Quelle: idw,
22.10.2008
Infrarot fördert Wundheilung
Eine
spezielle Form der Wärmestrahlung kann die Wundheilung in nicht heilenden
chronischen venösen Geschwüren ermöglichen und verbessern, wie klinisch und
auch durch umfangreiche thermographische Untersuchungen gezeigt werden konnte.
Es wird geschätzt, dass mindestens ein Prozent der Bevölkerung in industrialisierten Ländern irgendwann an Unterschenkelgeschwüren leiden. Eine prospektive Studie der Universität Tromsø/Norwegen und der Klinik in Hillerød/Dänemark mit zehn Patienten mit nicht heilenden chronischen venösen Unterschenkelgeschwüren, bei denen andere Therapien nicht erfolgreich waren, führte unter Behandlung mit wassergefiltertem Infrarot A (wIRA) zu einer vollständigen oder fast vollständigen Wundheilung (96 bis 100 Prozent Reduktion der Wundfläche) bei sieben von zehn Patienten und zu einer Reduktion der Wundfläche bei zwei weiteren der zehn Patienten. Die unbedeckten Wunden der Patienten wurden zwei- bis fünfmal pro Woche über bis zu zwei Monate für jeweils 30 Minuten bestrahlt. Bei den sechs Patienten ohne Begleitprobleme wurde ausnahmslos eine vollständige oder fast vollständige Wundheilung erreicht. Sogar bei den vier Patienten mit Begleitproblemen wurden eindeutige Abnahmen der Wundfläche bei vier der fünf Ulzera erreicht, hierunter auch ein vollständiger Wundschluss. Bei einem Patienten war ein randomisierter kontrollierter Seitenvergleich möglich, der deutliche Unterschiede zugunsten von wIRA zeigte.
Deutliche Abnahme der Schmerzen
Außerdem ergab die Studie unter Behandlung mit wIRA eine deutliche Abnahme der Schmerzen und des Schmerzmittelverbrauchs und eine Normalisierung des Thermographiebildes. Vor Therapiebeginn war typischerweise der Ulkusrand überwärmt und der Ulkusgrund relativ kühl mit teils bis zu 4,5°C Temperaturdifferenz. Nach Abschluss der Behandlungsphase waren die Temperaturunterschiede weitgehend ausgeglichen. Alle Einschätzungen anhand visueller Analogskalen (VAS: Schmerzempfinden des Patienten in der Wunde, Einschätzung des Effekts der Bestrahlung durch Patient und durch klinischen Untersucher, Einschätzung des Patienten des Gefühls im Wundbereich, Einschätzung der Wundheilung durch den klinischen Untersucher sowie Einschätzung des kosmetischen Zustandes durch Patienten und durch klinischen Untersucher) verbesserten sich bemerkenswert während der Zeitspanne der wIRA-Therapie und entsprachen einer Verbesserung der Lebensqualität.
Therapeutisch nutzbares Wärmefeld im Gewebe
Wundheilung und Infektionsabwehr hängen entscheidend von einer ausreichenden Versorgung mit Energie und Sauerstoff ab. Der zentrale Teil von chronischen Wunden ist oft eindeutig hypoxisch (sauerstoffmangelversorgt) und relativ hypotherm (mit erniedrigter Temperatur) - wie dies thermographisch in der Studie gezeigt wurde -, was einer unzureichenden Energieversorgung des Gewebes entspricht, die eine Wundheilung behindert oder sie sogar unmöglich macht. wIRA erzeugt ein therapeutisch nutzbares Wärmefeld im Gewebe und steigert Gewebetemperatur, Gewebesauerstoffteildruck und Gewebedurchblutung. Diese drei Faktoren sind für eine ausreichende Versorgung des Gewebes mit Energie und Sauerstoff wichtig. Die gute klinische Wirkung von wIRA auf Wunden und Wundinfektionen lässt sich über die Verbesserung sowohl der Energiebereitstellung pro Zeit (Zunahme des Stoffwechsels) als auch der Sauerstoffversorgung erklären. Außerdem hat wIRA nicht-thermische und temperaturunabhängige Wirkungen, die darauf basieren, direkte Reize auf Zellen und zelluläre Strukturen zu setzen.
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