spektrum eingesetzter Placebos war dabei relativ breit. Es reichte von Kochsalzlösungen über Zucker- und Vitaminpillen bis hin zu echten Medikamenten, meist niedrig dosierte Schmerzmittel aus dem OTC-Bereich. Zwei von drei Ärzten gaben an, die gezielte Verordnung von Placebos für ethisch unproblematisch zu halten.

Forscher finden ein Placebo-Gen

Fast zeitgleich mit dieser Publikation haben sich Grundlagenforscher im Journal of Neuroscience zu Wort gemeldet. Sie behaupten, ein Gen gefunden zu haben, das zumindest eine Variante des Placeboeffekts erklären könnte. Die Wissenschaftler kommen aus der Neuropsychiatrie und haben ihre Untersuchungen deswegen bei Patienten sozialer Phobie gemacht. 108 dieser Patienten wurden in einer randomisierten, kontrollierten Studie entweder mit einem neuen Medikament behandelt, das in den Serotonin-Stoffwechsel des Gehirn eingreift oder aber mit Placebo. Der Effekt der Therapie wurde dabei unter anderem per PET untersucht. Bei Patienten mit sozialer Phobie ist die Amygdala häufig überaktiv, was sich in der Bildgebung schön farbig darstellen lässt. Um sie in eine Phobie-beladene Situation zu bringen, mussten die Patienten am Anfang und am Ende der Studie vor einer Gruppe von Zuhörern eine kurze Rede halten, während die PET-Aufzeichnungen gemacht wurden. Für die anschließende Auswertung interessierte die Wissenschaftler um den Psychologen Tomas Furmark von der schwedischen Universität Uppsala in diesem Fall nur die Placebogruppe. Es zeigte sich, dass zehn von 25 Patienten, die mit Placebo therapiert wurden, über eine Abnahme der Angstproblematik berichteten. Im PET-Scan konnte das als Abnahme der Amygdala-Aktivität nachgewiesen werden.

Placebostudien ade?

So weit, so typisch. Die schwedischen Wissenschaftler haben sich daraufhin allerdings auch noch die Gene der Patienten angeschaut. Sie wollten wissen, ob es bei den für den Serotoninhaushalt im Gehirn „zuständigen“ Genen Unterschiede zwischen jenen Probanden mit ausgeprägtem Placeboeffekt und jenen ohne Placeboeffekt gab. Und in der Tat hatten acht der zehn Patienten mit ausgeprägtem Placeboeffekt eine spezifische Variante des Tryptophan Hydroxylase 2-Promotors, der in die Serotoninproduktion involviert ist. Es handelte sich um eine Variante, die auch bei gesunden Menschen bekannt ist, die im PET mit einer überaktiven Amygdala auffallen.
Nun gibt es also ein Gen, das für den Placeboeffekt zumindest mitverantwortlich sein könnte. Das ist an sich schon interessant. Es könnte aber vor allem zu Problemen bei placebokontrollierten klinischen Studien führen. „Es könnte zumindest verführerisch sein, alle Individuen zu screenen und jene mit dem nicht-responsiven Phänotyp für die Studie auszuwählen“, spekuliert Furmark. Die Intention ist klar: Wer jene Patienten aussortiert, die voraussichtlich einen ausgeprägten Placeboeffekt haben, bekommt am Ende eine im Vergleich zur Kontrollgruppe relativ größere Wirksamkeit der Verumsubstanz. Das hat ethische, vor allem aber statistische Implikationen, über die bisher vermutlich noch niemand intensiver nachgedacht hat, weil sich das Problem nicht gestellt hat. In Zukunft könnte, ja vielleicht muss das dann anders werden…

Philipp Graetzel

Arzt/Ärztin (Innere Medizin (allgem.))

10247 Berlin

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Kommentare

  • 31
    28.01.09 - 09:24
    TA (13)

    Vielen Dank, Herr Aller, für Ihre Beiträge. Ganz wichtig der Satz, "dass subjektive Erfahrungen, so beeindruckend sie für einen persönlich auch sein mögen, keineswegs als objektiver Beleg für die Wirksamkeit taugen"...
    Wichtig für Homöopathen, Heiler... Patienten und v.a. auch für viele Ärzte und Tierärzte. Doktorarbeiten, in denen mit Statistiken gearbeitet werden muss, sind immens wichtig und sollten letztendlich die Schule für den jungen (Tier)Arzt sein, seine späteren Behandlungserfolge/-misserfolge kritisch beurteilen zu können. Diese kritische Beurteilung wird insgesamt zu selten vorgenommen.

  • 30
    23.01.09 - 00:32
    Gerald Aller

    Letztes Posting war etwas zu lang, bitte bei 28 anfangen zu lesen....

  • 29
    23.01.09 - 00:32
    Gerald Aller

    - Replication study concerning the effects of homeopathic dilutions of histamine on human basophil degranulation in vitro. Complement Ther Med 2005 Jun;13(2):91-100 (ISSN: 0965-2299) Guggisberg AG; Baumgartner SM; Tschopp CM; Heusser P Institute for Complementary Medicine (KIKOM), University of Berne, Imhoof-Pavillon, 3010 Berne, Switzerland; Institute for Immunology und Allergology, Inselspital, University of Berne, 3010 Berne, Switzerland.

    Aus dem Abstract:
    „We were not able to confirm the previously reported large effects of homeopathic histamine dilutions on basophil function of the examined donor.“

    Auf letztere Studie sollte man ein besonderes Augenmerk legen, da sie versuchte die Ergebnisse von BOIRON und BENVENISTE zu reproduzieren, was aber nicht gelang.

    Bei der Eingabe eines entsprechenden Suchquerys wie z.B. "in-vitro homeopathy" bei http://medline.de/k_finder.html findet man jede Menge zu dem Thema.

    Zu den persönlichen Erfahrungen zur Homöopathie sei noch zu sagen, dass subjektive Erfahrungen, so beeindruckend sie für einen persönlich auch sein mögen, keineswegs als objektiver Beleg für die Wirksamkeit taugen. Die eigene Wahrnehmung wird hier von Faktoren beeinflusst, die man in qualitativer und auch quantitativer Hinsicht selbst gar nicht einschätzen kann. Als Wirkungsnachweis können nur streng wissenschaftliche randomisierte, doppelblinde und placebokontrollierte Studien gelten. Diesen Nachweis ist die Homöopathie nach wie vor schuldig geblieben.

  • 28
    23.01.09 - 00:31
    Gerald Aller

    „Ich sähe diese Dinge aber gerne auf einer wissenschaftlichen Diskussionsebene.“

    Da kann ich nur voll und ganz zustimmen.

    Zu den in-vitro-Studien zu homöopathischen Verdünnungen findet Medline eine Menge Untersuchungen. Die wichtigsten seien hier genannt:

    - Homeopathic medicines do not alter growth and gene expression in prostate and breast cancer cells in vitro. Integr Cancer Ther 2006 Dec;5(4):356-61 (ISSN: 1534-7354) Thangapazham RL; Gaddipati JP; Rajeshkumar NV; Sharma A; Singh AK; Ives JA; Maheshwari RK; Jonas WB Department of Pathology, Uniformed Services University of the Health Sciences, Bethesda, Maryland, USA.

    Aus dem Abstract:
    „None of the homeopathic remedies tested in different potencies produced
    significant inhibitory or growth-promoting activity in either prostate or
    breast cancer cells.“

    - Effect of low doses and high homeopathic potencies in normal and cancerous human lymphocytes: an in vitro isopathic study. J Altern Complement Med 2006 Jun;12(5):421-7 (ISSN: 1075-5535) Walchli C; Baumgartner S; Bastide M Institute for Complementary Medicine (KIKOM), University of Bern, Bern, Switzerland

    Aus dem Abstract:
    „However, high homeopathic potencies had no effect on cancerous lymphocytes“

  • 27
    22.01.09 - 13:55
    12 again

    so... ein letzte mal (hoffentlich :])

    Ich arbeite in der phytotherapeutischen Entwicklung und gebe hierin Herrn Aller völlig recht: "Natürlich" können Pflanzen giftig sein (auch die Gesamtheit...), und wie. Der Vorteil der gesamtheit liegt darin, dass im Vergleich zum isolierten Wirkstoff (auch wenn er ursprünglich aus einer Pflanze stammt) häufig ein geringeres Nebenwirkungsspektrum und vor allem weniger hefitige Nebenwirkungen beobachtet werden. Geben tut es sie aber!

    Wer also (ich schließe mich da völlig an) mit so einem Quargel daherkommt, schadet der Komplementärmedizin nur.

    Mir ist keine Studie bekannt, die (vergleichbar mit dem Leipziger Ansatz), mögliche Wirkungen von starken Verdünnungen in in-vitro-modellen getestet haben. Für Hinweise zu Veröffentlichungen bin ich dankbar.
    Ich persönlich weiß, dass Homöopathi wirkt, und zwar auch über den Plazeboeffekt hinaus (welchen ich keinesfalls unterrschätze), da ich selbst schon an einer verblindeten Arzneimittelstudie teilgenommen habe (und was da mit mir geschah, war schon sehr eindrucksvoll und auch passend für das Mittel - wobei ich keine Ahnung hatte, was ich da nehme und die Person, die es mir zugeteilt hat auch nicht...). Kurz: ich weiss es schlicht (das ist natürlich nicht wissenschaftlich - ist aber so)...

    Ich sähe diese Dinge aber gerne auf einer wissenschaftlichen Diskussionsebene. Dies ist natürlich aufgrund des Prinzipts schwirig und für die Tests müssen neue Konzepte entworfen werden, die natürlich (und da liegt dann auch meist das Problem) auch finanziert werden müssen. Doch wer hat Interesse daran?

  • 26
    22.01.09 - 05:19
    Gerald Aller

    @23:
    Sorry, das ist Geschwurbel. Sie bestreiten ja letztendlich, dass Pflanzen qua Definitionem („natürlich“) giftig sein können und das ist Unsinn. Auf einer solchen Basis kann man nicht diskutieren.

    @24:
    Selbstverständlich hat jede wie auch immer geartete Heilbehandlung einen Anteil Placebo-Effekt, das bestreitet niemand: Allerdings wurde bei homöopathischen Heilverfahren bisher in keiner einzigen Studie eine über den Placeboeffekt hinaus gehende Wirkung wissenschaftlich nachgewiesen. Das ist der entscheidende Unterschied zu anerkannten wissenschaftlichen Heilverfahren. Homöopathie wirkt, ja, allerdings nicht mehr als ein Placebo. Und das IST wichtig.

    @25:
    Zu dem Zweck dieses Nachweises wurden bereits etliche Studien durchgeführt, alle mit dem gleichen Ergebnis: kein Effekt. Natürlich wurde das von den Homöopathie-Apologeten nicht so hingenommen. Es wird dann einfach behauptet, die Homöopathie sei aus verschiedenen Gründen mit wissenschaftlichen Methoden gar nicht erfassbar, notfalls werden unerforschte Gebiete der Quantenphysik herangezogen um die angebliche Unzulänglichkeit wissenschaftlicher Nachweismethoden zu belegen. Ich habe sogar schon das Argument gehört, die wissenschaftliche Medizin solle gefälligst die Unwirksamkeit homöopathischer Verdünnung nachweisen bevor sie deren Unwirksamkeit behauptet. So etwas stellt wissenschaftliche Grundprinzipien auf den Kopf und ist einfach nur unseriös.

    Aber um noch mal auf das eigentliche Thema zurück zu kommen:
    Ich begrüße die Placeboforschung ausdrücklich, denn sie wird helfen nachzuweisen, wie viele Trittbrettfahrer sich auf dem Placebozug tummeln. Einem sehr großen Teil der so genannten alternativen bzw. komplementären Heilverfahren wird so der esoterische Nährboden, auf dem diese momentan noch kräftig gedeihen, entzogen. Aber auch viele so genannte wissenschaftliche Behandlungsmethoden müssen auf den Prüfstand, keine Frage.

  • 25
    21.01.09 - 17:12
    12 again

    @19 - sehr schöne trial and error meldung :)

    @18 - auf "diverse Fernsehbeiträge" gebe ich gar nichts - dennoch will ich nicht ausschließen, dass schon vor Hahnemann potenziert wurde (keine Ahnung ehrlich gesagt). Er hat ja auch viele grundsätzliche Ideen von Paraclesus übernommen - natürlich hat er nicht alles das erste mal erfunden. Dennoch hat er die Homöopathie als solche entwickelt - oder habe ich (Unwissende) da jahrelang was falsch verstanden.

    Ich finde es oft schade, wie meiner Ansicht nach gute Alternativ- und Komplementärverfahren durch eben solche esoterischen Bemerkungen in ein falsches Licht gestellt werden und natürlich wird damit den massiven Kritikern (da gibt es hier wohl einige) Futter geliefert. Ich hege den Verdacht, dass hier getarnte Kritiker mit unlauteren Methoden am Werk sind ;)

    @ 20: "Was genau meinen Sie mit "vernünftiger Ansatz"? Den Versuch eines wissenschaftlichen Nachweises der Wirksamkeit einer Verdünnung unterhalb der Avogadro-Grenze? Das passt nicht so ganz zu dem Attribut "vernünftig"...."
    Ja genau das... wieso bitte ist das unvernünftig? Also wenn ich das jetzt richtig verstehe, wird da einerseits behauptet, dass eine Lösung deren Wirksubstanzmenge unterhalb der Avogadrokonstante liegt nicht wirken kann. Andererseits wird der Versuch diese Wirkung zu zeigen (oder eben nicht - je nach Ergebnis) als unvernünftig betrachtet? Ich schlage also ein hohes N an Proben und außerdem eine invitro-Verblindung vor (der Untersucher weiß nicht welche Lösungen er untersucht).
    Ich kenne das Ergebnis nicht, aber was ist bei Einhaltung dieser Bedingungen am Ansatz unvernünftig?

  • 24
    19.01.09 - 17:50
    von Seefeld

    Da die Wirkungsweise von Placebos zumindest bisher nicht wirklich verstanden wurde, möglicherweise ist das ja nach den oben zitierten Ergebnissen in Zukunft anders, ist es müßig, darüber zu diskutieren, ob Homöopathie Placebo-Medizin ist, oder nicht.

    Viele klassisch-schulmedizinische Ärzte setzen Placebos erfolgreich ein; ein wesentlicher Anteil von schulmedizinischen "Behandlungen" beruht ebenfalls auf dem "Placeboeffekt".

    Homöopathie ist jedenfalls wirksam, das reicht.

    Es wäre wünschenswert, wenn die Wirkmechanismen der Homöopathe einmal wirklich verstanden werden. Aber das ist gar nicht das Wichtigste.

    Der missionarische Eifer mancher, die Homöopathie als Placebo-Medizin bezeichnen ist nicht verständlich.

  • 23
    19.01.09 - 16:50
    fs

    So funktionieren Placerbos, ja, doch nicht Homöopathie
    die Zeit holt alle ein, auch wenn Sie sich dagegen wehren

    "experimentieren" Sie mit der Gesamtheit der Pflanze, nicht mit einzelnen chemischen Wirkstoffen

    was uns zur Studienbeweislast zurückführt und der Unmöglichkeit multifaktorieller Studien - hier funktioniert das Studienmodell nicht, nicht die Therapie

    ich antworte gerne, aber meine frage sehe ich nicht b-a

  • 22
    18.01.09 - 16:32
    Gerald Aller

    Was genau zeichnet einen guten Homöopathen denn aus? Dass die Fremdsuggestion noch durch Autosuggestion verstärkt wird?
    Wie auch immer: Die Homöopathie ist ihren wissenschaftlichen Wirkungsnachweis nach wie vor schuldig geblieben. Heilanekdoten mögen ja populär sein, ersetzen aber keinen Beweis.

    „Wir wissen einfach noch lange nicht alles, außer daß Antibiotika unheimlich schlimme Nebenwirkungen haben und Kräuter nicht, also darf man nur mit den AB nicht experimentieren, mit Kräutern gern.“

    Ähm, aber das ist - mit Verlaub - kompletter Unsinn. Oder experimentieren Sie gerne mit Digitalis oder Curare?

    „doch wenn ich mir eine Krankheit einrede, schaff ich das... und auch anders rum !“

    Genau!
    SO funktionieren Placebos zu denen auch Homöopathika gehören.

  • 21
    18.01.09 - 14:28
    Felix Sathya

    freut mich unheimlich, wie hier die Fetzen fliegen - so ist das bei Neuland - aber es ist nicht notwendig immer über das Ziel zu schiessen - Sie wissen, das mit der eigenen Tür und dem Kehren; genauso wahr ist es, dass man nichts ausschliessen sollte, wovon man keine Ahnung hat. Olga und andere gehen sie doch mal zu einem guten Homöopathen oder welcher Art Sie nicht glauben, der wird´s Ihnen schon austreiben, was immer Sie so schlecht launt.
    Wir wissen einfach noch lange nicht alles, außer daß Antibiotika unheimlich schlimme Nebenwirkungen haben und Kräuter nicht, also darf man nur mit den AB nicht experimentieren, mit Kräutern gern.
    Dr.
    Und für den Fall, daß Sie auch einen Titel erworben haben, dürften Sie wissen, wieviel eine Studie aussagt und wie wenig zugleich.

    Im Endeffekt geht es doch nur um "Heilung". Und falls diese überhaupt erreichbar ist, dann nicht mit Horrornebenwirkungen, die doch nur eine Verlagerung auf eine andere Krankheit bewirken.

    Last but not least - by far - vernachlässigen Sie nicht den eigenen Geist, ja auch Ihren - natürlich ist der Behandler inkl. seiner Einstellung immens wichtig, doch wenn ich mir eine Krankheit einrede, schaff ich das... und auch anders rum !

    Gott sei Dank
    Om sai ram

  • 20
    18.01.09 - 07:59
    Gerald Aller

    @17:
    Was genau meinen Sie mit "vernünftiger Ansatz"? Den Versuch eines wissenschaftlichen Nachweises der Wirksamkeit einer Verdünnung unterhalb der Avogadro-Grenze? Das passt nicht so ganz zu dem Attribut "vernünftig"....

    @19:
    Bitte nicht Äpfel mit Birnen vergleichen! Wir reden hier über den Placeboeffekt, das hat sehr viel mit Zuckerkügelchen und ganz wenig mit Antibiotika zu tun.

  • 19
    17.01.09 - 18:50
    Ein anderer Tierarzt

    @goldeye. Kein Trial-and-Error in der Schulmedizin? Dann haben Sie noch nie ein Antibiotikum ohne Resistenztest rezeptiert? Gratuliere! Aber die Realität ist eine andere und da sehe ich unpassende Globuli allemal weniger problematisch als resistente Bakterien.

  • 18
    17.01.09 - 00:12
    Peter von Rüsten

    Nur mal so nebenbei an die Unwissenden...

    in diversen Fernsehbeirägen wird hin und wieder

    von Schamanen (vor allen in den Urwäldern )

    berichtet , die ihre Heilmittel

    verschütteln bzw. Potenzieren...

    dieses fand auch bereits zu den Zeiten der

    Eroberung Mittel-Südamerikas statt...

    Damals so wie auch heutzutage clevere

    Personen , schrieben sich das dann alles auf..

    Diese Berichte kamen dann nach Europa..

    wo sie dann von den Herren Bach und Hahnemann

    getestet und angewendet wurden....

    so wie das heutzutage durch die

    Pharmaindustrie auch noch praktiziert wird..

    wissen schützt vor unwissenheit und unnötigen

    kommentaren....oder ?

  • 17
    16.01.09 - 20:03
    nochmal die 12

    danke für die Hinweise. Tja der Skandal ging wohl tatsächlich an mir vorbei. Ich konnte mich nur erinnern damals einiges zur Preisverleihung etc und eine Zusammenfassung gelesen zu haben.

    stellt sich aber doch die Frage, wieso der prinzipiell simple und daher meines Erachtens vernünftige Ansatz (auch wenn damit natürlich nicht das Wesen der Homöopathie wiederspiegelt wird) keine Nachahmer findet.

  • 16
    16.01.09 - 16:15
    U. Berger

    "Diesen Skeptikern empfehle ich folgende Lektüre: Schmidt, F.; Süß, W. G.; Nieber, K. (2004): In-vitro- Testungen von homöopathischen Verdünnungen. Biologische Medizin 33, 32-36."

    Als wissenschaftlich arbeitende Tierärztin sollten Sie wissen, dass diese "Studie" wegen schwerer methodischer Mängel zurückgezogen wurde. Googeln Sie mal "Leipziger Homöopathieskandal"!

  • 15
    16.01.09 - 16:05
    Gerald Aller

    @12:
    Nur zu Nieber und Süß:
    http://db.uni-leipzig.de/aktuell/index.php?modus=pmanzeige&pm_id=2204
    Ansonsten: Zustimmung

  • 14
    16.01.09 - 15:31
    Menschenarzt

    Auch Tiere zeigen Placeboreaktionen durch Lerneffekte nach Verumerfahrung. Es gibt derzeit keine kohärente wissenschaftliche Sicht auf den Placeboeffekt. Sicher ist eines, er beruht nicht auf Einblildung. So kann man eine placebobewirkte Schmerzfreiheit mit Naloxone aufheben. Ebenso wirkt ein Placebos auch dann, wenn der Proband das Placebo bewußt einnimmt.

  • 13
    16.01.09 - 14:57
    TA

    1. Was ist spektakulär daran, dass die Gene beim Placebo-Effekt eine Rolle spielen? Was heißt Placebo-positiv? Menschen sind eben für gewisse Krankheiten/Effekte usw. mehr oder weniger anfällig. Ursache ist ein Mix aus Genen und Umwelt. Die Studie teilt doch Menschen nicht in Placebo-positiv und Placebo-negativ ein.

    2. Das größte Problem der Medizin und Alternativmedizin ist, dass weder Nichtmediziner noch Mediziner Behandlungserfolge und Misserfolge bewerten können. Klinische Studien sind nicht standardisierbar, weil das gleiche Individuum nie 100mal für einen Versuch verwendet werden kann, sondern nur einmal. Weil jedes Individuum aus einem anderen Mix aus Genen und Umwelteinflüssen besteht.

    3. Die Homöopathie wurde in einer Zeit entwickelt, in der Ärzte die Menschen zu Tode schröpften, zur Ader ließen und mit Folterinstrumenten bearbeiteten. Da ist eine kleine Kugel oder ein Trank, in dem nur eine Information drin ist und zudem ohne Nebenwirkungen zur Gesundung führt, optimal, perfekt...besser gehts gar nicht. Da glaube ich gerne dran. Wenn dann noch jemand Zeit für mich hat und mir überzeugend etwas tolles/neues erzählt, und gleichzeitig die Dummheit der anderen Heiler hervorkehrt, sind das optimale Voraussetzungen, für einen Placebo-Effekt. Der Medizinmann der Indianer bietet diese guten Vorraussetzungen für den Placeboeffekt übrigens auch.

    4. Man verabreicht Pferden von Profireitern mit Rückenproblemen "Muskelpulver". Eine Gruppe bekommt Glucose, eine Gruppe das Medikament. Ein Pferd aus der Glucose-Gruppe springt während der Verabreichung nicht mehr über Hindernisse, nach Absetzen des Pulvers geht das wieder. Was den Reiter dazu bringt, zu sagen: "Was war den das für ein komisches Zeug"

    5. Warum sind bei "Alternativheilern" die hoich wirksamen und hilfreichen Impfungen, Kortisonpräparate und Antibiotika so schlecht gelitten? Weil Sie Nebenwirkungen haben?

  • 12
    16.01.09 - 10:04
    eine wissenschaftlich arbeitende Tierärztin

    Immer wieder bin ich erstaunt, wieviel Mist hier in den Kommerntaren zu lesen ist. Ich denke wir sind hier in einem Fachportal?

    Daher ein paar Anmerkungen:

    "DerPlacebo-Effekt bei Tieren geht nicht vom Placebo aus, sondern vom Verabreicher, dem die Tiere absolut vertrauen." Dazu nur soviel: Der böse Onkel, der die Spritze in den Hintern piekst ist nicht der Verabreicher, dem die Tiere absolut vertrauen...


    "Tiere und Babys kennen keinen Placeboeffekt". Blödsinn! Wiso sonst sollte im präklinischen Tierversuche gegen Plazebo getestet werden? Natürlich gibt es den Plazeboeffekt bei Tieren (zu Babies kann ich da jetzt selbst nichts fachlich findiertes sagen, aber ich gehe mal davon aus...)


    "Meines Erachtens beruht die Homöopathie auf einem Placeboeffekt. ". Aber auch das stimmt nicht. Häufig wird ja damit argumentiert, dass die Potenzen (Verdünnungen für Nicht-Homöopathiker) gar nicht wirken können, weil kein einziges Mölekül Wirksubstanz verabreicht wird. Diesen Skeptikern empfehle ich folgende Lektüre: Schmidt, F.; Süß, W. G.; Nieber, K. (2004): In-vitro- Testungen von homöopathischen Verdünnungen. Biologische Medizin 33, 32-36.

    "nur mal so nebenbei..die Basis der Homöopathie und Bachblüten stammt von den
    sogenannten Indianern und Schamanen dieser Welt... " Hahnemann war garantiert kein Schamane...

    "Ich fände es nicht verwerflich sondern wünschenswert, wenn Studien an vergleichbaren Kohorten durchgeführt würden, d.h.alle Placebo-positiven raus, auch aus Verum" endlich mal ein Satz, den ich voll und ganz unterschreiben würde (wenn denn diese aktuellen Plecebo-Ergebnisse tatsächlich schon so "stabil" sind.

    So das alles musste mal raus. Eigentlich noch viel mehr, aber das sollte mal genügen.

    lg Bea

  • 11
    15.01.09 - 19:32
    Goldeye

    Die Frage ist natürlich, ob das Trial-and-Error Verfahren bei den homöopathischen Behandlungsverfahren nun für oder eher gegen das Verfahren insgesamt spricht. Einen Homöopathen, der so arbeitet, nennt man sorgfältig, einen Mediziner, der das gleiche mit konventionellen medizinischen Verfahren täte, würde man ahnungslosen Stümper nennen. Ich denke schon, dass der Erwartungsdruck und damit auch die (unbewusste) Erwartungshaltung bei vorangehenden Fehlversuchen den Placeboeffekt verstärkt. Wir sollten auch darauf achten, den Placeboeffekt nicht auf den Glauben an die Wirksamkeit zu reduzieren, hier spielen noch viele andere Faktoren eine Rolle.

  • 10
    15.01.09 - 19:27
    Ein Tierarzt

    Wenn ich nicht davon überzeugt wäre, dass die "Wirksamkeit" auf TLC-Effelten und Bias beruhen würde, dann würde ich sofort die Praxis an den Nagel hängen und Sponsoren für eine doppelverblindete Studie suchen - um die Preisgelder u.a. der GWUP und der Randi-Stiftung mit dem Nachweis der Wirksiamkeit von Homöopathie zu erhalten.
    Allerdings bestimmt nicht an Knock-out-Mäusen, eher an zufällig zusammengestellten Patientenkohorten....)

  • 9
    15.01.09 - 19:13
    Ein anderer Tierarzt

    Einfaches Nachdenken würde hier bereits viel helfen. Ich arbeite schon seit vielen Jahren (neben der Schulmedizin in bestimmten Fällen) mit Hömöopathie an Tieren (und auch an mir selbst) und ich würde das nicht tun, wenn es nichts bringen würde -es ist nämlich ziemlich zeitaufwändig, wenn man es ernsthaft betreibt. Leider funktioniert es nicht immer oder man findet nicht immer auf Anhieb das richtige Mittel. Vor allem Letzteres spricht dagegen, dass es sich um einen reinen TLC-Effekt handelt, sonst würde ja bereits die erste Mittelgabe wirken, denn wenn ich ein Mittel gebe, gehe ich und auch der Besitzer davon aus, dass es das passende ist und helfen wird.Und es ist darüber hinaus unwahrscheinlich, dass ein Patientenbesitzer durch vorangegangene Fehlversuche mehr Glauben in die Methode bekommt.
    Aber zurück zur Studie:
    Ich fände es nicht verwerflich sondern wünschenswert, wenn Studien an vergleichbaren Kohorten durchgeführt würden, d.h.alle Placebo-positiven raus, auch aus Verum (seit es Knock-out-Mäuse gibt, hat sich meine Haltung gegenüber Tierversuchen z.B. deutlich geändert), genauso wie es dann aber selbstverständlich sein sollte die Studienergebnisse bzw. Therapien streng auf diese selektierte Gruppe zu beschränken.
    Interessant wäre es ausserdem, ob diese Placebo-positiven auf jede beliebige Therapie positiv reagieren?

  • 8
    15.01.09 - 18:30
    H.G.Ewers@t-online.de SF-Autor und Heilpraktiker

    DerPlacebo-Effekt bei Tieren geht nicht vom Placebo aus, sondern vom Verabreicher, dem die Tiere absolut vertrauen.

    Das gleiche trifft auch auf die heilende Wirkung von Naturmitteln zu, die beispielsweise indianischen Schamanen an Patienten angewandt wurden. Als Besitzer einige Mohawk-Gene habe ich damit befaßt und den, dass das die Erklärung ist.

  • 7
    15.01.09 - 18:24
    Gerald Aller

    @ 3 und 4:
    Der Placeboeffekt tritt sowohl bei kleinen Kindern als auch bei Tieren auf und ist auch in vielen Arbeiten hinreichend beschrieben. Bitte mal ausführlich und vor allem sachlich zum Thema informieren und nicht mit Indianern und Schamanen argumentieren, die im Übrigen mit Bachblüten und Homöopathie nicht das geringste zu tun haben.

  • 6
    15.01.09 - 18:03
    Ein Tierarzt

    Ich finde es unwissenschaftlich, dass hier unterstellt wirt, die Homöopathie wirke bei Tieren...
    vielmehr wirkt der Placeboeffekt da doch wohl bei demjenigen, der a) weiß, dass er ein in seinen Augen "wirksames" Präparat (Placebo) verabreicht und so nach dem Prinzip "TLC (Tender loving care)" andere Wirkungsmechanismen in Gang setzt, oder b) der an Homöopathie glaubt, nicht doppelverblindet arbeitet und so auch nicht unvoreingenommen den Therapieerfolg beurteilt.

  • 5
    15.01.09 - 18:02
    Gerald Aller

    Grundsätzlich rufen alle Behandlungsmethoden einen gewissen Anteil Placeboeffekt hervor. Interessanterweise haben manche Behandlungsmethoden einen Anteil von 100%, dazu gehören bestimmte Arten von Knieoperationen genauso wie die Homöopathie...

  • 4
    15.01.09 - 17:47
    Peter von Rüsten

    Wenn die Homöopathie auf Placeboeffekt beruhen sollte ?

    dann finde ich es doch seltsam ....das

    unwissende Tiere wie zb. Hund und Katze....

    doch sehr gut auf Homöopathische Mittel reagieren....

    bzw. es zu einer Heilung kommt...

    nur mal so nebenbei..die Basis der Homöopathie und Bachblüten stammt von den
    sogenannten Indianern und Schamanen dieser Welt...

  • 3
    15.01.09 - 17:41
    E. Metz-Melchior

    an Olga: Tiere und Babys kennen keinen Placeboeffekt und dort wi´rkt die Homöopathie auch. Man sollte sich keine Meinung erlauben, wenn man keine Ahnung hat.
    Zu dem Placebo-Gen kann ich Felix nur bepflichten.
    Die wirkliche Kunst liegt in der Zukunft darin, festzustellen, wann und wie ein Patient die Selbstheilungskräfte nutzt udn wie Arzt und Therapeut das unterstäützen, ohne ihn dabei zu vergiften

  • 2
    15.01.09 - 17:02
    Olga Potuzhek

    Meines Erachtens beruht die Homöopathie auf einem Placeboeffekt.

  • 1
    14.01.09 - 16:17
    Felix Sathya

    Wie grausam, dass das Problem der Studienfälschung im Vordergrund steht - hier ist eine end!gültige Kontrollinstanz für die Pharma notwendig - so etwas verstehe ich unter Richtlinienpolitik; ad Fr Merkel.

    Weitaus interessanter an dem Thema allgemein wäre doch, wie der Patient durch geistige Vorstellungskraft oder Aufnahme gewisser Nahrungsmittel (hier wäre der Studieneinstieg) die Produktion bzw vielmehr Expression des Genes modulieren kann, damit im Endeffekt Alle den Placebo-Effekt erhalten, ergo selber Gesundung bewirken, und die Medikation - wiederum ist die Pharma die arme Sau - überflüssig wird. Das würde ich heilen im eigentlichen Sinne nennen.
    nur...
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