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Computer! Supra bitte, aber dalli!!

Die Kunst in Reanimationssituationen ist nicht das Drücken oder die Beatmung, auch nicht das Legen von venösen Zugängen oder die korrekte Platzierung eines Tubus. Die Kunst besteht darin, schnell die wesentlichen Probleme eines Patienten zu erfassen und die nötigen Maßnahmen in der richtigen Reihenfolge zu veranlassen, ohne gleichzeitig andere nötige Maßnahmen zu vernachlässigen. Notfälle sind Herausforderungen an die Fähigkeit zu schneller und effizienter Arbeit, eine Art reale Strategiespiele, und als solche potenziell simulierbar.

Retten Sie den Laborassistenten!

Auf der Reanimations-Website schlechthin, dem amerikanischen ACLS.NET, findet man zur Einstimmung bzw. Wiederholung die aktuellen Algorithmen zum Management von Asystolien, Tachykardien, Kammerflimmern und Cardioversionen. Auf den Simulationsseiten stehen dann die Notfall-Situationen, die es anhand der vorher studierten Algorithmen erfolgreich zu bewältigen gilt. Es stehen drei Menüs zur Auswahl: Basic Life Support, Advanced Life Support (Intubation, Defibrillation, Schrittmacher usw.) und die Drug Box, also eine Medikamentenschachtel, in der sich alle in der Notfallmedizin gängigen Mittel in unterschiedlichen Dosierungen befinden. Retten Sie zum Beispiel den Labor-Assistenten, der während einer Blutentnahme plötzlich selbst kollabiert. Bevor Sie sich nach hoffentlich erfolgreicher Reanimation dem nächsten Fall zuwenden, können Sie rasch noch einen kleinen Wissens-Check Notfall-Medikamente absolvieren.

Nicht von der Schwester nerven lassen!

Mehr an Unfallmedizin interessierte sollten sich die Seiten des Trauma Research Fellowship in San Francisco, Trauma.org, nicht entgehen lassen. Die simulierten Notfallsituationen, hier wohl in Anlehnung an die in der Pathologie vor langer Zeit üblichen Wachsmodelle Moulagen genannt, bestechen durch detailliert ausgeschmückte Situationsskizzen, in denen schon einmal die Krankenschwester nervt oder kleine Pannen dazwischen kommen. Versorgen Sie zum Beispiel ein Kind, das bei einem Autounfall verletzt wurde - ein Case, der realitätsnah damit beginnt, dass Sie das Gewicht des Winzlings anhand seines Alters schätzen sollen, um ggf. nötige Medikamente nicht überzudosieren. Das polytraumatisierte Kind wird Ihnen dabei auch visuell näher gebracht, sodass Sie sich anhand der Verletzungen die sinnvollste Reihenfolge Ihrer Maßnahmen überlegen können. Nicht-pädiatrische Patientensimulationen stehen natürlich auch zur Verfügung, etwa der Fall eines jungen Testfahrers, der mit einem Baum kollidierte und sich dabei ein Schädel-Hirn-Trauma zuzog.

Zum Nachschlagen geht's ins Virtual Hospital

Insgesamt fünf Patientensimulationen gibt es beim CyberPatient Simulator von Netmedicine.com. In einem Fall dreht es sich um eine typische Erste-Hilfe-Situation auf der Straße, bei den vier anderen Simulationen stehen alle Mittel der Notfallmedizin zur Verfügung. Auch im Virtual Hospital gibt es Patientensimulationen, die allerdings nicht interaktiv sind und eher zum Nachschlagen und Wiederholen einladen.

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Philipp Graetzel

Arzt/Ärztin (Innere Medizin (allgem.))

10247 Berlin

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