| DSO |
| UK Organ Donation Taskforce |
| Eurotransplant |
| Deutscher Ethikrat |
| KAV |
Vor 5 Jahren bekam ich - dem Tode näher als dem Leben - eine neue Leber implantiert und damit ein neues Leben von einem mir völlig unbekannten Spender. Trotz anfänglichen Komplikationen und laufender Immunsuppression führe ich ein fast normales Leben mit sehr hoher Lebensqualitaet.
Auf Grund meiner Erfahrung bitte ich alle Mitmenschen zur Organspende bereit zu sein und einen Spenderausweis bei sich zu tragen. Es ist der unmittelbarste Schritt der Menschlichkeit und der Nächstenliebe.
Es sollten nicht noch mehr Verzweifelte auf der Warteliste versterben .
Dr.H.Jungnickel
Wie kurz gedacht sind diese Kommentare, ich bin entsetzt.
Eine neue Niere bedeutet einen Zuwachs an Lebensqualität, ja. Die Blutbildung, und der Knochenstoffwechsel sind auch von der Niere abhängig. Durch die Krankheit entstehen zahlreiche Folgeerkrankungen. Wie kaltherzig und egoistisch muss man sein um dieses Thema mit dem Hinweis es seien schließlich genügend Dialyseplätze da abzutun. Solche zynischen Aussagen erklären sich wohl nur mit der Arroganz eines Gesunden, der 10 Jahre Leben ohne Dialyse nicht für ein ausreichendes Argument hält.
Zur Organvergabe: Wie im Artikel erwähnt werden die Organe in Deutschland über Eurotransplant vergeben. Dort wird nach festgelegten Kriterien eine Rangliste der Wartenden geführt. Der Kontostand der Patienten gehört nicht zu den Kriterien. Nach dieser Warteliste werden die Organe vergeben. Voraussetzung für die Spende ist der von zwei unabhängigen Ärzten bescheinigte Hirntod des Spenders.
Leider ist es nicht möglich sich eigene Organe zu züchten. Wer lebensbedrohlich krank ist, ist auf die Spendenbereitschaft seiner Mitmenschen angewiesen. Ein neues Herz bedeutet ein neues Leben und für schwer kranke Kinder wird so erst ein Leben möglich.
Ein ernsthaftes Problem in Deutschland ist sicherlich, dass viele Menschen sich erst mit dem Thema auseinandersetzen wenn sie selbst oder ein enges Familienmitglied ein neues Organ brauchen. Dann ändert sich ganz plötzlich die Meinung zu dem Thema.
Organspende nie wieder? Ich sehe täglich Patienten die unendlich dankbar sind für ihr neues Leben. Das ärztliche Kollegen auch noch in der eigenen Praxis gegen Organspende arbeiten finde ich unmöglich und im Gegensatz zu meinen Vorrednern absolut unethisch und verantwortungslos.
Eine Widerspruchslösung ist auch in Deutschland notwendig. Viel zu viele Patienten sterben auf der Warteliste.
Ich persönlich möchte NICHT spenden und mich nicht ausschlachten lassen, Auch möchte ich keine fremden Organe erhalten. Es ist seltsam - war es doch in der Vergangenheit so, dass Leute mit Geld z. B. damals ein Fürst in Deutschland sehr sehr schnell ein neues Herz bekam (komisch was, na ja mit Geld geht eben alles), andere müssen lange darauf warten. Soll heissen: Wenn mir was passiert, ich KÖNNTE gerettet werden, (soll aber nicht gerettet werden, weil jemand der Geld hat, mein Organ brauchen kann) so jemand wie o. g. braucht aber ein Ersatzteil, meines würde passen, die würden mich glatt sterben lassen. Ich traue der DEUTSCHEN und den DEUTSCHEN nicht über den Weg. Es ist bei denen alles Auslegungssache - kann einer sagen was er will. Mit ihrer sog. Ethik, einer ist "gescheiter" als der "andere". Aber: Ich lasse mich NICHT zwingen, nur weil Ersatzteile fehlen. Wieso erlauben Sie nicht, dass sich jeder seine eigenen Teile quasi züchtet ? Käme die Krankenkassen etc. auch billiger und es gäbe keinen Mangel. Aber nein, sie denken ja wieder an ihre Ethik. Was soll falsch sein, wenn ich meine eigenen Teile habe ? Das wird jedenfalls nicht abgestossen vom Körper und man muss keine Medikamente nehmen ...... Ich sehe auch eine Missbrauchsgefahr: Soll heissen: Es werden mir, wenn mein Organ gebraucht wird, einfach eines bei Unfall entnommen, (siehe wie schon erwähnt), auch was jemand anders dazu schon geschrieben hat, ist auch meine Meinung. Die Deutschen sind korrupt, was das angeht und unmögliche Egoisten. Wenn das jetzt Zwang wird, z. B. dass man "ausgeschlachtet werden kann": Leute, die was im Kopf haben, hauen ab in Staaten, in denen es noch normal zugeht. PS an Deutschland: Bitte ändern sie dann auch ihr Grundgesetz entsprechend.
Ich halte die geltende Lösung für akzeptabel. Ich bin der Meinung, dass hier schon an die Grenzen der Ethik gegangen wurde. Auch muss ich feststellen, dass in den wenigsten Fällen eine Nierentransplantation als lebensrettend angesehen werden kann. Wir haben in Deutschland mittlerweile ausreichend Dialyseplätze, die Qualität dieser Behandlung bessert sich fortlaufend und ist mit den Anfangsbedingungen vor 30 Jahren nicht mehr vergleichbar. Mithin bedeutet eine gelungene Nierentransplantation sicher einen deutlichen Zuwachs an Lebensqualität für den Spender. Man vergißt dabei aber, dass das durchschnittliche "Überleben" einer Transplantatniere bei etwa 10 Jahren liegt. Auch ist eine Transplantation mit einer notwendigen Immunsuppression verbunden, die eine erhebliche Steigerung der Tumorrate sowie eine Steigerung schwerer Infektionen wie CMC etc. mit sich bringt. Zuletzt ist es für mich auch immer wieder bedrückend mitzuerleben, dass Patienten dringend auf den Tod eines anderen warten, um von dessen Organen zu profitieren.
Ich führe einen von der Gesellschaft für Gesundheitsberatung herausgegeben Ausweis bei mir, daß ich kein Organspender bin und auch keine Fremdorgane haben möchte. Diese Ausweise liegen in meiner Praxis zusammen mit dem Bericht einer betroffenen Mutter: Renate Greinert, ORGANSPENDE NIE WIEDER" aus.Dieses Heft ist über die Dr. Max Bruckerstiftung in Lahnstein zu erhalten. Auch ich wurde auf diesen Ausweis und das Heft im Wartezimmer eines verantwortungsbewußten ethisch denkenen Arztes aufmerksam.
Die Widerspruchslösung ist eindeutig die effektivere Variante. Wenn msn sich der Organspende verweigern möchte MUSS man handeln. Alle diejenigen, denen das egal ist bzw. die die Problematik verdrängen, stehen dann als Spender zur Verfügung.
Ich sehe nur eine Mißbrauchsgefahr - der Widerspruch wird nicht oder zu spät "gefunden" ....
Widerspruchslösung ist ganz klar besser für die breite Masse, die sich damit nicht auseinandersetzen will. Literaturempfehlung: Gigerenzer "Bauchentscheidungen", da kann auch Frau Schmidt nachlesen, warum sie das Geld für Aufklärungs- und Werbekampagnen sparen kann. Ich habe einen Organspendeausweis.