Der Kölner Modellstudiengang Medizin räumt mit den alten Gepflogenheiten auf. Statt alle Fächer wie gewohnt als getrennte Kurse nebeneinander zu unterrichten, sollen sie im neuen Studienkonzept integrativ gelehrt werden.
Das Medizinstudium gliedert sich im Modellstudiengang in verschiedene Einheiten:
Fachblöcke: Es gibt nicht mehr drei parallele Kurse in einem Semester. Stattdessen reiht sich Fachblock an Fachblock, also erst 6 Wochen Histologie, dann 6 Wochen Biochemie etc. Dabei vermeidet man Doppelbelastungen für den lernenden Kopf und den Klausurenstau am Semesterende.
Kompetenzfelder: Ein Kompetenzfeld ist eine von verschiedenen Instituten zusammen durchgeführte Veranstaltungsreihe zu einem fächerübergreifenden medizinischen Thema. Beispielsweise werden die Grundlagen zum Thema Anämie nicht zerstückelt über mehrere Semester, sondern intensiviert in einer Veranstaltungsreihe gelehrt.
Longitudinales Fertigkeitstraining: Ärztliche Fertigkeiten und ärztliche Gesprächsführung können auch schon vor dem ersten Patientenkontakt trainiert werden. Trainingsmöglichkeiten gibt es beispielsweise im Skills Lab, in dem Kölner Studenten regelmäßig üben sollen, was später leicht von der Hand gehen soll.
Projekte: Projekte sind in den Semesterferien anzufertigende wissenschaftliche Arbeiten, ähnlich einer juristischen Facharbeit. Dazu muss der Student 8 Wochen in einem der Institute verbringen und dort ein ausgewiesenes Thema erarbeiten. Die Arbeit wird danach benotet.
Wahlpflichtbereiche: In den Wahlpflichtbereichen sind die Studenten dazu angehalten, die Veranstaltungen zu einem Thema aus zuvor belegten Fachblöcken zu besuchen. Die Veranstaltungen finden in den ersten zwei Wochen nach Semesterende statt und sind verpflichtend.
StudiPat: Im StudiPat kann man einen Patienten aus seiner allgemeinmedizinischen Lehrpraxis durch seine medizinische Patientenlaufbahn begleiten. Das stärkt den Blick für das Wesentliche und bringt bereits ganz früh im Studium eine gehörige Portion Patientenorientierung.
Prüfungen
Im Modellstudiengang gibt es kein Physikum. Stattdessen werden eigens von der Fakultät gestellte Äquivalenzprüfungen absolviert. Das Hammerexamen müssen allerdings auch Kölner Medizinstudenten bestehen. Die "normalen" Klausuren schreibt man in Köln im Anschluss an die Fachblöcke. Dabei fließen vermehrt auch alternative Prüfungsformen ein, also Short Essay, Projekte und OSCE statt stures Multiple-Choice-only.