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Megastudie eröffnet neue Therapieoption für Herzinfarkt-Patienten

Sie war der große Knaller auf der gerade beendeten Jahrestagung der American Heart Association (AHA) im US-amerikanischen Orlando. Die VALIANT-Studie (Valsartan in acute myocardial infarction) ist mit 14703 Studienteilnehmern die größte Langzeituntersuchung, die je mit Herzinfarktpatienten durchgeführt wurde. Das Ergebnis: Der bekannte Blutdrucksenker Valsartan (Diovan) ist ACE-Hemmern bei der Behandlung von Herzinfarkpatienten ebenbürtig und schneidet bei der Verträglichkeit sogar besser ab als die Vergleichssubstanz Captopril. Eine Kombination beider Substanzen bringt keinen zusätzlichen Nutzen.

Die VALIANT-Studie - Neue Erkenntnisse

Weltweit hatten sich 931 Zentren in 24 Ländern an der Mammutstudie beteiligt, in der erstmals ein Herz-Kreislauf-Medikament bei Patienten nach einem Herzinfarkt im direkten Kräftemessen mit ACE-Hemmern gleichzog. Noch während der Kongress lief, wurden die Studienergebnisse wegen ihrer großen Bedeutung vorab in der Onlineversion des angesehenen Fachblattes New England Journal of Medicine (NEJM) veröffentlicht. An VALIANT teilnehmen konnten Patienten, bei denen ein nachgewiesener, schwerer Herzinfarkt maximal zehn Tage zurück lag. Untersucht wurde über einen Zeitraum von durchschnittlich zwei Jahren die Sterblichkeit in drei randomisierten Patientenkollektiven: In der ersten Gruppe erhielten die Probanden zusätzlich zur Standardbehandlung (Betablockern, Statine und ASS) die Substanz Valsartan in einer Zieldosierung von zweimal 80 Milligramm täglich. Die Patienten in der zweiten Gruppe nahmen bei sonst gleichem Therapieregime Captopril in einer Zieldosierung von dreimal 25 Milligramm täglich. Außerdem gab es eine dritte Gruppe, in der die Patienten sowohl Captopril (3 x 25 Milligramm) als auch Valsartan (2 x 40 Milligramm) erhielten.

Valsartan senkt die Mortalität nach Herzinfarkt um 25 Prozent

Die Ergebnisse: Wie der ACE-Hemmer senkt Valsartan über zwei Jahre das Mortalitätsrisiko der Infarktpatienten um durchschnittlich 25 Prozent. Auch bei den sekundären Endpunkten, nämlich der Rate der erneuten Infarkte und der Zahl der Hospitalisierungen wegen Herzinsuffizienzepisoden, zog Valsartan mit Captopril gleich. "Wir haben nachgewiesen, dass Valsartan ebenso wirksam ist wie ein ACE-Hemmer, um das Leben zu verlängern und erneute Herzinfarkte oder Hospitalisierungen wegen Herzinsuffizienz zu verhindern. Dies ist wichtig, weil es den Ärzten eine neue Behandlungsoption für Hochrisikopatienten bietet, die einen Herzinfarkt überlebt haben", sagt der Vorsitzende der VALIANT-Studie, Dr. Marc Pfeffer von der Harvard Medical School in Boston, Massachusetts. "Die Studie dürfte sich auf die internationalen Behandlungsrichtlinien auswirken."

Pluspunkte für Valsartan bei der Verträglichkeit

Noch etwas konnte VALIANT belegen: Wer in der Sekundärprophylaxe nach Herzinfarkt Valsartan einsetzt, der riskiert die wenigsten Therapieabbrecher. Die Zahl der Patienten, die die Behandlung mit dem Studienmedikament wegen unerwünschter Wirkungen, etwa Husten, Hautausschlägen und Geschmacksstörungen, abbrach, lag in der Valsartan-Gruppe signifikant unter der in der Captoprilgruppe. Die meisten Probleme traten auf, wenn beide Präparate kombiniert wurden, eine Strategie, die zudem keinerlei zusätzlichen Benefit für die Patienten hatte.

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Philipp Graetzel

Arzt/Ärztin (Innere Medizin (allgem.))

10247 Berlin

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